Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914
GA 264 — Cologne
An Sophie Stinde in München
Köln a.Rh., 10. Juni 1908
Mein liebes Fräulein Stinde!
Nicht wahr, nach dem von uns festgestellten Programm bleibt es bei E.S. Sonntag vormittags und Loge Sonntag abends. Nun gäbe ich gerne noch eine philosophische Stunde Sonntag, etwa 5 Uhr für die Zuhörer von damals bei der philosophischen Stunde und für solche, die Sie für geeignet halten. Doch ganz nach Ihrem Ermessen soll das alles eingerichtet werden. Es sollen Stockmeyers in F.M. diesmal aufgenommen werden.1 Es wird wohl nicht gehen, daß eine kurze Vorfeier Montag für die F.M. gemacht werde. Stockmeyer hat den dringendsten Wunsch, gerade zu seinem 50. Geburtstage aufgenommen zu werden. Die Aufnahme kann natürlich erst Dienstag einen Tag nach seinem Geburtstag sein - doch könnte man kurz vielleicht ohne Logenausstattung - Montag Vorfeier der Aufnahme, die besonders gestaltet würde, machen. Doch wenn es Ihnen zu viel Scherereien macht, dann mag Stockmeyer ruhig bis Dienstag warten. Gerne möchte ich ja auch im Laufe des Montags Stunde für vorgerückte Esoteriker.
Herzlichstes der Gräfin und Ihnen
Ihr
Dr. Rudolf Steiner
Ankommen werde ich frühestens Sonnabend abends von Eisenach aus kommen können, wo die Loge eröffnet werden soll.
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F.M. = Freimaurerei, beziehungsweise die erkenntniskultische Abteilung der Esoterischen Schule Rudolf Steiners, siehe GA 265. ↩