Übungen mit dem Meditationsspruch «In der Gottheit der Welt ...» als Umkehrung von «In den reinen Strahlen des Lichtes ...»

Am Abend mache man sich folgendes klar: Ich werde des nachts untertauchen in eine unsichtbare Welt. In dieser Welt werde ich ruhen. In dieser unsichtbaren Welt liegt auch der Quell der höchsten Tugenden, besonders der Haupttugend: der Liebe zu allen Wesen. Ich muß immer aus diesem Quell aufs Neue schöpfen. Denn eine Vervollkommnung ist nur möglich, wenn das Unsichtbare immer wieder in das Sichtbare übergeführt wird. Deshalb kann nur im Unsichtbaren der Ursprung des Sichtbaren gefunden werden. Dies alles muß nun in Sinnbildern gedacht werden. Ich denke mir den Raum mit einem Lichte erfüllt, dem übersinnlichen Licht des Göttlich-Geistigen. Ich denke mir die Liebe als eine Wärme, [die] diese übersinnliche Welt durchströmt. Mich selbst denke ich in der Nacht ruhend in dieser übersinnlichen Welt.

Das alles wird nun in Sinnbildern in der Seele vorgestellt in den folgenden 7 Zeilen:

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

Diese 7 Zeilen und die Bilder derselben lasse man durch 5 Minuten (nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gefühle) ganz allein in der Seele leben. Dann schalte man durch weitere 5 Minuten alle Vorstellungen aus, und gebe sich, bei vollkommener innerer Seelenruhe ganz der Wirkung dieser 7 Zeilen hin.

Nach diesem mache man seine Rückschau auf das Tagesleben.

Am Morgen, nach dem Erwachen, wenn noch keine andern Eindrücke durch die Seele gezogen sind, mache man die 7 Zeilen und die Bilder im Bewußtsein wieder lebendig und zwar in der folgenden Art:

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

Auch diesmal müssen diese 7 Zeilen durch 5 Minuten das Bewußtsein ganz erfüllen und dann durch weitere 5 Minuten dieses Bewußtsein ganz der Wirkung derselben hingegeben sein, ohne daß irgendein Gedanke im Bewußtsein lebt.

Nach diesem bilde man sich die Vorstellung einer werdenden Pflanze; man lasse diese in Gedanken vor sich ganz langsam wachsen: Blatt für Blatt, Blüte, Frucht. Man stelle sich die Kraft vor, wie diese das Werden bewirkt. Dann denke man sich diese Kraft in das eigene Herz hinein und konzentriere sich darauf durch 2-3 Minuten.

Im Laufe des Tages werden die vorgeschriebenen Nebenübungen gemacht. —

Abends: Rückblick

8-10 Min:

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

2 Min. Friede.

[Morgens:] Ruhe

2 Min.

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

Im Laufe des Tages: Gedankenkonzentration.

Abends:

In Symbolen den Inhalt erleben von Licht, Wärme; dann:

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

(Fünf Minuten der Wirkung hingeben, dann Rückschau auf die Ereignisse des Tages — sieben bis acht Minuten)

Vorstellung des Rosenkreuzes

In meinem Herzen wohne Weltenlicht.

Morgens:

Wiedererwecken der Bilder.

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

(Fünf Minuten der Wirkung hingeben. Dann: Seelenruhe.)

Vorstellung einer werdenden Pflanze; man lasse diese in Gedanken ganz langsam vor sich wachsen: Blatt für Blatt, Blüte, Frucht. Man stelle sich die Kraft vor: wie diese das Werden bewirkt. Dann denke man sich diese Kraft in das eigene Herz hinein. (Konzentriere sich darauf zwei bis drei Minuten.)

In meinem Herzen wohne Weltenwort.

Am Tage: Nebenübungen.

Am Abend:

Ich mache mir klar, daß ich den ganzen Tag hindurch Eindrücke der Außenwelt erhalten habe. In der Nacht werde ich keine solchen haben. Ich werde in der übersinnlichen Welt sein. Ich werde mir nun durch Symbole die übersinnliche Welt vorstellen, damit diese Symbole mein Bewußtsein für die übersinnliche Welt wekken. Ich werde mir den Raum um mich und in mir mit übersinnlichem Lichte erfüllt denken, wie ein Lichtmeer, das in vielen Farben erglänzt. Ich werde mir vorstellen, daß Wärme - das Symbol göttlicher Liebe - nach allen Seiten in diesem Lichtmeer strömt. Ich werde mich mit meinem Ich in dieser Welt denken, und mir vorstellen, daß die Wärme in mein Herz einströmt. Das alles begleite ich mit den folgenden 7 Zeilen:

5 Min:

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

Dann 5 Minuten ganz ruhig in der Seele der Wirkung der Übung hingegeben.

Dann Rückschau auf das Tagesleben in vorgeschriebener Art (7-8 Min.)

Am Morgen:

Ich erwecke die Bilder des vorigen Abends in meiner Seele und begleite sie wieder mit den 7 Zeilen, doch jetzt in folgender Reihe:

5 Min.

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

Dann 5 Minuten hingegeben der Wirkung.

Nach diesem 4 Atemzüge:

Einatmung: tief langsam
Atemhalten: so daß ich das Gefühl habe, der Atem breite sich im ganzen Körper aus.
Ausatmung: langsam, nicht stoßweise.

Bei der Einatmung: Licht in mich
Beim Atemhalten: Licht in mir
Ausatmen: Ich opfere.

Einige Zeit hingegeben der Wirkung.

Im Laufe des Tages die Nebenübungen.

Abend: Zusammenfassung einer kurzen Darstellung theos. Wahrheit in einem Satze.

5-8 Min.

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

🕈

Morgens: 🕈

Erinnerung an den Satz des vorhergehenden Tages und 5 Minuten darin leben.

5-8 Min.

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

Eine Zeitlang Ruhen bei vollständigem Seelengleichgewicht im Nachklang dieser Zeilen.

Im Laufe des Tages Nebenübungen.

Abends: 🕈

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

5-6 Zeilen lesen in «Theosophie»
Rückblick auf das Tagesleben.

Morgens: 🕈

5-6 Zeilen zurückrufen

🕈

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

Still, ruhig in der Seele die Wirkung ausklingen lassen.—

6 Eigenschaften Geheimwissenschaft S. 306

Abends:

1.) Bildhaftes Vorstellen einiger Tageserlebnisse Rückläufig.

🕈

2.) 5 Min.

Ich ruhe in der Gottheit der Welt Ich werde mich selber finden In der Gottheit der Welt In den reinen Strahlen des Lichtes In der reinen Liebe zu allen Wesen Erglänzt die Gottheit der Welt Erstrahlt die Göttlichkeit der Seele

Morgens:

1.) 🕈

2.) 5 Min.

Es erstrahlt die Göttlichkeit der Seele Es erglänzt die Gottheit der Welt In der reinen Liebe zu allen Wesen In den reinen Strahlen des Lichtes In der Gottheit der Welt Werde ich mich selber finden In IHR ruhe ich

3.) Ich bin 2-3 Min.

Nebenübungen S. 306 Geheimwssch.

Am Abend zuerst:

¼ Stunde: Lektüre irgendeiner theosophischen Sache. Nur wenig lesen und viel nachdenken. Dann sich die folgenden Gedanken recht lebendig vor die Seele führen:

Ich habe den Tag über Eindrücke der Außenwelt empfangen und mir Vorstellungen darüber gemacht. Ich werde nun in die unsichtbare Welt während des Schlafes eintreten. Ich stelle mir diese übersinnliche Welt symbolisch vor als ein wogendes, in Farben erglänzendes Lichtmeer, in das ich untertauche und in dem ich ruhen werde. Ich stelle mir vor, wie aus diesem Übersinnlichen auch alle höheren Tugenden kommen, besonders die Haupttugend: die Liebe zu allen Wesen. Diese Liebe stelle ich mir symbolisch als Wärme vor in der übersinnlichen göttlichen Geistigkeit. Wärme - so stelle ich mir vor - durchströmt das Lichtmeer des Geistes, welches den Raum um mich erfüllt.

Das alles wird nun in den genannten Bildern und in den folgenden 7 Zeilen vorgestellt:

In der Gottheit der Welt
Werde ich mich selber finden
In Ihr ruhe ich
Es erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Es erglänzt die Gottheit der Welt
In den reinen Strahlen des Lichtes.

In diese 7 Zeilen muß die Seele durch 5 Minuten versenkt sein (nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gefühle). Dann schalte man durch weitere 5 Minuten alle Gedanken aus, versuche gar nichts zu denken, sondern sich ganz mit ruhiger Seele der Wirkung der 7 Zeilen hinzugeben. Was da von selbst im Bewußtsein auftaucht, dem gebe man sich hin.

Dann mache man die Rückschau auf das Tagesleben.

Am Morgen, gleich nach dem Erwachen, wenn noch keine andern Eindrücke durch die Seele gezogen sind, mache man wieder durch 5 Minuten alle Bilder und die 7 Zeilen im Bewußtsein lebendig, doch in der folgenden Reihenfolge:

In den reinen Strahlen des Lichtes
Erglänzt die Gottheit der Welt
In der reinen Liebe zu allen Wesen
Erstrahlt die Göttlichkeit meiner Seele
Ich ruhe in der Gottheit der Welt
Ich werde mich selbst finden
In der Gottheit der Welt.

(Wieder 5 Minuten Versenkung, dann 5 Minuten der Wirkung hingegeben). Nach diesem konzentriere man sich auf die beiden Augen etwa durch 2-3 Minuten, so wie wenn man in sie hineindenken wollte den Gedanken:

Licht in mich

Dann konzentriere man sich auf das Herz durch 2-3 Minuten, wie wenn man in dasselbe hineindenken wollte:

Wärme in mich

Man schließe diese Morgenübung damit, daß man 4mal kräftig einatmet, den Atem etwas anhält und dann ruhig ausatmet. Man habe dabei die Vorstellung

beim Einatmen: Geisteslicht in mich
beim Atemhalten: Geisteslicht in mir
beim Ausatmen: Ich opfere der Welt, was in mir.

Dann verweile man noch 3-4 Minuten ganz ruhig in sich, ohne äußere Gedanken, ganz dem hingegeben, was als Wirkung der Übung im Bewußtsein auftaucht.

Im Laufe des Tages mache man die vorgeschriebenen Nebenübungen.

German original of In the Godhead of the world...” as a reversal of “In the pure rays of light... · ← Previous · Next →