Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 27 January 1922, Hildesheim

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Bildhauer Atelier, Goetheanum
27. Jan. 1922

Sehr verehrter lieber Lehrer,

ich habe keine Nachricht seit Mannheim und hoffe sehr, daß alles gut geht mit der Gesundheit? Es ist sehr anstrengend so viel zu reisen mit täglichen Vorträgen und sonstigem ohne Ruhepause. Ich wünschte, daß ich wüßte, wie alles geht; aber Sie haben sicher gar keine Zeit für sich. Hier geht alles verhältnismäßig gut, aber langweilig. Ich kann aber nicht viel schnitzen auf einmal, ich könnte viel mehr tun, bekomme aber Schmerzen und muß dann aufhören, weil es dumm wäre, etwas kaputt zu machen, sonst würde ich es riskieren.

In England geht es ein bißchen toll zu. Statt sich zu freuen, daß Sie überhaupt kommen, und das Wünschenswerte selber zu tun, denken sie nur an ihren eigenen Vorteil, und daran, so viel wie möglich auszunützen, und stören alles, was vorbereitet war von anderen Menschen. Statt die Früchte jetzt an sich zu reißen, warum haben sie nicht früher bei der Arbeit geholfen? Ich bin wirklich etwas empört. Ich schicke eine Kopie von einem Teil eines Briefes von Mrs. Mackenzie, der heute angekommen ist.

Vielleicht muß man die Eurythmie auslassen bis August. Ich habe geraten, daß Collison hierher kommen sollte im Februar, falls er dann vernünftig sein wird, hat man doch ein bißchen Zeit vor Ostern. Ich bin eingeladen bei Mrs. Mackenzie und auch bei Mrs. Drury-Lavin, es wird aber wohl nur Platz für mich da sein, wo Sie nicht sind! Meine Schwester wird wohl in London sein, aber nur vor Östern.Alles läuft in der Unbestimmtheit!

Mittlerweile wünsche ich, es wäre eine Woche später! Ich hoffe, daß Sie fertig sind mit Stuttgart!

Mit herzlichen Grüßen

1 Brief Hannover, 1 Brief Bremen

Edith Maryon

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