Fünfter Vortrag
GA 260a — 6 January 1924, Dornach
Meine lieben Freunde!
Im Anschluß an das gestern Gesagte, habe ich nun Ihre Fragen studiert. Diese Fragen, sie sind ja alle so, daß sie natürlich mit Dingen in Zusammenhang stehen, die gestern besprochen worden sind. Nun sind die Fragen, welche gestellt worden sind, ich möchte sagen die die erste Kategorie umfassen, alle aus einer Art von Herzensbangigkeit heraus gestellt. Einzelne Fragen werden sich im Laufe der Vorträge beantworten. Andere Fragen, die eigentlich im Grunde genommen mehr oder weniger alle gleich sind, werden nicht eine Beantwortung finden können theoretisch, sondern nur durch dasjenige, was aus diesem Kursus hier an Ergebnissen wird entstehen können. Denn eigentlich gehen alle diese Fragen darauf hin, wie im Anschluß an Dornach der medizinische Weg der lieben Teilnehmer an diesem Kursus zu finden sein wird. Und über diese Fragen wird man heute sprechen, ich möchte sagen gewissermaßen hineingestellt zwischen das, was ich esoterisch gestern gesprochen habe, und dasjenige, was ich morgen esoterisch zu sprechen haben werde über das reale Fortwirken des Impulses, den ich natürlich nur in dürftiger Weise bei so wenigen Vorträgen geben kann. Das reale Fortwirken wird zunächst die Grundlage bilden müssen für das, was wir weiter esoterisch morgen werden besprechen dürfen.
Ich will zuerst im allgemeinen noch einiges im Anschluß an das Gestrige sagen. Es ist wenig damit getan, meine lieben Freunde, daß man im allgemeinen den Menschen hinweist oder daß er sich selber hinweist von dem Sinnlich-Physischen auf das Geistige. Dieser Hinweis im allgemeinen auf das Geistige entspricht natürlich auf jedem Lebensgebiete - und man muß schon sagen, auf dem medizinischen Gebiete und für den seinen Weg suchenden Mediziner heute am allerstärksten -, es entspricht schon dieses allgemeine Hingewiesenwerden auf den Geist auch durch das, was in der Seele lebt, einem innersten Bedürfnis. Aber dieses Bedürfnis ist in vieler Hinsicht ein solches, das wirklich in sich selbst erst eine größere Bestimmtheit finden muß, eine größere innere Klarheit, und auch, was vielleicht sogar die Hauptsache ist, eine größere innere Kraft, als die ist, mit der es gewöhnlich auftritt. Das alles, meine lieben Freunde, ist als Bestreben in Euch. Es muß aber ein Weg festgestellt werden. Zu diesem Wege kann von mir aus zunächst der Impuls gegeben werden, aber Ihr müßt dann mit diesem Impulse ein reales Weiterstreben im Zusammenhange mit Dornach einleiten.
Diejenigen, die sich das als Aufgabe stellen - und aus den Fragen geht die Stellung dieser Aufgabe mit aller Intensität hervor —, müssen wissen: Das allgemeine Streben nach dem Geistigen tut es eben nicht. Es handelt sich darum, daß dieses Streben nach dem Geistigen wirklich in den einzelnen Lebensgebieten ganz konkret auftritt. Und so ist es schon notwendig, daß man sich wiederum einlebt in ein Mitleben mit der ganzen Weltwesenheit, mehr oder weniger mit der ganzen Wesenheit des äußeren Kosmos. Der Mensch erlebt heute den Kosmos nicht, und weil er den Kosmos nicht erlebt, erlebt er die Geistigkeit nicht. Denn die Geistigkeit ist nur zu erringen auf dem Umwege durch den Kosmos.
Irgendein medizinisches Wissen so anzusehen, wie es sich zunächst seiner Gestalt, seinem Werden nach, seiner äußeren Erscheinung nach darbietet, gibt über das Dasein eigentlich keine geistige Erkenntnis. Erst wenn man in die Lage kommt, die Dinge hineinzustellen, die Wesen hineinzustellen in den ganzen kosmischen Zusammenhang, kommt man in die Lage, durch den Schleier der Natur durchzusehen auf die dahinterstehenden geistigen Kräfte.
Nun ist es schon so, daß die Schwierigkeiten, die bei der Verfolgung des Geisteslebens auftreten können, in der anthroposophischen Bewegung seit nun mehr als zwanzig Jahren wirklich genau studiert, genau erfahren werden konnten. Und es sieht vielleicht zunächst sogar etwas trivial aus, wenn man in wenigen Worten sagt, worin diese Schwierigkeiten bestanden haben. Sie haben einfach darin bestanden, daß diejenigen, die zunächst wollten auf irgendeinem Gebiete Esoterisches anstreben, zu gleicher Zeit sich die Sache zu leicht machen wollten, sie zu bequem haben wollten. Der esoterische Weg ist eben entweder ein schwieriger oder er ist gar keiner. Und man kann eine esoterische Entwickelung nicht auf einem bequemen Weg erreichen. Man muß die allgemeine Bemerkung, die so oft gemacht wird, daß es sich dabei um die Überwindung von Schwierigkeiten handelt, daß der Mensch erst über sich hinauskommen muß, in vollem, ich möchte sagen in heiligem Ernste nehmen. Und es müßte vom gegenwärtigen Zeitpunkte an, von dem Zeitpunkte an, dessen Ausgangspunkt in unserer Dornacher Weihnachtstagung liegt, von diesem Zeitpunkte an müßte in der ganzen Auffassung der anthroposophischen Bewegung auch auf den einzelnen Gebieten eine Art von Umschwung eintreten. Und indem Ihr zunächst Euren medizinischen Weg suchet, müßt Ihr Euch innerlich beteiligen gleich von Anfang an an diesem realen Umschwung so, daß es sich sozusagen nicht handeln kann beim esoterischen Wege um eine Beigabe, sondern daß es sich nur handeln kann um eine völlige Erfüllung des Lebensweges mit den esoterischen Impulsen. Alles was dazu getan werden kann, soll in den Vorträgen getan werden. Aber es muß, wie ich am Ende der heutigen Auseinandersetzung sagen werde, sich etwas anschließen.
Wollen wir noch einmal den Blick werfen auf eine Einzelheit zunächst, denn wenn Ihr nicht den Willen habt, meine lieben Freunde, auf Einzelheiten in geistigen Betrachtungen wirklich einzugehen, werdet Ihr nicht den Weg ins Geistige hinein finden können. Man soll ja nicht glauben, daß man das Geistige wirklich findet als Träumer oder als Mensch, der sich hingibt allerlei verschwommenen Inspirationen und dergleichen. Das Geistige muß man heute real erringen, mit allerernstestem innerem Streben. Und man kann es nur erringen aus den Zusammenhängen heraus, die sich aus der geistigen Welt ergeben.
Und da sei zunächst der Blick auf eine Einzelheit gerichtet. Ich habe schon gesagt, von der Pflanzenwelt können wir viel lernen. Nun aber betrachten wir so eine Pflanze. Der Mensch nimmt sie einfach heute dadurch wahr, daß er die Wurzel betrachtet, den Stamm betrachtet, dann die Blätter, dann die Blüte, den Stempel in der Mitte, die Staubgefäße und den Samen. Der Same entwickelt sich im Fruchtknoten, und man beschreibt dasjenige, was man an der Pflanze in der Weise sieht, ungefähr so, wie man einen Sessel beschreibt, wenn man dazu noch fügt bei der Beschreibung des Sessels, daß man manchmal auch darauf sitzt. So ungefähr beschreibt man die Pflanze. Man beschreibt, wie die Wurzeln im Boden sitzen, wie sie physische Kräfte, chemische Kräfte und Stoffe einziehen, wie durch Kapillaren oder Ähnliches die Säfte hinaufsteigen. Man betrachtet es als einen Irrtum, als Verirrung, wenn man redet von einer spiraligen Anordnung der Blätter, jedenfalls weiß man nicht, daß das irgendwie im Zusammenhang mit dem Kosmos steht. Man beschreibt weiter die Blüten, denkt höchstens an eine Kraft, wenn man die Farben der bunten Blüten und deren Substanzen erkennen will oder die Befruchtung. Man beschreibt das alles so, wie man beschreibt, daß sich ein Mensch auf einen Sessel setzt, aus keinem andern Geiste heraus, man beschreibt das ganz äußerlich.
Nun, die Wesenheit desjenigen, was da erfaßt werden muß, wird ja in keiner Weise auf diese Art erfaßt, sondern man muß sich klar sein darüber, daß, wenn man eine solche Pflanze betrachtet, ihr Hineingesenktsein mit der Wurzel in den Boden auf ein wunderbares Geheimnis hinweist; und wiederum auf ein anderes Geheimnis weist der Stamm mit den Blättern, auf ein anderes Geheimnis weist dasjenige, was oben in der Blüte geschieht.
Sehet, meine lieben Freunde, wir betrachten die Wurzel, wie sie sich in den Boden hineinsenkt, sie ist gewissermaßen das Aufhören des Pflanzenseins gegen die Erde, gegen die feste Erde zu. Aber diese Wurzel könnte ja gar nicht etwas vom Erdboden haben, wenn nicht der Erdboden erst den Einfluß erleiden würde von der kosmischen Umgebung. Die kosmische Umgebung, und zwar nicht bloß Sonnenwärme und Sonnenlicht, sondern auch dasjenige, was vom übrigen Planetensystem, das zu unserer Erde gehört, ausgeht, beeinflußt die Erde von der Oberfläche aus ein Stück nach innen. Und diejenigen Kräfte, die erregt werden auf diese Weise in den Substanzen der Erde, die Kräfte geben der Wurzel die Möglichkeit, innerhalb der Erde zu sein.
Nun können wir Umschau halten, wo wir dieselben Kräfte wieder finden. Nun, dieselben Kräfte, die wir umspielend finden die Pflanzenwurzeln, wir finden sie im menschlichen Haupt, aber wir finden sie im menschlichen Haupt in ganz anderer Art als um die Pflanzenwurzeln herum im Erdboden. Und man kommt nicht zurecht mit dem innerlichen Anschauen dessen, was hier vorliegt, wenn man stehenbleibt bei dem, was einem heute die Naturwissenschaft geben kann. Und das ist dasjenige, wovon viele von Euch in ihren Fragen sprechen als dem Chaotischen, das in ihre Seelen hineingelegt worden ist durch die heutige Naturwissenschaft. Es ist schon notwendig, daß man sich wieder einlebt in auch äußere substantielle Agenzien, daß man sich wieder einlebt in das, was einmal genannt worden ist das Erdige, das FlüssigWäßrige, das Luftartige, das Feurige. Denn wenn Ihr immer nur redet von Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor in dem Sinne, wie die Chemie es tut, werden Euch diese Dinge immer etwas Äußerliches bleiben. Ihr könnt niemals etwas anderes darüber denken, als daß Ihr als Mensch dasteht und außen ist irgendwo Sauerstoff, Stickstoff. Es ist etwas ganz Indirektes, was Ihr durch die heutige Physiologie oder Chemie vom Sauerstoff, Stickstoff aufnehmt. Ihr erfahrt durch die Physiologie, daß Stickstoff im menschlichen Organismus ist, aber Ihr erlebt ihn nicht darin. Es handelt sich darum, daß man von dem ausgeht, was erlebt werden kann. Und dasjenige, was erlebt werden kann, muß sich tief mit der ganzen Menschenwesenheit verbinden, wenn man sich in den Dienst der Weltgestaltung stellen will. Und das tut man, wenn man heilen will.
Nun, etwas, was zu den alten Elementen gehört, ist so da, daß jeder Mensch wissen kann: er erlebt es. Das ist zum Beispiel die Wärme, die Wärme als Naturqualität. Man erlebt sie, es wird einem warm, es wird einem kalt. Man steht nicht so äußerlich wie dem Sauerstoff, wie dem Stickstoff der Wärme gegenüber. Es ist das Eigenartige für die alte Naturbetrachtung, daß sie zugrunde gelegt hat erlebnismäßig dasjenige, wo man drin sein kann, nicht außer dem man stehen muß. Nun bleiben wir zunächst bei diesem Elemente der Wärme, des Feuers, weil es dasjenige ist, bei dem sozusagen das Erleben am handgreiflichsten ist, wenn ich den paradoxen Ausdruck gebrauchen darf. Man weiß, die Wärme erlebt man als Mensch. Nun ist es so, daß dasselbe, was die Erde, das Erdige für die Pflanzenwurzel ist, für den menschlichen Kopf die Wärme ist. Und wenn Sie sich jetzt wegdenken aus der Ihnen fest erscheinenden Erde - wenn Sie hier die Erde haben (es wird gezeichnet) — das Erdige selber, das Flüssige, das Luftförmige, das darinnen ist, und nun denken, daß zurückbleibt die Wärme, so daß Sie einen Boden von Wärme haben — Sie können sich das ja denken - und Sie nehmen das Ganze (siehe Zeichnung II), wenn hier unten und hier oben ist, und drehen es um, so daß Sie da unten und da oben haben (T). So haben Sie einen richtigen polarischen Gegensatz. Das eine Mal können Sie sich vorstellen, wenn da unten und da oben ist (II) und da die Wärme frei geworden ist bis zum Erdigen, daß da die Pflanzenwurzel drinnen ist. Aber wenn die Wärme drin ist für sich (D), das Luftige, das Flüssige, das Erdige weg ist, und umgekehrt da (II) der Boden ist, aus dem die Wärme fort ist, dann ist, wenn hier (II) das Wurzelartige, das Pflanzenartige ist, dann ist da (I) das, was vom menschlichen Kopfe selber ausgeht.

Und was bedeutet denn dieses? Meine lieben Freunde, es bedeutet dieses, daß Sie sich sagen können, ich betrachte die Pflanzenwurzel, sie ist im erdigen Boden, ich betrachte den menschlichen Kopf, er ist im Wärmeboden, nur ist der Boden umgekehrt. Das ist deshalb, weil dasjenige, was hier (I oben) geschieht, vier Stufen weiter zurückliegt als dieses (II). Nennen Sie das, was mit der Pflanzenwurzel geschieht, ein Erdereignis, dann müssen Sie dasjenige, was heute noch mit dem menschlichen Kopfe geschieht, und zwar aus der Wärme heraus, ein Saturnereignis nennen. Dazwischen liegen Sonnen- und Mondereignis. Und wenn Sie jetzt vom menschlichen Kopf alles, was später hineingezogen ist, das Erdige, das Flüssige, das Luftförmige wegdenken, und Sie denken sich bloß die im menschlichen Kopfe wirksame Wärme, die den übrigen Organismus mit Wärmedifferenzierung versorgt, Sie denken sich nur den im Kopfe vorhandenen Wärmeorganismus, dann haben Sie heute einen kleinen Saturn im menschlichen Haupte.
Gegenwärtig haben Sie im menschlichen Haupte die alte Saturnorganisation. Und verstehen Sie den Zusammenhang, dann sagen Sie sich: Im Kosmos war einstmals vor unzähligen Jahren eine Bildung, die alles dasjenige, was heute an Wärmehaftem im menschlichen Haupte ist, vorausgenommen hat. Und die Pflanzenwurzel schafft heute im Erdigen ein Bild desjenigen, was da vorangegangen ist.
Da haben Sie einen Zusammenhang. Sie schauen den alten Saturn in der Wärmeorganisation des menschlichen Kopfes. Aber solch ein Schauen muß, wenn es richtig geschieht, wirklich verbunden werden, nicht bloß mit theoretischen Ideen, sondern es muß verbunden werden mit inneren moralischen Impulsen. Man muß auf den menschlichen Kopf so hinschauen können, daß man sich sagt: Wie wird man ergriffen dadurch, daß man das menschliche Haupt betrachtet und es dasteht wie die lebendige verkörperte Erinnerung an die uralte Werdezeit des Kosmos, an die saturnische Zeit! — Durchdringen Sie sich einmal mit dem Gefühl: Ich bin auf der einen Seite ein Mensch, der ein gewisses Alter erreicht hat, meine Kindheit steht vor mir, die Kindheitserinnerungen steigen auf. Als älter gewordener Mensch vertiefe ich mich in meine Kindheitserinnerungen. — Das gibt schon ein gewisses inneres Erlebnis, vor dem man mit moralischer Kraft stehen kann. Und nun dehnen Sie dieses Gefühl, diese Empfindung aus bis dahin, wo Sie sich sagen, ich war als Mensch in der alten Saturnzeit vorhanden; verstehe ich in der Gegenwart mein Haupt richtig, so ist es da wie eine lebendige Erinnerung an die ursprüngliche Werdezeit des Kosmos. Und ich möchte sagen, unendlich vervielfältigt erscheint mir dasjenige, was mir durch die Kindheitserinnerungen sich bilden kann, wenn man durch diese Kindheitserinnerung, durch das lebendige Menschenhaupt kommt bis in die alte Saturnzeit - bis in diese zurück. Alle solche Erkenntnis hat nur Wert, wenn sie sich unmittelbar einsenkt in das moralische Gemüt, wenn man innerlich Schauer erleben kann dadurch, daß man in dieser Weise durch die Betätigung des Menschen sich einsenkt in eine Empfindung für den Kosmos. Und meditieren, namentlich für den Mediziner, besteht nicht darin, daß er lediglich brütet über Gedanken, sondern meditieren besteht schon darin, daß man sich solche Zusammenhänge vor die Seele bringt und in diesen Zusammenhängen innere differenzierte Gefühle, an denen man innere Erschütterungen aller möglichen Arten erleben kann.
Sehen Sie, ich sehe einen Menschen, den ich vielleicht seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen habe. Indem er vor mich hintritt in der Gestalt, in der er jetzt vor mir steht, da steht vor meiner Seele der Blick auf seine Kindheit; ich sehe ihn als Kind vor mir, es gibt eine gewisse innere Erschütterung. Ich wende heute den Blick auf das Pflanzenwurzeltum. Indem ich auf das Pflanzenwurzeltum blicke, bekomme ich die Fähigkeit, dieses Pflanzenwurzeltum auf den menschlichen Kopf zu beziehen, und der menschliche Kopf führt mich zurück auf die alte Saturnzeit. In den ganzen seelischen Menschen hinein muß eben das Meditieren gehen, es muß anregen tiefes innerliches Leben.
Damit soll eben eine Richtung gegeben werden, wie, nachdem die Grundlegung geschaffen worden ist durch eine Art exoterischen Kurses, im Esoterischen eigentlich alles auf ein empfindungsgemäßes Erleben des gesamten Kosmos im Zusammenhang mit dem ganzen Menschen gehen muß. Denn ebenso wie Euch das saturnische Dasein aufgehen kann durch die Betrachtung des Zusammenhanges des Menschenhauptes mit dem Wurzelwachstum der Pflanzen, so kann das Sonnendasein aufgehen durch Betrachtung des Zusammenhanges des menschlichen Herzens mit der Stamm- und Blattentwickelung der Pflanze. Und wiederum ist die Stamm- und Blattentwickelung der Pflanze die lebendig gewordene Erinnerung an das alte Sonnendasein.
Und kommen wir herauf bis zur Blüte, in der sich der Same erzeugt bei der Pflanze, dann kommen wir zu dem, was einen Zusammenhang hat mit dem menschlichen Stoffwechselsystem, dem Gliedmaßensystem. Und wenn man diesen Zusammenhang desjenigen, was sich in der Blüte abspielt, mit dem menschlichen Stoffwechsel- oder Gliedmaßensystem betrachtet, erscheint einem dadurch etwas wie eine Erinnerung an die alte Mondenzeit. Und wenn Ihr dieses innere Empfindungserlebnis nehmt, meine lieben Freunde, wenn Ihr wirklich in tiefster Meditierung innerlich empfindet diese Zusammenhänge, dann erlebt Ihr noch mehr.
Dann tritt in Eurer Seele etwas ganz Bedeutsames auf, dann werdet Ihr, indem Ihr mit dieser Empfindungsvertiefung Eure Seele wendet an die Pflanzenwurzel, anfangen zu fühlen, als ob keine Pflanzenwurzel still stünde. Jeder Pflanzenwurzel gegenüber bekommt Ihr die Empfindung, daß sie sich bewegt. Diese Bewegung lernt Ihr erkennen; ich kann das alles nur skizzieren, ich kann diesmal nur hinweisen auf einen Impuls, auf die Art, wie aufgebaut werden muß das innere Erleben, das Werden des Naturwissens zur Weisheit. Ihr werdet diese Bewegung an den Pflanzenwurzeln erleben. Wenn Ihr sie so betrachtet, werdet Ihr Euch fühlen, wie wenn Ihr mit der Pflanzenwurzel durch den kosmischen Raum gehen würdet. Schon gewissermaßen durch dieses Erleben, indem Ihr gewissermaßen eingestiegen seid in den Wagen, der durch den Kosmos mitfährt, und Ihr mitfahret mit der Geschwindigkeit der Pflanzenwurzel, werdet Ihr die Erfahrung machen, daß Ihr ja die Bewegung unseres ganzen Planetensystems durch den Weltenraum erlebt. In der Pflanzenwurzel erlebt Ihr die Bewegung unseres ganzen Planetensystems durch den Weltenraum. Und wenn Ihr dann entlang geht dem Blätterwachstum und dies so erlebt, wie ich es jetzt beschrieben habe, dann erlebt Ihr wiederum eine Mitbewegung. Und das ist die wahre Bewegung, die innerlich erlebte Bewegung der Erde.
Bewegung des Planetensystems: Wurzel.
Bewegung desjenigen, was die Verbindung von Stamm und Blatt ist: Erdbewegung.
All das sind ja Konstruktiorien, was das kopernikanische System ergibt von Umdrehung der Erde um die Sonne. Die wahre Erdbewegung nimmt man mit wahr, wenn man sich vertieft, wie Stamm und Blätter miteinander verbunden sind. Mit Stamm und Blatt bewegt Ihr Euch mit der Erde der Sonne nach, so daß die Erde so aussieht, wie sie im kopernikanischen System beschrieben wird. Aber es ist in Wirklichkeit eine viel kompliziertere Bewegung. Wenn Ihr den Blick hinaufrichtet auf das, was in der Blüte - wo rund herum die Staubgefäße und der Stempel sind — vor sich geht, wenn Ihr das miterlebt, dann erlebt Ihr jene Mondbewegung, die der Mond um die Erde herum ausführt, mit in demjenigen, was sich da abspielt in der Blüte: Miterleben also der Mondbewegung [in dem], was schon von der Erde getrennt ist. Das ganze Planetensystem, das die Erde mit umfaßt, wird in der Pflanze miterlebt in der Wurzel; die Erdbewegung wird miterlebt in Stamm und Blättern. Die Mondbewegung, also was schon abgesondert, herausgesondert ist, wird in der Samenerzeugung der Pflanze erlebt.

Ich spreche das zu Ihnen, meine lieben Freunde, aus dem Grunde, damit Ihr einsehen lernt erstens, worauf heute in der gebräuchlichen Wissenschaft überhaupt keine Rücksicht genommen wird, weil man diese Dinge weder für wißbar noch wissenswert hält. Aber sie sind dasjenige, was man wissen muß, sonst weiß man überhaupt nichts. Und ich sage es noch aus einem andern Grund. Ich glaube nicht, daß jemanden dasjenige, was er über die Pflanzen lernen kann, erschüttern kann. Es bleibt ihm gleichgültig. Er nimmt es auf wie etwas, was ihm gleichgültig bleibt. Er macht gar nichts durch. Wenn Sie aber im Verlaufe eines zweiten medizinischen Kursus, den Sie ja schon durchmachen können, wenn Ihr da an den Pflanzen - was an den Mineralien sich dann in etwas anderer Weise auch herausstellt - und zu gleicher Zeit an dem Menschen die Planetenbewegung, die Erdbewegung, die Mondbewegung kennenlernt, wird Euch das nicht gleichgültig sein.
Ja, meine lieben Freunde, wir stehen heute vor der Notwendigkeit, in solche Dinge unser Erkenntniswerk hereinzutragen, und das Herz fühlt, daß die Erkenntnisbahnen so laufen müssen. Aber dasjenige, was den Herzen geboten wird, ist ein Lehrhaftes, es enthält nichts von den Realitäten, man glaubt die Realitäten zu haben in demjenigen, was als kleine Stücke zu erfassen ist. Was tut eigentlich die Wissenschaft heute? Die Wissenschaft macht eigentlich das Folgende. Sehen Sie, es kommt mir immer so vor, wie wenn einer nach Dresden führe, die Sixtinische Madonna betrachten würde, und ein Naturforscher träte zu ihm und. sagte: Ach was, die Sixtinische Madonna ist doch alles nur äußerer Eindruck. - Und er würde nun anfangen, die Madonna aus dem Rahmen zu nehmen, in kleinere und immer kleinere Bröckelchen zu teilen, dann hätte er einen Haufen Bröckelchen, die würden immer kleiner, bis sich atomistische Gestaltungen ergeben. Dann würde er sagen: So, jetzt hast du die wahre Erkenntnis der Madonna. — Das ist nicht wahr, will man die wahre Erkenntnis der Madonna erringen, muß man sich durch das, was einem die Religion bietet, zunächst versetzen in die Intentionen des Religiösen, dann in das, was vom Geistigen des Raffael in die Madonna hineingegangen ist, noch in manches andere, aber das ist das Nächste. Und so muß man versuchen, sich in die Intentionen der Götter, der göttlich-geistigen Wesenheiten zu versetzen, die hinter dem Physischen stehen. Das muß dann im zweiten Kurs an den Menschen herangebracht werden. Und nur dadurch ist es möglich, daß die Menschen an die Realitäten herangebracht werden.
Nun, wenn Ihr das, von dem ich jetzt gesprochen habe, als eine Anregung nehmt, so werdet Ihr, ich möchte sagen die zwei meditativen Versenkungen, die in der Art, wie ich sie gestern gesprochen habe, die medizinische Erkenntniskraft in Euch erwecken werden, verstehen. Und diese Meditation kann so verlaufen, daß Ihr zunächst Euch einfach versenkt in die äußere Erscheinung des Feuers, des wärmenden Feuers, und daß Ihr Euch wirklich mit innigem Ernste klarmacht: diese äußere Erscheinung des Feuers, die ist äußerliche Maja, Schein, Illusion. Hinter dem Feuer steckt etwas ganz anderes. Hinter dem Feuer steckt wirkender Wille, wirkender Wille.
Ihr könnt fragen: Ja, wie erkenne ich, daß hinter dem Feuer wirkender Wille steckt? — Es war stets so, daß in esoterischen Schulrichtungen und in dem, was aus diesen Richtungen kommt, appelliert werden soll an die Schüler selber. Wenn Ihr einfach dasjenige, was ich heute gesagt habe, in Euer Gemüt eintreten laßt, so wird Euch aufgehen innerlich, geradeso wie Euch aufgeht, wenn Ihr die Form eines Menschenantlitzes, einer Menschengestalt seht, daß da Geist und Seele ist, so wird Euch aufgehen, daß überall, wo Feuer ist, wirkender Wille ist. Wo Ihr auch Feuer findet, beim kleinsten Zündhölzchen, ist wirkender Wille. Von vorne herein ist überall, wo Feuer ist, wirkender Wille. Und Ihr müßt es so weit bringen, damit Ihr in die andern Substanzen der Natur eindringen könnt, daß Euch ein brennendes Zündholz nicht nur die äußere Erscheinung ist, als die es beschrieben wird heute, sondern daß es Euch ist wirkender Wille. Denn wenn Ihr in dieser Weise Euer Gemüt gewissermaßen umgestalten könnt, richtig umgestalten, dann werdet Ihr ja finden, daß Eure Seele ganz anders empfinden lernt, ganz anders sich stellen lernt zu der Umgebung, in der Ihr seid. Dann wird nicht nur ein solches Erleben auftreten, wie man es erreicht, indem man in der Wirklichkeit erlebt. Ihr werdet Euch mit Eurem eigenen wirkenden Willen verbunden fühlen mit dem, was Feuer ist. Ihr werdet Euch einleben von Euerem Menschen aus in die Welt, und werdet das Feuer tatsächlich viel feiner empfinden können als zuvor, weil die Verwandtschaft auftritt zu Euerem eigenen Willen. Wo Feuer auftritt, empfindet Ihr diese Verwandtschaft. Ihr müßt lernen: Ich bin ja in diesem Feuer drinnen, denn das ist wirkender Wille, es gehört zu mir wie mein Finger.
Luft werdet Ihr in Euerer Wesenheit nur erleben, wenn Ihr sie erlebt als Mut. Überall wo Wind auftritt, wehender Wind in der Natur, werdet Ihr ihn in Euerer eigenen Seele als Mut empfinden. Also, was Ihr seht in der äußeren Natur als Luft, das ist Mut. Mut ist Luft. Das sollt Ihr in Euerer Seele miterleben.
Wasser ist die äußere Erscheinung der Empfindung. Wo Empfindung auftritt, ist innerlich dasselbe tätig wie da, wo äußerlich Wasser auftritt. Wasser ist Empfindung.
Und wo Erde ist, feste Erde: das Feste ist dasselbe wie der Gedanke. Im Gedanken erfriert ja das Leben.
Könnt Ihr meditativ diese vier Gedanken erfassen, könnt Ihr denken lernen, Feuer ist wirkender Wille, könnt Ihr die äußere Erscheinung des Feuers nehmen als Offenbarung des wirkenden Willens, könnt Ihr entgegentreten dem Feuer so, daß Ihr darin ebenso wirkenden Willen seht, wie Ihr in einer Menschengestalt Geist und Seele seht, könnt Ihr empfinden, daß die äußere Gestalt des Feuers Maja ist; könnt Ihr im wehenden Winde, in den Wolken empfinden, daß sie die Erscheinungen sind, die den Mut offenbaren; könnt Ihr dem Wasser so entgegentreten, daß es die überall in der Welt auftretende Empfindung ist; könnt Ihr der Erde so entgegentreten, daß Ihr in der Erde überall etwas seht, was gleich ist Eueren Gedanken, dann werdet Ihr den Weg finden, auch in Euch selber das zu erkennen, wovon wir in den acht Tagen sprechen können: daß der organische Prozeß, der in Euch auftritt als Erdenbildung, die vom Haupte ausgehend sich nach unten erstreckt, daß dieser organische Prozeß eine fortwährende Erdenbildung ist, die Verbindung eines Substantiellen der Erdenbildung, die schwer ist, und daß diese das Wesen des Gedankens ist.
Geht Ihr über zu dem, was das Wesen der Atmung ist, fühlt Ihr, wie in der Atmung das Luftförmige des Menschen in der Zirkulationsströmung ist, dann werdet Ihr alles dasjenige, was im Menschen Aktivität ist, was den Menschen hinleitet in die Außenwelt, um sich in der Außenwelt geltend zu machen, das werdet Ihr erkennen in dem Luftförmigen, in der Aktion des Luftförmigen im Menschen. Und Ihr werdet aus mancherlei Erscheinungen der Natur zu lernen suchen dasjenige, was mit der Luft im Menschen selber vor sich geht.
Und Ihr werdet erkennen, wie alles, was im Wäßrigen spielt, was der Wasserorganismus des Menschen, der flüssige Organismus des Menschen ist mit seinen inneren Beweglichkeiten, dasjenige ist, worin die Empfindung lebt, jene Empfindung, die zentrifugal-zentripetal verläuft. Dasjenige, was die Bewegung der Luft ist, werdet Ihr erkennen, wenn Ihr sozusagen halb eine kreisende Bewegung habt, eine Bewegung von oben nach unten. Ihr werdet erkennen, daß das, was im Flüssigen lebt, als zentripetale und zentrifugale Bewegung im Menschen steckt und versucht, überall das Gleichgewicht zu halten. Ihr werdet lernen aus der Beobachtung desjenigen, was die Natur draußen tut, den Übergang zu dem, was mit diesen Elementen im Menschen geschieht. Aber die Grundbedingung ist die, daß wir nicht stehenbleiben bei einer gewöhnlichen Beobachtung, denn jede gewöhnliche Beobachtung macht uns selber zu Erde, vertrocknet und macht uns fest, wir verlieren in ihr die Beweglichkeit.
Vieles habt Ihr in dem, was ich heute skizziert habe, es sind überall Zwischenglieder ausgelassen. Aber ich kann Euch nicht alle Einzelheiten geben, das würde zu lange dauern. Ich kann Euch nur Anregungen geben. Ihr werdet daraus entnehmen können, daß die ganze Art und Weise, das Studium zu betreiben, eine andere werden muß. Nun seht Ihr denn, daß das, was ich hier anrege, in Euch wirklich fruchtbar werden kann. Dazu ist notwendig, daß Ihr Euch einen großen Teil der Fragen, die Ihr aus schwerem Herzen gestellt habt und die ich aus schwerem Herzen gelesen habe, weil sie so tief hinweisen auf das, was der Zeit not tut, daß Ihr einen Teil der Fragen beantwortet dadurch, daß Ihr in dauernder Verbindung mit dem Goetheanum bleibt. Dadurch werdet Ihr, wo immer Ihr Eure medizinischen Studien belegt, eine fortdauernde Befruchtung Eurer Medizinstudien erleben können. Nun ist dazu natürlich notwendig, daß Ihr wirklich das Gefühl habt, es müsse ernsthaft gestrebt und gelernt werden. Es muß ernsthaftig gearbeitet werden. Und Ihr müßt das zweite Gefühl haben, das muß ganz aufrichtig und ehrlich aus Euch selbst kommen, zu dem müßt Ihr Euch entweder entschließen oder nicht entschließen können, Ihr müßt das Gefühl haben: von Dornach aus muß in nächster Zeit die Befruchtung des medizinischen Studiums gehen. Und in Dornach wird die Befruchtung des medizinischen Studiums in der Weise getrieben werden, wie sie heute sein muß, so daß man wirklich in der Medizin den Weg wählen muß, der gegangen werden muß.
Dann wird auf der einen Seite die Frage des Karma stehen. Denn selbstverständlich muß jeder, der heilen will, gerade ein intimes Verhältnis zu dem Karma in der Welt haben. Nun, davon werde ich noch weiter sprechen in den nächsten Stunden. Man kann nicht gegen das Karma heilen. Man kann nur heilen im Sinne des Karma. Aber das Karma ist nicht so, daß man trivial sagen kann: Wenn einer krank ist, soll er krank bleiben, das ist sein Karma, und wenn er wieder gesundet, gibt ihm sein Karma die Gesundung. - So darf nicht geurteilt werden. Wie gerade Karma im menschlichen Leben wirkt, diese Frage bedarf wirklich gründlicher kosmischer Vertiefung. Diese Dinge werden von Dornach aus für den, der sie sucht, besorgt werden.
Ich habe schon gesagt, daß wirklich aus esoterischen Quellen heraus in Zukunft die Impulse gegeben werden. Denn es ist schon notwendig, daß die Dinge berücksichtigt werden, die einfach als Realitäten da sind und mit denen eben stark gerechnet worden ist bei der Weihnachtstagung in der Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Und das ist für das Gebiet des Medizinischen dieses: Es handelt sich darum, nicht wahr, daß ich in einem noch viel tieferen Sinne, als ich gestern gesagt habe, in bezug auf die Heilmittel keine Angst habe, wenn andere sie nachbilden, wenn man nur in Zukunft richtig versteht, daß in einem noch viel tieferen Sinne das medizinische esoterische Studium im Zusammenhange mit Dornach betrieben werden sollte. Dazu wird notwendig sein, daß das medizinische Studium eigentlich ebenso wie die andern Zweige des Dornacher geistigen Lebens getrieben wird in der Zukunft. Sehet Ihr, es war immer so im Leben der Anthroposophischen Gesellschaft, daß von all den Persönlichkeiten, die in der Anthroposophischen Gesellschaft haben Esoteriker werden wollen, die Bedingungen des esoterischen Lebens, einfach die innerlichen Bedingungen des esoterischen Lebens nicht gründlich genug beachtet worden sind. Und so haben wir es innerhalb der anthroposophischen Bewegung eigentlich nur auf zwei Gebieten im Laufe der Jahre zu dem bringen können, was notwendig ist, nämlich auf dem Gebiete der allgemeinen Anthroposophie und auf dem Gebiete der eurythmischen und der Redekunst. Aber dasjenige, was auf diesen Gebieten als innere Betätigung, als selbständige innere Betätigung sich herausgebildet hat, das muß sich für alle Sektionen, die nun eingerichtet werden sollen, wirklich herausbilden. Und dazu ist notwendig, daß man sich den Bedingungen, die von hier aus geschaffen werden, auch wirklich vertrauensvoll unterwirft. Zu diesen Bedingungen gehört diese, daß ich alle diejenigen Dinge, die auf medizinischem Felde liegen, zunächst werde zu besorgen haben im Verein mit Frau Dr. Wegman, die sich im Verlauf der ganzen anthroposophischen Bewegung für die Medizin vorbereitet hat und nun so darinnensteht in dieser medizinischen Strömung, daß sie diese medizinische Strömung mit mir zusammen zu leiten haben wird. Und so wird nur derjenige, der sich im Vertrauen an Frau Dr. Wegman anschließt, seinen Weg von Dornach aus finden können. Daher wird in nächster Zeit die Einrichtung getroffen werden müssen, daß diejenigen, die in nächster Zeit in dauernder Verbindung bleiben wollen mit der Sektion für das Wiederbeleben der Medizin, sich in der Form, über die noch weiter gesprochen werden kann, mit ihrem Anliegen an Frau Dr. Wegman in vollständigem, restlosem Vertrauen wenden. Wir werden periodenweise, etwa von Monat zu Monat, in einem Rundbrief die entsprechenden Fragen für diejenigen beantworten, die sich am Ende dieses Kurses sozusagen dadurch als Schüler vom Dornacher Goetheanum ergeben haben. So wird es in dieser und so auch in andern Sektionen sein. Diese Rundbriefe werden antworten auf die Fragen, die der einzelne stellt, und alle diejenigen, die an der entsprechenden Sektion teilnehmen, werden die Antworten empfangen. Aber ohne innerliches Vertrauen wird es nicht gehen. Dadurch wird ein reales Verhältnis geschaffen, und Ihr werdet alle Eure menschlichen medizinischen Bedürfnisse auch für die nächste Zukunft befriedigt haben. Die Sache soll zunächst so eingerichtet werden, bis wir zu weiteren Einrichtungen schreiten können, daß in dieser Weise ein Zusammenhang geschaffen wird.
Der große Fehler, der bisher im esoterischen Leben geschehen ist, ist der, daß in einer übertriebenen Unbescheidenheit die Personen meinten, von mir immer ihre esoterischen Übungen haben zu sollen. Mit mir wollen alle zu tun haben, mit andern nicht. Daran scheiterte die Esoterik bis jetzt! Es ist nur möglich aus innerer okkulter Grundlage heraus, daf3 dasjenige, was im Quell der Esoterik lebt, durch die geeigneten Persönlichkeiten weitergeleitet werde. Diese Durchleitung zunächst durch die dazu vom Schicksal bestimmten Persönlichkeiten gehört zur Esoterik dazu. Das ist abgelehnt worden, indem die Leute unbescheiden waren. Wenn nicht das eintritt, kommen wir natürlich auch unter der neubegründeten Anthroposophischen Gesellschaft nicht weiter. Es muß eintreten.
Das ist dasjenige, was ich zunächst skizziert habe. Ich werde noch weiter ausführen dasjenige, was nun die fortwirkende Esoterik sein muß. Ich wollte dies nur vor Euch hinstellen, und dann morgen in der esoterischen Betrachtung weiterfahren. Dann möchte ich wirklich auf den größten Teil der Fragen antworten, die gestellt worden sind, und die immer darauf hinauslaufen: Wie finde ich eine Schulung, die von Dornach ausgeht? - Ihr könnt sie finden, aber Ihr müßt Vertrauen haben. Das ist nicht Autoritätsglaube, sondern sinnvolles Bauen auf einem Grunde, einem inneren Grunde, Flinnehmen der Bedingungen, die vom Schicksal einmal geschaffen sind. Nun, soviel für heute, morgen weiter. Auf einzelne Fragen gehe ich schon noch ein, insofern die Beantwortung in dieser Weise angenommen werden muß.
Feuer: wirkender Wille
Luft: Mut
Wasser: Empfindung
Erde: Gedanke