Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914

GA 264 — Munich

Ausführungen über Wesen und Wirken der Meister in esoterischen Stunden III

Gedächtnisnotizen von Eugenie von Bredow

Notwendigkeit für den Esoteriker, den Plan zu verstehen, den die Menschheit unbewußt unter Führung der weißen Loge ausarbeitet.

Die Menschheit der Erde ist deren Mittelpunkt, dasjenige, worauf es in dieser Welt ankommt. Auf vielen anderen Welten wirken andere Wesenheiten und die Menschen jener Welten sind wie unsere höheren Tiere. Die Menschen der Erde haben den Planeten von den Göttern gestaltet erhalten und gestalten ihn sich gewissermaßen um. Zuerst geht ihre Entwickelung auf dem Plane des Sinnlichen - in der weitesten Bedeutung dieses Wortes - vor sich. Dazu war es notwendig, ihre Intelligenz auszubilden, damit ein logisches Denken die Menschen zu einer Menschheit verbinde.

Die Atlantier konnten noch nicht denken; sie wurden von den Göttern geführt. Die Arier müssen aus sich heraus zu Herren ihrer Welt werden. Intellektuell ist die Einheit, die verschiedene Ansichten ausschließt, schon erreicht. Es gibt nicht verschiedene Ansichten über den Bau einer Dampfmaschine oder dergleichen. Die Wissenschaft und ihre Produkte, die Nutzbarmachung der Naturkräfte, die Verkehrsmittel haben die verschiedenen Rassen und Nationen zu einer Einheit verbunden. Vor 5000 Jahren: welche Verschiedenheit zum Beispiel zwischen den Produkten des chinesischen und europäischen Volkes. Heute ist eine gewisse Überbrückung selbst zwischen diesen absterbenden Völkern und dem Abendlande hergestellt. Ein Bischof von Bremen schreibt über die Gebräuche in der Mark im 11. und 12. Jahrhundert, wie in den religiösen Kulten Tiere geschlachtet, Pferdeblut getrunken wurde. Dies im Osten Deutschlands, während im Westen schon das Aufblühen der Städte vor sich ging. $olche Gegensätze nebeneinander wären heute unmöglich.

Nun hat die Menschheit aber erst angefangen, sich Naturkräfte dienstbar zu machen. Dies wird schon in der nächsten Zeit und hinein in die nächsten Jahrtausende ganz anders werden. Die Menschen werden die Kräfte im fließenden Wasser herausziehen und sich dienstbar machen, sie werden die mächtigen Kräfte, die in den Sonnenstrahlen liegen, durch mächtige Spiegel auffangen und sich dienstbar zu machen verstehen; sie werden die Kräfte im Erdinnern, die jetzt durch vulkanische Ausbrüche sich auslösen und die von einem mächtigen Geistwesen im Erdinnern herrühren, zu beherrschen lernen; die wunderbarsten Maschinen werden von den Menschen ersonnen werden, um all diese ausgelösten Kräfte in den Dienst der Menschheit zu stellen, ja sie werden die Magnetkraft der ganzen Erde in ihre Gewalt bekommen, denn die Erde ist nur ein großer Magnet, dessen Südpol am Nordpol und dessen Nordpol am Südpol steht. Jetzt vermögen sie nur ihre Schiffe durch diese Kraft zu leiten. Als vor Urzeiten die Veränderungen der Erde notwendig waren, haben die Kräfte der Götter die Achse der Erde schief gestellt; in kommenden Zeiten wird die Menschheit die Achse zu drehen vermögen. Die Ausbildung der Intelligenz und Logik der Menschheit vollzieht sich also immer mehr und führt die Einheit der Menschheit auf sinnlichem Gebiet herbei.

Die Ausbildung des Sittlichen wurde erst von den Göttern durch die ethischen Lehren aller großen Religionen ermöglicht. Es muß aber eine Zeit kommen, wo die Menschen das Gesetz des Guten so klar erkennen, wie heute Gesetze der Logik. Was gut und was wahr ist auf spirituellem Gebiet, kann dann nicht mehr Ansichtssache sein, so wie es heute noch durch die verschiedenen Religionen, durch Bildung von Parlamenten um diese oder jene Rechtsfrage zu lösen, zum Ausdruck kommt. Wenn die Menschen sich bewußt werden, daß es ein Gutes, ein Sittliches gibt, das so bestimmt und klar ist, wie ein mathematischer Lehrsatz, dann haben sich die Menschen auch auf diesem Gebiet zu einer Menschheit vereint, die eine ganz andere Physiognomie trägt als die Menschheit von heute.

Zu dieser Erkenntnis des Sittlichen zu führen, der Menschheit dessen Gesetze zu offenbaren, damit eine Schar auf diesem Felde bewußt aus sich heraus arbeitender Menschen erstehe, gründete der vierte Meister, Christian Rosenkreutz, den Rosenkreuzerorden. Die andere intellektuelle Ausbildung des Westens verlangt andere Lehre. Im Osten wirkte die spirituelle Lehre, von den alten Rischi den Indern gegeben, stark im Volke nach. Christian Rosenkreutz und seine sieben Schüler legten den Anfang zur Erkenntnis des Gesetzes des Sittlichen, damit dieses nicht in dem von den Religionen Gegebenen in den Menschen nachklinge, sondern damit das Gesetz, als solches erkannt, in jedem Menschen zum individuellen Leben erwache. Die Wahrheit auf den Gebieten der Moral, der Sittlichkeit, der Güte, soll als ein Erkanntes und Empfundenes im Menschen erstehen.

Diese die Menschen zu einer Menschheit verbindende Einheit anzubahnen, ist Arbeit der esoterischen Schulen.

German original of The Nature and Work of the Masters III · ← Previous · Next →