Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914
GA 264 — 2 January 1905, Berlin
An Günther Wagner in Lugano
Berlin, 2. Januar 1905
Mein lieber Herr Wagner!
Beifolgend sende ich Ihnen den ersten E.S.-Brief an Ihre liebe Frau. Ich bitte Sie, ihr alles zu sagen und mitzuteilen, was Sie für richtig halten. Es liegt in der Natur der Sache, daß sich Gatten, die beide zur E.S. gehören, gegenseitig stützen und tragen.
Die offiziellen Regeln über die vier Disziplinen sende ich Ihnen ehebaldigst.
Ihnen selbst werde ich auch bald über die E.S. schreiben. - Unsere E.S.-Mitglieder sollen zunächst folgendes wissen:
«Die deutsche theosophische Bewegung ist von besonderer Wichtigkeit. Die Deutschen sind die Avantgarde der sechsten Unterrasse und werden sich dieser ihrer Sendung immer mehr bewußt werden. Das sollen sie in aller Demut. Sie sollen sich vertiefen in ihre eigenen Idealisten.»
Das ist Meisters Stimme. Und dazu: «Lest Euere großen Idealisten: J.G. Fichte, Jacob Böhme, besonders aber Angelus Silesius.» Ich mache Sie im besonderen aufmerksam auf J. G. Fichtes «Bestimmung des Menschen». Es ist in Reclams Universalbibliothek zu haben. Nicht theosophische Lehren sind darinnen; aber indem wir solches lesen, formen wir unsere Gedankenformen im Sinne der Esoterik, und die Lehren der Meister werden uns dadurch lebendiger.
Vielen Dank für die Übersetzung des Besant’schen MystikAufsatzes. Er ist mir für eines der nächsten «Lucifer»-Hefte recht willkommen.1
Morgen gehe ich nach Stuttgart, dann nach München.
Herzlichst Ihr
Rudolf Steiner
Vom 6. bis 9. Januar ist meine Adresse:
München bei Frau Gräfin Kalckreuth
dalbertstrasse 55.
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Im «Luzifer» doch nicht erschienen. ↩