Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 26 November 1921, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier Goetheanum
[vermutlich 26. November 1921]
Sehr verehrter lieber Lehrer,
ich habe gehört, es war tiefer Schneesturm am 21.-22. und hoffe sehr, daß Sie gut angekommen sind in Kristiania, ohne sich zu erkälten? Auch hoffe ich, die Norweger haben nicht einen Vortrag im Wartesaal des Bahnhofes für Ihre Ankunft angesetzt, sie hätten wohl die Zeit ausgenützt, falls sie beizeiten erfahren haben, daß Sie einen Tag früher ankommen würden!
Der Ofen ist heute im Atelier angekommen, er heizt recht gut, sieht aber aus wie ein Riesentier, sonst ist er nicht unangenehm, nachdem man sich erholt hat von dem ersten Schock.
In den Häusern ist immer noch viel zu tun, ich bin jetzt Schreiber, Hausmaler, Näherin und sonstiges geworden und werde nicht unzufrieden [sein], wenn ich alles in Ordnung habe Ende der nächsten Woche.
Zwei von den wichtigsten Männern unter den Leuten, die Mrs. Mackenzie mitbringen wollte, haben zu viel Arbeitzu Weihnachten und können deshalb dann nicht kommen, kommen aber später. Wäre es möglich, einen anderen Kursus an Ostern oder Pfingsten zu halten? Ich weiß nicht, wieviel Ferien man hat in England zu Pfingsten, an Ostern ist es gewöhnlich von 10 Tagen bis 3 Wochen, je nachdem; zu Pfingsten wohl nicht länger.
Keine Nachricht von Kristiania ist bis jetzt in Dornach angekommen.
Ich hoffe, man stellt nicht allzuviele Anforderungen dort?
Mit allerherzlichsten Grüßen
Edith Maryon