«Das neue Jahrhundert»

Eine Tragödie von Otto Borngräber Mit einem Vorwort von Ernst Haeckel
Besprechung und anschließend Kritik der Aufführung im Alten Theater, Leipzig

Es ist ein Wagnis, das Otto Borngräber mit seiner Giordano Bruno-Tragödie unternommen hat. Er wird manche Enttäuschungen — fürchte ich — erleben. Ich wünschte, daß ich mich täusche. Aber ich zweifle, daß unsere Zeit die Unbefangenheit haben wird, den Intentionen dieses Dramatikers zu folgen. Wir leben in einer Epoche der kleinen Perspektiven. Und Otto Borngräber hat einen Menschen mit einer denkbar größten Perspektive dramatisiert. Trotz der Feste, die im Februar dieses Jahres zu Ehren Giordano Brunos abgehalten worden sind, trotz der dithyrambischen Artikel, die über ihn geschrieben worden sind, glaube ich nicht, daß das Publikum dieses «Übermenschen andrer Art», wie ihn Ernst Haeckel in seiner Vorrede zu dem Drama nennt, ein sonderlich großes ist. Denn ich kann nicht an die innere Wahrheit dieses Giordano Bruno-Kultus glauben. Man erlebt zu charakteristische Symptome für die kleinliche Denkweise unserer Zeit. Ich gestehe, daß es für mich geradezu niederdrückend ist, eines dieser Symptome jetzt in dem Kampfe gegen das vor kurzem erschienene Buch Ernst Haeckels «Die Welträtsel» zu beobachten. Wie oft hat man Gelegenheit, die aus den verborgensten Winkeln der Seelen unserer Zeitgenossen hervorkriechende Freude wahrzunehmen über die Angriffe, die sich von theologischer Seite gegen Haeckels Kampf um die neue Weltanschauung vernehmen ließen. Ein Kirchenhistoriker in Halle, Loofs, glaubt ohne Zweifel mit seiner nun schon in mehreren Auflagen erschienenen Broschüre «Anti-Haeckel» innerhalb der Gegnerschaft gegen Haeckel den Vogel abgeschossen zu haben. Er hat gefunden, daß einige Kapitel in Haeckels Buch gegen Vorstellungen verstoßen, die sich gegenwärtig die Kirchenhistorie über den Zusammenhang gewisser Tatsachen gebildet hat. Haeckel hat sich in den betreffenden Kapiteln an das Buch eines englischen Agnostikers, Stewart Ross, angelehnt, das in deutscher Sprache unter dem Titel «Jehovas gesammelte Werke» erschienen ist. Dieses Buch ist in Deutschland wenig bekannt. Die meisten Leser Haeckels werden von dessen Daseins erst aus den «Welträtseln» Kenntnis erhalten haben. So ist es auch Loofs gegangen. Er hat es nun in seinem «Anti-Haeckel» einer Kritik vom Standpunkte des heutigen «aufgeklärten» protestantischen Kirchenhistorikers unterzogen. Diese Kritik ist vernichtend ausgefallen. Was die heutige Bibelkritik, die historische Erforschung der Evangelien und der anderen kirchengeschichtlichen Quellen als «Tatsachen» festgestellt hat, daran hat sich Ross schwer versündigt. Loofs kann sich nun in der Verurteilung des Buches nicht genug tun. Er bezeichnet es als ein Schandbuch, eingegeben von kirchengeschichtlicher Unwissenheit und gotteslästerlicher Denkweise. Man kann nun leider bemerken, daß er mit seinem Urteile auf einen großen Kreis von Gebildeten Eindruck gemacht hat. Bis zum Überdruß kann man es wiederholen hören, Haeckel hätte sich durch die Schrift des englischen Ignoranten «hereinlegen» lassen.

Alle diese Urteile aus dem Munde «Gebildeter» beweisen mir nur eines. Ihnen hat die Weltanschauung Haeckels etwas Unbehagliches. Aus unbestimmten Gefühlen heraus ist ihnen die alte christliche Dogmatik doch lieber als die moderne Naturanschauung. Aber diese Anschauung hat einen zu guten Grund, als daß es leicht würde, gegen sie selbst anzukämpfen. Die Tatsachen, auf die sich Haeckel stützt, sprechen zu deutlich. Man vergibt sich zu viel, wenn man gegen diese Weltanschauung sich offen verschließt. Das hindert nicht, daß man ein inniges Behagen empfindet, wenn ein Theologe kommt und Haeckels Dilettantismus in der Kirchengeschichte nachweist. Man ist da in der Lage, gleichsam von hinten herum, ein absprechendes Urteil über die neue Weltanschauung zu fällen. Man tritt nicht offen dem Monismus des großen Naturforschers gegenüber. Dazu gehörte Mut. Den hat man nicht. Aber man kann sich hübsch das Urteil zurechtzimmern: ein Mann wie Ernst Haeckel, der so naiv auf die Ignoranz eines Stewart Ross hereinfällt, kann uns doch in unseren Vorstellungen nicht tief erschüttern. Loofs selbst hält mit einem ähnlichen Urteil nicht zurück. Er streicht geradezu Haeckel aus der Liste der ernsten wissenschaftlichen Forscher, weil dieser sich auf ein angeblich so «unwissenschaftliches» Buch wie das von Ross stützt.

Man nehme aber doch dieses Buch einmal zur Hand. Wer es ohne Befangenheit liest, wird — das wage ich durchaus zu behaupten — nicht genug erstaunen können über die tiefe innere Unwahrhaftigkeit der Loofsschen Kritik. Denn nach dieser muß er unbedingt glauben, daß er die Schrift eines frivolen Menschen vor die Augen bekommt, dem es nicht um Wahrheit zu tun ist, sondern um die Verspottung von Überzeugungen, die Millionen von Menschen heilig sind. Statt dessen erhält er das Buch eines tiefernsten Mannes, dem man bei jedem seiner Sätze einen gewaltigen Kampf um die Wahrheit nachempfindet, der offenbar Seelenkrisen hinter sich hat, von denen sich Leute wie Loofs in dem bequemen Ruhekissen ihrer Kirchenhistorie keine Vorstellung machen. Heiliger Eifer für Menschenwohl und Menschenglück haben hier eine Persönlichkeit zu Zornesworten inspiriert gegen hergebrachte Vorurteile, die sie für ein Menschenunglück hält. Mit keinem leichtsinnigen Absprecher hat man es zu tun, sondern mit einem Entrüsteten, der die Geißel schwingt, weil er die Wahrheit von Pharisäern entstellt glaubt.

Ich brauche den Hintergrund dieser Tatsache, um an einem bemerkenswerten Symptom die Zweifel, die ich oben ausgesprochen habe, in die Empfänglichkeit des Publikums für die Borngräbersche Tragödie zu rechtfertigen. Ich kann nur noch einmal sagen: ich möchte, daß ich mich gründlich täusche und daß sich erfülle, was Haeckel am Schlusse seines Vorwortes ausspricht: «Wir können nur den herzlichen Wunsch aussprechen, daß die große, ganz auf der Höhe unserer Zeit stehende Tragödie nicht nur als veredelndes wie spannendes Buch einen weiten Leserkreis finden, sondern auch durch baldige Aufführung auf einer gröBeren deutschen Bühne die ihr sicher gebührende Würdigung und Wirkung finden möge.»

Ich glaube nicht, daß das Drama vor dem Richterstuhle derjenigen Ästhetiker, die in den letzten zwei Dezennien sich in ihren Anschauungen befestigt haben, Gnade finden wird. Wer die dramatische Technik der «Modernen» für die einzig mögliche hält, wird kein sonderlich günstiges Urteil über «Das neue Jahrhundert» fällen. Weder vor dem naturalistischen noch vor dem symbolistisch-romantischen Forum der letzten Jahre wird Borngräbers Technik mit ihrer Hinneigung zur dekorativen Schönheit, zur Stilisierung bestehen können. Wer freilich tiefer geht, wird seine Freude haben an dieser Stilisierung, die einen Renaissancehelden dramatisiert mit unverhohlener Freude an renaissancemäßigen Formen. Ich glaube, in Borngräber einen Dichter zu erkennen, der sich mit seinem Geschmacke ferngehalten hat von den Sympathien und Antipathien des Tages. Für seine künstlerische Form setzt er ein Publikum voraus, dessen Freude an der Formenschönheit nicht ganz verloren gegangen ist in den Neigungen des Zeitgeschmackes. Ich will damit nicht sagen, daß ich ein rückhaltloser Lober des Dramas in ästhetischer Beziehung sei. Ich finde nicht, daß Borngräber schon ein Meister des Stils ist, den er sich gewählt hat. Aber alles dieses scheint mir zurückzutreten hinter der großen Weltanschauungsperspektive, die sich in dem Werk ausspricht. Es wird sich nicht darum handeln, ob Borngräber den ästhetischen Urteilern dieser oder jener Richtung eine tadellose Tragödie geliefert hat, sondern ob eine Tendenz dazu vorhanden ist, daß sich die große Weltanschauung, für die uns der vor drei Jahrhunderten in Rom verbrannte Märtyrer ein erster Repräsentant ist, von einer Elite von geistigen Kämpfern auf eine größere Menschenmenge überträgt.

Wer imstande ist, mit Brunos Weltperspektive zu empfinden, der allein kann ein Gefühl haben für die tragische Gewalt, die sich in dieser Persönlichkeit ausspricht. Diese Tragik liegt in dem Verhältnis, welches Brunos Persönlichkeit zu der Umwälzung der Weltanschauung hat, die durch Männer wie Kopernikus oder Galilei heraufgeführt worden ist. Kopernikus und Galilei haben Bausteine zu der Weltanschauung geliefert, an deren Ausbau die letzten Jahrhunderte gearbeitet haben. Bruno ist einer von denjenigen, die zu jener Zeit mit weitausschauendem Zukunftsblick in großen Umrissen die Wirkungen gezeichnet haben, die durch Kopernikus und Galileis Ideen für die Auffassung der Natur des Menschen folgen müssen. Er sprach Wahrheiten aus, für die erst die ersten tatsächlichen Keime vorhanden waren. Er tat es in einer Zeit, in der diese Keime noch nicht die Wachstumsfähigkeit hatten, sich zu einer Weltanschauung auszubilden. Borngräber stellt mit feinem Sinne Galileis Gestalt der Brunos gegenüber. Galilei ist keine tragische Persönlichkeit, trotzdem er unstreitig derjenige ist, dem wir mehr verdanken als Bruno, wenn wir auf die Bausteine sehen, aus denen sich unsere Weltanschauung zusammensetzt. Ich kann mir Bruno ganz wegdenken aus dem Entwickelungsgange des Geistes in den letzten Jahrhunderten. Auch ohne daß er an der Wende des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts die Gedanken vorausgenommen hat, die mich heute erfüllen, könnten diese doch genau dieselben sein, die sie sind. Ein Gleiches ist bei Galilei nicht der Fall. Ohne Galilei gäbe es keinen Newton, ohne Newton keinen Lyell und Darwin und ohne Lyell und Darwin keine moderne naturwissenschaftliche Weltanschauung. Ohne Giordano Bruno gäbe es das alles. Galilei ging nicht über das hinaus, wozu ihn unbedingt seine physikalische Grundlage nötigte; Bruno verkündete Dinge, die eine Persönlichkeit mit Galileis Gesinnung erst heute für sich in Anspruch nehmen kann. Darin liegt Brunos tiefe Tragik.

Ich mußte bei der Lektüre von Borngräbers Buch unausgesetzt an einen einsamen Kämpfer unserer Tage denken, an den tapferen Eugen Reichel. Er hat eine Persönlichkeit aus dem sechzehnten Jahrhundert vor unsere Augen gestellt, an der wir die Tragik in noch ganz anderem Sinne verwirklicht finden, für die uns Borngräber Giordano Bruno als Repräsentant hinstellt. Nach Reichels Überzeugung starb 1586 ein Mann, der damals die Welt in unserem heutigen Sinne angesehen hat und dessen Andenken bisher völlig ausgetilgt ist aus dem Gedächtnisse der Menschheit.

Reichel ist der Ansicht, daß dem Tieferblickenden sich in Shakespeares Dramen und in dem «Novum organon» Baco von Verulams eine gewaltige, genialische Persönlichkeit offenbare, die als Dichter und Denker gleich groß ist, die aber, ohne von der Mitwelt verstanden worden zu sein, in Vergessenheit gestorben ist. Wie die Dramen Shakespeares vor uns liegen, sind sie nicht das Werk ihres ursprünglichen genialischen Schöpfers, sondern durch Verstümmelung, dilettantische Ergänzung und Umarbeitung des Nachlasses entstanden. Ebenso ist das «Novum organon» in der auf uns gekommenen Gestalt ein Werk, in dem zwei Geister zu verspüren sind, ein ursprünglicher, auf der Höhe kopernikanischer Naturauffassung stehender, der am Ende des sechzehnten Jahrhunderts schon in der Weltanschauung lebte, deren Bau die drei folgenden vollendet haben, und ein nachstümpernder Scholastiker. Baco von Verulam sei diese nachstümpernde Persönlichkeit gewesen. Er habe den Nachlaß des vergessenen Genius sich angeeignet, in der angedeuteten Weise «umgearbeitet», den Philosophischen unter seinem Namen, den dramatischen unter dem Namen des Stratforder Schauspielers Shakespeare der Mitund Nachwelt übergeben. Ich bin heute noch außerstande, über diese große Frage, der Reichel seine Kräfte geschenkt hat, mir ein Urteil zu bilden. Man nehme an, man könnte Reichel zustimmen: dann enthüllt sich uns in dem Genius aus dem sechzehnten Jahrhundert, den er hinter den Werken Bacons und Shakespeares sieht, eine Gestalt von tiefster Tragik. Von einer Bruno-Tragik ins Unermeßliche übersetzt. Bruno hat eine feindliche Macht getötet. Sein Werk konnte sie nicht zerstören. In dem Bewußtsein, daß sich vor diesem Werk seine Feinde mehr fürchten als er vor ihrem Urteile, scheidet er aus dem Leben. Dem englischen Genius hat die Urteilslosigkeit der Zeitgenossen das Werk zerstört; sie hat ihn nicht bloß leiblich, sie hat ihn geistig gemordet. In großen Zügen hat Eugen Reichel diese Tragik in seiner «Meisterkrone» dramatisch gestaltet. Er hat nicht wie jetzt Borngräber einen wirklichen, historischen Vorgang poetisch gestaltet, sondern eine symbolische Handlung zugrunde gelegt. Ohne Zweifel wird dadurch für denjenigen, der die Tragik der in Betracht kommenden Persönlichkeit zu fühlen imstande ist, die Perspektive vergrößert. Einem größeren Publikum wird das tragische Problem, um das es sich handelt, durch Borngräbers Werk doch nähergebracht.

Borngräbers Drama soll demnächst in Leipzig eine durch einen Kreis von Freunden des Werkes veranlaßte Aufführung erleben. Mögen derselben andere nachfolgen, und mögen sich bald auch unsere Bühnen (in Berlin) ermannen, der Bruno-Tragödie die Pforten zu öffnen. Sie können dann eine schöne Aufgabe erfüllen in dem großen Kampf um den «neuen Glauben». «Der gewaltige, gerade jetzt ‚das neue Jahrhundert” einläutende Kampf zwischen ‚dem alten und neuen Glauben’, zwischen Kirchenreligion und Geistesreligion, zwischen Geistesknechtschaft und Geistesfreiheit tritt uns in Borngräbers Dichtung packend entgegen» (E. Haeckel im Vorwort). Bedeutendes könnte zum Verständnisse dieses Kampfes durch würdige Aufführungen dieses Dramas beigetragen werden. Soll die Bühne ein Bild der Welt geben, so darf sie sich nicht ausschließen von dem Höchsten, was es für Menschen in dieser Welt gibt, von den geistigen Bedürfnissen.

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Einen schönen Festabend erlebten wir am 7. Juli 1900 in Leipzig durch die Aufführung der Giordano-Tragödie Otto Borngräbers «Das neue Jahrhundert». Ich komme in der nächsten Nummer auf die wohlgelungene Aufführung, die uns eine hervorragende Leistung des Dresdener Hofschauspielers Paul Wiecke (als Giordano Bruno) brachte, zurück.

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Es war ein schönes Fest der monistischen Weltanschauung, das wir am 7. Juli im Alten Theater in Leipzig mitmachten. Was ich über das Drama Otto Borngräbers zu sagen habe, findet man in dieser Wochenschrift. Es war keine leichte Aufgabe, der sich die Dresdener Hofschauspieler Paul Wiecke und Alice Politz mit den Künstlern des Weimarischen Theaters unterzogen. Aber eine um so dankbarere. Man darf die Lösung als eine vorläufig gelungene bezeichnen. Die große Gestalt Giordano Brunos, die wie ein Symbol der siegesgewissen Weltanschauung erscheint, die den Kampf aufgenommen hat gegen die Finsternis und den blinden Offenbarungsglauben, fand eine würdige Darstellung durch Paul Wiecke. Otto Borngräber und alle, die seine Sache vertreten, dürfen es mit Dank begrüßen, daß ihr Held diesen Darsteller gefunden hat. Paul Wiecke erscheint um so bedeutender, je bedeutender die Aufgaben sind, die ihm gestellt sind. Er fand den rechten Ton für die Mitte, die hier einzuhalten war, zwischen dem Realismus, der als künstlerischer Begleiter notwendig zur monistischen Weltanschauung gehört, und jener monumentalen Kunst, die sich bewußt ist, daß durch sie eine Weltanschauung zum Ausdruck kommt, der der Stempel des Ewig-Wirksamen aufgedrückt ist. Das Gewicht dieser Weltanschauung lebte in dem edel-maßvollen Spiel Paul Wieckes sich vortrefflich aus. Herzenswarm und hoheitsvoll zugleich waren die Töne, die der Künstler anzuschlagen verstand. Durch Alice Politz fand die vornehme Dame Venedigs, die mit hingebungsvoller Seele die neue Lehre ergreift, eine treffliche Darstellung. Der Regie stellt das Drama und dürften wohl auch die Verhältnisse, unter denen die Aufführung stattfand, keine geringen Aufgaben gestellt haben. Der Regisseur Grube vom Weimarer Hoftheater hat diese Schwierigkeiten meisterhaft bewältigt. Ihm gebührt besonderer Dank von seiten derjenigen, die ihre rückhaltlose Freude an der Festaufführung gehabt haben. Der Raum gestattet uns nicht mehr, als von den anderen, die sich um die gute Sache verdient gemacht haben, einige Namen zu nennen. - Wir heben heraus Herrn Krähe (Thomaso Campanella), Herrn Berger (Jesuit Lorini), Herrn Franke (Buchhändler Ciotto), Herrn Niemeyer (protestantischer Kerkermeister und Perrucci). Die Leipziger Studentenschaft hat sich um die Darstellung der Volksszenen verdient gemacht. Mit voller Befriedigung verließen wir das Theater und merkten dann erst bei der Nachfeier etwas von den Verdiensten, die sich so mancher «hinter den Kulissen» erworben hatte. Der flüchtige Abend hat uns natürlich da keinen vollen Einblick gewährt. Aber eines Mannes möchten wir denn doch noch gedenken: Burgs, aus dessen zufriedenen Mienen bei der Nachfeier die Sorgenfalten, die ihm die vorhergehenden Tage bei den Vorarbeiten gebracht haben, sich nicht ganz haben tilgen lassen. Das Erträgnis der Aufführung ist zum Besten des Schriftstellerheims in Jena bestimmt.

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