Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914

GA 264 — Hildesheim

Einige Beispiele von individuell gegebenen Übungen

Über das Wesentliche des Übens

Niederschrift für Prof. Dr. Hans Wohlbold, München, aus dem Jahre 1917 Originalhandschrift liegt nicht vor.

Das Wesentliche des Übens liegt in der Aneignung derjenigen Vorstellungstätigkeit, die geistige Wirklichkeit zur Erkenntnis erheben kann. Das Wesentliche ist, daß diese Vorstellungsbetätigung in Unabhängigkeit von der physischen Organisation erlebt wird. Es ist Sache der Erfahrung, zu wissen: nunmehr bemerke ich, wie ich zu denken etc. vermag, ohne daß die gewöhnlichen Bedingungen des an die Leiblichkeit gebundenen Vorstellens mitsprechen. Dieser Zeitpunkt tritt im Verfolg des Übens ein. Im besonderen rate ich:

1.) Abends ein Rückwärts-Vorstellen der Tages-Erlebnisse. Dadurch wird ein erster Schritt gemacht mit einem Vorstellen, das sich nicht an den gewöhnlichen Verfolg des Vorstellens bindet. Das Vorstellen wird freier. 2.) Sich in voller Ruhe konzentrieren auf einen kurzen Denk-Inhalt. Derselbe soll völlig überschaubar sein, so daß man nicht unbewußte oder unterbewußte Vorstellungsreminiszenzen etc. einmischt, sondern wirklich mit restloser Bewußstheit in einer geistigen Tätigkeit verharrt. Dann läßt man im Bewußtsein den Denk-Inhalt fallen und sucht, die Energie zu behalten, kurze Zeit bewußt zu verharren ohne Denk-Inhalt. Man bringt dadurch die Erkenntnisfähigkeit zu jener ruhigen Energie, die nötig ist, um das Geistige zu erfassen, das einem sonst gewissermaßen zwischen den Maschen des gewöhnlichen Denkens durchfällt, und das dadurch nicht zum Bewußtsein kommt.

Übung 1. und 2. rate ich für abends.

Am Morgen ist es gut, eine der 2. ähnliche Denk-Konzentration zu machen. Dabei kann gut das bildliche Vorstellen eine solche Rolle spielen, wie ich sie mit der Rosenkreuzübung im 2. Teile der «Geheimwissenschaft» prinzipiell auseinandergesetzt habe. Um die notwendige Ruhe der Gedankenkonzentration zu gewinnen, ist es gut, die im 2. Teile meiner «Geheimwissenschaft» geschilderten 6 Übungen (als Hilfsüäbungen) zu machen.

Der Sinn des Übens liegt zum Teil in dem Aufbringen der stärkeren Seelenbetätigung gegenüber der gewöhnlichen. Wie beim physikalischen Geschehen an kritischen Punkten naturgemäß das Quantitative in das Qualitative umschlägt, so wird die Steigerung der gewöhnlichen Erkenntnisfähigkeit zu derjenigen, die zum Objekt die geistige Welt haben kann.

Übung für Adolf Arenson, gegeben in Stuttgart Anfang April 1904

Handschrift Archivnummer 5299, 5300, 5301

I. Jeden Tag ist eine Rückschau zu üben auf die Erlebnisse der Persönlichkeit an dem Tage. Man hält sich selbst die wichtigsten Erfahrungen vor, die man während des Tages gemacht hat, und die Art, wie man sich innerhalb ihrer benommen hat. Das alles geschieht unter dem Gesichtspunkte, daß man vom Leben lernen wolle. Wie kann ich eine Sache, die ich heute getan habe, besser machen? Solche Fragen legt man sich vor. Man macht sich dadurch nicht stumpf gegen Lust und Leid. Im Gegenteil. Man wird feiner empfindlich. Aber man bleibt nicht haften an der Sorge und Reue über das, was man getan hat, sondern man verwandelt diese in den Vorsatz, in der Zukunft alles besser zu machen. Man wird sein eigener Baumeister. Wie dieser sich nicht hinstellt und reuevoll an einem Hause, das er gebaut hat, jammert, daß es nicht besser ist, sondern die Erfahrungen, die er an dem weniger guten macht, bewertet zu einem nächsten ev. Bau, so der Mensch gegenüber sich selbst. In Reue und $Sorge geht unsere Persönlichkeit unter; durch Lernen steigt sie aufwärts. Reue und Sorge nützen zu nichts; die Zeit, die wir für sie verschwenden, sollen wir für Aufwärtsentwickelung verwenden. Das Ganze braucht nicht mehr als 3 - 4 Minuten in Anspruch zu nehmen. Man schläft dann mit einem Manas ein, der in sich die Kraft erhalten hat, sich aufwärts zu entwickeln. Kann man zu dem noch hinzunehmen einen wichtigen Vorsatz fürs Leben oder auch einen guten Gedanken für Mitmenschen, so ist es besonders gut. Dadurch wird man allmählich wie umgewandelt, weil man dem im Schlafe von allen Schranken des Persönlichen freien Manas einen würdigen, die Entwickelung fördernden Inhalt gegeben hat.

II. Morgens als erste Tages-Gedankenarbeit:

a) Erhebung zu dem eigenen höheren Selbst durch volle Hingabe an die Formel: Ich bin der lebendige Trieb in meinen Hüllen.
Mein höheres Selbst ist rein wie der reinste Kristall. b) Konzentrierte Hingabe an einen hohen Gedanken. Am besten ist da die Meditation von Bhagavad-Gita, Kap. III, Karma Yoga. Von dem dritten Vers an: 3. Wie ich dir bereits gesagt habe, ... Immer nur einen Vers. Man bleibt 2 Wochen bei einen Vers. Nach zwei Wochen wählt man den nächsten und so fort. Dabei muß sowohl bei dieser Meditation, sowie auch bei der vorhergehenden Erhebung zum höheren Selbst das Blickfeld des Bewußtseins ganz rein sein. Jeder andere Gedanke muß ganz ferngehalten werden. Taucht einer auf, muß er mit aller Kraft entfernt werden. c) Devotionelle Stimmung gegenüber dem, was einem das Heiligste ist. (Das schöpferische All, Gott u.s.w. je nachdem man, nach seiner Persönlichkeit, das Höchste hat schätzen und benennen gelernt.) Zu der Morgenmeditation 8 - 10 Minuten.

Geduld und Ausdauer, absoluter Ernst sind durchaus notwendig. Man muß in die Stimmung kommen, daß der Geist diese Meditation als ein Bedürfnis so selbstverständlicher Art empfindet, wie der Körper die physischen Bedürfnisse. Und dann wartet man, bis einem gegeben wird. - Es wird jedem gegeben nach der angemessenen Zeit.

Der Anfang damit kann jetzt gemacht werden am 16. April (nicht früher), dann wieder am 16. Mai.

Übung. Handschrift Archivnummer 3105/06

Morgenmeditation - 5 Minuten

  1. Strahlender als die Sonne
    Reiner als der Schnee
    Feiner als der Äther
    Ist das Selbst
    Der Geist in meinem Herzen
    Dies Selbst bin Ich
  1. 5 Minuten Figure 1 Was heißt in sich verschwinden und aus seinem Verschwinden wieder entstehen? Figure 2 Wie wird der Punkt Kreis, und wie wird der Kreis Punkt? Figure 3 Was ist Inneres, was ist Äußeres; was ist Oberes, was ist Unteres; was ist Materie, was ist Geist; was ist physischer Stoff, was ist Äther? Figure 4 Was ist astralisch? Figure 5 Wie wirken die Geister der Empfin dung auf den Träger des Stoffes? Figure 6 Dieses sich vorstellen, wie wenn die Linien Spangen aus Fischbein wären, die in obiger Lage sind; aber in jedem Augenblicke durch ihre Kraft sich dieser Lange widersetzen. Handwritten Exercise: Archivnummer 5273 Handwritten Exercise: Archivnummer 3233 Handwritten Exercise: Archivnummer 5269 Anhang

Einatmung: Suche den Weg - 1 Zeit (tief, ruhig)

Atemhalten: Suche den Weg in der Versenkung - 3 Zeiten

Ausatmen (nicht stoß weise): Suche den Weg indem kühn du heraus aus dir selbst trittst- 2 Zeiten

(3 mal)

denn:

14 Tage: Bevor das Auge sehen
14 Tage: Bevor das Ohr
14 Tage: Ehe vor den
14 Tage: Ehe vor ihnen

  1. Devotionelle Hingabe an das eigene göttliche Ideal. 5 Minuten

Ausklingen:
1. Monat: Selbstvertrauen
2. Monat: Selbstbeherrschung
3. Monat: Geistesgegenwart
4. Monat: Energie

Abends

Rückschau auf den Tag: Bei einem Erlebnis:
Habe ich genügend daraus gelernt?
Bei einer Handlung:
Kann ich sie nicht besser machen?
Ohne Reue. Bloß mit der Absicht, vom Leben zu lernen.
Von rückwärts nach vorn. Vom Abend gegen Morgen.

Ohne allen Alkohol.

Übung. Handschrift Archivnummer 3107

Morgens

I.) Strahlender als die Sonne
Reiner als der Schnee
Feiner als der Äther
Ist das Selbst
er Geist in meinem Herzen
Dies Selbst bin Ich
Ich bin dies Selbst.

Vollständiges Wachsein.

II.) Gedanke an linke Hand und Herz und dabei die Vorstellung:

Suche den Weg

Nun hält man beim Herz und denkt:

Suche den Weg der innern Versenkung

Nun denkt man an die rechte Hand und faltet sie über die linke, dabei stellt man sich vor:

Suche den Weg, indem kühn du heraus aus dir selbst trittst.

III.) Devotionell sich hingibt an dasjenige, was man als ein göttliches Ideal ansieht.

Abends

Rückschau auf den Tag.
Ohne Reue.
Vom Abend zum Morgen. Rückwärts.
Dabei kann man einschlafen.!!

Übung. Aus Notizbuch Archivnummer 105, aus dem Jahre 1906

  1. Februar

1.) Strahlender ---

2.) Einatmung, Ausatmung, Atementhalten

Ich bin, das durch den ganzen Körper ergossen wird.

Dieses dreimal hintereinander, wobei eigentlich das «Ich bin»
den ganzen Prozeß begleiten soll.

Einatmung, Ausatmung, Atementhalten
Es - wobei es eigentlich «Ich» ist - Es ist
Dieses wieder dreimal

Einatmung, Atemhalten, Ausatmung Inneres ist

3.) Die Strömungen innerhalb des Körpers.

Dann nach der Meditation ein sich Versenken und auf sich Wirkenlassen folgender Figuren:

Übung. Handschrift Archivnummer 3187/88

Abends

Erst eine Rückschau auf das Tagesleben machen; in Bildern einzelne Episoden dieses Lebens vorstellen. Rücklaufend vom Abend zum Morgen. Braucht nur 5 - 7 Minuten zu dauern. Dann mit der Empfindung: «Aus der Geisteswelt erfließt mir mein Selbst» sich konzentrieren auf die A.B.M. [Augenbrauenmitte] und dabei an diese Stelle leiten die Worte:

«Ich bin.

Dann mit der Empfindung: «Die Geisteswelt lebt seelisch im schweigenden Worte» sich konzentrieren auf den K.K. [Kehlkopf] und dabei an diese Stelle leiten die Worte:

«Es denkt».

Dann mit der Empfindung: «Die Geisteswelt erschafft sich ihr Wissen» sich konzentrieren auf Herz, Arme und Hände und in dieses Gebiet leiten die Worte:

«Sie fühlt».

Dann mit der Empfindung: «In mir schafft sich die Geisteswelt ihr Selbstbewußtsein» sich konzentrieren auf die Aura, die eiförmig den Körper umschließend gedacht wird; dabei in dieses Gebiet leiten die Worte:

«Er will.

Die Meditation sollte 10-15 Minuten dauern.

Morgens

Die Meditation des Rosenkreuzes, wie sie in der «Geheimwissenschaft» beschrieben.

Außerdem die 6 Nebenübungen.

Übung. Handschrift Archivnummer 6860-62 mit Notiz: Ende August [1906] Stuttgart

Man vertieft sich ganz in die Vorstellung

Unpersönliches höheres Selbst

Es kommt nicht darauf an, daß) man dabei eine von irgend jemand vorgeschriebene Vorstellung ins Auge fasse, sondern daß man versuche, die beste Vorstellung sich von dem «höheren Selbst» zu bilden, die man sich nach seinem Entwickelungsgrad nur bilden kann.

Diese Vorstellung behandle man nun so, als ob man sie an die Stelle im Innern des Kopfes versetze, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt. Dahin verlege man für eine Weile das Bewußtsein und erfülle dieses ganz mit der obigen Vorstellung «Unpersönliches höheres Selbst». Für eine Weile also imaginiert man, das eigene Wesen sei in Z, zusammengedrängt und man sei da die obige Vorstellung. Alles andere verbanne man aus dem Bewußtsein.

Hat man so eine Weile getan, so führe man die obige Vorstellung langsam von Z in einer Linie zum Anfang des Rückenmarkes ungefähr da, wo das Gehirn in das Rückenmark übergeht. Dann führt man sie von da weiter ungefähr die Gegend des Rückenmarkes hinunter bis zu einem Punkte, den man K (Kundalini) nennt. Nachdem man imaginiert hat, daß man dort die obige Vorstellung mit Kundalinikraft (geistigem) Feuer durchtränkt hat, führt man sie wieder aufwärts langsam das Rückenmark entlang bis zu einem Punkte, der im Kopfinnern liegt: etwa an der Stelle (B) vom kleinen Gehirn (Hinterkopf). Nun führt man die Vorstellung (Unpersönliches höheres Selbst) von diesem Punkte in zwei Linien zu den beiden Augen und läßt sie durch diese gleichsam ausströmen in den unendlichen Raum. Dann zieht man sie ebenso wieder durch die Augen ein und führt sie zu dem Punkte B hin. Man macht dies nochmals, indem man die Vorstellung von B zu den beiden Ohren führt, sie durch diese in den unendlichen Raum strömen läßt und dann wieder

durch die Ohren nach B führt. Hat man so imaginiert, daß man die Vorstellung «Unpersönliches höheres Selbst» zweimal durch den Weltraum geführt und mit dessen Inhalt erfüllt hat, so führe man die also bereicherte Vorstellung wieder von B durch das Rückenmark nach K, durchtränke sie dort in der Imagination mit dem geistigen Feuer und führe sie nun ganz langsam (so langsam, daß die Zeit, während man von K zu dem Punkte aufsteigt, der im Hals in Kehlkopfhöhe liegt, etwa 20 Minuten dauert) bis an den Hals (in Kehlkopfhöhe). Dort denke man nun intensiv:

Ich bin nicht Du.

Ich, die Vorstellung des höheren Selbst nach allen Wegen, die sie in obigem Sinne durchgeführt.

Du, das gewöhnliche Ich, mit dem man sich in diesem Augenblicke nicht identifiziert.

Übung. Handschrift Archivnummer 3192

Christlich gnostische Meditation

I. Morgens früh, gleich nach dem Erwachen, wenn noch keine anderen Eindrücke durch die Seele gezogen sind, sucht man das Bewußtsein ganz frei zu machen von allen Erinnerungen an das alltägliche Leben, man sucht die Aufmerksamkeit abzulenken von allen äußeren Wahrnehmungen. Dann, wenn man diese innere Stille errungen hat, läßt man allein in der Seele leben:

Die fünf ersten Verse des Johannesevangeliums. II. Dann folgt in den ersten vierzehn Tagen jeden Tag der Versuch, sich sein eigenes ganzes vergangenes Leben vor die Seele zu führen, um sich auf diese Weise ganz selbst kennen zu lernen. Nach diesen vierzehn Tagen macht man das ganze Johannesevangelium durch, so daß man 7 Tage lang ganz jeden Tag in einem Kapitel lebt.

Also in den ersten 7 Tagen: 1.Kap. von Satz 6 bis zu Ende
Also in den zweiten 7 Tagen: 2.Kap.
u.s.w

Ist man am 13. Kapitel angekommen, dann versucht man bei der

Fußwaschung das Gefühl zu durchleben, wie ein jedes höheres Wesen sein Dasein dem niederen verdankt, zu ihnen sich in Demut also neigen muß.

Geißelung das Gefühl, daß man aufrecht stehen könne den Geißelungen des Lebens gegenüber, d.h. allen Leiden und Schmerzen gegenüber.

Dornenkrönung das Gefühl, daß man aufrecht stehen muß, selbst allem Hohn und Spott gegenüber.

Kreuzigung das Gefühl, daß einem der eigene Leib etwas fremdes ist, das man trägt und an das man von außen gebunden ist.

Mystischer Tod: Man erlebt den Vorhang, der noch die geistige Welt verdeckt, aber dann auch wie er zerreißt und man in die geistige Welt hineinblickt.

Dabei lernt man die Gründe des Bösen schauen und der Übel: Hinabsteigen in die Hölle.

Grablegung: Man fühlt sich Eins mit allen Wesen der Erde, mit der Erde selbst. Man ist in diese versenkt.

Auferstehung: Kann nur erlebt werden, weil die Worte der gewöhnlichen Sprache nicht ausreichen, dies zu schildern.

III. Dann ruft man sich die Gestalt des Christus Jesus vor die Seele und geht über zu der Vorstellung, in die man sich lange versenkt:

Ich, in Deinem Geiste.

Abends: Rückblick auf das ganze Tagesleben.

I und III sind an allen Tagen gleich; nur II wechselt nach je 7 Tagen, wie beschrieben ist.

Nach Vollendung des Turnus II beginnt man wieder von vorne und so immer fort. Nach längerer Zeit kann man die bei Beschreibung der christlichen Entwickelung angegebenen inneren und äußeren Symptome erleben.

Äußerlich man fühlt die Füße wie von Wasser um geben.

Äußerlich man verspürt brennendes etc. Gefühl auf der ganzen Haut

Äußerlich man verspürt Schmerz im Kopf

Äußerlich die Wundmalstellen röten sich während der Meditation

Innerlich man erlebt die Vision, als ob man selbst die Fußwaschung vollzöge.

Innerlich man sieht sich gegeißelt

Innerlich man sieht sich mit der Dornenkrone

Innerlich man sieht sich gekreuzigt.

Übung mit der Rosenkreuzvorstellung. Handschrift Archivnummer 3229

Abends:

1.) Rückschau. Bildhaft. Rücklaufend.

  1. ) Suche Du, meine Seele
    Dich ahnend in dich selbst zu versenken;
    Auf deinem Grunde liegt dein Geist;
    In deinem Geiste wirkt der Weltengeist.
    Ich bin in alledem
    denkend fühlend
    lebend.

(Seelenruhe)

Morgens:

Circle and Cross
Circle and Cross

In dir, du Weltenbuchstabe
Erschaue ich
Des Geistes siebenfach Wirken
In sieben Rosensternen
Des Lebens dunkle Pfade
Im schwarzen Kreuzesholze
Ich bin in alledem.

(Seelenruhe)

Übung. Handschrift Archivnummer 3236/37/38

Morgens:

Sich konzentrieren auf eine Linie, welche durch den Körper geht, so

Die Linie geht nicht durch das Rückenmark, sondern etwas vor demselben durch den Körper.

Human Being
Human Being

Dann meditieren dasjenige, was in den folgenden Worten liegt:

Wärmendes Licht dringt von oben in mich
Schwere der Erde breitet wärmendes Licht in mir aus
und gestaltet mich,

dann durch eine längere Zeit festhalten die Vorstellung

Ich bin

dann nichts vorstellen, sondern im leeren Bewußtsein abwarten, was kommt.

Abends: Versuchen, sich auf die eigene Leibesempfindung zu konzentrieren in folgenden Etappen:

Ich bin mein Kopf
Ich bin mein Hals
Ich bin meine Arme
Ich bin meine Brustumhüllung
Ich bin mein Herz
Ich bin das Blut, das in mir zirkuliert
Ich bin meine Lunge

dann, sich konzentrieren auf den Atem in folgender Weise:

Konzentrieren auf Einatmung und die einziehende Luft empfinden als J

Konzentrieren auf die den Leib erfüllende eingeatmete Luft und diese empfinden als A

Konzentrieren auf die Ausatmung, und die aus dem Leib ziehende Luft empfinden als O

Dieses mit sieben aufeinanderfolgenden Atemprozessen machen;

dann sich kontemplativ konzentrieren auf das Innere des Kopfes (Punkt a)

Human head
Human head

Dort fühlen, als ob das Wort J A O ertönte; diesen Ton durch 1-2 Minuten festhalten, dann nichts vorstellen, sondern im leeren Bewußtsein abwarten, was kommt. Nacken: Lichtstrom geht längs der Wirbelsäule A

Lichtstrom von Augenbrauenmitte zum Nacken: J

Lichtstrom geht längs der Wirbelsäule: A

Human head
Human head

Lichtstrom innen von der Wirbelsäule zurück zur Augenbrauenmitte: O

(siebenmal jedes 2 Minuten (14 Minuten)

J A O dringt in mich durch mich aus mir

J A O schaffet Kräfte in mir durch mich aus mir so oft [wie]

J A O lebt webend in mir durch mich aus mir möglich

Stimmung:

J A O als Name des Christus
Dieses hängt mit dem Geheimnis zusammen,
wie Christus im Menschen wirkt.

1.) Abends: 4-5 Minuten Rückschau auf das Tagesleben (in umgekehrter Zeitfolge).

2.) Abends: Die folgende Meditation 4-5 Minuten:

Ich fühle mich im Lichtesraum (dabei Vorstellung der lichterfüllten Welt ringsherum)

Licht webt mir den Ätherleib (Vorstellung des eignen Körpers bestehend aus Licht)

Ich fühle mich in der Farbenwelt (Vorstellung eines Farbenmeeres, in dem Sie selbst sind)

Die Farbenwelt des Geistes gibt mir die Seele (Vorstellung der eigenen Seele)

In Licht und Farbe Denket, fühlet und will Mein Selbst.

3.) Morgens: Vorstellung eines schwarzen Kreuzes mit sieben leuchtenden Sternen:

dazu meditieren:

Rose Cross
Rose Cross

4-5 Minuten:

Mein Selbst
Denket, fühlet und will
Durch Licht und Farbe 4-5 Minuten
Ich ruhe still
In meinem höhern Selbst
Mein Ich In
Christus.

Dazu die 6 Übungen: Gedankenkonzentration etc. wie sie in «Geheimwissenschaft» stehen.

I. Tag: Abends 10 Minuten:

Resumé einer Erkenntnis in einen kurzen Satz

Verwandlung in ein mathematisches oder physikalisches Symbol.

Atemzüge:

Einatmen: Konsumieren des Symbols Min. durch den Kopf.

Atemhalten: Aufbewahren des Symbols.

Ausatmen: Vorstellung, daß man das Symbol in sich und Atemluft ohne Symbol herausläßt.

Morgens 15 Minuten:

Wiederholung derselben Übung.

Verharren mit innerer gleichmäßiger Seele ohne äußere Eindrücke und ohne Erinnerungen an das Leben auf dem physischen Plan.

II. Tag:

Abends:

Resumé einer Erkenntnis in einen Satz

Verwandlung in ein pflanzliches Symbol

Atemzüge:

Einatmen: Konsumieren des Symbols durch das Herz

Atemhalten: Aufbewahren des Symbols

Ausatmen: Vorstellung, daß man das Symbol in sich behält und Atemluft ohne Symbol herausläßt.

Morgens:

Wiederholung der Übung und Verharren wie am ersten Tage.

III. Tag:

Abends:

Resumé einer Erkenntnis in kurzen Satz

Verwandlung in Symbol in [aus] dem Tierreich

Atemzüge:

Einatmen des Symbols durch den Kehlkopf

Atemhalten: Bewahren des Symbols

Ausatmen: Vorstellung, daß [das] Symbol innen bleibt und leere Atemluft herausgeht.

Morgens: Wiederholung wie andere 'Tage.

Keinen Alkohol. Keine Linsen, Bohnen, Erbsen.

Abends:

1.)Rückschau auf das Tagesleben in umgekehrter Zeitfolge. 4-5 Minuten.

2.)Erst Konzentration auf die Vorstellung: Ich denke Dinge und Tatsachen.

Diese Vorstellung etwa eine Minute lang festhalten mit Ausschließung anderer Gedanken.

Dann Konzentration auf die Vorstellung:

Mein Denken fließt in der Zeit.

Wieder diese Vorstellung eine Minute lang festhalten.

Nach dieser Vorbereitung Konzentration auf das folgende nacheinander (3-4 Minuten):

Ich folge dem fließenden Denken
Ich will erkennen meinen Willen in meinem Denken
Ich will finden mein Ich in meinem Denkwillen
Ich will leben als Ich in meinem Denkwillen
Ich erwarte die Lösung des Ich vom Ich

dann ruhige innere Seelenstimmung.

Morgens: Vorstellung einer blauen Kreisfläche mit roter Umgebung.

Dann Verwandlung in rote Kreisfläche mit blauer Umgebung. Rückverwandlung in den vorigen Zustand.

Dieses 7mal hintereinander machen.

In innerer Beobachtung erfassen, wie dadurch allmählich das Denken beweglich, in sich selbst frei und zuletzt zum körperfreien Zustand erhoben wird.

Mit diesem also vorbereiteten Seelenzustand sich auf irgendeinen einfachen Gegenstand konzentrieren und beobachten, wie diese innere Tätigkeit nun etwas anderes ist als ohne diese Vorbereitung.

Das ganze 4-5 Minuten.

Die 6 Übungen wie im 2. Teil der «Geheimwissenschaft».

Die Zeitangaben selbstverständlich nach dem Gefühl.

Morgen-Mittag-Abend-Übung. Handschrift Archivnummer 3230

Am Morgen:

Ich erkenne das Gedankenbild
eines Wesens
In meinem Haupt;
Ich denke den Gefühlsrhythmus
Belebend mein Wesen
In meinem Herzen;
Ich fühle die Willenskraft
Festigend meine Glieder
In meinem ganzen Leib.

Am Mittag:

Es ströme
Des rechten Auges Kraft
In meinen linken Arm
Und meines linken Armes Kraft
In mein rechtes Bein

Es ströme
Des linken Auges Kraft
In meinen rechten Arm
Und meines rechten Armes Kraft
In mein linkes Bein.

Vor dem Einschlafen:

Ich werde
Meinen Leib verlassen
Mein Fühlen folgt mir
Mein Wille betritt das Geistgebiet
Kraft durchdringe ihn
Er ergreife erwachend alle Glieder

Schluß einer Übung, deren Anfang fehlt. Archivnummer 1704

Nunmehr mit aller Kraft, soweit irgend die Erinnerung reicht, das eigene Leben ganz konkret durchlaufen und sich verantwortlich fühlen für das Heruntersteigen in diese Inkarnation; sich sagen, ein jeder Teil des eigenen Schicksals ist verdient durch mich selbst - sich dann den Abstand klarmachen, der von dem Leben in einer solchen mit unausgeglichenem Karma behafteten Inkarnation besteht und dem, bei welchem der gereinigte Mensch dasteht - mit völlig ausgeglichenem Lebenskonto (Karma).

Aufblicken zu der Idee eines geläuterten Meisters.

So soll ich werden, so will ich werden.

Erläuterungen zu «Licht auf den Weg». Aus einem Notizbuch aus dem Jahre 1906. Archivnummer 105. Worauf sich die einzelnen Daten beziehen, ist nicht bekannt.

Bei II/1 (Meditation vom 11/1.) handelt es sich um folgendes:

Wenn das höhere Selbst vollständig Besitz ergriffen hat vom Menschen, die Persönlichkeitshülle also gefallen ist, dann kann durch ihn der ganze Chor der höheren Geister sprechen, so wie vorher durch ihn die sinnliche Welt spricht -- - um sich zu diesem Momente vorzubereiten, hat man eben die Gesinnung in sich auszubilden, die verzichtet, das Eigene, Gesonderte zu verteidigen. Man hört auf, Streiter zu sein; man wird Werkzeug des Streiters.

Der Spruch bezieht sich nicht auf die höhere Tatsache selbst, sondern gibt die Anleitung zur Entwickelung der Gesinnung, durch welche die höhere Tatsache erreicht wird.

Zur Meditation vom 12/1.

Statt «König» hat es zu heißen «Könige», denn [man] hat es mit ganzen Scharen höherer Geister zu tun; nur kann man allerdings von Einem Streiter sprechen, weil auf dieser Höhe des Seins die Vielen zu vollständiger Harmonie zusammenklingen, so daß ihre Äußerung als Einheit wirkt.

Zur Meditation vom 13/1.

Nichts - wenigstens nichts wesentliches - sinkt zurück, sondern es wird im Laufe der Zeiten erlöst, d.h. aufgenommen in das Höhere. Das Höhere (Gute) nimmt selbst das Böse im Zeitenlaufe in sich auf und verwandelt es durch eigene Kraft in ein Gutes.

Zunächst haben wir es mit dem göttlichen Geist zu tun, er könnte sich nicht bis zu bestimmten Stufen entwickeln, wenn er nicht das Böse von sich abstieße und also zunächst ohne dieses Böse eine gewisse Höhe erreichte.

264-17

Mit dem Bösen in sich hätte er keine Höhe erreichen können; jetzt aber auf dieser Höhe ist er imstande, das Böse wieder zurückzuholen und es mit sich auf seinem weiteren Wege zu nehmen.

Der Heilige erlöst den Verbrecher Gott erlöst den Satan.

Zu 16.1

Überall, wo es hier intuitive Erkenntnis heißt, soll es «imaginative» Erkenntnis heißen. Intuitive Erkenntnis wird durch [den] zweiten Satz: Verlernen der Empfindlichkeit erschlossen.

  1. Sinnliche Erkenntnis: Alltagserkenntnis
  1. Imaginative Erkenntnis: Geistiges Schauen (Bilder)
  1. Intuitive Erkenntnis: Geistiges Hören (Das innere Wort).
  1. Gotteserkenntnis - völliges Einssein mit dem Absoluten.

Die Erkenntnis in Bezug auf [Name] ist ganz richtig, und je mehr Sie in dieser Richtung erlangen, desto schneller geht es vorwärts. Nur müssen wir jeden solchen Gedanken uns dadurch mit dem rechten spirituellen Gewichte versehen, daß wir so handeln, als ob wir trotzdem alles tun könnten unter der entgegengesetzten Voraussetzung:

  1. Ich bin mir klar in meinem Gefühle, daß [des Betreffenden] Schick sal das rechte ist.
  1. Ich bin mir klar in meinem Willen, daß ich trotzdem so handeln soll, als wenn ich [des Betreffenden] Leben ins Ungemessene verlängern könnte.

Immer müssen Gefühl und Wille in entgegengesetzter Richtung gehen. Sonst ist die Erkenntnis nicht spirituell, sondern abstrakt.

Außer der Meditation: Nachdenken

In der Meditation: mit dem kontemplativen Gedanken leben.

Zum 19. Januar:

Bei solchen Vorstellungen ist immer auch der Gegengedanke im Bewußtsein zu halten: Innerer Friede soll nie erkauft werden durch Abwendung von der Außenwelt, sondern stets erst nach Harmonisierung mit der Außenwelt. Das ist gerade so wie z.B. mit zwei anderen Polgedanken; der Esoteriker denkt oder spricht nie den einen oder den anderen, ohne den entsprechenden Gegenpol wenigstens leise im Hintergrunde anzuschlagen. Sage ich z.B.

Gott ist in mir

so soll ich wenigstens subtil denken:

Ich bin in Gott

Dadurch wird stets die einseitige Gedankenform durch die entsprechende andere paralysiert wie z.B. der physische Körper durch den Ätherkörper.

264-18

Die Kräfte (r ) wirken innerhalb des Körpers und würden ihn sogleich auflösen, wenn nicht die Polkräfte von außen ihn zusammenhielten. Dynamisch ist der Ätherkörper der positive, der physische der negative Pol.

Zum 20.

Das zu große Betonen des Inneren führt leicht zu einem Verhärten im Ahamkara. Man kann sehr hoch steigen, und dennoch darin bleiben. Daher hat alle Esoterik einen wichtigen Satz:

Alles trägt zu Deiner Unsterblichkeit bei,

was für diese Unsterblichkeit

nicht getan wird.

Z.B.: Gebe ich mich einer Lehre hin, so bringe ich mich zwar höher; aber nicht ganz wirksam; baue ich diese Lehre in einen gotischen Dom oder in die Seele eines andern Menschen, oder auch nur in meinen Umgang mit Menschen, so wird das, was ich außer mir gepflanzt habe, Teil meines Ewigkeitskörpers.

164-19

Bauplan als solcher

Baumeister stirbt.

Die Wirkungen des Domes werden die Bausteine an der ewigen Seele des Baumeisters. Dies liegt auch dem Satze zu Grunde:

Bete und arbeite.

Absolutes schauend, hat das Relative jede Macht für dich verloren. Polgedanke:

Kein Absolutes kannst du erkennen, ohne daß du in das Relative mit dem Licht des Absoluten hineinleuchtest.

Ein Verbrecher wird nur dann erkannt in seiner Relativität, wenn man sich klar ist: wie sich die Göttlichkeit im Verbrecher offenbart.

Solch ein Traum kann ein ganz guter Fingerzeig sein: Müde Schwalbe - Das Schauen in die Entwickelung (symbolisiert durch das Hervorgehen der Schwalbe aus dem Reptil) ermüdet zunächst und läßt die Schwingen weniger entfalten als das unabhängige Vorwärtsschreiten in der Dumpfheit. Tiefer gesehen führt aber das erstere sicher ans Ziel. Gerade die tiefsten Weisen erscheinen den bloß im Leben stehenden Menschen als wertlos für den Fortschritt. Solche Gedankenformen umspielen Sie und brechen zuweilen im Traum durch.

Der Traum vom 24. ist bedeutsam. Alle solchen Träume sind Symbole für höhere Wahrheiten. Der erste Teil: das Schweben im Pflanzlichen entspricht ungefähr dem Bilde des Menschen in der 5. Runde. (Da ist kein Mineralisches mehr vorhanden). Alle Visionen, die Grundlage haben, sind in einer gewissen Beziehung prophetisch. Denn kein höher entwickelter Mensch kann etwas schauen, was nicht später allen Menschen zu Teil würde.

Kontinuität des Bewußtseins wird erst erreicht, wenn nicht nur im Traum, sondern auch im traumlosen Schlaf Erlebnisse vorhanden sind.

Traumerlebnisse sind Bilder analog dem gesehenen Bilde. Traumlose Schlaferlebnisse sind unter allen Umständen Hörerlebnisse und zwar, wenn sie etwas taugen sollen, artikulierte Hörerlebnisse, z.B. Worte.

Man braucht manchmal die Worte gar nicht zu verstehen. Denn sie können bei der Rückerinnerung als in einer Sprache erscheinen, die nicht von uns verstanden wird.

ad. 25.

Alle Formen sind zugleich Ausdruck des Ewigen. Suchen wir in der Form das Ewige, so finden wir es; suchen wir es durch Entfliehen der Form, so sondern wir uns noch weiter ab.

264-20

ad. 26.

Die Feinheit der Vibrationen bedingt höhere Empfindlichkeit gegen die Außenwelt. Ein Trinker ist immun gegen die Vibrationen eines andern Trinkers. Deshalb wird zunächst der Trinker dem Nichttrinker unangenehm. So ist es mit allem. Die Entwickelung schließt durch die Feinheit der Vibrationen gerade alle Unreinheit, Niedrigkeit u.s.w. der umgebenden Welt auf und auf diesem Wege ist nur eine Erhöhung der Kreuzigung in der Materie zu erreichen. Die Leidenfähigkeit an der Mitwelt steigert sich mit der Entwickelung. Erst wenn man dann sich überwunden hat, d.h. hinausgeschritten ist über die Feinheit der Vibrationen, dann kommt der Friede. Dann aber hat man nicht feinere, sondern im Gegenteil einfachere Vibrationen in sich. Nicht Verfeinerung, sondern Vereinfachung der Vibrationen ist das, worauf es ankommt.

I. Zwei unentwickelte Menschen.

264-21

Die Vibrationen entsprechen einander, folglich fallen sie ineinander; der eine nimmt den andern nicht wahr.

264-22

II. Ein unentwickelter und ein entwickelter Mensch.

264-23

Jede einzelne Raute des Zweiten nimmt die des ersten wahr, kann sie aber nicht paralysieren.

III. Ein unentwickelter und ein noch höher entwickelter Mensch

264-24

Die einfachen Vibrationen des Zweiten merken zwar die Abweichungen beim ersten, sind aber stark genug, sie zu paralysieren.

ad. 27.

Gerade dieses wäre im Lichte des vorigen Gesetzes der Vereinfachung zu betrachten. Größer wird der Mensch, wenn er einfacher wird.

ad. 29.

Es kommt etwas darauf an, daß man sensitiveness geradezu als Empfindlichkeit, nicht als Empfindsamkeit nimmt. Es heißt also:

Bevor das Ohr zu hören vermag, muß es an die Stelle der Empfindlichkeit die vereinfachte Hinempfindung setzen. In der Empfindlichkeit reagiert die Person auf die Außenwelt. In der Hinempfindung durchdringt das Ewige, das in die Person aufgenommen ist, die Außenwelt mit den einfachen Rhythmen der Unendlichkeit.

ad. 30. Alles im Sinne von I II III.

ad. 3/2.

Die Meister sind nicht ein Schutzwall gegen das Böse, sondern die Führer zur Absorption des Bösen. Wir sollen nicht das Böse aussondern, sondern gerade es aufnehmen und in der Sphäre des Guten verwenden. Die Wut des Löwen ist nur so lange böse, solange sie am Löwen egoistisch verwendet wird; könnte sich ein Herrscher diese Wut des Löwen aneignen und damit Wohlfahrtseinrichtungen machen, so wäre sie gut. Deshalb ist das Böse als Nicht-Wirkliches zu erkennen. Es gibt kein Böses. Das Böse ist nur ein versetztes Gutes. Erst mit dieser Erkenntnis ist geistige Alchemie möglich.

ad. 6.

Das ist gerade der Fortschritt, der durch das Christentum gemacht ist, daß die Persönlichkeit mitgenommen wird ins Ewige.

Deshalb ist der christliche Grundsatz richtig: Du wirst mit deinem verklärten Leibe auferstehen, d.h. durch christliche Gesinnung wird die Persönlichkeit ewig.

Pentagramm- und Hexagramm-Übung

als Ergänzung zum Brief an Wilhelm Hübbe-Schleiden vom 15. November 1908

Gedächtnisnotizen von den esoterischen Stunden in Berlin, 29. November 1907 und 7. Januar 1908

Berlin, 29. November 1907. Gedächtnisnotizen von Günther Wagner

In Form eines Pentagramms geht eine Strömung durch den Ätherkörper: Von dem Punkt des Ich in der Stirn nach den beiden Füßen, von dort zu den antipolarischen Händen und von einer Hand zur andern durch das Herz hindurch. Mit der Beugung des Körpers und der Glieder beugen sich auch die Strömungen. Mit den verschiedenen Teilen der Strömungen stehen die verschiedenen Planeten wie angegeben in Verbindung. Man hat die Planeten mehr als Prinzipien zu fassen, die eigentlich immer und auf allen Globen wirken, nur auf den einzelnen in hervorragender Weise.

Das Prinzip des Saturn ist die physische Grundlage
der Sonne ewiges Wachsen, ewiger Fortschritt
des Mondes Festhalten, Retardieren, Erstarren machen
des Mars Mut, das Agressive hineinzuführen in das Sinnenleben, das rote Blut
des Merkur das Herausführen aus dem Sinnesleben
des Jupiter die Befreiung des Ichs
der Venus das Aufgehen in Liebe.

Es entsprechen die angegebenen Farben diesen Planeten respektive den Prinzipien:

Saturn - Grün
Sonne - Orange
Mond - Violett
Mars - Rot
Merkur - Gelb
Jupiter — Blau
Venus - Indigo1

Das Hexagramm entspricht Strömungen im Astralkörper, doch ist dies nicht als Linienfigur aufzufassen, sondern das Doppel-Dreieck ist nur ein Durchschnitt. (Während die Strömungen im Ätherkörper die Linien eines Pentagrammes bilden, stellt das Hexagramm

Pentagramm- und Hexagramm-Übung

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Zur Pentagramm- und Hexagramm-Übung der Esoterischen Stunde, Berlin, 29. November 1907.

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den Astralkörper in ganz anderer Weise, nicht linienartig, sondern flächenhaft körperlich dar.) Wenn die Figur in ihrer senkrechten Achse gedreht wird, kommt etwa die wirkliche Figur heraus, wenn auch der waagrechte Durchschnitt nicht ganz einem Kreis entspricht (Oval). Die waagrechten Linien bilden also eigentlich eine Fläche; die obere in der Höhe der Arme, die andere in der Höhe der Kniee.

Das nach unten weisende Dreieck hat es mit den Leibern zu tun: dem Astralleib (Mond), Ätherleib (Sonne), physischen Leib (Saturn-Prinzip). Das andere Dreieck mit den höheren Teilen: Empfindungsseele (Mars), Verstandesseele (Merkur) und Bewußtseinsseele, die erst im Anfang ihrer Entwicklung ist (Jupiter). Dementsprechend die Farben.

Man soll über diese Figuren und die Bedeutung ihrer Einzelheiten meditieren, um sich seines wirklichen inneren Lebens und seiner Beziehung zum Kosmos bewußt zu werden. Man wird dann eigenartige Gefühle in sich erwecken.

Gedächtnisnotizen aus derselben Stunde von Camilla Wandrey

Das Prinzip des Saturn (Oriphiel. Grün. Blei): die physische Grundlage, aber geistig.

Das Prinzip der Sonne (Michael. Orange. Gold): Ewiges Wachsen, ewiger Fortschritt. Individuelles Leben.

Das Prinzip des Mondes (Gabriel. Violett. Silber): Festhalten. Retardieren. Erstarren machen. Erscheinung in der Maya.

Das Prinzip des Mars (Samael. Mars. Rot. Eisen): Mut. Das Agressive. Hineinführen in das Sinnenleben durch das rote Blut. Bewußtsein.

Das Prinzip des Merkur (Raphael. Gelb. Quecksilber): Hinausführen aus dem Sinnenleben. Göttliche Intelligenz. Heiliger Geist.

Das Prinzip des Jupiter (Zachariel. Blau. Zinn): Befreiung des Ich. Macht. Vater. Das Prinzip der Venus (Anael. Indigo. Kupfer): Das Aufgehen in reiner Liebe. Liebe. Sohn. Übergang von Gott zum Menschen. Mittler.

Das Pentagramm

Das Hexagramm

Das Hexagramm entspricht Strömungen im Astralleib. Aber es ist nur ein Durchschnitt. Wenn die Figur um ihre senkrechte Achse gedreht würde, käme die wirkliche Figur heraus, deren waagrechter Durchschnitt nicht ganz einem Kreis entspricht. Die obere Fläche ist in der Höhe der Arme, die untere in der Höhe der Kniee zu erleben.

Das nach unten weisende Dreieck hat zu tun mit dem physischen Körper, Saturn. Mond: Astralleib. Sonne: Ätherleib. Das nach oben strebende Dreieck mit den höheren Teilen: Empfindungsseele Mars. Verstandesseele - Merkur. Bewußtseinsseele — Jupiter.

Durch starkes Meditieren über diese Figuren erlangt der Mensch Kenntnis von sich und seinem Zusammenhang mit dem Makrokosmos. Das Pentagramm stellt dar die Strömungen des Ätherkörpers und deren Zusammenhang mit den Planeten.

Der physische Körper steht mit allen Kräften im Universum in Verbindung. Er ist Mittelpunkt der Einstrahlung von allen Kräften des Tierkreises.

Der Ätherkörper steht mit dem Mittelpunkt der Erde zunächst in Verbindung.

Der Astralkörper mit dem Mittelpunkt des Mondes.

Das Ich ist nicht nur ein Punkt, der sich allmählich durch Herauswachsen der Stirnpartie und das Einziehen des Ätherkörpers an der oberen Nasenwurzel vereinigt hat, sondern es existiert noch ein zweiter Punkt vor ihm. Die Verbindungslinie zu diesem wechselt, die Richtung dieser Linie weist nach dem Mittelpunkt der Sonne. Je mehr sich der Mensch entwickelt, desto näher kommen sich die (beiden) Punkte. Der sich entwickelnde Mensch muß sich in diesen zweiten Punkt versetzen, das heißt nach außen, und er muß lernen, auf seinen Körper zu blicken wie auf sonst etwas Physisches außer ihm (Tat tvam asi [= Das bist Du! Berühmte Formel des Veda]); das löst den Menschen aus dem Egoismus. Ein lebhaftes Nacherleben des Mysteriums von Golgatha und der Tatsache, daß da das überflüssige, egoistische Blut der Menschheit geflossen ist, ist Hilfe dazu.

Die Meditation soll sein wie ein Opferrauch, der zu den Göttern aufsteigt.

Berlin, 7. Januar 1908 (Fortsetzung vom 29. November 1907) Gedächtnisnotizen von unbekannter Hand

Wenn wir eine derartige okkulte Figur (das Hexagramm) wie in der vorigen Stunde mit Nutzen betrachten wollen, so genügt es nicht, wenn wir sie fortwährend anstarren. Vielmehr müssen wir sie uns in stillen Stunden immer und immer wieder vor die Seele malen und über die Bedeutung der einzelnen Farben meditieren. Erst auf diese Weise werden wir den Vorteil und Nutzen gewinnen, den derartige okkulte Zeichen haben können, wenn man sie in der rechten Weise betrachtet. Denn die ganze Weltenweisheit ist uns gegeben in einigen wenigen derartigen okkulten Figuren. Und durch Vertiefung in dieselben werden uns nach und nach die geistigen Zusammenhänge der höheren Welten klar.

Nehmen wir aus dem Hexagramm zwei Farben, die sich gegenüberstehen, heraus: Rot und Grün. In voller Absicht stehen diese beiden Farben einander gegenüber. Was mag die rote Farbe bedeuten, was die grüne? Wir finden die grüne Farbe in der Pflanzenwelt draußen, die mit ihrer Decke die Erde überzieht. Und in welcher Beziehung steht der Mensch zur Pflanze? Wir wissen, daß der Mensch auf dem Saturn ein Dasein führte, das in gewisser Beziehung unseren heutigen Mineralien entspricht. Nicht, daß der Mensch jemals Mineral gewesen sei! Unser heutiges Mineralreich ist sogar das jüngste der Naturreiche. Wir wissen ferner, daß der Mensch auf der Sonne ein pflanzenähnliches Dasein führte. Heute fließt in den Pflanzen ein grünlicher Saft. Ein ähnlicher Saft durchströmte das damalige Menschenwesen. Könnte man heute durch ein Zauberwerk in die Pflanze astrale Bestandteile hineinpressen, so würde er rot werden! Dadurch, daß der Mensch auf dem Monde den Astralkörper hinzubekam, färbte sich der innere Saft rot - es wurde das rote Blut aus ihm.

Bedenken Sie, die Pflanze ist keusch, sie hat keine Begierden, Leidenschaften: Zorn, Angst, Furcht. Dadurch, daß der Mensch in gewisser Beziehung schlechter als die Pflanze wurde, erhielt er etwas, das ihn über die Pflanze erhob: das wache Tagesbewußtsein. Die Pflanzenwelt von heute schläft. Eine Pflanze ist der umgekehrte Mensch. Eine Pflanze weist mit ihren Wurzeln nach dem Mittelpunkt der Erde, dort wo ihr Ich sich befindet. Ebendieselbe Kraft, die in der Pflanze nach unten wirkt, wirkt umgekehrt beim Menschen nach oben. Die Tatsache, daß der Mensch das Blut erhielt, drückt aus die Aufnahme des Ichs. Der Ausdruck des Ichs ist das rote Blut.

Wenn Sie mit geistigen Augen die Innenfläche eines grünen Blattes betrachten, so erscheint Ihnen dieselbe als rot. Diese rote Kraft ist sozusagen geistig. Wenn man gegen einen weißen Hintergrund eine rote Fläche sieht, dieselbe scharf anblickt und dann auf die weiße Fläche schaut, so wird ein grüner Fleck erscheinen. Und umgekehrt ist dasselbe der Fall. Man nennt diese Farben Ergänzungsfarben. Also auch in einer solchen physikalischen Erscheinung spricht sich der innere geistige Zusammenhang aus.

Oder nehmen wir zwei andere Farben: Blau und Orange, die sich gegenüberstehen. Sie müssen wissen, daß Orange zwei Aspekte hat: Orange und Gold.

Wo finden wir in der Natur das Blau? Wenn wir hinaufsehen in die unbegrenzten Fernen des gewölbten Himmels! Und wo das Gold? Auf Gemälden der alten Meister erblicken wir goldige Hintergründe. Diese alten Meister malten noch nach einer Tradition, die einiges Wissen von den Erscheinungen und Wesenheiten höherer Welten besaß. Wenn wir mit geistigen Augen hinaussehen in den Himmelsraum, so erscheint er in goldgründigen Tiefen. Deshalb erblicken wir auf den alten Gemälden Engelsköpfe auf goldigem Hintergrund, weil, wenn Sie (geistig) hinausschauen in den Himmelsraum, Ihnen derselbe in goldigen Farben erscheint.

So müssen wir suchen, das zusammenzusuchen, was dem Sinne nach zerstreut im ganzen Kosmos liegt, zum Aufbau unserer Seele. Denken Sie nur einmal, wie über die Erde zerstreut alle die Nahrungsmittel liegen, die zum Aufbau unseres Körpers dienen. Stellen Sie sich das recht lebhaft vor! Genauso ist dies in geistiger Beziehung. Aus dem Chaos muß auch die Seele das Geeignete zu ihrem Aufbau zusammensuchen.

Wenn eine Seele derartig zu meditieren beginnt, so fängt ein Organ im physischen Körper an, sich zu entwickeln: die Schleimdrüse. Die Schleimdrüse ist beim normalen Durchschnittsmenschen ein kaum kirschkerngroßes Organ hinter der Zirbeldrüse. Aber es enthält unverhältnismäßig große Kräfte. Es reguliert nämlich den richtigen Aufbau des Körpers bezüglich seiner Größe. Bei den sogenannten Riesen, die herumgezeigt werden, liegt eine Erkrankung der Schleimdrüse vor. In irgendeiner Weise müssen sich durch sie in Bewegung gesetzten Kräfte ausleben. Wenn der Meditand an sich zu arbeiten beginnt, so werden in der Schleimdrüse Kräfte wachgerufen. Von der Schleimdrüse aus vollzieht sich der organische Aufbau aus dem Chaos der Empfindungen zum Astralkörper. Wenn die Schleimdrüse die Zirbeldrüse mit goldenen Fäden umströmt, dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Umwandlung des Astralkörpers zum Geistselbst, zum Manas, so weit fortgeschritten ist, daß nun der Ätherkörper in die Buddhi verwandelt werden kann.

Wer in dieser Weise über derartige okkulte Zeichen meditiert, wird an dem Aufbau seiner höheren Körper zweckmäßig arbeiten. Manchmal wächst in aller Stille während ganz kurzer Zeit die Seele ungeheuer rasch. Man könnte sagen: Es bedarf zur Entwickelung gar nicht der Zeit, sondern nur der tiefinnerlichen Ruhe.

Von derselben Stunde Gedächtnisnotizen von Günther Wagner:

Über das Hexagramm meditieren. Spitze nach oben rot, nach unten grün. Gegensätze: Komplementärfarben. Grün die Farbe der Pflanzen. Rot die Farbe des Blutes der Menschen.

Den Fortschritt konnten die Menschen nur dadurch erreichen, daß sie auch Begierden und Leidenschaften mit in Kauf nahmen. Der Teil des Astralleibes der Erde, der zur Pflanzenwelt gehört, ist rot. Also physisch grün, geistig rot: die Pflanze. Bei den Pflanzen weisen die roten astralen Kräfte nach unten zum Mittelpunkt der Erde hin, während dieselben Kräfte bei dem Menschen sich umgekehrt haben und nach oben weisen.

Grün und Rot: Gegensätze. Ebenso Blau und Orange, respektive in einem der zwei Aspekte: goldfarben [Zusatz von anderer Hand: violett und goldfarben]. Auch dieses sind Komplementärfarben. Im Physischen der Himmel blau, im Devachanischen gold, wie noch auf alten frühmittelalterlichen Bildern gemalt. So die anderen Gegensätze.

Durch Betrachtung solcher uns von den Meistern gegebenen Symbole ordnen und gestalten wir unseren Astralkörper, besonders die Aura, um (zum Manas). Alle möglichen geringfügigen äußeren Erfahrungen können uns auf diese Farbenverhältnisse hinweisen, und so wird unser geistiger Körper geformt, gestaltet und entwickelt durch Nutzbarmachung aller möglichen zerstreuten Erfahrungen, wie unser physischer Leib durch Assimilation aller möglichen vom ganzen Erdboden gesammelten physischen Nahrungsmittel.

Und indem sich so unser Astralkörper ordnet und organisiert, wirkt er speziell auf die Schleimdrüse oder Gehirnanhang (Hypophysis) ein, ein kleines, kaum kirschkerngroßes Organ, das zunächst mit dem Wachstum des Körpers zu tun hat. Durch solche Organisation des Astralkörpers fängt die Schleimdrüse an, immer leuchtender und leuchtender zu werden; sie sendet Strahlen aus, und allmählich umgibt sie mit ihren Strahlen die vor ihr liegende Zirbeldrüse, regt diese an; infolgedessen dehnen sich die Wirkungen auf den Astralkörper aus und sie fangen an, diesen zu beeindrucken und umzuorganisieren.



  1. In anderen Zusammenhängen finden sich teilweise andere Entsprechungen angegeben: z.B. für die Eurythmie oder auf der Farbskizze «Der Mensch im Zusammenhang mit den Planeten», was nicht als Widerspruch, sondern als Ausdruck verschiedener Aspekte zu verstehen ist. Siehe hierzu z.B. Vortrag Wien, 1. Juni 1918. ↩

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