Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 31 July 1919

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Atelier Villa Rosenau
Arlesheim, [vermutlich Juli 1919]

Sonntag

Sehr verehrter lieber Lehrer,

ich habe jetzt die Nachricht erhalten, daß Messrs. Routledge das Buch lieber nicht annehmen möchten, weil sie nicht einverstanden sind mit solchen Fragen. Wenn sie es herausbringen sollten, so wäre es nur auf unser Risiko, und die Kosten [wären] £ 100 - 1000 Exemplare, nachher £ 12 £ 13 per 1000. Mr. Courtney ging zur National Labour Press und von dort schickte man ihn an einen sehr bekannten Labour-Mann, der mit einem Verlag zu tun hat; er spricht sehr günstig über das Buch, und wird: uns eine Antwort geben binnen einer Woche. Sie arbeiten mit Messrs. Allen und Unwin und geben alle die Fabian-Literatur heraus. Es scheint, wir haben doch keine Zeit verloren, weil jetzt Ferienzeit und es sehr ungünstig für Bücher ist; diejenigen, die jetzt herausgegeben werden, gehen fast ausnahmslos fehl. Das Buch könnte erscheinen im Oktober und die beste Zeit ist vom 1. Okt. bis Weihnacht, sagt man.

Ein kleines Comite ist jetzt gebildet worden in England für die Arbeit an der sozialen Frage, und Mr. Kaufmann hat 4 Vorträge gehalten über das Buch für Mitglieder und Freunde, er hat, wie es scheint, sehr gut gesprochen, und sein Publikum war sehr begeistert und zeigte großes Interesse für die Ideen. Er meinte, es wäre gut, einen Artikel zu schreiben für eine Zeitschrift, als Vorbote für das Buch. Was meinen Sie?

Bitte mir Briefe an das Atelier zu adressieren; nach dem 1. Aug. werde ich nicht mehr [in Villa] Rosenau sein - man hat mein Zimmer für einen viel höheren Preis an jemand anders vermietet. Ich habe bis 1. Okt. das Zimmer von Miss Maquet bekommen, nachher unbestimmt.

Ich habe vieles zu fragen - und hoffe, daß Sie bald wieder kommen können, es ist jetzt sehr lang, daß Sie fort sind. Donnerstag haben wir Richtfest gefeiert für die Gruppe; der letzte Block war oben an seinen Platz gesetzt und wir haben uns photographieren lassen auf dem Gipfel, das heißt, einige von den Arbeitern und Schnitzern - als Mitarbeiter waren Sie auch dabei, im Bilde nur, leider! Ich weiß noch nicht, wie es herauskommen wird, weil Frau v. Heydebrand mit ihrem Apparat fast in der Luft schweben mußte!

Heute ist ein Konzert in der Kirche in Arlesheim zugunsten der Ferienkinder von München, Herr Schuurman spielt mit, so, glaube ich, werden viele von uns hingehen, trotz der Tatsache, daß das Geld viel wichtiger ist als unsere Anwesenheit. Ich hoffe auf eine Antwort auf meinen letzten Brief!

Mit herzlichsten Grüßen

L. Edith C. Maryon

Das Buch möchte ich gerne einem Deutschen zu lesen geben, damit alle Sinn-Fehler entdeckt werden, aber wem? Wenn Sie baldigst wiederkommen, vielleicht Frau Dr.?

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