Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 25 January 1922, Hildesheim

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Bildhauer Atelier Goetheanum Dornach,
25. Januar 1922

Sehr verehrter lieber Lehrer,

ich hoffe, daß Sie einen Brief, an Hotel Bristol, Hannover, adressiert, bekommen haben?

Ich habe weitere Nachricht aus England, aber nicht direkt; es scheint, daß nachdem Flossie an Miss Osmond geschrieben hat, daß Leute, die etwas von Ihnen wollen, direkt an Sie schreiben müssen. (Ob es in Wirklichkeit damit zusammenhängt, weiß ich nicht, weil man vorsichtig damit sein muß, was Miss Osmond sagt!) Vielleicht hat sie mit Prof. Jack doch nichts zu tun.

Jedenfalls erzählt mir Flossie jetzt, daß Mrs. Kaufmann einen Brief von Miss Beverley bekommen hat, worinnen steht, daß Prof. Jacks vom «Hibbert Journal» Ihnen geschrieben hat, um Aufsätze für das Journal zu erbitten - auch will er um ein «Interview» mit Ihnen bitten (ich weiß nicht ob hier oder in Deutschland), weil er Sie einladen möchte, in Oxford zu sprechen. - Flossie denkt - ist aber nicht ganz sicher - bei einem Hochschulkurs, der dort stattfinden sollte. Ich erwähne dieses nur, weil es doch interessant ist, und die Einladung wahrscheinlich in Villa Hansi mit noch allerlei anderem liegt. Falls es wahr ist: Etwas besseres könnte man nicht wünschen! Ich dachte vielleicht, es wäre gut, daß Sie dieses jetzt wissen wegen der Wahl [der Orte] für den Sommerkursus in England. Vielleicht könnte es aber auch eine Verwechslung sein mit unserem projektierten Kurs.

Es scheint, daß Miss Osmond angibt, daß sie es bewirkt hat, daß Prof. Jacks den Artikel genommen hat, der im «Hibbert Journal» vom Juli erschienen ist, aber wie Sie wissen, war es von Anfang an meine Idee, und ich habe ein «Hibbert-Journal» von England kommen lassen, und daß es dann arrangiert worden ist, durch M. Courtney. Die Nachricht, daß der Artikel akzeptiert worden ist, hat er mitgeschickt. Diese beiden Briefe besitze ich noch. Es scheint mir, daß Miss O intrigiert.

Ich werde wahrscheinlich nur noch nach Dresden schreiben, weil ich hoffe, bis dann Nachricht zu erhalten.

Wann denken Sie in Dornach anzukommen? Kann man auf Freitag nächster Woche hoffen? Ich hoffe sehr, daß die Gesundheit nicht leidet

unter den vielen Anstrengungen? Es schneit wieder und ist ziemlich kalt hier. Ich schnitze was ich kann, aber vorsichtig, mache Ordnung in den Häusern und hier und flicke alle meine alten Kleider. Auch lese ich die religiösen Vorträge, die höchst interessant sind, und wünsche, daß es schon Februar wäre.

Mit herzlichsten Grüßen

Edith Maryon

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