Evangelien-Texte

Der Anfang Des Johannes-Evangeliums

Kap. 1. 1-14

Im Urbeginne war das Wort; und das Wort war bei
Gott, und ein Gott war das Wort.
Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Alles ist durch dasselbe geworden; und außer durch
dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.
In diesem war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht schien in die Finsternis, aber die
Finsternis hat es nicht begriffen.
Es ward ein Mensch, gesandt von Gott, mit seinem Namen Johannes.

Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er Zeugnis ablege von dem Licht, auf daß durch ihn alle glauben sollten. Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes.

Denn das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.

Es war in der Welt, und die Welt ist durch es geworden, aber die Welt hat es nicht erkannt.

In die einzelnen Menschen kam es; aber die einzelnen Menschen nahmen es nicht auf.

Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch ihn als Gottes Kinder offenbaren.

Die seinem Namen vertrauten, sind nicht aus Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, und nicht aus menschlichem Willen, sondern aus Gott geworden. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet, und wir haben seine Lehre gehört; die Lehre von dem einzigen Sohn des Vaters, erfüllt von Hingabe und Wahrheit.

Das Hohepriesterliche Gebet

Johannes-Evangelium, Kap. 17. 1-8, 24, 26

Jesus versetzte sich in die Geistesschau und sprach:
Väterlicher Weltengrund:
lasse offenbar werden Deines Sohnes Schaffen,
damit durch Deines Sohnes Schaffen
auch Du offenbar werdest. Du hast ihn zum Schaffenden gemacht
in allen fleischlichen Menschenleibern,
daß er in die Zukunft lebend
führe Alle, die durch Dich zu ihm kamen. Sie werden in der Zukunft leben dadurch,
daß ihr Seelenauge bereitet ist,
Dich zu schauen als den wahrhaft Einigen Weltengrund
und den schaffenden Christus Jesus,
den Du zu ihnen gesandt hast. Durch mich wurdest Du im Erdensein wieder offenbar,
als die Erde Deine Offenbarung umwölkte.
Solches war Dein Wille, der durch mich wirkte. So auch, väterlicher Weltengrund,
lasse jetzt erstrahlen die Offenbarung,
die durch mich schon ward, ehe Du in
der Erdenwelt offenbar wurdest. Durch mich ward das Wort,
das Dich offenbart, in Menschenseelen offenbar,
die durch Dich zu mir kamen.
Du warst in ihnen,
durch Dich kamen sie zu mir,
und sie haben in sich genommen
die Erkenntnis von Dir. Von ihnen ward erkannt,
daß, was ich zu ihnen sprach,
von Dir durch mich
zu ihnen gesprochen ward. Väterlicher Weltengrund, das erflehe ich,
daß sie, die durch mich zu Dir gekommen sind,
immer sein mögen lebend bei Dir,
wie ich bei Dir bin,
und daß sie da schauen Deine Offenbarung,
die Du liebend vor mir erstrahlen ließest,
bevor die Erde noch war. Durch mich ward offenbar das Wort,
das Dich offenbart,
und ich will tragen dies Wort in Menschenseelen,
auf daß die Liebe, mit der Du mich liebest,
in ihnen sich bewahre,
und so auch mein ewiges Leben
ihr Leben ewig bewahre.

Johannes-Evangelium, Kap. 17. 1-9

Nachdem Jesus dieses geredet hatte, erhob er seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen, offenbare es deinem Sohne, auf daß dein Sohn es von dir offenbare, wie du ihm Macht über alles Fleisch gegeben hast, damit er den ihm zu eigen gegebenen das dauernde Leben gebe. Das aber ist das dauernde Leben, daß sie Dich als den einzig wahren Gott erkennen und Jesus Christus als den Abgesandten. Ich habe Dich auf Erden geoffenbaret, um zum Ziele zu bringen das Werk, das Du mir zu tun auferlegt hast. Und nun offenbare mich, Vater, mit der Offenbarung, die mir durch dich ward, ehe die Welt bestand. Ich habe [Dich] zur Erscheinung gebracht für die Menschen, welche Du mir aus der Welt zugeteilt hast. Dein waren sie und du gabst sie mir, und sie sind von Deinen Worten erfüllt geblieben.

So haben sie erkannt, wie alles, was Du mir gegeben hast, aus Dir ist. Denn die Gedankenkräfte, die Du mir gegeben hast, habe ich zu ihnen gebracht. Sie haben sich mit ihnen verbunden und durchschaut, daß ich von Dir komme und eingesehen, daß Du mich ihnen gegeben hast.

Für sie als einzelne Menschen, nicht für die Menschen im Allgemeinen, bitte ich bei Dir, nur für die Menschen, die Du mir gegeben hast, weil sie durch Dich sind. —

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