Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914

GA 264

Überliefertes aus persönlichen Gesprächen mit Rudolf Steiner

Über Meister Jesus und Christian Rosenkreutz

Auf eine Frage nach dem Gottesfreund vom Oberland habe Rudolf Steiner geantwortet, daß er der Meister Jesus gewesen sei, der seit dem Mysterium von Golgatha in jedem Jahrhundert inkarniert sei. Auf die weitere Frage, ob er auch jetzt inkarniert sei, wurde geantwortet: derzeit hält er sich in den Karpathen auf und Rudolf Steiner habe angedeutet, daß er mit ihm in rein geistiger Verbindung stehe.

(Überliefert durch Friedrich Rittelmeyer ohne nähere Zeitangabe)

Auf eine Frage nach der Bedeutung der im letzten Brief des Gottesfreundes geschilderten Zusammenkunft von zwölf hohen Gottesfreunden mit dem schon hochbetagten Gottesfreund vom Oberland zur Osterzeit des Jahres 1380 habe Rudolf Steiner geantwortet: Sehen Sie, da haben Sie den Übergang zum Rosenkreuzertum. Es handelt sich um dasselbe, worauf Goethe in seinem Gedicht «Die Geheimnisse» hingedeutet hat. Seither ist Christian Rosenkreutz die führende Wesenheit im abendländischen Geistesleben. Er ist seitdem in jedem Jahrhundert inkarniert, ebenso wie auch der Meister Jesus, der Gottesfreund vom Oberland. Beide lösen einander in jedem Jahrhundert ab und der Meister Jesus wirkt seither auch im Sinne von Christian Rosenkreutz.

(Überliefert von Wilhelm Rath aus dessen Gespräch mit Rudolf Steiner in Stuttgart, am 16. Oktober 1922)

Auf die Frage, ob der Gottesfreund vom Oberland Christian Rosenkreutz gewesen sei, habe Rudolf Steiner geantwortet: Nein! Aber Christian Rosenkreutz war in dem Kreise der 12 Gottesfreunde, von deren geheimen Zusammenkünften der Gottesfreund vom Oberland berichtet. - Auf die weitere Frage: War der Gottesfreund Zarathu stra, antwortete Rudolf Steiner: Ja.

(Überliefert aus Gesprächen der Christengemeinschaftspfarrer W.Klein und Emil Bock mit Rudolf Steiner im Februar 1924) Meister Jesus sei immer inkarniert mit Pausen von höchstens 12 Jahren. (Überliefert durch Emmy von Gummppenberg ohne nähere Zeitangabe)

Auf die Frage: Ist der in den drei ersten Evangelien genannte Jünger Johannes derselbe wie Lazarus? gab Rudolf Steiner die Antwort: Der Verfasser des Johannes-Evangeliums ist Lazarus. Johannes heißt er nur so wie viele Menschen seiner Zeit. Was heißt damals Johannes!

Frage: Ist Lazarus derselbe, der der Sohn des Zebedäus genannt wird? Gegenfrage: Gehörten denn die Söhne des Zebedäus überhaupt in den engsten Kreis der Zwölf? In den Sternenkreis, in dem der Christus sein Wesen gespiegelt sah? Das muß eine Verwechslung sein, wenn das in den Evangelien steht. Verwechslungen dürfen uns da gar nicht wundernehmen, denn die Apostel konnten ja sogar unter den damals waltenden ganz anderen seelischen Gesetzen ihre Leiber austauschen. Die drei Jünger in Gethsemane waren jedenfalls zu dem engsten Zwölferkreise gehörig und Lazarus gehörte demselben auch an.

(Überliefert aus Gesprächen der Christengemeinschaftspfarrer W. Klein und Emil Bock mit Rudolf Steiner im Februar 1924)

Über Mani

Der Jüngling zu Nain folgte nach seiner Auferweckung dem Christus als Schüler nach. Gehörte nicht zu den Zwölfen.

Frage: Ist er nicht als Schüler des Christus in apokryphen Evangelien genannt?

Antwort: In der nächsten Inkarnation war er Manes; die weiteren Verkörperungen sind zu erkennen an Legenden, die der Lazarus-Auferweckung gleichen.

(Überliefert aus Gesprächen der Christengemeinschaftspfarrer W. Klein und Emil Bock mit Rudolf Steiner im Februar 1924)

Mani werde sich in diesem Jahrhundert nicht verkörpern; er beabsichtige, dies im nächsten Jahrhundert zu tun, vorausgesetzt, daß er einen geeigneten Körper finde. Die gewöhnliche Erziehung biete keine Möglichkeit für die Entwicklung des Mani, nur die Waldorferziehung. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, wird er als Lehrer der Menschheit auftreten und die Führung auf den Gebieten von Kunst und Religion übernehmen. Er wird in der Kraft der Gralsmysterien handeln und die Menschen anleiten, selbst über Gut und Böse zu entscheiden.

(Überliefert durch Ehrenfried Pfeiffer aus dessen Gesprächen mit Rudolf Steiner zwischen 1919 und 1921)

German original of Ancient Traditions from Personal Conversations with Rudolf Steiner · Next →