Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924
GA 265a — 25 December 1911, Hanover
Die Drei Lichter: Weisheit, Schönheit, Stärke
Aufzeichnungen A von Camilla Wandrey
Der Grund, weshalb in den Tagen vom 24. Dezember bis zum 6. Januar, dem Erscheinungstag des Christus, bei den Versammlungen unserer okkulten Bruderschaft kein Zeremoniell stattfindet, ist der, dass diejenigen, die wir nennen die «weisen Meister des Ostens» sich in dieser Zeit zurückziehen in das Heiligtum, um dort die Kräfte zu sammeln, welche dann sowohl der gesamten Menschheit als auch unsrer okkulten Bruderschaft in neuer Stärke von ihnen gegeben werden. Wenn wir uns umgeben schen von allen Symbolen, die uns in unserem okkulten Tempel entgegentreten, so müssen wir stets daran denken, dass wir es da nicht zu tun haben mit imaginativen Dingen, sondern mit etwas ganz Realem: Wissen, empfinden sollen wir innerhalb der Mauern unseres Tempels, dass mit diesen uns umgebenden Symbolen uns einströmen die Kräfte der weisen Meister des Ostens. Wenn wir aufblicken zu denen, die uns, die ganze Menschheits entwicklung gelenkt haben vom Urbeginn der Welt an, durch die Entwicklung von Saturn, Sonne, Mond hindurch bis zur Erdenentwicklung, bis zu unserem gegenwärtigen Zeitpunkt, so wenden wir uns betend, Hilfe für unsre gegenwärtige Entwicklung erbittend an diejenigen, die wir nennen «Brüder der Vorzeit». Und wir beten also:
Brüder der Vorzeit ...
Blicken wir auf zu denjenigen, die uns gegenwärtig geistig leiten, so beten wir:
Brüder der Gegenwart ...
Und diejenigen, die in der Zukunft sein werden die Leiter der Menschheit, sprechen wir an als:
Brüder der Zukunft ...
Während wir unser Gebet also verrichten, blicken wir auf die drei Lichter, die sich vor uns entzünden. Vom Altar des Ostens scheint uns, in dem dort entzündeten Licht, die Weisheit, vom Altar des Südens die Stärke und vom Altar des Westens die Schönheit entgegen. In allen Mysterien kannte man sie und wusste, dass auf dem, was uns in diesen Lichtern entgegenscheint, aller Menschheitsfortschritt beruht. Aber derjenige, der als Meister diese drei Worte aussprach, wusste, dass sie in ihrer wahren Bedeutung nicht auf dem physischen Plan zu finden sind, dass dasjenige, was wir hier bei unseren Versammlungen aus ihnen in unserer Seele entzünden, nur Spiegelbild ist, das uns entgegengebracht wird aus der geistigen Welt.
Die Weisheit, die uns vom Altar des Ostens in der entzündeten Flamme als Spiegelbild entgegenstrahlt, finden wir in ihrer wahren Wesenheit auf dem Astralplan. Sie ist nur zu finden auf dem Astralplan. In uns Menschen spiegelt sie sich als Wahrheit des Denkens.
Wenn der Mensch wirklich sich bemüht, in seinem Denken durchzudringen zu dem weisheitsvollen Weltendenken - nicht in pantheistischem Sinne, sondern so, dass er das Wirken und Walten des Weltengeistes darinnen empfindet, dass weisheitsvoll das Kleinste und Größte in unsrer physischen Welt erschaffen hat, das in einem grünen Blumenblatt waltet und in all dem Großen und Majestätischen, das uns umgibt -, dann wird er merken, dass ihm zufließt gedankenhafte Weisheit vom Astralplan. Nur in diesem höchsten Sinn dürfen wir von «Weisheit» reden. Was man in der Wissenschaft «Weisheit» nennt ist keine solche; weiser ist derjenige, der hinausblickt in die Welt und in jeder Pflanze einen weisheitserfüllten Abdruck des schaffenden Gottes sieht. Das kann das naivste Gemüt.
Wenn wir uns nun vor Augen halten, dass wir stets umgeben sind von diesem Weltengeist, dann wissen wir auch, dass wir vor ihm stehen, wie wir in Wahrheit sind, nicht, wie wir vor der Welt erscheinen wollen, durch Unaufrichtigkeit, Unwahrheit. In den höheren Welten ist nichts da, was uns hinwegtäuschen könnte über unsere Untugenden. Da stehen wir ganz verlassen da von alle dem, mit dem wir uns hier als Täuschung umgeben möchten. Lüge, Täuschung, Unaufrichtigkeit haben keinen Zutritt zu dieser Welt. Es gibt dort gar keine Worte dafür, da [diese] Eigenschaften [dort] nicht vorhanden sind. Und wenn ein Mensch wirklich so schlecht ist, dass er aus seiner Inkarnation gar keine guten Eigenschaften mit heraufbringt in die höheren Welten, so käme er nicht einmal in das niedere Devachan hinein, sondern müsste sich so schnell als möglich wiederverkörpern. Deshalb muss der Mensch, ehe er hinaufkommen kann, seine Untugenden im Kamaloka ablegen, denn in den höheren Welten wird nur das Gute aufgenommen, es gibt dort kein Böses. Was der Mensch sich als Gutes, Wahres erarbeitet hat, wird dort aufgenommen, seine schlechten Eigenschaften, Begierden, seine Leidenschaften und Fehler nimmt er wieder auf als sein Karma, das er abtragen muss. Die zweite Flamme ist ein Abbild von der wahren Schönheit, die auf dem niederen Devachanplan weilt und in den Menschen hineinstrahlt als wahre Frömmigkeit. Die wahrhaft fromme Seelenkraft blickt hinauf in den Himmelsraum und schaut an die Gestirne als Ausdruck für die hinter ihnen webenden göttlich-geistigen Wesenheiten, und tiefste Frömmigkeit dringt durch eine solche Seele. Und beim Sonnenuntergang fühlt sie: Ja, jetzt sinkt die Sonne herab, Dunkelheit tritt ein — aber in dieser kann aufgehen eine andere Sonne, die heller erstrahlt und leuchtet als die physische Sonne. Es kann der Seele aufgehen, die Mitternachtssonne. So müssen wir denken lernen, empfinden lernen in jedem Augenblick, dass dasjenige, was aus der geistigen Welt herabstrahlt, als wahre Frömmigkeit hier empfunden wird, und dort im Devachan als Schönheit lebt. Aber es ist dies etwas anderes, als was man auf der Erde «Schönheit» nennt. Diese «wahre Schönheit» der devachanischen Welt ist für uns verborgen wie durch einen Schleier. Wir sehen sie nicht eher, als bis wir durch wahre Frömmigkeit, durch wahre Reinheit, durch absolute Wahrheit hier auf der Erde uns vorbereitet haben, sie in ihrem Glanz zu schauen droben im Devachan. Alles, was wir zu sehen glauben als «Schönheit», bevor wir würdig sind einzutreten in diese Sphäre der Schönheit, was wir vielleicht als Engelsgestalten, als erhabene Bilder sehen — das ist alles Täuschung. Das wandelt sich um in Hässlichkeit, wenn wir die Täuschung besiegen. Zu der wahren Schönheit kommen wir nur durch wahre Frömmigkeit.
Es kann vorkommen, dass ein Mensch durch besondere Umstände zwischen Tod und Geburt wirklich teilhaftig geworden ist des Anblicks dieser Schönheit - auch wenn er selber nicht rein war. Dadurch hat er starke Kräfte erhalten, sodass es ihm möglich ist in einer neuen Verkörperung sich selbst ein Körperkleid zu weben, das ihn mit strahlender Schönheit umgibt. Aber das ist nicht Wahrheit, das ist erlogen. Vor den Augen der Welt erscheint er in dieser strahlenden Schönheit, aber wer dahinter schauen kann, der weiß, dass es Teufelswerk ist. Viele solche Menschen gibt es jetzt - äußerlich schöne Menschen -, aber innerlich sind sie umso hässlicher, böser, schlimmer.
Es könnte auch sein, dass ein Mensch, der in einer früheren Inkarnation ziemlich entwickelt war, dann durch irgendwelche Umstände zur schwarzen Magie gekommen wäre. Ein solcher ist nun sehr allen möglichen Irrtümern ausgesetzt. Er kann glauben, wundervolle Engelgestalten zu schauen - aus seinen Erinnerungen an seine frühere Entwicklungsstufe webt er ihnen ein herrliches Gewand der Schönheit -, in Wahrheit aber sind es teuflische Wesenheiten.
Die dritte Flamme, die der Stärke, hat ihr Schattenbild auf Erden als tätige Tugend, als Moral in der Betätigung des Willens. Diese Flamme ist zu Hause auf dem höheren Devachan. Nur derjenige Mensch, der diese Eigenschaften entwickelt, kann hoffen hinaufzudringen in dieses höhere Devachan. — Die höheren Welten weisen alles zurück, was nicht in sie hineingehört. Aller Egoismus, Eitelkeit, Ehrgeiz, Ängstlichkeit, Furchtsamkeit kann nicht hinein. Der Mensch muss einsehen lernen, dass diese Eigenschaften große Dummheiten sind.
Wer wirklich «fromm» ist, der fühlt sich immer umgeben vom Weltengeist, er fühlt sich geborgen in ihm — wie kann er da Furcht haben? Wie kann er da in seiner Seele Eitelkeit, Ehrgeiz hegen?
Trotzdem besteht eine große Gefahr gerade für den, der schon weitergekommen ist, gewisse okkulte Wahrheiten empfängt und sie weitergeben darf. Sehr leicht entsteht da bei seinen Zuhörern ein Gefühl persönlicher Verehrung, ja Anbetung. Da muss er sich ganz frei machen, dass nicht wieder Eigenschaften in ihm auftauchen, die schon abgestreift waren. Er muss als tiefstes Geheimnis in sich verschließen, was ihm aus höheren Welten zufließt. Ist er ganz frei von der Schnsucht nach Verehrung und so weiter, dann wird ihm aus den höheren Welten die Anerkennung herabströmen als Stärke.
In allen Mysterienstätten sprach der Schüler diese Worte als sein Glaubensbekenntnis aus:
Weisheit - Schönheit - Stärke.
Aufzeichnungen B von Lonise Clason
Erster und zweiter Grad
Die drei Flammen, die auf den Altären leuchten, bedeuten: Weisheit, Schönheit, Stärke.
In allen okkulten Vereinigungen hat man die tiefe Bedeutung dieser drei Prinzipien gekannt und gewusst, dass auf ihnen aller Fortschritt beruht.
- Wenn sich der Mensch auf dem physischen Plan bestrebt, zur Wahrheit des Denkens durchzudringen, dann wird er merken, dass sie ihm zufließt als Weisheit vom Astralplan. Die Weisheit, die auf dem Astralplan zu Hause ist, wirft ihr Schattenbild auf den physischen Plan als Wahrheit des Denkens. Daher sollten wir uns hüten, anders als in diesem ihrem höchsten Sinne von Weisheit zu reden, sie zum Beispiel anzuwenden auf materielles Wissen. Dagegen kann «weise» sein ein ganz einfältiger, naiver Mensch, der in einem grünen Blumenblatte das wohltätige Schaffen der Gottheit sicht.
- Die zweite Flamme symbolisiert die Schönheit: Sie ist auf dem niederen Devachan zu Hause und findet ihr Schattenbild auf dem physischen Plan im wahren Frommsein. Aber es ist dies etwas anderes als das, was man auf der Erde unter Schönheit begreift. Wer diese Schönheit kennenlernen will, muss rein und wahr sein. Wer lügt, wird hier nicht zugelassen, denn Lüge würde hier erscheinen als Hässlichkeit.
Nun könnte es sein, dass ein Mensch, der in einer früheren Existenz ziemlich entwickelt war, jetzt durch irgendwelche Umstände zur schwarzen Magie gekommen ist. Ein solcher ist schr dem Irrtum ausgesetzt: Er kann glauben wundervolle Engelgestalten zu erblicken, aus seinen Erinnerungen webt er ihnen ein herrliches Gewand der Schönheit - in Wahrheit aber sind es grässliche, teuflische Wesenheiten.
- Die dritte Flamme, die Stärke, hat ihr Schattenbild auf Erden in der tätigen Tugend. Sie ist auf dem höheren Devachanplan zu Hause. Dort gibt es keine Tugend, aus dem einfachen Grunde, weil es dort keine Untugend, kein Böses gibt, das wird dort nicht zugelassen. Daher kommt es, dass der Mensch nach seinem Tode erst durch das Kamaloka gehen, sich von seinen Begierden, Leidenschaften reinigen muss, bevor er ins Devachan eingehen kann; denn hier wird nur das Gute aufgenommen, das er sich im Leben erarbeitet hat. Schreitet er dann zu einer neuen Existenz, so werden sich seine Begierden, Leidenschaften wieder mit ihm vereinen, sodass er sie als Karma in einer neuen Existenz abtragen kann. Nun wäre die Möglichkeit, dass jemand ganz schlecht ist, gar nichts Gutes aus einer Existenz mitbringt. Ein solcher Mensch kommt gar nicht in das Devachan, sondern schreitet vom Astralplan bald zu einer neuen Existenz.
Wie kommt der Mensch zu solcher Tugend, durch die er zugelassen wird auf dem Devachanplan? Wenn er vor allem seinen Egoismus besiegt, das heißt seinen Ehrgeiz, seine Eitelkeit, Ängstlichkeit, Furchtsamkeit. Wer wirklich fromm ist, der fühlt sich immer umgeben vom Weltengeiste, kann also gar nicht furchtsam sein. Er wird auch bald einsehen, dass Eitelkeit, Ehrgeiz auf den höheren Plänen eine große Dummheit sind.
Trotzdem besteht eine gewisse Schwierigkeit für den, der schon etwas weitergekommen ist, gewisse okkulte Wahrheiten empfängt und sie seinen Mitmenschen mitteilen darf. Schr leicht entsteht unter diesen Zuhörern das Gefühl persönlicher Verehrung, Anbetung, und das kann ihn dazu führen, dass trotz seiner höheren Stufe diese Eigenschaften, die er abgelegt glaubte, aufs Neue erwachen. Davon muss er sich ganz frei machen, immer mehr als tiefstes Geheimnis in sich verschließen, was ihm an Offenbarungen wird. Dann wird Anerkennung aus den höheren Welten auf ihn herniederrieseln in Gestalt von Stärke.
Die drei Flammen, die auf unsren Altären leuchten, bedeuten: Weisheit - Schönheit - Stärke.
In allen okkulten Vereinigungen hat man erkannt, dass auf ihnen aller Fortschritt beruht.
Erstens: Wenn sich der Mensch auf dem physischen Plan bestrebt, zur Wahrheit des Denkens durchzudringen, so wird er merken, dass sie zu ihm fließt als Weisheit vom astralischen Plane. Die Weisheit, die auf dem astralischen Plane zu Hause ist, wirft ihr Schattenbild in die physische Welt als Wahrheit des Denkens. Daher sollen wir uns hüten, anders als in diesem höchsten Sinne von Weisheit zu reden, sie zum Beispiel anzuwenden auf materielles Wissen. Dagegen kann weise sein ein ganz naiver Mensch, der in einem grünen Blumenblatt das wohltätige Schaffen der Gottheit sieht.
Die zweite Flamme symbolisiert die Schönheit; die ist auf dem niederen Devachanplan zu Hause und findet ihr Schattenbild auf dem physischen Plane in wahrem Frommsein. Aber es ist dies etwas anderes, als was man auf der Erde Schönheit nennt. Wer diese Schönheit sehen will, muss rein und wahr sein. (Wer lügt, wird hier nicht zugelassen, denn Lügen würde hier erscheinen als Hässlichkeit.) Nun wäre es möglich, dass ein Mensch, der in einer früheren Existenz [ziemlich] entwickelt war, jetzt durch irgendwelche Umstände zur schwarzen Magie gekommen wäre. Ein solcher ist nun sehr dem Irrtum ausgesetzt; er kann glauben, wundervolle Engelgestalten zu sehen; aus seinen Erinnerungen webt er ihnen ein herrliches Gewand; in Wahrheit aber sind es grässliche, teuflische Wesenheiten.
Die dritte Flamme: Die Stärke hat ihr Schattenbild auf Erden in der tätigen Tugend. Sie ist auf dem höheren Devachanplan zu Hause. Dort ist keine Tugend aus dem einfachen Grunde, weil es dort keine Untugend gibt, kein Böses; das wird dort nicht zugelassen. Daher kommt es, dass der Mensch nach seinem Tode erst durch das Kamaloka hindurchgehen muss, bevor er ins Devachan eingehen kann. Denn hier wird nur das Gute aufgenommen, das er sich im Leben erarbeitet hat. Schreitet er dann zu einer neuen Existenz, so werden seine Begierden sich wieder mit ihm vereinen, sodass er sein Karma in einer neuen Existenz abtragen kann. Nun wäre die Möglichkeit, dass jemand ganz schlecht ist, gar nichts Gutes aus einer Existenz mitbringt. Ein solcher Mensch kommt gar nicht ins Devachan, sondert schreitet vom astralen Plan zu einer neuen Existenz.
Wie kommt nun der Mensch zu dieser tätigen Tugend? Wenn er vor allen Dingen seinen Egoismus besiegt, das heißt seinen Ehrgeiz, seine Eitelkeit, Ängstlichkeit, Furchtsamkeit. Wer wirklich fromm ist, der fühlt sich immer umgeben vom Weltengeiste, kann also nicht furchtsam sein. Er wird auch bald einsehen, dass Eitelkeit, Ehrgeiz auf den höheren Planen eine große Dummheit sind.
Trotzdem besteht eine gewisse Schwierigkeit für den, der schon weitergekommen ist, gewisse okkulte Wahrheiten empfängt und sie an seine Mitmenschen weitergeben darf. Sehr leicht entsteht da unter seinen Zuhörern das Gefühl persönlicher Verehrung, ja Anbetung. Davon muss er sich ganz frei machen, immer in sein Inneres als tiefstes Geheimnis verschließen, was ihm aus höheren Welten fließt. Dann wird auch die Anerkennung aus den geistigen Welten nicht ausbleiben, sondern auf ihn heraufrieseln in Gestalt von Stärke.
Mancher unter uns, der [unleserliches Wort] fortwährend geistige Wahrheiten aufnimmt, ohne sie weitergeben zu können, wird sich schon gesagt haben, ob das nicht ein geistiges Genießen sei, wodurch er seine Kräfte anderen Dingen entzieht, statt sie für seine Mitmenschen nutzbar zu machen. Dem ist nicht so: Diejenigen, die geistige Wahrheiten so viel sic können in sich aufnehmen, tun für die gesamte Menschheit sehr viel, wenn sie diese Wirklichkeiten mit wahrer Hingabe auf sich wirken lassen. Es gibt da ein okkultes Gesetz: Alles Materielle wird durch den Genuss zerstört, alles Geistige wird mit dem Genuss erst geboren.
So wie die Pflanze, wenn sie zur Frucht gelangt ist, wieder ihren Samen der Erde anvertrauen muss, um weiter zu leben - so müssen die Menschen da sein, um die spirituellen Wahrheiten zu empfangen. Und diejenigen, die Verkündigungen aus den höheren Welten erhalten, sollten sich sehr prüfen, ob sie die empfangenen Wahrheiten weitergeben dürfen und es immer als Karma betrachten und achtgeben, (ob) Karma sie dazu aufruft. Macht Ihnen das Mitteilen der geistigen Wahrheiten noch Freude, dann ist es besser, Sie unterlassen es. Ist es aber mit Schmerz verbunden, klebt Herzblut daran, so mögen Sie es getrost tun, es wird Segen bringen. Auch die Bücher der äußeren Wissenschaft haben nur Wert, wenn sie aus dem Leid, dem Schmerz geboren sind. Wer nicht Jammer und Leid durchgemacht hat, sollte keine Bücher schreiben. Er tut besser, im stillen Kämmerlein ein gutes Buch zu lesen, als ein schlechtes zu schreiben. Die gewonnenen geistigen Wahrheiten haben mehr Zweck als alle materialistischen Bücher unserer Zeit zusammengenommen. Raffaels Madonna hätte keinen bleibenden Wert, wenn nicht Menschen da wären, sie zu betrachten. Erst dadurch bekommt ein Kunstwerk Ewigkeitswert, dass es von der Umwelt angeschaut wird. Nicht das Kunstwerk selbst ist unsterblich, sondern das Bleibende sind die Gefühle, Empfindungen derer, die es genießen.
Der Künstler hat seine Hauptaufgabe erfüllt, seinen Genuss erschöpft, bevor er beginnt zu schaffen, das heißt äußerlich darzustellen. Da war er im Konnex mit der geistigen Welt, und für den wahren Künstler ist es ein Opfer, seine Ideen in eine feste Form zu prägen - es klebt Herzblut daran. Daher ist es falsch - will man in der Akasha-Chronik etwas über Raffael und Michelangelo erfahren -, diese selbst aufzusuchen. Die Leute, die zu seiner Zeit gelebt haben, auf die er gewirkt hat, die muss man beobachten. Es ist viel notwendiger für die Menschheit, wenn wir mit wahrer Hingabe geistige Wahrheiten in uns aufnehmen, als wenn wir zum Beispiel eine Stiftung machen, wodurch oft nur ein scheinbares Glück hervorgerufen wird. Denn wer da hineinschaut, sieht, wie oft schon in der nächsten Generation Unglück daraus erwächst. Diese materiellen Sachen vergehen, während die geistigen Wahrheiten dauernd bleiben. Es kann jetzt noch hundertmal mehr geistig genossen werden, da wir in einer so vermaterialisierten Gedanken-Atmosphäre leben, dass dies noch lange nicht ausgeglichen ist.
Aufzeichnung D von Alice Kinkel
Immer dürfen wir die Stimmung haben:
Der Allgeist ist bei mir und der weiß, wie es um mich steht.
Weisheit — Schönheit— Stärke
ist eigentlich nur in der geistigen Welt vorhanden, hier unten ist nur die Spiegelung davon.
Wer die Worte: Weisheit, Schönheit, Stärke ausspricht, der sollte eingedenk sein, dass er damit ein Glaubensbekenntnis ausspricht:
«Ich glaube an eine astralische Welt» sagt er, wenn er das Wort «Weisheit» spricht.
«Ich glaube an ein unteres Devachan» heißt es, wenn er das Wort «Schönheit» spricht.
«Ich glaube an ein oberes Devachan» sagt er, wenn er die «Stärke» nennt.
Die Spiegelung von Weisheit hier unten ist die Wahrheit, die von Schönheit hier unten die Frömmigkeit, die von Stärke hier unten die Tugend.
Weiser Meister - wer ist das? «In allem, in jedem Blatt tritt mir die Gottheit entgegen.»
Luzifer beherrscht das Blut und dadurch den Menschen fast ganz; er kann an Nerven, Muskeln, Knochen aber nicht heran.