Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914
GA 264 — 24 November 1904
An Günther Wagner in Lugano
Günther Wagner hatte am 13. Oktober 1904 an Rudolf Steiner geschrieben:
Heute komme ich, Sie zu fragen, ob Sie meine liebe Frau in die E.S. aufnehmen wollen. Sie war längere Zeit schwankend, ob sie wohl würdig genug sei, aber stets kam doch wieder der Wunsch durch, diese günstige Chance, auf ihrem Lebenswege weiter zukommen, auch zu benutzen und so hat sie mich gebeten, Sie um Rat zu fragen, ob Sie ihr zureden oder (unter der Hand) abraten. Wenn Sie auch äußerlich sich nicht so gedrängt fühlt, für unser Streben das Wort zu nehmen, so weiß ich doch, daß es ihr mit der Herrschaft über sich selbst ernst ist. Ich möchte ihr daher gerne gönnen, persönlich in die engere innere Bewegung hineingezogen zu werden. Sie ist schon seit 5 oder 6 Jahren Mitglied der T.S. Ihrer freundlichen Antwort sehen wir mit Spannung entgegen.
Mit bekannter Hochachtung
Günther Wagner
Rudolf Steiner antwortete:
München-Stuttgart, 24. November 1904
Verehrter, lieber Herr Wagner!
Im Eisenbahnwagen möchte ich Ihnen vorläufig nur schreiben, daß ich allernächstens Ihre Frage bezüglich Ihrer lieben Frau bejahend beantworten werde. Ich bin auf einer Vortragsrundreise, habe in Nürnberg, Regensburg, München eine Reihe von Vorträgen gehalten, gehe jetzt nach Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg, Köln und Düsseldorf. Dann nach Leipzig, Hamburg. Ich werde Ihnen darüber und über Mehreres noch berichten.
In Berlin werde ich doch immer mehr entlastet, und dann - Sie werden sehen - wird auch alle Korrespondenz endlich regelmäßig werden.
Ihrer lieben Frau und Ihnen einstweilen herzlichste Grüße
ganz Ihr
Dr. Rudolf Steiner