Über Ludwig Ganghofers «Hochzeit von Valeni»

Von Adam Müller-Guttenbrunn

«Ganghofer, ein liebenswürdiges Talent, das bisher als Dramatiker nur auf volkstümlichen Wegen gewandelt, beredete ihn zu einer gemeinschaftlichen Dramatisierung des Romanes, und so entstand das heutige Stück.» ... «Wir haben ein ebenso talentvolles als abscheuliches und rohes Stück erhalten.» ... «Trotz alledem steckt viel Gutes in dem Werke, und wir werden uns wohl noch mit ihm zu beschäftigen haben.» Daß A. Müller-Guttenbrunn eines der elendesten Machwerke talentvoll nennt und davon sagt, es stecke viel Gutes darinnen, trotzdem er, wie seine übrige Kritik zeigt, die Schwächen des Stückes kennt, hat uns aber weniger gegen ihn gestimmt als der Umstand, daß er die Aufführung eine tapfere Leistung des Volkstheaters nennt. Als Kritiker muß er wissen, daß es eher gegen die Darsteller als für sie spricht, wenn sie in einem so schlechten Stücke gut spielen, während sie jedes bessere Stück durch die Aufführung verderben. Alles in allem: wenn Müller-Guttenbrunn tadeln will, dann tut er es anders.

German original of On Ludwig Ganghofer's “Wedding of Valeni” · ← Previous · Next →