Esoteric Lessons for the First Class II
GA 270 — 2 August 1924, Dornach
Neunzehnte Stunde
Meine lieben Freunde! Wir lassen wiederum an unserer Seele vorüberziehen zuerst jenen Spruch, der uns vergegenwärtigen kann, wie aus allem, was in der Welt ist und wird, was geworden ist in vergangenen Zeiten, ist in der Gegenwart, wird in der Zukunft, wie uns aus alledem entgegentönt, entgegentönt immer dazu aufrufend, Selbsterkenntnis zu suchen, die da ist die Grundlage für wirkliche, für wahrhaftige Welterkenntnis:
O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig. Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich? Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom? Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrome.
Nun, meine lieben Schwestern und Brüder, wir haben an unserer Seele vorüberziehen lassen mantrische Sprüche, welche in ihrer Kraft enthalten den Weg hin ins Geisterland, vorüber an dem Hüter der Schwelle, hinein in die erst dunkle, finstere, nachtbedeckte geistige Welt, die dann erst licht sich fühlt, des Weiteren licht wird für seelisches Wahrnehmen. Wir haben in dieser geistigen Welt geschen, wie der Mensch teilhaftig ist - gewöhnlich unbewusst, aber er kann sich dessen bewusst werden - des Gespräches der höheren Hierarchien miteinander, desjenigen, was wie wirkend und webend mit den höheren Hierarchien zusammen die Welt selber als Weltenwort spricht. Und wir haben zuletzt uns versetzen können in dasjenige Weltengebiet, wo ineinander klingen die Chöre der verschiedenen Hierarchien. Das wollen wir noch einmal vor unsere Seele führen, wie ineinander klingen die Chöre der verschiedenen Hierarchien, da, wo wir schon hindurchgedrungen sind durch dasjenige, was die Wesenheiten der zweiten Hierarchie sprechen, wo wir hindurchgedrungen sind durch dasjenige, was die Wesen der ersten Hierarchie aussprechen. Nunmehr kommen wir dazu, sie sprechen zu hören in ihrem Zusammenklang wie im Chore.
Der Hüter macht uns darauf aufmerksam - wir kennen das schon aus vorigen Stunden -:
Sieh’ des Äther-Farbenbogens
Lichtgewalt’ges Rund,
Lass’ durch deiner Augen
Lichterschaffene Kraft
Dein Ich den Kreis durchdringen,
Und dann schau von jenseit’ger Warte
Farbenflutend die Weltenschale.
Nachdem uns der Hüter auf dies Geheimnis, auf dies geistige Geheimnis des Regenbogens hingewiesen hat, tönt es wie aus dem Chore der Angeloi, Archangeloi, Archai:
Empfind’ unsrer Gedanken
Farbenatmend Leben
In der Schale Lichtesfluten;
Wir tragen Sinnenschein
In Geistes-Wesensreiche
Und wenden weltdurchdrungen
Uns höhern Geistern dienend zu.
Die Geister der dritten Hierarchie erklären, wie sie im Menschendienste dienen wollen den Geistern der zweiten Hierarchie, den Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Aus deren Bereich hören wir wiederum im Chore:
Euer Empfangenes
Aus totem Sinnenschein Belebtes:
Wir wecken es im Sein;
Wir schenken es den Strahlen,
Die des Stoffes Nichtigkeit
In des Geistes Wesenheit
Liebewebend offenbaren.
Und wenn wir so gehört haben, wie die Wesenheiten der zweiten Hierarchie weltenschöpferisch an unser Ich herantreten, dann tönt der Chor der ersten Hierarchie, der Throne, Seraphine, Cherubine:
In deinen Willenswelten
Fühl’ unser Weltenwirken;
Geist erglänzt im Stoffe,
Wenn wir denkend schaffen;
Geist erschafft im Stoffe,
Wenn wir wollend leben;
Welt ist Ich-wollend Geistes-Wort.
Nun stehen wir drinnen im Geisteswort, in jenem Geisteswort, das dem Weltenschaffen zugrunde liegt. Wir fühlen um uns herum dieses Geisteswort. Wir fühlen die Welt durchdrungen von diesem Geisteswort. Wir fühlen uns selber umwoben von diesem Geisteswort. Wir fühlen eindringen in unser inneres Menschenwesen dieses Geisteswort. Wir fühlen zuletzt einströmen in unser Herz dieses weltenweite Geisteswort. Da fühlen wir uns mit unserem ganzen Menschenwesen in dem Wellen dieses Geisteswortes. Da fühlen wir uns geistig im wortgewobenen Weltengeiste.
Da ist der Hüter in der Ferne. Wir sind am Hüter vorbeigeschritten. Er ist nun ganz in der Ferne. Leise nur hören wir ihn, wie er jetzt ein letztes ermahnendes Wort aus weiter Ferne an unser Geistesohr heranströmen lässt.
Der Hüter spricht aus der Ferne. Das Menschen-Ich weiß sich im Bereich des seraphisch-cherubisch-Throne-getragenen Geisteswortes. Der Hüter spricht:
Wer spricht im Geistes-Wort
Mit der Stimme,
Die im Weltenfeuer lodert?
Da tönt es als Antwort aus dem Reiche der ersten Hierarchie:
Es sprechen Sternen-Flammen,
Es flammen seraph’sche Feuer-Mächte;
Sie flammen auch
- so fühlen wir die Weltensprache, die Sprache des Weltenwortes in unserem Innern —
Sie flammen auch in meinem Herzen.
In des Urseins Liebe-Quell
Findet Menschen-Herz
Schaffendes Geistes-Flammen-Sprechen:
Es ist Ich.
Meine lieben Schwestern und Brüder! Derjenige, der in der Esoterik Reich eindringen will, sollte eigentlich zunächst fühlen, dass das uralt heilige «ejeh asher ejeh» - «Ich bin Ich», «Ich bin» - ein heiliges Wort ist, das aus einer jenseitigen Wirklichkeit herübertönt. Es ist nur ein Abglanz, was wir im flüchtigen Gedanken als «Ich bin» festhalten.
Eigentlich müssen wir uns bewusst sein, dass das wahre «Ich bin» zunächst im Erdenbereiche nicht aus uns spricht, dass wir, wollen wir würdig und wert «Ich bin» sagen, wir erst hineinkommen müssen in das Reich der Seraphine, Cherubine und Throne. Dort erst klingt das «Ich bin» wahr. Hier im Erdenbereiche ist es Illusion.
Da aber müssen wir, damit wir das wahre «Ich bin» in uns erleben, da müssen wir das Weltenwort hören. Da müssen wir die Frage vernehmen vom Hüter der Schwelle, wer denn eigentlich im Weltenworte spricht. Seraphine, die mit Blitzesflammen, Geistes-Blitzesflammen ihren Weg durch die Welt wellen, sie sprechen die Feuersprache des Weltenwortes da, wo wir nun stehen. Das Wort ist Flamme, flammende Stimme. Und indem wir in diesem lodernden Weltenfeuer, das in der flammenden Stimme die Feuersprache spricht, uns erleben, erleben wir das wahre «Ich bin».
Das ist in den Worten enthalten, die jetzt als Frage vom fernen Hüter der Schwelle - wir sind längst an ihm vorübergegangen - und als Antwort kommen aus dem Bereich der ersten Hierarchie:
Wer spricht im Geistes-Wort
Mit der Stimme,
Die im Weltenfeuer lodert? Es sprechen Sternen-Flammen,
Es flammen seraph’sche Feuer-Mächte;
Sie flammen auch in meinem Herzen.
In des Urseins Liebe-Quell
Findet Menschen-Herz
Schaffendes Geistes-Flammen-Sprechen:
Es ist Ich.
[Der erste Teil des Mantrams wird nun an die Tafel geschrieben; siehe Seite 820]
Wenn Menschenwort erklingt, dann spricht aus Menschenwort Menschendenken. Und wenn Geistes-Weltenwort erklingt, dann spricht aus Geistes-Weltenwort Weltendenken. Das liegt in der Frage des Hüters, die er jetzt aus der Ferne als zweite stellt.
Der Hüter spricht aus der Ferne. Das Menschen-Ich weiß sich im Bereich des seraphisch-cherubinisch-Throne-getragenen Geistes-Wortes:
Was denkt im Geistes-Wort
Mit Gedanken,
Die aus Weltenseelen bilden?
Es sind diejenigen Gedanken, die aus den Weltenseelen, aus allen Weltenseelen, die angehören den Wesenheiten der verschiedenen Hierarchien, herauskommen. Die bilden, gestalten, formen alles, was in den Reichen der Welt ist. Deshalb frägt der Hüter, wer da denkt die bildekräftigen Gedanken:
Was denkt im Geistes-Wort
Mit Gedanken,
Die aus Weltenseelen bilden?
Wieder kommt es zu uns aus dem Reich der ersten Hierarchie:
Es denken der Sterne Leuchter.
Erst waren es die Flammen, die sprechen die Worte; die Sternenflammen sprechen die Worte. Die Leuchter, aus denen die Flammen kommen, denken.
Es denken der Sterne Leuchter,
Es leuchten cherubin’sche Bilde-Kräfte;
Sie leuchten auch in meinem Haupte.
- So sagt sich der Mensch, der darinnen steht.—
In des Urseins Lichtes-Quell
Findet Menschen-Haupt
Denkendes Seelen-Bilde-Wirken:
Es ist Ich.
Das ist das zweite Gespräch: Wie wenn die Wesenheiten der ersten Hierarchie in uns selbst uns die Weltenerlaubnis geben würden, dass wir das «Ich bin» erleben dürfen:
Was denkt im Geistes-Wort
Mit Gedanken,
Die aus Weltenseelen bilden? Es denken der Sterne Leuchter,
Es leuchten cherubin’sche Bilde-Kräfte;
Sie leuchten auch in meinem Haupte.
In des Urseins Lichtes-Quell
Findet Menschen-Haupt
Denkendes Seelen-Bilde-Wirken:
Es ist Ich.
[Der zweite Teil des Mantrams wird nun an die Tafel geschrieben; siche Seite 821:]
Der Hüter spricht aus der Ferne: Was denkt im Geistes-Wort
Mit Gedanken,
Die aus Weltenseelen bilden? Aus dem Reich der ersten Hierarchie: Es denken der Sterne Leuchter,
Es leuchten cherubin’sche Bilde-Kräfte;
Sie leuchten auch in meinem Hanpte.
In des Urseins Lichtes-Quell
Findet Menschen-Haupt
Denkendes Seelen-Bilde-Wirken:
Es ist Ich.
Das Welten-Geisteswort: Sprechen ist es; Gedanken strömen aus ihm. Aber die Gedanken sind schaffend; die Gedanken sind kräftedurchdrungen; sie strömen, die Gedanken; und Weltenwesen und Weltengeschehnisse werden daraus, alles was ist. In ihm leben die wortgebildeten Weltgedanken, die gedankentragenden Weltenworte. Das ist nicht bloß Denken, das ist nicht bloß Sprechen; das ist Schaffen, das ist Kraften, Kräfteströmen in den Worten. Kräfte zeichnen die Gedanken hinein in die Weltenwesen, in die Weltengeschehnisse.
Darauf deutet die dritte Frage, die der Hüter der Schwelle aus der Ferne spricht:
Was kraftet im Geistes-Wort
Mit Kräften,
Die im Weltenleibe leben?
Die ganze Welt, die da ertönt vom Weltenwort, die da durchleuchtet wird vom Weltendenken, sie ist Weltenleib, so wie dasjenige, was im Menschen denkt und spricht, leibgetragen ist, so ist dasjenige, was im Weltenwort ertönt, im Weltenwort gedankendurchleuchtet scheint: Weltenleib. Ihn tragen die Throne, oder besser gesagt, er ist dasjenige, worinnen die Throne das gedankendurchleuchtete Welten-Geisteswort tragen.
Daher antwortet es aus dem Reiche der ersten Hierarchie auf die Frage des Hüters:
Es kraftet der Sternen-Welten-Leib,
Es leiben der Throne Trag-Gewalten.
Wir müssen ein Wort bilden, das sonst ungewöhnlich ist. Aber geradeso wie man von Licht «leuchten», von Leben eben das Verbum «leben» bilden kann, so kann man von dem, was an Kraft aufbringt im Tragen der Leib, das Wort «leiben» bilden. Denn «Leib» ist nichts Totes, Leib ist nichts Fertiges, Leib ist etwas, was in jedem Augenblicke tätig, beweglich, regsam ist, was «leibt».
Es leiben der Throne Trag-Gewalten;
Sie leiben auch in meinen Gliedern.
In des Urseins Lebens-Quell
Finden Menschen-Glieder
Kraftendes Welten-Träger-Walten:
Es ist Ich.
Weltenwort, Weltendenken, Weltenleib; sprechender, denkender Weltenleib, auf ihn bezieht sich die dritte Frage des Hüters:
Was kraftet im Geistes-Wort
Mit Kräften,
Die im Weltenleibe leben? Es kraftet der Sternen-Welten-Leib,
Es leiben der Throne Trag-Gewalten;
Sie leiben auch in meinen Gliedern.
In des Urseins Lebens-Quell
Finden Menschen-Glieder
Kraftendes Welten-Träger-Walten:
Es ist Ich.
[Der dritte Teil des Mantrams wird nun an die Tafel geschrieben:]
Der Hüter spricht aus der Ferne:
— Das Menschen-Ich weiß sich im Bereich des seraphisch-cherubinisch-Throne-getragenen Geistes-Wortes —
Es ist gewissermaßen, meine Schwestern und Brüder, eine Art Abschluss dieses Weges, der begonnen hat im Reiche der Illusion, im Reiche der Maja, der uns geführt hat zum Hüter der Schwelle, der uns geführt hat in Selbsterkenntnis, durch die Selbsterkenntnis hinüber in die geistigen Reiche, der uns hat hören lassen die Chöre der Hierarchien; es ist gewissermaßen ein Abschluss, wenn wir jetzt stehen auf der Stelle, wo wir das wahre «Ich bin», «ejeh asher ejeh», in uns erleben dürfen.
In diesem Dialoge können wir es erleben, wenn uns das dreifache «Es ist Ich» aus dem Herzen quillt da, wo es uns aus dem Herzen quellen darf; wenn es uns aus dem Herzen quillt so, dass es wird in unserem Herzen das Echo desjenigen, was Seraphine, Cherubine, Throne in diesem Herzen erklingen lassen:
Wer spricht im Geistes-Wort
Mit der Stimme,
Die im Weltenfeuer lodert? Es sprechen Sternen-Flammen,
Es flammen seraph’sche Feuer-Mächte;
Sie flammen auch in meinem Herzen.
In des Urseins Liebe-Quell
Findet Menschen-Herz
Schaffendes Geistes-Flammen-Sprechen:
Es ist Ich. Was denkt im Geistes-Wort
Mit Gedanken,
Die aus Weltenseelen bilden? Es denken der Sterne Leuchter,
Es leuchten cherubin’sche Bilde-Kräfte;
Sie leuchten auch in meinem Haupte.
In des Urseins Lichtes-Quell
Findet Menschen-Haupt
Denkendes Seelen-Bilde-Wirken:
Es ist Ich. Was kraftet im Geistes-Wort
Mit Kräften,
Die im Weltenleibe leben? Es kraftet der Sternen-Welten-Leib,
Es leiben der Throne Trag-Gewalten;
Sie leiben auch in meinen Gliedern.
In des Urseins Lebens-Quell
Finden Menschen-Glieder
Kraftendes Welten-Träger-Walten:
Es ist Ich.
Damit, meine lieben Schwestern und Brüder, ist in gewissem Sinne der erste Abschnitt dieser ersten Klasse der Schule absolviert.
Wir haben diejenigen Mitteilungen, die wir bekommen können aus den geistigen Welten - denn diese Schule ist eine Schule, eingesetzt von der geistigen Welt selber -, wir haben diejenigen Bilder und Inspirationen, die da kommen können aus der geistigen Welt, an uns vorüberziehen lassen. Sie stellen vor unserer Seele dar, welches der Weg ist hin bis zu der Ergreifung des wahren Menschen-Ichs in der Umgebung der Seraphine, Cherubine, Throne.
Meine lieben Schwestern und Brüder! Es war, wie Ihr gehört habt in den allgemeinen anthroposophischen Vorträgen, des Michael übersinnliche Schule, in der zuerst solche inneren Herzenslehren ertönten. Es waren dann die gewaltigen Bilder in dem imaginativen Kultus im Beginne des neunzehnten Jahrhunderts, wo vor die Seelen, die dazu ausersehen waren, in der Umgebung des Michael zu sein, sich hinstellten die Offenbarungen der Schule aus dem fünfzehnten, sechzehnten, siebzehnten Jahrhundert, die in der übersinnlichen Welt von Michael und den Seinen in dem ausgesprochenen Sinne selbst geleitet wurde. Und jetzt stehen wir vor dieser von Michael begründeten anthroposophischen Schule. Wir fühlen uns in derselben. Michael-Worte sind es, die den Weg charakterisieren sollten, der in die geistige Welt und in das menschliche Ich hineinführt, Michael-Worte. Diese Michael-Worte der esoterischen Michael-Schule, sie bildeten sozusagen den ersten Abschnitt.
Wenn wir — was dann anzukündigen sein wird - im September wiederum uns finden zu diesen Klassenstunden, dann wird es der Wille der Michael-Macht sein, zunächst zu schildern die imaginativen Kultus-Offenbarungen vom Beginne des neunzehnten Jahrhunderts. Das wird der zweite Abschnitt sein. Dasjenige, was an mantrischen Worten jetzt an unsere Seele gedrungen ist, es wird weiter in Bildern vor unserer Seele stehen, die - soweit dies möglich ist - die heruntergestellten Bilder des übersinnlichen imaginativen Kultus vom Beginne des neunzehnten Jahrhunderts sein werden.
Das dritte Kapitel dieser Schule wird bilden dasjenige, was uns unmittelbar hinführen wird zu jenen Interpretationen, die da gegeben wurden zu den mantrischen Worten in der übersinnlichen Michael-Schule des fünfzehnten, sechzehnten, siebzehnten Jahrhunderts.
Wir sollen fühlen, wie wir uns hineinstellen durch all das in die geistige Welt selber. Wir sollen aber immer wieder und wiederum zurückblicken auf die physisch-sinnliche Erdenwelt und in bescheidener Weise aufnehmen dasjenige, was in der sinnlich-physischen Erdenwelt waltet.
Daher lassen wir zum Schluss wiederum an unsere Seele tönen alles dasjenige, was - wenn wir aufnahmefähig sind, wenn wir einen Sinn dafür haben - aus jedem Stein, aus jeder Pflanze, aus jedem Tier, aus jeder ziehenden Wolke, aus jedem sprudelnden Quell, aus jedem rauschenden Winde, aus den Wäldern und von den Bergen, überall aus den Dingen und Vorgängen des Erdenrundes tönt, - wenn wir einen Sinn dafür haben, was da tönt.
Wir waren im Reiche der Seraphine, Cherubine, Throne. Selbst des Hüters Stimme hat von Ferne her nur ertönt. Wir gehen in Bescheidenheit wieder zurück, an dem Hüter vorbei, hinaus ins Reich des Sinnenscheins. Und wiederum lassen wir die Worte an uns heranklingen:
O Mensch, erkenne dich selbst!
So tönt das Weltenwort.
Du hörst es seelenkräftig,
Du fühlst es geistgewaltig. Wer spricht so weltenmächtig?
Wer spricht so herzinniglich? Wirkt es durch des Raumes Weitenstrahlung
In deines Sinnes Seinserleben?
Tönt es durch der Zeiten Wellenweben
In deines Lebens Werdestrom? Bist du es selbst, der sich
Im Raumesfühlen, im Zeiterleben
Das Wort erschafft, dich fremd
Erfühlend in Raumes Seelenleere,
Weil du des Denkens Kraft
Verlierst im Zeitvernichtungsstrome.
Meine lieben Schwestern und Brüder, es ist ja nun einmal so, dass leider die Maßregeln, auf welche genügend hingewiesen worden ist innerhalb dieser esoterischen Schule, sonderbar beobachtet werden von vielen, die Mitglieder geworden sind, angesucht haben um die Mitgliedschaft und sie auch haben erwerben können; und ich musste ja schon gestern mancherlei urgieren, monieren. Man sollte es nicht glauben, aber vorgekommen ist es ja, dass Mitglieder mit ihren blauen esoterischen Zertifikaten hier ihre Plätze belegt haben. Aber vorgekommen ist auch, dass von drei Seiten her Hefte - eine Kapsel eigentlich und zwei Hefte - mit den mantrischen Sprüchen dieser Schule einfach liegen gelassen worden sind. Die Kapsel mit den mit Schreibmaschine geschriebenen Sprüchen ist draußen auf der Straße gefunden worden. Von einem Hefte konnte in der Weise abgeschrieben werden, wie ich’s Ihnen gestern erzählt habe. Ein anderes Heft ist im Glashaus liegen geblieben. Sodass es nötig geworden ist, drei Mitglieder dieser Schule, unmittelbar bevor diese Klassenstunde begonnen hat, auszuschließen.
Damit sind wir angekommen bei dem neunzehnten Ausschluss aus dieser Schule. Man sollte meinen, dass der Ernst mehr sprechen könnte aus den Seelen derjenigen, die hier doch schon gehört haben dasjenige, was diese Schule bedeutet. Der eine verliert die Sprüche auf der Straße, der zweite lässt sie hier liegen, der dritte lässt sie liegen im Glashause; und es wird nötig, drei durchaus prominente Mitglieder aus der Schule auszuschließen. Und ich kann Ihnen die Versicherung geben, meine lieben Schwestern und Brüder, dass dasjenige, was mit Bezug auf die strenge Handhabung der Maßregeln dieser Schule im Beginne und dann immer wieder gesagt worden ist, strenge eben gehandhabt werden muss. Eine solche Schule mit dem esoterischen Ernst kann eben nur aufrechterhalten werden, wenn tatsächlich ihre Mitglieder dasjenige innehalten, was im Namen der geistigen Mächte, die dieser Schule vorstehen, verlangt werden muss.
Es ist in wahrhaft okkulten Dingen so. Und es kann dasjenige, was vielfach gewaltet hat in der Anthroposophischen Gesellschaft, nicht weiter fortwalten. Es muss dasjenige, was mit Ernst durch seinen eigenen Charakter erfüllt ist, auch wirklich mit Ernst genommen werden können.