Anthroposophical Spiritual Science and Medical Therapy

GA 313 — 13 April 1921, Dornach

Dritter Vortrag

Die eigentliche Domäne des Krankheitsstudiums müßten diejenigen Erkrankungen sein, in denen sich am allerdeutlichsten das unrichtige Einwirken des sogenannten astralischen Leibes offenbart. Diese Krankheiten, ich meine, bei denen sich diese Einwirkungen des astralischen Leibes am meisten offenbaren, sind diejenigen, die man zu beobachten hat innerhalb desjenigen Raumes, der vom Brustkorb umschlossen wird. Diese Domäne ist gleichzeitig diejenige, die für das Krankheitsstudium die wichtigste, aber für das Heilen, beziehungsweise für die Erkenntnis des Heilens, die schwierigste ist. Sie ist diejenige Partie des menschlichen Wesens, die am meisten in der letzten Zeit Veranlassung dazu gegeben hat, daß jene Mängel in der medizinischen Kunst eingetreten sind, die von Dr. Scheidegger in dem Vortrag, den er im Verlauf des ersten Vortragskurses so freundlich war, vor den zuhörenden Medizinern zu halten, besonders hervorgehoben worden sind. Es wurde dazumal hervorgehoben, wie sehr die neuere medizinische Entwickelung dazu geführt hat, im Pathologischen vorzudringen und zu einem gewissen Nihilismus im Therapeutischen zu führen. Und gerade die bedeutungsvollen Ausführungen, die dazumal gemacht worden sind, die konnten darauf hinweisen, dasjenige, was wir heute zu betonen haben werden, ganz besonders stark ins Auge zu fassen.

Die Krankheiten der menschlichen Brust- und Zirkulationsregion sind in einer gewissen Beziehung stark verschieden, sowohl von den Erkrankungen der Kopforgane, des Nerven-Sinneswesens des Menschen, wie auch von den eigentlichen Stoffwechselerkrankungen, obwohl sie wiederum mit beiden innig zusammenhängen. Und es liegt die Sache eigentlich so, daß die Kopforganisation aus dem Grunde besonders zu behandeln ist, weil sie ja durchlässig ist, wie wir es gesehen haben, für das Ätherische, Astralische und das Ich-Wesen. Die Brustorgane sind nicht mehr für das Ätherische durchlässig, sondern nur noch für das Astralische und das Ich-Wesen. Da arbeiten in den Brustorganen innig physischer Leib und Ätherleib zusammen. Und dieses Zusammenarbeiten ist eine Einheit. Es ist nicht mehr eine Summe von eigentlich physischen Vorgängen im menschlichen Brustorganismus, sondern ein Zusammenwirken von Ätherischem und Physischem. Was da vorgeht und für die Brust besonders in Betracht kommt, ist eigentlich im Grunde genommen ein Pflanzenwerden. Nur ist dieses Pflanzenwerden sehr kaschiert, sehr modifiziert durch alles andere, was im menschlichen Organismus damit zusammenhängt. Aber dasjenige, was für die Brustorgane in Betracht kommt, ist ein Pflanzenprozeß, der dann sich trifft und der in Wechselwirkung tritt mit alledem, was vom Astralischen und was vom Ich des Menschen kommt; das muß besonders ins Auge gefaßt werden.

Nun habe ich gestern ja gesagt, das Astralische ist der eigentliche Ursprungsträger des Krankmachenden im Menschen, so daß also in der menschlichen Brustregion die fortwährende Veranlassung dazu vorhanden ist, daß das eigentliche Krankmachende einwirkt, denn es muß das Krankmachende mit dem Gesundmachenden in dem menschlichen Brustorgan fortwährend in Wechselwirkung stehen. Der normale menschliche Zustand kann ja in dieser Region nur dadurch zustande kommen, daß man gewissermaßen immer so hin und her pendelt, daß man durch die starken Kräfte des gesunden Menschen die fortwährend vorhandenen krankmachenden Kräfte paralysiert und umgekehrt der überflutenden Gesundheit, die dann zur Wucherung führen würde, im Ätherischen fortwährend das Beschränkende des Astralischen entgegenstellt, das, wenn es über sein Maß hinausgeht, wenn es den Körper zu stark ergreift, eben zum Krankmachenden führt. Dieser Tatbestand in bezug auf die menschlichen Brustorgane, der ist deshalb ganz besonders wichtig, weil er eigentlich das Ergebnis eines Rhythmus ist. Und dieses Ergebnis des Rhythmus wird auf der einen Seite von alledem beeinflußt, was im Kopfe vor sich geht, und auf der anderen Seite von alledem, was im Stoffwechsel vor sich geht. Daher haben wir die Ursache für das Gleichgewicht dieses notwendigen Rhythmus eigentlich außerhalb der Brust gelegen, und wir können eigentlich sagen: In den menschlichen Brustorganen sind im Grunde genommen hauptsächlich nur Wirkungen da; die Ursachen, die dann behoben werden sollten, die sind eigentlich gar nicht in den Brustorganen selbst vorhanden. Daher hat in der Zeit, in der das menschliche Erkenntnisvermögen sich ganz von dem anschaulichen Auffassen der Dinge entfernt hat, was am meisten und auch am genialsten bei der Wiener medizinischen Schule vorhanden war, die man als die nihilistische bezeichnet hat, die eigentlich sagen wollte, man müsse bloß bei der Pathologie stehen bleiben, könne zu einer Therapie nicht kommen, diese Richtung der modernen Medizin ganz besonders dahin geführt, eigentlich die Therapie nach und nach zu beseitigen, mit der Therapie nichts anfangen zu können. Wir sehen, daß sie ihre besonderen genialen Taten wiederum auf der anderen Seite in der Diagnose der Brust zutage gefördert hat. Es kamen gerade damals die bedeutenden Fortschritte auf dem Gebiete der Diagnose der Brustorgane, wo man vorzugsweise in der Erkenntnis vorgehen kann, wo man aber von dieser Art von Erkenntnis am allerwenigsten hat, denn man muß die anderen Teile des Menschen mit ins Auge fassen. Daher ist so wenig eigentlich getan, wenn nicht anderes dazukommt, mit der bloßen Erkenntnis dessen, was im menschlichen Atmungs- und Zirkulationsorganismus vor sich geht. Natürlich behaupte ich nicht, daß damit absolut wenig getan ist, aber es ist durch die Erkenntnis, die man also meinetwillen durch das Stetoskop erreicht und so weiter, nur dann sehr viel getan, wenn man die Erkenntnis des ganzen Menschen dabei hat und von einer ganz anderen Seite her dann dem zu Leibe gehen kann, eigentlich wörtlich aufgefaßt: dem zu Leibe gehen kann, was man durch eine solche Diagnose gewinnt. Es sind ja sonst die Ergebnisse einer solchen Diagnose im Grunde genommen nur interessante wissenschaftliche Tatbestände. Natürlich muß man, wenn man solche Dinge auch aus der Zeit heraus besprechen will, etwas radikal sprechen, aber hinter diesen Radikalismen verbirgt sich ja gerade dasjenige, was an den Sachen wahr ist.

Solche Erkrankungen, die gerade die menschliche Brust betreffen, sind auch dadurch in der neueren Zeit besonders charakteristisch geworden, daß man versuchte, die Aufmerksamkeit gewissermaßen von dem eigentlichen Ding abzulenken und sie auf einen mystischen Begriff hinzudrängen, einen Begriff, der ja nicht mystisch zu bleiben braucht, aber der für den neueren Materialismus durchaus ein mystischer Begriff ist. Man spricht gerade mit Bezug auf solche Krankheiten viel von «Volkskrankheiten». Ja, diese «Volkskrankheiten», das ist natürlich ein Begriff, der ein Sack ist, in den man dasjenige dann hineintut, was man nicht erkennen will und was sich auch in einer gewissen Beziehung der ärztlichen Kunst, so wie sie heute ist, tatsächlich entzieht. Ich mache da nur auf die immerhin interessante Tatsache aufmerksam, daß der Wiener Arzt und Professor Moriz Benedikt einmal die ja bei ihm etwas sonderbar auftretende Idee bekommen hat, für den Reichsrat zu kandidieren, [und] das dann damit motivierte, daß er sagte, gerade seine ärztliche Anschauung zwänge ihn zu einem solchen Schritt, denn zu ihm kämen so viele Patienten, denen er eigentlich dasjenige niemals verschreiben könne, was er ihnen verschreiben sollte, nämlich bessere Kleidung, bessere Wohnung, bessere Atmungsverhältnisse und so weiter. Die könnten aber nur auf dem Wege des sozialen Wirkens zustande kommen. Deshalb müsse er sich als Arzt in das soziale Wirken hineinstellen. Sie sehen also ein tatsächliches Abschieben desjenigen, um was es sich da eigentlich handelt. Nun ist hinter allen diesen Dingen eben dasjenige, was für dieses Glied der menschlichen Wesenheit ganz besonders zu berücksichtigen ist. Denn es muß doch dasjenige, was sich als Krankheitsprozeß im menschlichen Brustorganismus ergibt und was von einem unregelmäßigen Ineinanderwirken des Astralischen und des Ätherischen letzten Endes herrührt, auch in einem solchen Zusammenhange betrachtet werden. Da kommt man dann nicht mehr aus ohne eine Erkenntnis, die sich bequemt, etwas in das Übersinnliche hinaufzugehen. Und da muß denn das Folgende gesagt werden.

Es ist der Prozeß des Atmens, der sich abspielt zwischen der Außenwelt und der Innenwelt, eigentlich ein Prozeß, der gar nicht verstanden werden kann, wenn man nicht auf das Verstehen des Astralischen rekurriert. Die besondere Wechselwirkung von Sauerstoff und Kohlenstoff, die da eintritt, ist durchaus ein fortwährendes Ineinanderspielen des Astralischen und des Ätherischen. Nun bitte ich Sie doch zu berücksichtigen, daß der Mensch normalerweise ein Drittel seines Lebens so verbringt, daß er mit einem großen Teil seines astralischen Leibes außerhalb des ätherischen Leibes ist, nämlich während des Schlafens. Und da sehen Sie nun das bedeutsame Hereinspielen des Astralischen in die menschlichen Gesundheitsverhältnisse; denn es ist ja selbstverständlich, daß auch während des Schlafens das Astralische im Menschen spielt. Aber es spielt dann nicht vom Haupte aus, sondern es spielt vom übrigen Organismus ausgehend im Menschen. Das Astralische entfaltet also während des Schlafens ein Spiel, welches in richtiger Weise zurückbleiben muß, auch wenn das durch den Kopf durchgelassene Astralische außerhalb des Menschen ist während des Schlafes.

Sie sehen also, daß man einfach durch die Erkenntnis des Zusammenspielens von Ätherischem und Astralischem in den Gesundheits- und Krankheitsverhältnissen der menschlichen Brust hingewiesen wird noch auf einen anderen Rhythmus, der sich abspielt im Menschen. Und das ist der Wachens- und Schlafensrhythmus. Nun hat das eigentliche Schlafen, das wiederum, wie wir sehen werden, mit dem Stoffwechselprozeß stark zusammenspielt, weniger Bedeutung für die Brustorgane als für etwas anderes. Und dieses andere, das ist dasjenige, was auch wiederum der Beobachtung außerordentlich schwierig wird. Sie werden sich vielleicht erinnern, insofern Sie schon dazumal dagewesen sind, welche interessante Symptomkomplexe sich ergeben haben durch die Verwendung der Stoffe, mit denen das letztemal hier Experimente ausgeführt worden sind. Denn Herr Dr. Scheidegger hat ja das an der Tafel demonstriert. Sie werden sich aber auch erinnern, daß diese Symptomkomplexe aus vielen, vielen Einzelheiten bestehen, und daß es schon eine gewisse Kunst erfordert, die einzelnen Symptome entsprechend zusammenzunehmen, zusammenzuhalten. Es stellt sich zum Beispiel sofort eine Schwierigkeit ein, wenn man mit einem Symptomkomplex das folgende vornehmen muß. Man hat zum Beispiel nötig, um ein Krankheitsverhältnis richtig zu beurteilen, diejenigen Symptome zusammenzuhalten, welche sich im oberen Menschen abspielen. Mischt man da nun ein Symptom hinein, das sich zwar räumlich im oberen Menschen abspielt, das aber im wesentlichen nur ein hinaufgedrängtes Symptom aus dem Stoffwechsel ist, so macht man gleich in der Beurteilung des Symptomkomplexes einen Fehler, und man wird dadurch in der Beurteilung der ganzen Krankheitsverhältnisse dann beirrt. Also man darf nicht aus dem Auge verlieren, wie schwierig es eigentlich ist, die Einzelheiten eines Symptomkomplexes gerade in richtiger Weise zusammenzuhalten.

Nun ist es auf der einen Seite ganz gewiß richtig, daß man sich nach und nach ein Gefühl dafür aneignen kann, die Einzelheiten eines Symptomkomplexes in der richtigen Weise zusammenzuschauen. Aber auf der andern Seite ist es so, daß die Natur uns allerdings hilft und zu gleicher Zeit wiederum die Hilfe, die sie uns gewährt auf diesem Gebiete, zum Gebrauche ganz außerordentlich schwierig macht. Die Natur nämlich faßt selbst all diejenigen Symptomkomplexe zusammen, ich möchte sagen, sie tut dasselbe, was wir in einer Formel machen, wenn wir die Einzelheiten eines Symptomkomplexes zusammenfassen, sie tut dasselbe, aber sie macht uns die Beobachtung dessen, was sie da tut, außerordentlich schwierig. Nämlich sie zieht die einzelnen Akte eines Symptomkomplexes in Einschlafen und Aufwachen zusammen, in der Art des Einschlafens und Aufwachens. Es ist in der Tat dasjenige, was beim Einschlafen und Aufwachen des Menschen vor sich geht, ein — wenn ich mich des paradoxen Ausdruckes bedienen darf -außerordentlich geniales Zusammenfassen von eben dem, was nach irgendeiner Richtung in Betracht kommt. Aber es ist natürlich der Arzt in den allerwenigsten Fällen in der Lage, anders sich zu orientieren als höchstens durch Mitteilungen, die wiederum in den meisten Fällen und gerade in den schwierigsten Fällen ungenau sein werden; er ist am wenigsten in der Lage, den Patienten beim Einschlafen und Aufwachen richtig zu beobachten, und was ihm der Patient mitteilt, selbst wenn es nach dem Bewußtsein des Patienten dem Tatbestand richtig entsprechen soll, das ist eben dann am allerwenigsten maßgebend. Wenn Einschlafen und Aufwachen gestört sind, dann erzählt natürlich der Patient Dinge über dieses Einschlafen und Aufwachen, die zwar in seinem Bewußtsein gut leben, aber die nun wiederum für das Beurteilen der Sache auf einer gesunden Basis getrübt sind. Da muß man schon wiederum durch dasjenige durchschauen, was eigentlich der Patient erzählt. Und daß das so ist, das werden Sie am besten einsehen, wenn Sie versuchen, sich dieser Tatsache nach und nach mit Ihrer Überlegung zu nähern. Vor allen Dingen wird Ihnen die Erfahrung den merkwürdigen Zusammenhang des ätherischen Leibes mit dem Astralleib dann ergeben, wenn Sie beobachten, wie im Menschen Sorge, Kümmernisse und so weiter fortwirken. Sie dürfen da nicht etwa bloß beobachten die Sorge und die Kümmernisse, die sich am letzten Tage oder in der letzten Woche abgespielt haben, die sind schließlich das allerwenigst Bedeutsame, sondern diejenigen, die weiter zurückliegen. Denn es muß immer eine gewisse Periode verfließen von der Zeit, wo Sorgen und Bekümmernisse auf einen Menschen wirken, bis zu der Zeit, wo sie gewissermaßen organisch geworden sind, wo sie in das Wirken des Organismus übergegangen sind. Sorgen und Kümmernisse, wenn sie einen gewissen Grad erreichen, sind immer so, daß sie in einer späteren Zeit erscheinen als Anomalien im organischen Wirken, und zwar gerade im rhythmischen organischen Wirken. Sie gehen bis zur Verunregelmäßigung des Rhythmusorganismus, und erst dann können sie weiter wirken auf den Stoffwechselorganismus und so weiter. Das müssen wir als eine Grundtatsache ins Auge fassen. Vor allen Dingen aber auch, so unwahrscheinlich es dem materialistischen Vorstellen erscheint, ist es so, daß hastiges Denken, ein Denken, das sich nicht Rechenschaft gibt über die Gründe, warum es denkt, ein hastiges Denken, wo so ein Gedanke den anderen überspringt - ein Grundübel des menschlichen Denkens in unserer Zeit —, dieses Denken, wo so ein Gedanke dem anderen auf die Füße tritt, etwas ist, was durchaus, nachdem eine Zeitlang vergangen ist, nachwirkt im menschlichen Organismus, und zwar im rhythmischen Organismus. Dieses ist nun von einer ganz besonderen Bedeutung von der einen Seite her. Die seelischen Vorgänge darf man nicht übersehen, wenn man Abnormitäten des menschlichen Rhythmusorganismus verstehen will, namentlich desjenigen, was eben in seinen Brustorganen vor sich geht. Wir können allerdings auch dasjenige in diesen Organismus einbeziehen, was gewissermaßen der Peripherie dieses rhythmischen Organismus angehört: den Rhythmus der Ernahrung und den Rhythmus der Entleerung. Denn dadurch, daß der Rhythmus der Ernährung und der Rhythmus der Entleerung einbezogen werden, dadurch wird ja erst das völlige rhythmische System zusammengefaßt.

Nun aber ist auf der anderen Seite wiederum etwas ganz besonders wichtig. Auch der andere Pol der menschlichen Wesenheit, das Stoffwechselsystem, wirkt zurück auf das rhythmische System, und zwar wiederum so, daß wir die Art, wie es zurückwirkt, vielleicht am besten verstehen, wenn wir folgendeswissen: Hunger und Durst sind zunächst Dinge, die sich mit großer Deutlichkeit im menschlichen Astralleib offenbaren. Denn so ‚wie der gewöhnliche Mensch Hunger und Durst kennt, kennt er sie ja natürlich als astralische Erscheinung. Was man so mit dem Bewußtsein erlebt wie Hunger und Durst, das ist zunächst astralisch erlebt. Darüber muß man sich vollständig klar sein. Denn dasjenige, was nicht astralisch erlebt ist, von dem weiß der gewöhnliche Mensch gar nichts; was nur ätherisch erlebt ist, das liegt so tief im Unterbewußtsein drunten, daß er nichts davon weiß. Also, für das gewöhnliche Leben sind Hunger und Durst, wenn wir uns des Ausdrucks bedienen dürfen, astralische Erlebnisse. Aber sie hören auf, astralische Erlebnisse zu sein, wenn sie zurückbleiben für dasjenige Erleben, das unter dem Schlaf sich abspielt, dann hören sie auf, gewöhnliche astralische Erlebnisse zu sein; aber sie hängen deshalb nicht weniger mit dem Astralleib zusammen, der im Schlafe auch wirkt, von unten nach oben. Und dasjenige, was von dieser Seite ausgeht, das heißt ein Hunger und ein Durst, die im Menschen wirken, die wirken, wenn sie bleibend sind, zurück auf das rhythmische System, indem sie es unregelmäßig machen, indem sie es krank machen. Das bezieht sich selbstverständlich nicht auf den Hunger und den Durst, den wir am betreffenden Tage dann erlitten haben und mit dem wir schlafen gehen. Das wäre falsch, wenn man die Sache so ansehen würde, daß man hie und da hungrig sich schlafen legt oder daß man meinetwillen auch sogar längere Zeit sich hungrig schlafen legt, das ist nicht das Schlimme. Sondern das Schlimme ist dasjenige, wenn der Zustand des Hungers und des Durstes habituell wird, und namentlich wenn er dadurch erzeugt wird, daß der Stoffwechselorganismus nicht in Ordnung ist und dadurch der übrige Organismus nicht in entsprechender Weise ernährt wird. Also, Nachwirkungen von Hunger und Durst in dieser Beziehung sind durchaus dasjenige, was nun den Störungen des Atmungs-Zirkulationsorganismus zugrunde liegt.

Aber nun, wenn wir von diesen Wirkungen auf die menschlichen _ Brustorgane absehen, dann haben wir als Drittes eigentlich lediglich dasjenige, was noch die Außenwelt bewirkt, denn durch das Atmen hängt der Mensch eben mit der Außenwelt zusammen, und es spielen sich in ihm die Einwirkungen der Außenwelt ab. So haben Sie hier den merkwürdigen Tatbestand, daß für das, was im menschlichen Brustkorb eingeschlossen ist, zum Teil auch in der Bauchhöhle eingeschlossen ist, indem sich der Rhythmus dahin fortsetzt, den außerordentlich bedeutungsvollen Tatbestand, daß sich innerhalb dieses Raumes eigentlich lauter Wirkungen abspielen: Wirkungen des oberen Menschen, Wirkungen des unteren Menschen, Wirkungen der Außenwelt, so daß wir tatsächlich auch aus einer genaueren Erkenntnis dieses Traktes der menschlichen Wesenheit dazu geführt werden, uns zu sagen, da drinnen spielen sich eigentlich die Wirkungen ab, und wir können nicht da drinnen selber die Ursachen beheben, wir müssen die Ursachen woanders suchen, damit wir sie in entsprechender Weise beheben können. Nun, deshalb ist es auch so klar, daß zwar dieses Gebiet des menschlichen Wesens die Domäne ist, um das Krankheitswesen überhaupt zu studieren, daß aber dann, wenn man sich angeregt hat zum Studium von dieser Domäne aus, die Forschungen weitergehen müssen gerade nach den andern Gebieten. Man muß von dieser Domäne ausgehen, um dann von da aus weiter zu den anderen Gebieten zu dringen.

Nun ist ja das Auffälligste und das Bedeutsamste dasjenige Ursachengebiet, welches eigentlich außerhalb des Menschen liegt; indem sich die Wechselwirkung zwischen Sauerstoff und Kohlenstoff abspielt, liegt das wesentlich astralisch Beeinflussende im Grunde genommen für diesen Trakt des menschlichen Wesens außerhalb. Und da handelt es sich darum, daß wir nun die entsprechenden Zusammenhänge dieses Traktes mit der Außenwelt suchen. Und da stellt sich für geisteswissenschaftliche Forschung das Folgende heraus, die Erde hat auch ein Wechselverhältnis zwischen dem, was unterhalb ihrer Oberfläche vorgeht — wobei man die Wasserwirkungen durchaus rechnen muß zum Irdischen - und [dem], was über ihrer Oberfläche vorgeht. Im Grunde genommen spielt sich ein für die gewöhnliche Wissenschaft heute noch nicht durchdringlicher Prozeß zwischen der Erde und ihrer Umgebung ab. Und dieser Prozeß bietet außerordentlich interessante Seiten. Man kann ihn ganz besonders dadurch studieren, daß man diejenigen Gebiete des Erdenseins vergleicht, wo dieser Prozeß zwischen dem Außerirdischen und dem Irdischen ein recht inniger ist, wo viel Außerirdisches ins Innerirdische hineingeht.

Das ist in der Tropenwelt der Fall. Die ganz besonderen Verhältnisse der Tropenwelt, die beruhen eigentlich auf einem innigen Zusammenwirken von dem Außerirdischen, von Luft und Licht und außerirdischer Wärme mit demjenigen, was innerhalb der Erde selber ist. Und außerdem ist es kein Zufall, daß man einen gewissen Pol, möchte ich sagen, magnetisch-elektrischer Erdwirkungen in der Tropenzone zu suchen hat.

Wenn ich mich vergleichsweise ausdrücken darf, so möchte ich sagen: In der Tropenzone saugt die Erde am allermeisten das Außerirdische ein und entwickelt aus diesem eingesogenen Außerirdischen dasjenige, was sie dann als Vegetation hervorsprießen läßt. Da, wo die Erde polarisch ist, da saugt sie wenig von dem Außerirdischen ein, da widerstrebt sie dem Außerirdischen, da wirft sie sozusagen das Außerirdische in ausgedehntem Maße zurück. Also, wenn ich mich so ausdrücken dürfte, in den Tropen glänzt die Erde am wenigsten von außen angesehen, sie strahlt am wenigsten zurück; da wird am meisten eingesogen. An den Polen glänzt die Erde am meisten, da wird am meisten zurückgeworfen vom Außerirdischen, da glänzt sie am meisten, da entwickelt sie am meisten Glanz.

Das ist eine außerordentlich bedeutsame Tatsache. Denn wir bekommen dadurch, daß wir so etwas berücksichtigen, eine Ansicht darüber, daß erstens im Tropischen außerordentlich stark eine gewisse Innigkeit zwischen dem ätherischen Irdischen und dem außerirdischen Astralischen wirkt, während das Astralische in einer gewissen Weise an den Polen zurückgeschleudert wird. Aber diese Ansicht kann außerordentlich fruchtbar werden, denn nun stellt sich ja folgendes heraus, wenn man diesen Zusammenhang weiter verfolgt. Nehmen wir einmal den Fall, daß wir einen Kranken in Verhältnisse bringen, wo das Licht übermäßig wirkt, wo die Luft stark durchleuchtet wird, wo er also von Licht umgeben ist. Dann können wir in einer gewissen Weise sagen: Wir versetzen ihn in eine Region, wo wir das Irdische, das also auf ihn wirkt, im Grunde genommen abweisen, wo wir ihn dem Einfluß des Außerirdischen aussetzen. Denn in dem starken Sonnigsein liegt eigentlich dasjenige, was von der Erde nicht mehr verbraucht wird, was aber von der Erde zurückgeworfen wird. Und in die Region dieses außerirdischen Wirkens tritt dann der Kranke ein. Setzen wir also einfach einen Kranken in sonnendurchhellte Luft, so wirken wir auf seinen rhythmischen Organismus. In hervorragendem Maße wirken wir auf seinen rhythmischen Organismus. Und zwar wirken wir so, daß ein unregelmäßiger Stoffwechsel dadurch, daß sich der Rhythmus durch dieses dem Lichte Aussetzen von selber reguliert, vom Rhythmus aus direkt bekämpft wird.

Das ist der Zusammenhang, der uns dazu führt zu erkennen, worauf eigentlich Sonnen- und Lichtkuren beruhen. Und wenn wir finden, daß irgend jemand sich besonders unwiderstandsfähig gegen Parasitäres verhält, dann wird eine solche Kur ganz besonders zu empfehlen sein. Man braucht deshalb nicht ein Anhänger der Bazillentheorie zu sein, sondern man muß sich nur klar sein darüber, daß in dem Vorhandensein der Parasiten sich zeigt, daß der Betreffende tieferliegende Ursachen hat, damit sich die Bazillen ansammeln können, damit sie sich aufhalten können. Sie sind ja niemals eigentlich die wirklichen Krankheitserreger, sondern sie sind immer nur die Anzeiger, daß der Patient die Krankheits-«Erreger» in sich hat. Deshalb ist die Bazillenforschung schon wichtig, aber nur als eine Erkenntnisgrundlage. Die eigentlichen organischen Ursachen liegen im Menschen selber. Und diesen organischen Ursachen, die im Menschen selber liegen, wird entgegengewirkt durch dasjenige, was von dem außerirdischen Kosmos der Erde zuströmt und die Erde umgibt, aber nicht mehr ganz von der Erde aufgenommen wird. Ein Übermäßiges ist es, eine Übersonne, ein Überlicht und so weiter. Also da, wo die Erde nicht nur sproßt und sprießt, sondern wo sie anfängt zu glänzen, wo sie also auch Licht enthält, das mehr ist als dasjenige, was nötig ist zum Sprießen und Sprossen, da haben wir solches, was in dieser Richtung besonders günstig wirkt.

Ein Weiteres, was in dieser Richtung besonders günstig wirkt, ist das Folgende. Finden wir einen Patienten durch einen unregelmäßigen Zirkulationsorganismus parasitären Einwirkungen besonders ausgesetzt, so ist es unter allen Umständen gut, wenn wir ihn - natürlich mit Berücksichtigung aller anderen Umstände; solche werden uns ja in den folgenden Betrachtungen noch mannigfaltig entgegentreten — in eine Lebenslage bringen, die gegenüber derjenigen, in der er eingewöhnt ist, höher liegt, einfach höher über dem Meeresspiegel liegt, wenn wir also sozusagen eine Höhenkur veranlassen. Und das Wohltätige der Höhenkuren - die natürlich im anderen Falle auch wieder schädlich sind, alles was nützlich ist, kann auch schädlich sein, davon haben wir gestern gesprochen - ist auch in dieser Richtung zu suchen. Nun aber kommt noch etwas anderes dabei in Betracht. Wir dürfen nicht vergessen, was wir vor uns haben in gewissen Erscheinungen, die eigentlich - ich habe schon darauf hingewiesen - von uns künstlich hervorgerufen werden, oder die, wenn sie auf den Menschen losgelassen werden, erst von uns zu beurteilen sind. Wenn ich sage künstlich hervorgerufene Erscheinungen, so sind es für dieses Gebiet solche, wo wir nicht einfach die Früchte der Natur so genießen, wie sie draußen sind, sondern wo wir sie kochen, oder aber, wo wir sie gar so zubereiten für das Einführen in den menschlichen Organismus, daß wir sie zunächst verbrennen, dann die Asche benützen oder dergleichen. Da unterwerfen wir selbst das Irdische einem Prozeß, der eigentlich außerirdische Wirkungen in sich bekommt. Das Kochen, das Verbrennen, das hebt schon aus dem Irdischen dasjenige heraus, was gekocht oder verbrannt wird. Also, indem wir Gekochtes oder Verbranntes dem Menschen zuführen, lassen wir innerlich in einer ähnlichen Weise eine Wirkung ‚auf ihn ausüben, wie wir durch das erhöhte Sonnenlicht oder durch Höhenklima auf ihn wirken lassen. Wir müssen auch dahin unseren Blick wenden, wo wir nun in der Lage sind, auf der einen Seite uns zu sagen, das ist ein Mensch, der muß erstens nach einer gewissen Beziehung seine Diät ändern, und zweitens müssen wir ihm irgendwelche Heilmittel verabreichen. Es zeigt sich ein unregelmäßiges rhythmisches System. Unter allen Umständen werden wir unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken haben, ob wir ihm irgend etwas zu geben haben, was durch Verbrennen namentlich von Vegetabilischem entstanden ist; denn in allem Verbrennen des Vegetabilischen überbieten wir den gewöhnlichen vegetabilischen Prozeß. Wir setzen ihn fort durch ein Außerirdisches, nämlich durch das Verbrennen.

Dann aber ist von besonderer Bedeutung noch das Folgende: Ein Vorgang auf der Erde oder eine Summe von Vorgängen auf der Erde, die innig mit demjenigen, was irdisch und außerirdisch genannt werden muß, zusammenhängen, das ist dasjenige, was sich unter den Ingredienzien von Elektrizität und Magnetismus abspielt. Elektrizität und Magnetismus ist ein Gebiet, welches mit Bezug auf den gesunden und kranken Menschen wirklich tiefer studiert werden sollte, bei dem . man aber auch am allermeisten tapsen kann, weil die Sache so ist: Wenn Sie sich schematisch die Erdoberfläche vorstellen (siehe Zeichnung), hier das Innere, hier das Äußere, dann hat dasjenige, was in Elektrizität und Magnetismus besteht, einen innigen Bezug zu dem Irdischen als solchem. Sie wissen ja, daß die Elektrizität sich selber fortleitet von einer Erdleitung zu der anderen, von einem Morsetelegraphen zu dem anderen, es ist nur immer eine Drahtverbindung, der Kreis schließt sich unter der Erde, wir haben es da zu tun mit demjenigen elektrischen Felde, welches sich die Erde schon angeeignet hat. Wir können sagen: Im Grunde genommen ist dasjenige, was sich unter Elektrizität und Magnetismus verbirgt, außerirdisch und innerirdisch (gelb); aber die Sache ist so, daß sich die Erde nun das Elektrische aneignet und elektrische Wirkungen, die eigentlich außerirdisch sind, in sich hat (blau), daß aber zurückgehalten werden können die elektrischen und auch die magnetischen Wirkungen, ohne daß sie von der Erde angeeignet sind, im Umkreis der Erde (rot). Das sind alle diejenigen elektrischen und magnetischen Wirkungen, die wir eben in unseren elektrischen und magnetischen Feldern haben.

313-10
313-10

Wenn wir Eisen magnetisieren, so bedeutet das eigentlich der Erde gegenüber das, daß wir den Magneten zu einem kleinen Dieb machen. Wir übertragen ihm die Fähigkeit, dasjenige, was die Erde eigentlich aufnehmen will aus dem Weltenall, ihr, bevor sie es aufnehmen kann, abzustehlen und für sich zu behalten. Wir machen den Magneten zu einem kleinen Dieb. Er eignet sich das an, was die Erde gern möchte, aber er hat innerlich die Kraft, es für sich zu behalten. Alle elektrische und magnetische Felderumgebung, die wir auf der Erde haben, ist eigentlich etwas, was wir der Erde für den Menschengebrauch gestohlen haben, womit wir die Natur selber zum Stehlen verleiten, wo wir das Außerirdische oben behalten. Und wir haben also da ein eminent Außerirdisches, das wir sogar in einer schlauen Weise über der Erde behalten, trotzdem die Erde mit aller Kraft, die ihr zur Verfügung steht, es in sich bekommen möchte, so daß es von innen heraus wirkt. Aber wir lassen es nicht dazu kommen, daß es von innen heraus wirkt, wir behalten es zurück. Und deshalb müssen wir in elektrischen und magnetischen Feldern ganz besondere Bekämpfer unrhythmischer menschlicher Vorgänge suchen, und es müßte sich eigentlich eine Therapie entwickeln, die ganz besonders darauf abzielt, zum Beispiel wenn eine starke Arrhythmie oder ein starkes sonstiges Stören oder ein schwaches — beim schwachen sogar noch besser - im menschlichen rhythmischen System auftritt, einfach in einer größeren oder kleineren Entfernung, die man dann ausprobieren muß, einen starken Magneten nun nicht anzusetzen, aber in der Nähe des menschlichen Organismus zu halten. Wie gesagt, die Entfernung muß sich durch Ausprobieren ergeben. Ich möchte Ihnen auch sagen, wie man am besten die bisherigen Wissenschaftsergebnisse hier verwerten könnte, nicht so sehr um Ihnen eine - ich möchte sagen interessante Tatsache mitzuteilen, denn die ist noch nicht ganz spruchreif für die äußere Wissenschaft, aber um Sie aufmerksam zu machen auf etwas, wobei wiederum ein ganzer anderer Gedankenkomplex beherrscht werden kann.

Eben der vorhin genannte Professor Benedikt hat sehr interessante Untersuchungen in der Dunkelkammer über die menschlichen untersten aurischen Ausstrahlungen gemacht, die noch nichts, direkt wenigstens, mit dem zu tun haben - indirekt schon -, was ich in der «Theosophie» zum Beispiel beschrieben habe. Das sind höhere Ausstrahlungen, die erst in dem Übersinnlichen geschaut werden. Aber zwischen diesen höheren Ausstrahlungen und denjenigen gröberen Andeutungen, die das Auge am Menschen sieht, liegt ein Gebiet, das in der Dunkelkammer wahrgenommen werden kann, und der Professor Benedikt hat interessant beschrieben, was er in der Dunkelkammer bearbeitet hat. Er hat insbesondere Personen verwendet, welche empfänglich waren für die Erscheinungen der Wünschelrute. Also Personen, bei denen die Wünschelrute besondere Ausschläge gab, die verwendete Moriz Benedikt dazu, sie nun in der Dunkelkammer auf ihre aurischen Ausstrahlungen zu untersuchen. Folgendes ergab sich nun für diese aurischen Ausstrahlungen. Moriz Benedikt beschreibt ganz besonders interessante Resultate, indem diese aurischen Ausstrahlungen bei ruten-reaktiven Personen ganz anders sind als bei anderen Personen, namentlich die Asymmetrie sehr stark wächst: die Ausstrahlung des linken Menschen ist anders als die Ausstrahlung des rechten Menschen. Es wird auch die Kopfausstrahlung eine ganz andere. Es ist also so, daß in der Tat dadurch heute schon der Anfang gemacht worden ist, wenn er auch noch sehr skeptisch aufgenommen wird, die Ausstrahlung des Menschen auch in physischen Demonstrationen zu sehen. Aber man muß immer sich klar sein: es sind nur die untersten mit der physischen Organisation zusammenhängenden Ausstrahlungen. Man hat damit noch nicht das Gebiet des Übersinnlichen betreten, was manche, die es sich bequem machen wollten mit dem Übersinnlichen, behaupten möchten. Aber auf der anderen Seite liegt da ein Anfang, um zu einem therapeutischen Resultat zu kommen. Es ist nämlich zu untersuchen, was sich für ein Tatbestand ergibt, wenn man bei einem Menschen, sagen wir mit beginnender sogenannter Tuberkulose, einen starken Magneten am Rücken ansetzt, also den Menschen durchstrahlen läßt von einem magnetischen Felde, das man noch dadurch wirksamer machen kann, daß man den Magneten, indem man ihn quer hält, von oben nach unten und von unten nach oben bewegt, so daß sozusagen der ganze Brustorganismus nach und nach von dem magnetischen Felde durchstrahlt wird. Dabei braucht man eben, wenn man dieses magnetische Feld anwendet, nicht zugleich ein Lichtfeld; das könnte nur stören. Man kann also einen solchen Patienten ganz gut in die Dunkelkammer setzen, und man kann in der Tat da bald die Ausstrahlungen der Finger beobachten, die sich da ganz deutlich ergeben werden. Hat man das gemacht, hat man den-Patienten in die Dunkelkammer gesetzt, hat man einen starken Magneten an seinen Rücken appliziert, hat man gesehen, es sind feine Ausstrahlungen von den Fingerspitzen vorhanden, die sich so kegelförmig nach außen die Spitze wendend zeigen, dann hat man eine Überzeugung davon gewonnen, daß man wirklich den Patienten von dem magnetischen Feld durchstrahlt hat. Auf diese Weise wird man sehen, daß man gerade durch das magnetische Feld mancherlei und außerordentlich Günstiges erreichen können wird in der Bekämpfung zum Beispiel auch der Lungentuberkuloseerscheinungen.

Das sind Dinge, die uns aber gleichzeitig zeigen, wie ernst die Dinge hier genommen werden müssen bezüglich des Satzes, daß wir eigentlich in der Brust des Menschen nur Wirkungen haben, daß wir also auch, wenn wir heilen wollen, uns an die Umgebung wenden müssen, daß wir irgend etwas anwenden müssen, was der Außenwelt des Menschen angehört: Licht, dasjenige, was sich an klimatischen Einflüssen ergibt, wenn wir den Menschen an einen höheren Ort bringen, und all dasjenige, was wir als das magnetische Feld ins Auge fassen können. Es ist ebenso mit dem elektrischen Felde; nur handelt es sich darum, daß die Behandlungsweise des elektrischen Feldes berücksichtigt werden muß. Es ist durchaus so, daß, wenn man unmittelbar durch Anlegen der Pole an den Organismus Elektrizität durch den Menschen durchgehen läßt, die Sache eine ganz andere ist, als wenn man etwa ein elektrisches Feld als solches hervorruft und den Menschen in dieses elektrische Feld hineinsetzt, ohne daß direkt die Schlußlinie von einem Pol zum anderen durch ihn geht. Man wird da auch Versuche zu machen haben, die außerordentlich bedeutungsvoll sind. Man kann schon unter Umständen auch günstige Wirkungen erzielen, wenn man die Schlußlinie der Pole durch den Menschen durchgehen läßt. Aber dann ist ausschließlich wirksam dasjenige, was vom Stoffwechselsystem auf das rhythmische System hinüberwirkt. Nichts anderes als das Stoffwechselsystem wird beeinflußt, wenn ich durch den Menschen selber die Elektrizitätsströme leite, welche von einem Pol zum anderen gehen, wenn ich den Menschen gleichsam in die Schlußlinie der elektrischen Wirkung einschließe. Setze ich ihn hingegen ins elektrische Feld, dann werde ich bemerken können, daß gewissermaßen jene Dunkelkammerausstrahlungen überall da bei ihm vorhanden sind, wo spitze Stellen sind, an den Zehen, an den Fingern und so weiter, und ich werde bemerken, daß ich dann heilend eingreifen kann auch bei jenen Patienten, die eine durchaus geregelte Verdauung haben und so weiter und dennoch sogenannte Tuberkuloseerscheinungen zeigen; also bei denen wird es in den allerhäufigsten Fällen so sein, bei Erkrankungen, die besonders auf diesem Felde auftreten.

Wir haben uns heute also zunächst mit dem Hinweis auf die Umgebung beschäftigt. Es ist von mir auch [darauf] aufmerksam gemacht worden, daß nun die Natur in Einschlafen und Aufwachen dasjenige zusammenfaßt, was als Symptomenkomplex auseinandergelegt ist, und an diesem Punkte werde ich morgen einsetzen, um dann erstens zu sehen, was der Moment des Einschlafens und Aufwachens für eine wichtige diagnostische Bedeutung hat, aber auch um zugleich zu studieren, wie wir dasjenige, was uns die Natur da andeuten will durch Aufwachen und Einschlafen, zwar beobachten können, wie wir das dann trotzdem, wenn wir nur das Prinzip kennen, zur Regelung der Beobachtung unserer Symptomenkomplexe werden anwenden können, und daß da namentlich dann etwas liegt, was auch einen wichtigen Hinweis gibt auf die andersartige Behandlung, die man den chronischen und den akuten Krankheiten wird angedeihen lassen müssen.

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