Correspondence with Edith Maryon 1912–1924
GA 263 — 25 August 1923, Hildesheim
Letter from Edith Maryon
Edith Maryon an Rudolf Steiner
Bildhauer Atelier, Goetheanum Samstag
Dornach bei Basel, [25. August 1923]
Sehr verehrter lieber Lehrer,
Heute ist das Wetter etwas grau und bewölkt draußen, auch drinnen.
Ich war enttäuscht, keine Nachricht heute aus Penmaenmawr zu bekommen, seit Montag kein Brief - vielleicht gibt es viel mehr Arbeit zu tun als in Ikley? Hoffentlich geht alles dort gut. Hier geht es so wie die Schnecke vorwärts, nur schlaf ich nicht sehr gut.
Eine ganze Anzahl junger Burschen von dem Turnfest in Dornach haben jetzt einen Wagen voll Sägespäne von oben geholt und jetzt rennen sie an meinem Fenster vorbei - als Pferde für den Wagen -, ein richtiges Pferd haben sie nicht mitgebracht. Ich frage mich, ob sie heil in Dornach ankommen. Jetzt kontrolliert der Wächter den Sägespäne-Raum.
Heute besuche ich wieder das Atelier, tagelang bin ich nicht dagewesen.
Sonntag. Heute hoffe ich auf Post für morgen. Die Sonne ist gnädig, ich sitze viel in ihren Strahlen und hoffe auf geistige und physische Verbesserung! Frl. Röhrle ist gestern angekommen und wohnt bei Ilona; etwas Nachricht von Ilkley hat sie mitgebracht — aber alles von Penmaenmawr bleibt natürlich aus.
Werden Sie direkt nach Dornach zurückreisen -— oder wieder dieses gräßliche Stuttgart besuchen? Die letzte Woche Penmaenmawr - bin ich froh! Hoffentlich wird London nicht noch länger gemacht!
Allerbeste Grüße und Gedanken
Edith Maryon