Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 24 August 1919

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Villa St. Georg
Arlesheim bei Basel, 24. August 1919

Sehr verehrter lieber Lehrer,

ich sende Ihnen hiermit einen Brief von meinem Schwager, seine Kritik über die Übersetzung Ihres Buches «Die Kernpunkte der sozialen Frage» habe ich mit rotem Bleistift angemerkt; bis jetzt ist die andere Übersetzung noch nicht angekommen. Von Frl. Sharp habe ich erfahren, daß die Dame, die es übersetzt hat, diejenige ist, die sich Herrn Dr. Boos für diese Arbeit angeboten hat, und ich habe ihr die Adresse gegeben von Mr. Drury-Lavin, Nachher ist meine Übersetzung angekommen. Sie war damit unzufrieden und hat dann eine eigene gemacht mit Hilfe von Herrn Kaufmann und diese mit meiner Satz für Satz verglichen. Frl. Sharp sagt ferner, man war nicht ganz zufrieden, daß ich mich an eine Freundin gewendet habe, statt an die Mitglieder, aber ich kannte eigentlich nur Collison; Drury-Lavin und Cull sah ich ein paar Mal bei Vorträgen 1913 in München, von der Existenz von Herrn Kaufmann wußte ich überhaupt nichts!

Ich habe die Rampe fertig modelliert, sie sollte morgen abgegossen werden. Das Atelier scheint sehr leer und still jetzt. Ich bin ganz neidisch auf Frl. Waller, daß ich nicht auch helfen darf bei der Arbeit in Stuttgart! Diese Woche fange ich wieder an zu schnitzen an dem Ahrimankopf und der Hand von Luzifer, ich halte mich dadurch im Gleichgewicht. Herr K. Ballmer hat einen Artikel über das Goetheanum geschrieben für das Arlesheimer Blatt, ich sende ein Exemplar - es ist eine Erwiderung auf eine Kritik über die Kunstformen im Goetheanum.

Mit herzlichsten Grüßen

L. Edith C. Maryon

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