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GA 277d — 30 September 1923, Vienna
Rudolf Steiner an Edith Maryon
Wien, 30. Sept. 1923
Meine liebe Edith Maryon!
Nun sind die beiden öffentlichen Vorträge gut verlaufen. Heute stehen wir vor der Eurythmievorstellung, die wir doch zustande gebracht haben. In dem ursprünglich dafür bestimmten Theater ging es nicht. Da ließ sich die «passive Resistenz» nicht brechen. Ich versuchte mein Glück beim Arbeitersekretär. Der Bursche blieb starr. So gings an das einzige Theater in Wien, das die Forderungen der Arbeiter bewilligt und deshalb keine passive Resistenz hat. Diese Verhandlungen nahmen mir den ganzen Donnerstag vormittag. Es mußte verhandelt werden mit allen möglichen Leuten. Nun wollen wir sehen, wie heute die Vorstellung wird.
Sonst ging alles gut mit der allerdings gewichtigen Ausnahme, daß auch unsere Wiener Mitglieder schlafen. Aber darüber will ich lieber erzählen.
Daß die Stuttgarter Vorträge am 10. zustande kommen, ist jetzt natürlich völlig ungewiß.
Herzlichen Dank für den Brief, der so viele unerfreuliche Chauvinismen meldet. Natürlich habe ich statt Plincke niemand andern.
In der Hoffnung auf recht gute Gesundung
allerherzlichste Gedanken
Rudolf Steiner