Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914

GA 264 — Berlin

Ausführungen über Wesen und Wirken der Meister in esoterischen Stunden IV

Gedächtnisnotizen von Eugenie von Bredow

Nach einigen einleitenden Worten für ein neu aufzunehmendes Mitglied sprach er hinreißend schön, so daß ich, glaube ich, schließlich noch mehr empfand als am 4. Oktober.

Er sprach über das wichtigste Ereignis unserer Zeit: die Eroberung Tibets durch die Engländer, dem Volke des Egoismus, wodurch der letzte Rest von Spiritualität auf Erden verschwinden würde. Sprach über die Religion der Tibetaner, ihre innere Reinheit in der Auffassung, über den Buddhismus, wie ihn Buddha ganz im Intimen seinen Jüngern gelehrt; daß der inkarnierte Lehrer auf Erden das weibliche Element wäre, welches vom Göttlichen, dem männliichen Elemente, befruchtet werden müßte. Aus dieser Ehe entstände der Boddhisattva, von dem die Tibetaner sagen: er hat Avalokidishvara, Gottesweisheit. Sprach über den Dalai Lama und seine Wahl aus Kindern, die unter besonderen Naturereignissen geboren werden. Sprach über die Geister des Feuernebels, deren Schüler unsere Meister gewesen; sprach über die Entwicklung des Menschen zu so mächtigem Wesen. Sprach über den Rhythmus in der Natur, den Gestirnen, dem ganzen Weltsystem; daß nur der Astralkörper des Menschen noch chaotisch sei und daß der Mensch diesen auch rhythmisch machen müße, sonst störe er die Evolution. Kam dann auf Weihnachten zu sprechen und auf die Wichtigkeit der Feste des Jahres; daß Weihnachten die Sonne am tiefsten stände und am 25. wieder den Aufstieg begänne, und daß in dieser Nacht die Meister der weißen Loge eine Sitzung hätten, in der sie die Sonnenkraft des kommenden Jahres ausströmten auf die Menschen, die sich ihnen ganz hingeben wollen, ihre Persönlichkeit ganz aufgeben wollen und sie um Kraft bitten. Wenn man in diesem Sinne Weihnachten feiert, in diesem Sinne die Meister bittet, dann senden sie ihre Kraft in den Menschen hinein an diesem 25. Dezember, so daß des Meisters Kraft durch sie wirkt.

Dann sprach er von der letzten Inkarnation des Meisters Kuthumi und seinem Besuch von Universitäten, um in anderen Sprachen und in modernem Geiste die hohe Weisheit interpretieren zu können, daß diese Inkarnation aber nicht in einer bestimmten Persönlichkeit gewesen sei, sondern seine Kraft bald hier, bald dort gewirkt hätte.1



  1. In nur sehr stichwortartigen Notizen von Eugenie von Bredow von der Esoterischen Stunde in München, [14. oder 15.] Dezember 1905 heißt es: «Zweifel, ob Kuthumi auf europäischen Universitäten gewesen. Notwendigkeit dessen, um europäische Begriffe zu lernen. Gleiche Notwendigkeit, Chinesisch zu lernen, um sich mit den Chinesen verständigen zu können.» ↩

German original of The Nature and Work of the Masters IV · ← Previous · Next →