Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 9 November 1920, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
Dornach bei Basel, 9. Nov. 1920
Sehr geehrter lieber Lehrer,
alles geht ordnungsgemäß vorwärts hier, nur sieht das Atelier sehr wüst und leer aus. Ich habe an Lucifer geschnitzt, und mit großer Mühe die 3 Eurythmie-Plaketten fertiggestellt, obwohl erst im letzten Moment - als Miss Melland abreisen mußte.
Ein Mr. Gaze ist heute angekommen [und] zu mir geschickt [worden] - von Mrs. Cull, und es scheint, Frl. Vreede sollte ihm den Weg bahnen, für einige Tage nach Stuttgart zu reisen. Er sagte mir, er sollte die Bücher von Courtney übernehmen, wahrscheinlich will er darüber sprechen, wenn ihm eine Gelegenheit geboten wird.
Felkin ist gut angekommen und hat jetzt gute Nachrichten von der Mutter bekommen. Sie schreibt, sie bemüht sich, ihren Bekannten Dreigliederung zu predigen und sagt, daß, wenn sie es den Leuten auseinandersetzt, sie viel besser begreifen, was die Sache bedeutet, wie sie selbst, und meint, sie verstehen durch den Intellekt, weil sie nur durch Intuition versteht. Ist das nicht ein bißchen lustig? Sonst ist es nicht gerade heiter hier. Ich hoffe sehr, daß die Affären in Stuttgart sich gut ordnen lassen, mehr nach Wunsch, wie früher, und daß Sie sich nicht allzusehr überarbeiten.
Mit herzlichsten Grüßen
Edith Maryon