Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 12 September 1921, Hildesheim

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Pension Eugenia
Ruvigliano, Lugano, 12. Sept. 1921

Sehr verehrter lieber Lehrer,

am Mittwoch reise ich wieder nach Dornach zurück, ich denke, der Aufenthalt hier hat mir wirklich gut getan, auch Jeannette findet ihre Nerven gebessert. Es ist wieder recht heiß geworden, aber nicht so drückend wie früher. Ich habe nicht gehört, wann Sie ankommen in Berlin, aber hoffe, es ist Sonntag, wegen der Korrektur usw. Was wird das Datum Ihrer Ankunft in Dornach sein, wir haben Sie sehr nötig im Atelier. Von Montag ab, bevor der Theologische Kursus anfängt, weil Sie dann so in Anspruch genommen sein werden, daß alles andere zurücktreten muß. Ich werde für Montag vorbereiten, in der Hoffnung, Sie kommen.

Wir haben allerlei kleine Ausflüge gemacht in die Umgebung, und ich bin recht faul gewesen, ich meinte, das sollte eine gute Vorbereitung sein für viel Arbeit während des Winters. Mrs. Mackenzie schreibt mir, sie bereitet ihre Pläne vor für den Lehrerkursus zu Weihnachten. Wurde etwas gesagt oder getan in Stuttgart in dieser Beziehung? Ich bin sehr gespannt, ob es diesmal gelingen wird, größeres Interesse für die Sache aufzubringen, etwas Hoffnung habe ich schon, daß dadurch einige geeignete Mithelfer gefunden werden könnten, wir haben sie so dringend nötig; wenn wir sie dann hätten, könnten die Dinge so wie ein Schneeball wachsen und sich ausbreiten.

Ich sende allerlei gute Gedanken und Wünsche auf Erfolg für Donnerstag und Besserung für die Stimme.

Jeannette hat einen Freund, der verschiedene interessante Entdeckungen gemacht hat, unter anderem eine Maschine, [die] den Blinden ermöglicht, gedruckte Schriften zu hören: sie klingen. Eine andere Maschine klingelt, wenn der Schatten eines Menschen auf sie fällt. Sie wird mir seine Schrift schicken, die er geschrieben hat über die erste Maschine.

Gibt es irgend etwas Gedrucktes über die Forschungen der wissenschaftlichen Arbeit in Stuttgart, das ich ihm schicken könnte?

Mit herzlichsten Grüßen

Edith Maryon

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