Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 12 May 1922, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier, Goetheanum
12. Mai 1922
Sehr verehrter lieber Lehrer,
während ich schreibe, sind Sie wahrscheinlich in Berlin angekommen, wo, ich hoffe, alles gut gehen werde, insbesondere der heutige Vortrag, und daß man sehr viel acht geben werde.
Mrs. Mackenzie schreibt mir, daß Frl. v. Heydebrand eingeladen wird nach Oxford und wenn sie Geld genug haben, noch eine zweite von der Lehrerschaft der Waldorfschule. Ich habe Ihnen eine Nummer des «Manchester Guardian» mit «Interwiew» geschickt (nach München) - es scheint mir besonders gut. — Vielleicht könnte man es nachdrucken in Stuttgart? Ich bekomme eine zweite Kopie für Sie.
Gestern war ich bei der Sitzung bei Frl. Ruhlaß wegen Kanalisation usw. Die Sache steht vorläufig so: die Gemeinde arbeitet einen Plan aus, und Herr v. Mutach seinerseits arbeitet nun [auch einen] aus für uns, auf der Grundlage, daß 15 Mitglieder sich beteiligen (darunter auch er, so daß er ein persönliches Interesse an der Sache hat), die sich zu einer kleinen Gesellschaft zusammenschließen und der Gemeinde einen Beitrag leihen mit niedrigem Zins, vielleicht 4 Prozent für eine Anzahl Jahre, vielleicht 5, und daß die Gemeinde dann die Kanalisation selbst übernimmt. Die 9 Anwesenden haben zugesagt, falls der Beitrag nicht zu hoch kommen sollte; wieviel, müssen wir abwarten, bis die Gemeinde den Kostenvoranschlag bekanntmacht. Ich habe gesagt, ich glaubte, daß Sie auch zusagen werden unter denselben Bedingungen. Herr v. Mutach wird jetzt die anderen fragen, ob sie mitmachen, und dann an die neun Außenstehenden herantreten mit derselben Frage.
Bei der Gemeinde ist die Arbeit schon beim Weg längs der Bahnstrecke angekommen, in Frage kommt eine Fortsetzung bis zu den drei Häusern. v. Mutach geht aber bis zum 20. nach Beatenberg und kann sich erst nach seiner Rückkehr mit der Ausarbeitung der Pläne beschäftigen. Baronesse Rosenkrantz ist begeistert von der Idee einer illustrierten Doppelnummer der «Anthroposophy» - Zeitschrift für Oxford - und ganz besonders freut sie, daß Sie etwas Spezielles für das Blatt geschrieben haben. Frau Dr. Wegman hat zugesagt, einen illustrierten Artikel zu schreiben über Klinik und Laboratorium. Darf ich ein Bild machen lassen von der Toneurythmie für Kinder im Glashaus? Ich glaube, das würde sich ganz schön reproduzieren lassen im Zusammenhang mit der Schule. Bitte, mir dieses zu beantworten, damit ich alles vorbereiten kann. Ihr englischer Aufsatz im «Goetheanum» wird übersetzt für die nächste Nummer der «Anthroposophy», als Vorbereitung für Oxford. Hoffentlich sind die Vorträge gut gegangen am 12., 13., 14.? Und Sie werden recht viel, viel acht geben in München - nicht allein ausgehen usw. Wie steht es mit der Gesundheit? Ich bin sehr gespannt, alles zu wissen.
Mit allerbesten Grüßen
Edith Maryon