Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 7 March 1920

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Villa St. George
Arlesheim, 7. März 1920

Sehr verehrter lieber Lehrer,

ein Brief ist bis jetzt [nicht] angekommen, es dauert lang von Stuttgart — vielleicht kommt er morgen.

Gestern haben wir Besuch gehabt aus Dornach, der Gerichtspräsident und sieben oder acht andere hohe Tiere. Sie waren freundlich und hatten etwas Verständnis für die Sache, nachher haben sie verschiedene Bücher gekauft. Einige haben sogar am großen Lucifer etwas geschnitzt, was sie sehr spaßig fanden. Die Hausmodelle haben ihnen gut gefallen, ich sagte ihnen, es sei ein Versuch, die Wohnungsnot zu mildern, und daß gemeint sei, die Häuser sehr einfach auszuführen, ohne Luxus, aber in der Architektur etwas angepaßt an den Bau. Sie waren sehr interessiert. Wir haben alle versucht, einen guten Eindruck zu machen. Der Gerichtspräsident schien mir besonders wohlwollend, wenn es echt war.

Heute hat das Wetter umgeschlagen, es ist kalt und regnet, wenig Besuche am Bau.

Der Gipser ist endlich gekommen, aber wir werden kaum fertig mit dem Umbau, bis Sie wiederkommen.

Mrs. Drury-Lavin hat geschrieben, sie hat meinen Bruder besucht, und er hat ihr sehr gefallen, nächsten Sonntag sollten er und Miss Word (die Verlobte) Mrs. D.L. besuchen, und dann wird sie sehen, ob es möglich sein wird, einen Vortrag an der Universtität zu halten. Heute mußte sie in der Gruppe in London Nachricht geben. Die alte G. hat leider £ 1000 gegeben, um eine Britische Gesellschaft oder (ein Britisches) Zentrum zu gründen, sie hat es der Myrdin-Gruppe gegeben. Collison wird bald nach Ostern in London sein. Die vier Mysteriendramen erscheinen in London im Mai oder Juni, ich habe einen Brief von Putnams’, weil ich die Titel wissen wolite für die Plakette.

Mrs. Drury-Lavin schreibt, sie fühlt sich, als ob sie just die geistige Welt verlassen und sich noch nicht an diese Inkarnation gewöhnt hat; die Zeit in Dornach war zu schön, sie hat dort frischen Mut zum Leben geschöpft und ist dafür unendlich dankbar. Ich habe ihr heute geschrieben.

Montag. Tiefer Schnee!

Mit herzlichen Grüßen

Edith Maryon

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