Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 21 May 1919

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Villa Rosenau
Arlesheim bei Basel, 21. Mai 1919

Sehr verehrter lieber Lehrer,

zwei Tage habe ich in Zürich verbracht. Am Samstag bei dem FrauenKongreß. Herr Dr. Boos schickte mir ein dringendes Telegramm, um zu sagen, daß meine Anwesenheit in Zürich dringend notwendig sei zwecks Besprechung mit den Delegierten. Eine Dame habe ich gefunden, die so freundlich war, zu versprechen, Papiere mitzunehmen, so habe ich ihr zwei «Die Kernpunkte usw.» gegeben, die Briefe und die Übersetzung von dem ersten Kapitel des Buches -,, es ist zu hoffen, daß sie gut ankommen werden. (Ich hatte nämlich keine Nachricht von den früheren Briefen bekommen.) Für mich war es höchst interessant, die Reden zu hören; sie senden eine Deputation nach Paris, um gegen die Blockade und die Friedensbedingungen zu protestieren. Sie können recht gut und vernünftig reden, aber ich fürchte, da wird recht wenig zu erreichen sein.

Ein ganz netter Brief von Collison ist angekommen - er ist jetzt in Kalifornien. Der Aufruf war ihm nach New York nachgeschickt worden und er hat da und auch in England Gebrauch davon gemacht.

Die vier Übersetzungen von den Dramen werden jetzt gedruckt, und er hofft, Ihnen spätestens im Herbst Exemplare zu senden. Leider - sagt er weiter — kosten sie immer so furchtbar viel, daß ich nie etwas habe [übrig bleibt] unserem lieben Lehrer zu senden. Die Übersetzung von «Soziale Frage» sollte geschickt werden an einen Dr. Connor in Chicago, sagt er; aber das muß warten, bis alles fertig und gut durchgearbeitet ist, weil es rasend schwer ist!

Im Atelier geht alles langsam vorwärts, es sehnt sich sehr nach Korrektur und Mitarbeit und hofft, daß die Zeit dafür bald kommen wird? Mich würde es sehr freuen, zu hören, daß nur jeden zweiten Tag Vorträge nötig sind, und nicht täglich.

Mit herzlichstem Gruß

L. Edith C. Maryon

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