Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914
GA 265
Das Dreieck
Aus Vortrag Stuttgart, 14. Juni 1921
Wenn man die hervorragende Stellung des Menschen im Weltall betrachtet, so ergeben sich vor allen Dingen mehrere wichtige Linien. Erstens die Linie parallel zu der Erdoberfläche, die Horizontale. Zweitens dasjenige, was den Menschen unterscheidet von dem Tier, daß bei ihm die Rückgratlinie vertikal steht auf der Horizontalen. Damit haben Sie zwei Gebilde hingezeichnet; erstens die Horizontale, also die Waagrechte, und zweitens den rechten Winkel. Wenn man sich bewußt ist, welche Bedeutung die Horizontale hat, die die Tierheit schafft im Grunde genommen, und welche Bedeutung der rechte Winkel hat für die Hineinstellung des Menschen in das Weltall, dann verbindet man gewisse Vorstellungen mit der Horizontalen und mit dem rechten Winkel, die daher Symbole werden können.
Das Freimaurertum, das das Wesen des Menschen charakterisieren will, hat die Wasserwaage und den rechten Winkel unter seinen Symbolen. Auch die anderen Symbole sind durchaus nachgebildet den Kräften des Weltalls. Wie sie nachgebildet sind den Kräften des Weltalls, das kann sich Ihnen ergeben noch aus der folgenden Betrachtung.
Sehen Sie, wenn wir hier uns die Erde denken: der Mensch bewegt sich auf der Erde, sagen wir so - ich will es also radikal zeichnen -, dann ist es so, daß der Mensch hier in der Vertikalen seine Richtung hat und daß die Art, wie er sich verbindet mit dem Erdmittelpunkt, ein Dreieck ist.

Sie haben wiederum das Dreieck als ein Symbolum im Kultus der Freimaurer. Alles in dieser Freimaurerei ist im ersten Grad genommen von der Konfiguration des Menschen. Da sehen Sie die Herausbildung der Symbolik. Die Symbolik ist da, wo sie auftritt in ihrer Wesenheit, nicht willkürlich ausgedacht. Zur Symbolik kommt man nur, wenn man sie studiert an der Wirklichkeit. Die Symbolik ist im Weltall begründet, sie ist irgendwo da. So ist es auch mit dem Kultus.