Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914
GA 264 — Berlin
An Eugenie von Bredow in Landin/Westhavelland
Meine liebe Eugenie von Bredow! Berlin, 4. August 1907
Es wird das beste sein, Ihrer Schwester ganz anheimzustellen, ob sie die intimere theosophische Tätigkeit fortsetzen will oder nicht. Die Zweifel und Bedenken, in welche sie kommt durch ihren Glauben, sie tue nicht das rechte, die sind doch auch das störende. Eine okkulte Entwickelung ist nur möglich, wenn der Mensch energisch gerade solche Zweifel und Bedenken von sich weghält. Gut, sie zu überreden, ist [es] jedenfalls nicht. Deshalb empfiehlt es sich nur, ihr den Zweifel zu benehmen, als ob sie durchaus nicht könnte, ihr zu sagen, daß die Mutlosigkeit zu weit gehe; im übrigen aber alles in ihren eigenen Willen stellen. Man sollte nicht glauben, daß die Theosophie als solche nicht den Menschen schon weiterbringe. Und dieser will ja Ihre Schwester treu bleiben.
In diesem Sinne mögen Sie das halten. Dann ist auch für Sie kein Grund zur Traurigkeit über die Sache.
Ihnen selbst sende ich die besten Gedanken und bin stets in
Herzlichkeit Ihr
Dr. Rudolf Steiner
Abreisen können wir nun doch erst heute.1
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Rudolf Steiner und Marie von Sivers verbrachten den August in Italien. ↩