Correspondence with Edith Maryon 1912–1924

GA 263 — 22 August 1923, Hildesheim

Letter from Edith Maryon

Edith Maryon an Rudolf Steiner

Bildhauer Atelier, Goetheanum
Dornach bei Basel, [vermutlich 22. August 1923]

Mittwoch

Sehr verehrter lieber Lehrer,

heute ist endlich ein Brief aus Penmaenmawr angelangt, und es befriedigt mich sehr zu wissen, daß alles dort gut geht, auch bin ich froh, daß Sie die Gegend schön finden. Ob der Kursus besser besucht wird als in Ilkley? Mich freut es immer, wenn viele Zuhörer dabei sind, weil ich dann wenigstens hoffen kann, es könnte die Mühe des Vortrages besser belohnt werden, allein ich weiß doch wohl: auf die Anzahl der Zuhörer kommt es weniger an als auf ihre Qualität.

Die Zeit ist noch lang — Jahre lang! Heute habe ich einen Besuch von Mme Ferreri gehabt, sie hat eine Kur in den Bergen von mehreren Wochen gemacht, und denkt jetzt bei Grosheintz zu bleiben, bis Sie wieder zurück sind, und Vorträge stattfinden.

Donnerstag. Im Mittwochblatt hat eine sehr günstige Kritik von Steffens Buch «Kleine Mythen» gestanden.

Es ist wieder sehr schönes Wetter, und ich sitze im Garten. Warum macht Dunlop solch ein sonderbares Programmarrangement? Es muß die Sache etwas schwierig machen, und man kann dem äußeren Publikum der Kürze der Zeit wegen fast gar nichts anbieten. Es geht wirklich zum anderen Extrem wie die meisten Programme machen. Hier bleibt es fast immer gleich. Nichts zu melden, die Aktivität ist ganz in Penmaenmawr.

Mit herzlichsten Gedanken und Grüßen

Edith Maryon

Frl. Bauer möchte einen Gruß senden.

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