Lessons for the Participants of Cognitive-Cultic Work 1906–1924

GA 265a — 8 December 1913, Munich

Die Zukünftige Verödung Des Menschen Und Der Welt

Aufzeichnungen A aus dem Nachlass von Elisabeth Vreede Erster Grad

Über Verödung der Welt und der Menschen. Verödung von Kunst, Wissenschaft, Industrie, Gewerbe und so weiter. Alles wird alt. Menschen werden in der Zukunft da sein wie ohne Ich; wie automatenhaft werden sie sich bewegen und ihre Arbeit verrichten.

Eduard von Hartmanns Pessimismus: Die Erde in die Luft zu sprengen, sei das Beste. In gewisser Weise scheint sein Pessimismus begründet gegenüber einer so trostlosen Zukunftsperspektive. Wenngleich wir tiefste Trauer darüber empfinden, dürfen wir doch dankbar sein unserem Karma für das, was wir hier erhalten, denn wir werden dann, in der Zukunft - wie darüber schwebend - diesen automatenhaften Menschen etwas geben können, was sie führt, etwas wie einen Ersatz für das fehlende Ich. So sagt es der Meister, der darüber befragt wurde.

Aufzeichnungen B von Alice Kinkel Für alle Grade

Das Wissen, die Erkenntnis der Entwicklung unserer Erde ist für uns selbst die Kraft und das Mittel, um okkult vorwärtszukommen. Blicken wir auf unsere Erde, so zeigt sich uns, dass sie in einem Zustande des Absterbens sich befindet. Wir wissen, dass das Menschenleben einen aufsteigenden Teil - etwa bis zum dreißigsten Jahre - hat und einen absteigenden. So ist es auch mit der Erde. Die aufsteigende Hälfte ist etwa zu rechnen bis zur Mitte der atlantischen Zeit. Von da ab wäre die Zeit ihres Absterbens, ihres Dürrwerdens; aber durch bestimmte Zusammenwirkungen wurde diese Zeit bis zur Zeit des Mysteriums von Golgatha hinausverzögert; denn durch das Mysterium von Golgatha wurden die neuen, die verjüngenden Jugendkräfte wieder der Erde geschenkt. Auch die Wissenschaft sagt uns, dass die Erde ein Absterbendes ist, ein Zerfallendes, auf dem wir herumgehen. Der Physiker, er spricht heute schon von dem Wärmetod unserer Erde, von der Auflösung, dem Zerfall. (Die Geologie von Eduard Sueß wird angeführt und besprochen.)

Was hat der Okkultismus, der den Christusimpuls auseinanderlegt, wie wir es angesichts unserer drei Altäre und unserer drei Leuchter hier tun, dazu zu sagen?

Wenn wir zurückgehen in die alten Mysterien- und WeisheitsStätten, an die sich anschließen soll unsere Vereinigung, so brauchen wir gar nicht weit zurückzugehen, nur bis zur Zarathustra-Lehre, wo die besten Gefühle und Empfindungen der Anbetung des Feuers gewidmet waren. Was lebt denn in diesem Feuer, in dieser Opferflamme? Wer unseren Ausführungen in unseren intimen Vereinigungen in den letzten Zeiten gefolgt ist, der wird sich nicht wundern, wenn gesagt wird: Ahriman lebt in diesem Feuer oder hat zu tun mit diesem Feuer. - Was beschreibt denn der Physiker, wenn er von dem Wärmetod der Erde spricht oder wenn er seine anderen Untersuchungen beschreibt? Die Taten Ahrimans beschreibt er.

Für den Zarathustrianer war aber dieses Feuer etwas anderes. Die Verbindung mit den guten Mächten war cs, die suchte und pflegte er in der Anbetung des Feuers, der Mächte, die da hinüberretten, welche die Kraft geben des Nichtverbranntwerdens der Seele.

Wohl wird diese Erde den Wärmetod erleiden und verbrennen und zerstieben ins Weltenall hinein, aber die Seelen, die verbunden sind mit den guten Mächten, die werden die Kraft haben, das vor dem Verderben zu retten, was von dem verjüngenden Impulse des Mysteriums von Golgatha stammt und es hinüberzutragen in künftige Erden-Entwicklungen, was dereinst als Jupitersonne leuchten wird über der künftigen Erde.

Greisenhaft und dürr ist alles, was von der gewöhnlichen Wissenschaft heute stammt, und trostlose Öde eröffnet es dem Menschenherzen und den Menschenseelen; denn wenn der Physiker seine Schlüsse zu Ende zieht, so gelangt er zum Wärmetod. - Und was für einen Trost gibt er dann der Menschheit? Nur den einen, dass es ja noch recht lange bis dahin ist! - Trostlos und öde ist die Aussicht für die Menschenseele. Es gibt nur einen Weg, nur einen einzigen Weg, der zu neuem Leben führt. Alt und dürr geworden ist die Erde; sie ist dem Untergang geweiht; ein Leichnam, der verdorrt, ist sie. Aber eine göttliche Wesenheit hat sich herabgesenkt aus göttlich-geistigen Höhen - die Christuswesenheit - und hat der Erde den Frühlingsimpuls, das neue Leben gebracht.

Wer sich mit dem Christus-Jesus verbindet, der wird den Weg finden aus dieser Erde hinaus zu neuem Leben. Alles muss neu entstehen auf dieser Erde durch die Christuswesenheit. Die Menschen werden nicht mehr durch die alten Impulse von Weisheit, Schönheit und Tugend oder Stärke wirken können, neue Impulse müssen durch den Christus kommen. Die alten Impulse werden versagen. Und es wird eine Architektur entstehen, die nur Lächerliches darbietet; eine Malerei, eine Dichtkunst, eine Medizin werden entstehen, die keine richtigen Wirkungen mehr ausüben. Jubeln werden zwar die Menschen, wenn allerlei Flugzeuge die Luft durchkreuzen, aber jedes solches Flugzeug hilft mit an dem Tode der Erde.

Was sind denn unsere Maschinen, was ist denn unsere Technik? Metalle verwenden wir dafür, die wir aus der Erde reißen und ihrem göttlichen Beruf entziehen. Jede Maschine ist wie ein Stück Fleisch, das vom Leibe der Erde gerissen ist, jede Maschine trägt zu ihrem Tode bei.

Wenn sich eine Anzahl Seelen finden - und es müssen sich solche Seelen finden -, die aufnehmen wollen den Christusimpuls, wie er hier vom wahren Okkultismus vertreten und auseinandergelegt wird: Dann wird von diesen Seelen ausgehen können dasjenige, was rettet, was hinüberträgt die Erde zum Jupiter. Eine neue Wissenschaft, eine neue Philosophie, eine neue Kunst, eine neue Malerei, eine neue Technik, eine neue Medizin, ein neues gewerbliches Leben müssen entstehen. Und der Christus wird sein der große Lehrer für alle Zweige des menschlichen Lebens.

Gezeigt hat der Meister der Weisheit, als er angefleht wurde, das Bild der Zukunft der Menschheit: ein schauervolles Bild - Menschen, die da unten herumlaufen wie Automaten, die ihr Ich wie verloren haben, die tief betäubt sind von dieser materialistischen Kultur, die nur Greisenkräfte enthält. Mit ihrem dreißigsten Jahre, wenn ihre Jugendkräfte verbraucht sind, werden diese Menschen sein wie Automaten.

Früher wurden die Erdengeschicke von göttlichen Wesenheiten von außen her gelenkt und die vererbten göttlichen Kräfte waren dann da, um die Menschheit weiter zu bringen. Nun soll der Mensch selbst Mitberater der Götter (über das Schicksal der Erde) sein und von sich aus durch den Christusimpuls Kräfte ausstrahlen. Und der Meister der Weisheit hat bestätigt, dass Ihr berufen seid, wenn Ihr durch die Pforte des Todes gegangen seid, die okkulten Erkenntnisse und Wahrheiten, die Ihr aufgenommen habt, auszustrahlen, herunterzusenden von den geistigen Welten aus auf die Erde, um zu erkraften die Seelen der Menschen, die wie Automaten hier unten herumlaufen. Denkt in Demut und in Verantwortlichkeit daran, wie Karma Euch geführt hat, dass Ihr dazu berufen seid!

Was bedeutet dieses Aushauchen der Menschentaten in das Weltenall? Das Wort «Gott», «ergötzen» hat den gleichen Stamm. Mitteleuropa hat ein Wort, das heißt «ergötzen». Von außen kam der Gott früher an den Menschen bei Tag heran; «ergotten» nannte man es, ein heiliges Ergötzen.

Ein zweites Gesicht hat der Meister gezeigt; das erste: ein trauriges Gesicht, dementsprechend, wie es mit der Menschheit steht; das zweite aber ein heiliges, inneres Ergötzen, da durch den Christusimpuls Frühlingskräfte, sprossende, sprießende, hinausgesendet werden können in die Welt. - Viele Worte, die trivial geworden sind, können wieder bedeutungsvoll werden durch wahren Okkultismus.

Engel-Musik ist die Sphärenharmonie. Luftfahrzeuge sind die Störer der Harmonie des Weltenalls! Die innere Wärme müssen wir in uns ausbilden.

German original of The Future Desolation of Man and the World · ← Previous · Next →