Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924

GA 265a — 6 February 1913, Berlin

Die Drei Hüllen Des Christus-Jesus

Aufzeichnungen A von Alice Kinkel Für alle Grade

Der physische Leib des Christus-Jesus ist der Erde übergeben worden und er hat sich vermischt mit der Erde.

Der ätherische Leib des Christus-Jesus, von dem gingen Teile auf die Menschen über, die Führer in einer gewissen Weise zu sein hatten.

Ebenso gingen die Abbilder vom Astralleib des Christus-Jesus über auf solche Menschen, die eine besondere Aufgabe in der Menschheit hatten.

Ein Ich gab es bei dieser Wesenheit kein eigentliches, denn das Ich des Jesus von Nazareth verließ ja die drei Hüllen bei der Johannes-Taufe im Jordan, aber dadurch, dass der Christus drei Jahre in den Hüllen gelebt hat, ist etwas entstanden wie ein dünnes Häutchen, so eine Art Ich-Hülle, die denjenigen eingegliedert ist, die ein gutes Verständnis für die Christus-Wesenheit heute haben.

Wenn nun der Scher schaut in die geistigen Welten, so sieht er, dass der Christus immer vom Mysterium von Golgatha ab da war und gelebt hat in einem Ätherleibe, den er sich aufgebaut hat, umgeben von strahlenden Lebenskräften. Der physische Leib war dem Christus durch das Mysterium von Golgatha ja für immer abgenommen ...

Der Materialismus ist etwas, was sich in der geistigen Welt verwandelt zeigt. Die Materialisten bieten dort in der geistigen Welt einen furchtbaren Anblick. Durch sie hat der Christus in der geistigen Welt einen zweiten Tod erlitten. Als Folge davon zeigt sich jetzt in der geistigen Welt das Kreuz aus der Erde herauswachsend wie ein grüner Strauch, den Feuerflammen ergreifen, das Kreuz ist verkohlt und mit sieben roten Rosen umwunden. - Das Kreuz mit dem Leichnam des Herrn, das ist das Symbol für das Mysterium von Golgatha (für den Tod des physischen Leibes).

Das Rosenkreuz ist das Symbol für den zweiten Tod des Christus im neunzehnten Jahrhundert, für den Tod des Ätherleibes durch das Heer der Materialisten. Die Folge davon ist, dass der Christus nun im zwanzigsten Jahrhundert so gesehen werden kann, wie ich es Euch oft gesagt habe, nämlich im Ätherleibe.

Man sieht jetzt das Kreuz herauswachsen aus der Erde, schwarz, verkohlt durch das Feuer der Materialisten und leuchtend darauf die sieben Rosen, rote Rosen. So erlebt der Seher die Imagination.

Durch die Verkündigung dieser geistigen Tatsache seid Ihr nun Mitwisser eines großen Mysteriums geworden. Solche Geheimnisse legen besondere Verpflichtungen auf.

Vor denen, die abgefallen sind von uns, habt Ihr Euch am meisten zu hüten und zu wachen, dass ihnen nichts zu Ohren kommt, denn sie hassen uns (Sonklar, Ostermann, Hübbe-Schleiden). Was bedeutet denn aller Hass, alle Feindschaft gegen uns? Diejenigen sind es, die da uns als die Erkenner des zweiten Todes des Christus als zweites Opfer für die Menschheit hassen. In der Äthersphäre der Erde hat sich dieser zweite Tod zugetragen, vollzogen.

Die «Tempellegende» und die «Morgenröte» werden besprochen. Wer sie auf sich wirken lässt, bei dem kommt es vor, dass er sich sagen kann: Ich habe mich angestrengt, aber nun bin ich so ein wenig wie geistesabwesend gewesen, das Gedächtnis schwindet mir. Das ist kein schlechtes Zeichen, denn jeder Mensch der Gegenwart hat in sich Teile, die tot sind, und am meisten solcher Einschlüsse haben die Materialisten. Im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert war eine große Anzahl von Materialisten im Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; sie bildeten eine Art Sekte in der geistigen Welt, die alles Spirituelle, alles Geistige hassen, obwohl sie in der geistigen Welt sind.

Wir haben von denen gesprochen, die abgefallen sind; damit sie nicht hereinspielen mit ihren Gedanken in unsere Arbeit hier, ist es notwendig, das Ritual zu ändern.

(Von hier ab wohl M.E. statt F. M.)

Aufzeichnungen B aus dem Nachlass von Elisabeth Vreede Erster Grad

Wenn der Esoteriker seine Übungen regelmäßig verrichtet und sich vertieft in die Tempellegende oder die großen kosmischen Bilder, die uns in der Theosophie gegeben werden, oder in Jakob Böhmes «Morgenröte» und die andern Symbole, wie sie in diesem Tempel gegeben werden, so wird er bemerken, dass es so sein kann (ist), als ob sein Gehirn in einem bestimmten Augenblick nicht imstande wäre, weiterzudenken, als ob seinem Denken eine Grenze gesetzt würde.

So etwas soll der Esoteriker empfinden und innerlich erleben. Der gewöhnliche Mensch hat bisweilen dieselben Empfindungen, dass ihm sein Gehirn den Dienst versagt, aber er kommt nicht zum Erleben und Gewahrwerden dieser Tatsache. Die Menschen verschlafen eigentlich ihr ganzes Leben; nicht nur dadurch, dass sie in der Nacht schlafen, auch am Tage verschlafen sie die wichtigsten Ereignisse, weil sie ganz hingegeben sind den Eindrücken, die sie von den Sinnen erhalten. Alle diejenigen, die in einer wichtigen Zeit, wie unsere heutige eine ist, sich gewendet haben gegen dasjenige, was sie als eine spirituelle Strömung hätte erreichen können, die wie gescheit sie auch an und für sich waren - doch sich weigerten, das Spirituelle aufzunehmen, die sich also ganz dem Materialismus hingegeben haben, die haben sich nach ihrem Tode ebenso gegen alles Spirituelle gewandt und dort einen bestimmten Hass ausgebildet, den sie dann als Kraft (oder Kräfte) wieder in die physische Welt zurückgeworfen haben. Vom sechzehnten Jahrhundert an ist das im Grunde eigentlich immer so gewesen, und jene Hassgefühle machen sich in der physischen Welt bemerklich und haben dort ihre Wirkung. Die Welten sind ja nicht voneinander getrennt, sie durchdringen einander.

Wir haben auch davon gesprochen, wie beim Tode des Christus Jesus auf Golgatha der physische Leib in die physischen Substanzen der Erde eingedrungen ist und wie daraus für einzelne Menschen die Kraft entsprungen ist, um in den ersten nachchristlichen Zeiten die Märtyrerschaft durchzumachen. Zu seiner Zeit hat auch der Ätherleib des Christus als Äthersubstanz sich in die Erde aufgelöst, und dadurch hat sich für einzelne Individualitäten die Möglichkeit eröffnet, diese Äthersubstanz in sich aufzunehmen, und dadurch konnten gewisse Verrichtungen durch diese Individualitäten hier auf Erden geschehen.

Auch der Astralleib des Christus gelangte zu einer bestimmten Zeit in die Astralsubstanz (-aura) der Erde, und damit konnten auch wiederum menschliche Astralhüllen umkleidet werden, die gewisse Geschehnisse auf Erden zeitigten.

Und jetzt wird die Ich-Substanz Menschen mitgeteilt werden können. Denn wenn auch Jesus von Nazareth bei der Taufe seine drei Hüllen verlassen hat, so blieb doch auch ein Teil der Ich-Substanz bei den Hüllen, und so wurde auch diese Kraft der Erde eingefügt.

Das Neue, was jetzt allmählich den Menschen geoffenbart (mitgeteilt) werden wird, ist eine Erinnerung oder Wiederholung desjenigen, was Paulus bei Damaskus erlebt hat. Er schaute die Äthergestalt des Christus. Dass diese aber jetzt für uns sichtbar werden soll, rührt her von der Tatsache, dass in der Ätherwelt gleichsam ein neues Mysterium von Golgatha sich abgespielt hat. Das, was hier in der physischen Welt bei der Kreuzigung stattgefunden hat infolge des Hasses der nichtverstehenden Menschen, das hat sich jetzt auf dem Ätherplan wiederholt durch den Hass der Menschen, die als Materialisten nach dem Tode in die Ätherwelt eingetreten sind.

Man halte sich noch einmal vor die Seele, wie bei dem Mysterium von Golgatha ein Kreuz aufgerichtet wurde aus totem Holz, an dem der Leib des Christus hing. Und dann schauen wir jenes Kreuzesholz in der Ätherwelt als sprießendes, sprossendes Holz, grünes, lebendiges Holz, das durch die Flammen des Hasses verkohlt ist und an dem nur noch die sieben blühenden Rosen erscheinen, die siebenfache Natur des Christus darstellend; dann haben wir da das Bild von dem zweiten «Mysterium von Golgatha», das sich jetzt in der Ätherwelt abgespielt hat. Und durch dieses Absterben, dieses zweite Sterben des Christus ist es möglich geworden, dass wir jenen Ätherleib schauen werden. Die Verdichtung, den toten Teil des Ätherleibes des Christus Jesus werden die Menschen schauen.

Dies ist eines der größten Geheimnisse, das jetzt dem Esoteriker geoffenbart werden soll und über das zunächst nichts Weiteres gesagt werden kann. Ein jeder möge darüber nachdenken und es seiner Meditation einverleiben.

Was schon ausgesprochen ist, wie der Hass gegen diese unsere Bewegung immer größer werden wird, soll auch jetzt wiederholt und besonders betont werden. Nicht nur von den Materialisten allein wird jener Hass kommen, aber auch von Pseudo-Spiritualisten, ja von Pseudo-Theosophen, die einen eigenen Christusbegriff sich zurechtlegen werden, damit die Wahrheit über den Christus nur ja nicht bekannt werden soll.

So wird es mehr denn je notwendig sein, dass wir zusammenstehen und uns vereint fühlen gegenüber dieser Attacke des Hasses. Es ist sogar auch schon gelungen, diese (F.M.-) Mysterien zu verraten, indem Leute mit zu wenig Ernst und Würde hier eingetreten sind.

Daher soll allen gegenüber noch einmal dieser Ernst und diese Würde betont werden gegenüber solch heiligen Dingen, wie diejenigen sind, von denen in unserem Tempel gesprochen wird. Durch diesen Verrat ist es notwendig geworden, unser Ritual zu ändern und so umzuwandeln, dass - während die Bedeutung im Wesentlichen dieselbe bleibt - die Rituale doch anders lauten werden als früher, sodass sie nicht mit denen der andern zusammenklingen werden.

Aufzeichnungen C von Alice Kinkel Dritter Grad

Auf was gehen wir herum auf unserer Erde? Auf einem Leichnam! — Die Berge der Erde, was sind sie? Festgewordene Gedanken der Götter! - Das Sterben der Erde war cin langsames, das etwa in der vierten Periode der atlantischen Zeit begann, und das Todesröcheln der Erde fällt in die urpersische Zeit, in die Zarathustrazeit.

Lionardo da Vinci war ein Abgesandter des Rosenkreuzertums; er hat nicht umsonst in Spiegelschrift geschrieben. Er hat sechzehn Jahre gearbeitet an dem Bilde des «Abendmahl», ebenso lange an der Statue des Franz Sforza. Für das Abendmahl konnte er kein Modell finden für die zwei Hauptgestalten; den Christus und den Judas; den Christus, aus dessen Antlitz das innere Licht leuchten sollte, und den Judas, aus dem die innere Schwärze schauen sollte. Der Schatten auf dem Antlitz des Judas ist auch technisch durch nichts zu erklären. Ein Rest ist nur noch von dem Bilde vorhanden, der noch etwas ahnen lässt von der wunderbaren Verteilung von Licht und Schatten auf dem Bilde und von seiner ganzen gewaltigen Schönheit.

Ein anderes Bild gibt es noch, das geradezu ergreifend ist, ein Bild, wo der Meister Lionardo vor seinem vollendeten Bilde, das «Abendmahl» steht und unbefriedigt davon ist, denn man kann in unserm Zeitalter keinen Christus malen.

Die Statue, das andere große Werk Lionardos, wurde zertrümmert, das heißt das Modell davon, als es bei einem Feste als Prunkstück dienen sollte.

Was wir als Menschen hier tun und denken und die Bewegungen, die wir machen, das ist das, was die Götter früher getan haben, um diese unsere Welt entstehen zu lassen.

Geisteskeime für die Zukunft sollen gelegt werden durch die Arbeit und das Ritual in unseren M.E.-Logen. Magie ist nicht etwas, was beliebige Handlungen vollbringt, sonderbare Gebräuche ausführt, sondern Magie ist dasjenige, was Menschheits- und Welten-Zukunft vorbereitet.

German original of The Three Sheaths of Christ · ← Previous · Next →