Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 23 June 1920, Stuttgart

Letter to Edith Maryon

Rudolf Steiner an Edith Maryon

Stuttgart, 23. Juni 1920

Meine liebe Edith Maryon!

Wie die Verhältnisse sich gestaltet haben, kann ich vor Sonntag nicht in Dornach sein. Mir ist das gar nicht recht; aber es geht nicht anders.

Bezüglich des Programmes, das Baron Rosenkrantz vorschlägt, kann ich nur sagen, daß ich mir alle Mühe geben werde, es so zu machen. Selbstverständlich bin ich bereit, den Besuchern selbst den Bau und das Atelier eingehend zu zeigen und zu besprechen.

Nun kann ich ja von hier kaum etwas anderes sagen, als daß ich trotz allem viel ungetane Arbeit hier zurücklassen werde. Woran es fehlt, das sind zielbewußte, fachtüchtige Leute; und die sind heute kaum zu finden. Eine so große Arbeit, wie die hier angefangene, lastet eben schwer auf der Seele; und gegenüber solcher Last kommt wenig in Betracht, ob man etwas mehr oder weniger müde wird. Gewisse Dinge müßten eben geschehen.

In unserem Atelier wieder zu arbeiten, sehne ich mich sehr. Nun, es wird bald sein.

Für heute allerherzlichste Grüße

z.Z. Stuttgart, Landhausstraße 70
Rudolf Steiner

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