Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914
GA 264
An Adolf Arenson in Bad Cannstatt aus London, 14. Mai 1904
Dieser Brief ist nicht erhalten, jedoch die Antwort von Adolf Arenson vom 27. Mai 1904:
Lieber Herr Doktor!
Ihre freundliche Mitteilung aus London hat mich sehr erfreut und beglückt. Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen zu mir - ganz gewiß, ich werde mich dessen würdig zeigen, auch wenn meine Meditationsversuche vielleicht nicht den Erwartungen entsprechen sollten. Das hängt zum Teil nicht nur von meinem Willen ab; aber daß diese tägliche Sammlung meinen Charakter beeinflußt und mich strenger gegen mich selbst macht, das empfinde ich schon jetzt. Ich fühle einerseits meine Mängel empfindlicher als je, andererseits ist trotzdem mehr Ruhe in mir, weil ich mich auf richtigem Pfad weiß.1
Das ist alles, was ich Ihnen zu sagen habe. Herzlich und ergeben
Ihr Adolf Arenson.
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Der Brief Rudolf Steiners enthielt offenbar die Mitteilung, daß Adolf Arenson in die Esoteric School aufgenommen wird. Er hatte aber schon vorher von Rudolf Steiner Anweisungen erhalten (siehe unter «Individuell gegebene Übungen»), denn er schrieb ihm am 9. Mai 1904: «Unserer Verabredung gemäß berichte ich Ihnen heute, wie es mir mit meinen Meditationsversuchen ergangen ist.» Und am Schluß dieses Briefes heißt es: «Dann möchte ich Sie bitten, mich der Esoteric Society vorzuschlagen; ich äußerte ja bei Ihrem Hiersein den Wunsch, einzutreten. Ich weiß allerdings nicht, welche Bedingungen gestellt werden, auch nicht, wozu es verpflichtet; aber was auch verlangt werde, ich fühle, wenn auch nicht die Kraft, so doch den ehrlichen Willen in mir, es unentwegt anzustreben. - Muß ich direkt um Aufnahme bitten? Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie mir auf diese Fragen eine Zeile der Antwort zukommen lassen würden. In dankbarer Verehrung Ihr Adolf Arenson.» ↩