Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 2 March 1920
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
Dornach, 2. März 1920
Sehr verehrter lieber Lehrer,
leider ist der Gipser nicht gekommen, so daß die Arbeit an dem Wesen eben erst nächste Woche ausgeführt werden kann, indessen modelliere ich die Beleuchtungskörper; was aber gar nicht so leicht zu machen ist.
Der Baumeister Keßler besuchte das Atelier am Sonntag und versprach, heute ein Preisangebot zu senden; er sagte, daß das Modell ihm jetzt besser begreiflich sei. Ich habe ihm vorgeschlagen, daß man in unserer Werkstatt sämtliche Türen und Fenster ausführen sollte, und diese Idee hat ihm sehr gut gefallen und würde eine wesentliche Änderung im Preis bedeuten, weil er sagt, daß seine Arbeiter die neuen Formen nicht begreifen und gut ausführen können.
Sonst ist nicht viel zu melden, es ist etwas langweilig hier und man wünscht, es wäre möglich, die Kurse in Stuttgart mitzumachen und die Stadt wiederzusehen, statt vernünftig hier weiter zu arbeiten!
Ich denke an Stuttgart und hoffe, daß alles gut vorwärts geht in gut gemessenem Tempo.
Mit herzlichen Grüßen
Edith Maryon