Anthroposophical Spiritual Science and Medical Therapy

GA 313 — 14 April 1921, Dornach

Vierter Vortrag

Gestern sagte ich, daß sich gewisse Symptomenkomplexe zusammenfassen in den Erscheinungen des Einschlafens und Aufwachens. Es ist zunächst vor allen Dingen wichtig, die Symptome zu betrachten, die sich zusammenfassen in dem Vorgang des Einschlafens, und da muß man das Folgende sagen: Mangelhaftes Einschlafen weist immer darauf hin, daß der astralische Leib - ich will mich jetzt eben diesmal dieser Formel bedienen, die Sie ja alle sehr gut kennen - an den physischen und den ätherischen Organen, namentlich an den letzteren, haftet, daß er zu stark mit ihnen verbunden ist. Dieses Haften am astralischen Leib ist ja für den Geistesforscher ohne weiteres dadurch ersichtlich, daß die Organe, die physischen und die anderen Organe eben weiter funktionieren, so wie sie im Wachen funktionieren, wenn das Einschlafen eintreten soll, während sie beim normalen Menschen eine entschiedene Ablähmung erfahren.

Nun ist das natürlich der Fall, wovon ich schon gestern sprach, daß man sich gewöhnlich über alles dasjenige, was dieses mangelhafte Einschlafen bedeutet, nicht ordentlich unterrichten kann. Daher ist es notwendig, daß man sich gewissermaßen einen zusammenfassenden Blick aneignet über diejenigen Erscheinungen, welche im wachen Zustande Begleiterscheinungen des mangelhaften Einschlafens sind. Und da muf3 man sagen, alles dasjenige, was in einer gewissen Weise auf ein unwillkürliches Funktionieren des Organismus hinzeigt, das ist Begleitung eines mangelhaften Einschlafens. Also jedes unwillkürliche Zucken mit den Lippen, jedes unwillkürliche Zwinkern mit den Augenlidern, jedes zu starke Bewegen der Finger und dergleichen, namentlich ein solches, das nicht ein Ausdruck eines inneren Vorganges ist, also alles Zappelhafte am Menschen, ist eine Wachbegleiterscheinung des mangelhaften Einschlafens. Selbstverständlich ist dieser Vorgang zumeist nur zu verfolgen bei starkem Hervortreten nach außen. Wenn ein solches Zappeln stattfindet in bezug auf die inneren Organe, dann handelt es sich darum, daß man sich schon einen gewissen Blick für so etwas aneignet, und daß man versteht, gewisse Erscheinungen wirklich in Zusammenhang zu bringen. Ich möchte da bemerken, daß man zum Beispiel gewisse Geräusche bei kranken Menschen, die an Chlorose leiden, in denjenigen Adern, welche links und rechts im Halse sind und dann hinuntergehen, hören kann. Diese Geräusche, die man früher Nonnengeräusch genannt hat - ich weiß nicht, ob man sie jetzt noch so nennt -, sind auch bei jedem Menschen bemerkbar, wenn er den Kopf stark links und rechts wendet, wenn er also eine sehr starke Entfaltung der Astralität bewirkt, die immer dann entsteht, wenn eine sonst nur willkürlich auszuführende Bewegung unwillkürlich ausgeführt wird. Also jedes Mal wird die Astralität zu stark angestrengt, zu stark gebraucht, zu stark an das Organ hergedrängt, wenn eine sonst willkürlich ausgeführte Bewegung, also eine vom Ich abhängige Bewegung, unwillkürlich ausgeführt wird, also wenn man das Zappelnde darin hat. Und so kann überhaupt durch solche indirekten Beobachtungen die Aufmerksamkeit auf das Zappelnde der inneren Organe gewendet werden.

Nun ist zu sagen, daß bei diesem mangelharten Einschlafen immer eine so den unmittelbaren äußeren Eingriffen entlegene Unregelmäßigkeit vorhanden ist, eine Unregelmäßigkeit, die fern liegt alledem, was ich gestern zum Beispiel über Licht und über das magnetische und elektrische Feld gesagt habe. Diesen Dingen liegt alles dasjenige etwas ferner, was dem mangelhaften Einschlafen entspricht. Da handelt es sich darum, daß es notwendig ist, dann zu Heilmitteln zu greifen. Also wenn ein Symptomenkomplex vorliegt, der sich zusammenfassen läßt unter der Formel des mangelhaften Einschlafens, dann ist es notwendig, zu Heilmitteln zu greifen, und zwar zu denjenigen, wo eben Vorgänge, namentlich in Vegetabilischem, erst hervorgerufen werden müssen, also Kochen, Verbrennen und so weiter. Es wird hier, wo mangelhaftes Einschlafen vorliegt und man es mit Krankheiten innerhalb des menschlichen Brustkorbes zu tun hat, eine große Rolle spielen alles dasjenige, was an Heilmitteln gewonnen werden kann durch Auskochung von Wurzeln und durch Veraschung, durch Verbrennung, weil eben immer ein unregelmäßiges Haften des astralischen Leibes an den menschlichen Organen auch da ist. Alles dasjenige, was in der Wurzelabkochung und in der Pflanzenasche sich noch als Kraft findet, das ist dasjenige, was da eine besonders starke Rolle spielen muß. Dagegen wird alles dasjenige, was ich gestern gesagt habe, beim mangelhaften Aufwachen die bedeutsamste Rolle spielen.

Mangelhaftes Aufwachen weist immer darauf hin, daß der astralische Leib eben zu wenig in die Organe eingreift. Wenn es sich um Krankheiten der Brust handelt, so bedeutet dieses mangelhafte Eingreifen des astralischen Leibes etwas anderes, als wenn es sich um Allgemeinerkrankungen des menschlichen Organismus handelt. Wenn es sich um letzteres handelt, dann muß man versuchen, den ganzen astralischen Leib hereinzubringen. Dann tritt dasjenige in Kraft, was ich vor einigen Tagen sagte in bezug auf die Arsenwirkungen. Diese aber sind dann wirksam, wenn es darum geht, den schon mit dem Ich durchsetzten astralischen Leib zu behandeln, während, wenn man den astralischen Leib allein behandeln will, es von besonderer Wichtigkeit ist, daß man diese Dinge eben anwendet, von denen ich gestern gesprochen habe. Bei mangelhaftem Aufwachen wird sich als Wachbegleiterscheinung immer dasjenige einstellen, was man nennen kann Benommensein, Neigung, das Bewußtsein überhaupt getrübt zu erhalten. Also es sind im wesentlichen psychische Erscheinungen, welche man als Wachbegleitsymptome für das mangelhafte Aufwachen ansehen muß. Und deshalb ist es auch für Personen, welche an ihrem Brustorganismus irgendwelchen Mangel zeigen, und die zu gleicher Zeit eben solche psychische Begleiterscheinungen aufweisen, von ganz besonderer Wichtigkeit, diese Heilungen mit dem magnetischen oder elektrischen Felde eintreten zu lassen, wobei ich auf eine Frage, die mir gestern gestellt worden ist - ich werde im Verlauf der Vorträge auf alle Fragen eingehen, soweit natürlich die Zeit reicht -, auf die Frage, die mir gestern gestellt worden ist bezüglich des Unterschiedes von Gleichstrom- und Wechselstrombehandlung - darauf bezog sich ja wohl die Frage -, folgendes bemerken möchte: Hat man es mit schwächlichen Personen zu tun, mit Personen, bei welchen deutlich ist, daß von Ernährungsschwäche und dergleichen, also mehr die Störungen, ich möchte sagen, von dem unteren Teil des mittleren Menschen ausgehen, dann ist es besser, sich des Wechselstromes zu bedienen. Liegt aber deutlich vor, daß die Störungen vom oberen Menschen ausgehen, dann ist es besser, sich des Gleichstromes zu bedienen. Aber zu bemerken ist, daß der Unterschied ein sehr großer nicht ist, und daß, wenn man in dem entsprechenden Falle das eine und in dem anderen Falle das andere tut, auch keine allzu großen Fehlgriffe gerade in dieser Beziehung geschehen können.

Nun, Sie werden aus diesem gesehen haben, daß gerade in diesem Gebiete des menschlichen Gesund- und Krankseins auch wichtige Anhaltspunkte für die Diät im allgemeinen enthalten sind, weil so ein, ich möchte sagen subtiler Übergang von Wirkungen besteht, die mehr dynamischer Art sind und von außen herangebracht werden an den Menschen, und Wirkungen, die nun durch die vom Menschen selbst verarbeiteten, erst veränderten Pflanzenstoffe entstehen. Aber Sie werden begreifen, daß, weil wir in der Region sind, wo alles eigentlich auf Rhythmus, auf dem rhythmischen Funktionieren im menschlichen Organismus beruht, sich da auch etwas zeigt, worauf man im Grunde genommen bei der Beurteilung des gesunden und kranken Menschen nicht genug hinweisen kann, und das ist, daß in dieser Behandlung jeder Fanatismus fehlen sollte. Es sollte tatsächlich in der ärztlichen Kunst jeder Fanatismus fehlen. Und bei jenem Fanatismus, der sich zum Beispiel ausdrückt, nehmen wir an in einem fanatischen Anwenden der Rohkostlerei, also Rohkost, fanatisch als diätetische Vorschrift betrieben, da beachten Sie dasjenige, was wir sagen mußten: Rohkost, also niemals Verkochtes von Pflanzen zu haben von dem, was mehr in der Pflanze nach unten geht gegen die Wurzel zu, hat eine ganz bestimmte Folge für den gesamten menschlichen Organismus; sie hat die Folge, daß langsam in der Organisation entgegengearbeitet wird der Gesundheit des Atmungssystems. Man kann ja lange Zeit, weil der menschliche Organismus doch nicht so leicht zerstörbar ist, durch einen solchen Fanatismus der Rohkostlerei natürlich unvermerkt an den Menschen ruinös wirken, aber mit der Zeit wird sich tatsächlich die fanatische Rohkostlerei in einer ausgesprochenen Kurzatmigkeit oder dergleichen einfach schon äußern.

Nun kann aber einer kommen und kann sagen: Ja, aber ich habe ausgezeichnete Erfolge erzielt mit einer Früchtediät. Sehen Sie, da muß wiederum das Folgende gesagt werden. Früchte sind nicht Wurzeln, Früchte sind stark von der äußeren Sonne bearbeitet. Da wird schon ein außerirdischer Prozeß sehr stark vollzogen, da kommt man dem Kochen schon sehr nahe, wenn man dasjenige ausnützt, was dynamisch in den Früchten ist, so daß man also, wenn man zum Beispiel gewisse Kranke just nicht Wurzeln, sondern frische Früchte essen läßt, dadurch weniger schadet, weit weniger, als wenn man sie rohe Wurzeln essen läßt. So daß man also nach beiden Seiten hin nicht fanatisch werden darf, sondern tatsächlich nach beiden Seiten hin individualisieren muß. Es kann ganz gut Fälle geben, wo man sich sagen muß: Das ist ein Mensch, bei dem ist ganz deutlich ersichtlich, daß er seine Unregelmäßigkeit im Brustsystem von der Zirkulation aus hat und nicht vom Atmungsrhythmus; ich kann nachweisen, daß es von der Zirkulation ausgeht, nicht vom Atmungsrhythmus. Da werde ich genötigt sein, mich an dasjenige zu wenden, was eben von den Verdauungsfunktionen in die Zirkulationsfunktionen herüberspielt, und da werde ich dem, was fehlt, richtig nachhelfen können durch eine Diät von rohen Früchten. Das ist ganz richtig; daß ich das kann, so daß also dieser individuelle Fall durchaus zu der Rohfruchtkost hinweisen könnte. Habe ich aber einen Menschen, der dazu neigt, die Ursprünge des mangelhaften Funktionierens der Brust im Atem zu zeigen, dann werde ich mit einer solchen Behandlung nichts erreichen können, sondern vielleicht nur schaden können, denn dann werde ich nötig haben, eine Diät, die verkochtes Wurzelwerk dem Menschen zuführt, anzuwenden. Es zeigt sich so recht an diesem durchaus labilen System, wie schlimm der Fanatismus nach der einen oder nach der anderen Richtung wirkt.

Nun, wir werden dieses System aber nicht zu Ende verstehen können und deshalb noch einmal auf dasselbe zurückkommen müssen, wenn wir nicht zunächst, ich möchte sagen in diesem ersten Teil unserer Betrachtungen — die mehr pathologisch-therapeutisch sind, während die nächsten therapeutisch-pathologisch sein sollen -, wenn wir nicht in diesem ersten Teil berücksichtigen dasjenige, was als ein Prozeß im menschlichen Organismus vorhanden ist, der sich sehr häufig der äußeren Beobachtung vollständig entzieht, der so zum Schaden der menschlichen Gesundheit unbeobachtet bleibt. Ich habe in den allgemeinen Vorträgen, da wo ich über Sprachwissenschaft sprach - ich konnte es in dem naturwissenschaftlichen Kapitel nicht unterbringen, es hätte ebensogut dort in Betracht kommen können -, davon gesprochen, daß die eigentümlichen Vorgänge, die sich mehr nach außen vom Organismus aus entladen bei der Geschlechtsreife und die sich nach innen entladen in der Zeit zwischen der Geburt und dem Zahnwechsel — also wenn der Mensch sprechen lernt -—, daß die Vorgänge, die da stattfinden zwischen dem astralischen Leib und dem menschlichen Ätherleib und auch dem physischen Leib, dem Sprechenlernen und all den Veränderungen im menschlichen Organismus, die mit dem Sprechenlernen zusammenhängen, zugrunde liegen. Es sind das die Vorgänge, die also beim Kinde sorgfältig beobachtet werden sollen. Dem Sprechenlernen des Kindes geht immer auch eine Veränderung des übrigen Organismus parallel. Und wie gesagt, man soll auch die Veränderung nach vorne, nach der Geburt zu beobachten, also auch zurückgehen von der radikalen Veränderung im Zahnwechsel zurück zum Sprechen. Aber nun liegt eine ebenso bedeutsame Veränderung vor, die nurmehr nach innen gewendet ist, die sich nicht so äußerlich ankündigt wie die zum Beispiel eben, daß man die zweiten Zähne bekommt - das kann jeder beobachten -, oder das Sprechenlernen: es kann es auch jeder beobachten, denn es äußert sich eben nach außen. Aber ebenso liegt eine Änderung vor, eine für die menschliche Gesundheit und Krankheit fast wichtigere Veränderung als beim anderen, wo eben, ich möchte sagen in der Erziehung schon instinktiv viel gemacht wird, weil die Dinge offen zutage treten. Es liegt eine viel größere Bedeutung eigentlich zugrunde diesem anderen Prozeß, der sich nun abspielt in der Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, dem Prozeß, der unmittelbar in der Mitte drinnen liegt und der darinnen besteht, daß das eigentliche Ich, das ja in dem Sinne erst geboren wird, wie ich das sonst ausführe, ich möchte sagen im Exoterischen, im vollständig Exoterischen erst um das zwanzigste Jahr herum, daß dieses Ich nun auch nach innen hinein geboren wird, geradeso wie der Astralleib im Sprechen. Das ist so zwischen dem neunten und zehnten Jahr in seiner Kulmination.

Und nun müssen Sie bitte folgendes bedenken. Dasjenige, was im Menschen eigentlich veranlagt ist in bezug auf sein Ich, das wird fast gar nicht berücksichtigt. Das Ich als dem menschlichen Organismus innewohnend, das tut etwas ganz Besonderes. Alles andere im Menschen, das Physische im Menschen - das erst recht, wir werden auch darauf noch zurückkommen -, das Ätherische und auch das Astralische im Menschen, das also eigentlich nach außen nur durch den Sauerstoff mit dem direkt Äußeren des Menschen in Verbindung steht, sind Teile der menschlichen Wesenheit, die eigentlich sehr stark an das menschliche Innere gebunden sind. Von dem menschlichen Organismus wird im Schlafe fast nur der astralische Leib von dem Ich mitgenommen. Er hat eine sehr starke Affinität zum physischen und namentlich zum ätherischen Leib. Aber beim Ich ist es nicht so. Und hier in der Beziehung des Ich, namentlich in seinem Verhältnis zur Außenwelt, zeigt sich so recht der tiefgehende Unterschied des Menschen vom Tiere. In der Nahrungsaufnahme führen wir uns Stoffe zu, die in der Außenwelt eben auch Stoffe sind. Die müssen im Innern des Menschen verändert werden. Wer bewirkt diese Veränderung, diese gründliche Veränderung der äußeren Substanzen innerhalb des Menschen? Wer bewirkt diese? Die bewirkt in Wahrheit das Ich. Das Ich allein ist mächtig, ich möchte sagen, seine Fühlhörner bis hinunter zu erstrekken in die Kräfte der äußeren Substanzen. Ich möchte sagen, wenn Sie eine äußere Substanz haben - schematisch gezeichnet -, so hat diese gewisse Kräfte, die dekombiniert werden müssen, wenn sie im menschlichen Organismus umkombiniert werden sollen. Ätherleib, astralischer Leib, die gehen gewissermaßen um die Substanzen so herum, die haben keine Kraft, in das Innere der Substanzen hineinzudringen, die gehen bloß um die Substanzen herum. Das Ich ist es allein, das nun wirklich etwas zu tun hat mit dem Hinunterdringen, mit dem Hineingehen in die Substanzen selber. Wenn Sie also eine Nahrungssubstanz dem menschlichen Organismus übergeben, so ist zunächst diese Nahrungssubstanz im Menschen drinnen. Das Ich aber übergreift den ganzen menschlichen Organismus und geht direkt in die Nahrungssubstanz hinein. Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen den inneren Kräften der Nahrungssubstanz und dem Ich des Menschen. Da übergreifen einander Außenwelt in bezug auf Chemie und Physik und Innenwelt des Menschen in bezug auf Antichemie und Antiphysik. Das ist das Wesentliche.

Nun ist es so, daß beim Kind eigentlich bis in die Zeit hinein, in der die zweiten Zähne sich anzusetzen beginnen, bis in die Zeit also hinein, wo der Zahnwechsel eintritt, von dem Haupte aus dieses Eingreifen in die Substantialität der Stoffe geregelt wird. Das Kind wird so geboren, daß ihm auf dem Umwege seines Hauptes in der Embryonalentwicklung die Kräfte gegeben werden, die da beim Menschen tätig sind, um die Stoffe von innen heraus zu verarbeiten. Aber in der Zeit nach dem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife hin und mit der Kulmination zwischen dem neunten und zehnten Jahre, da muß nun dasjenige Ich, das vom unteren Menschen aus wirkt, das untere Ich, das muß sich mit dem oberen begegnen. Beim Kinde ist es immer das Ich, das vom oberen Menschen aus wirkt, das noch die Stoffe verarbeitet bis in diese Zeit herein, die ich charakterisiert habe. Natürlich meine ich die Werkzeuge des Ich. Das Ich ist ja schließlich ein Einheitliches. Aber die Werkzeuge des Ich, die Polarität des Ich, also das Untere des Ich, das sich mit dem Oberen begegnet, das setzt sich erst in ein richtiges Verhältnis in der angedeuteten Zeit. Also es muß da beim Menschen das Ich in die Organisation so eintreten, wie beim Sprechenlernen der astralische Leib in die menschliche Organisation eingreifen muß.

Nun beobachten Sie mit diesen Voraussetzungen all die Erscheinungen, die sich bei Kindern zeigen so vom achten, neunten Jahre an gegen das zwölfte, dreizehnte Jahr hin, gerade diejenigen Erscheinungen, die so notwendig sind im Volksschul-Lernalter zu beobachten. Betrachten Sie von diesem Gesichtspunkte aus diese Erscheinungen. Sie finden ihren äußeren Ausdruck in einem Suchen des menschlichen Organismus. Und dieses Suchen besteht darinnen, daß eben gesucht wird ein Einklang, eine erst während des Lebens herzustellende Harmonie zwischen den Stoffen, die aufgenommen werden, und der inneren menschlichen Organisation. Beobachten Sie sorgfältig, wenn der Kopf nicht recht will die inneren Kräfte der Stoffe aufnehmen in dieser Zeit, wenn er sich weigert, wie sich das äußert in den kindlichen Kopfschmerzen um das neunte, zehnte, elfte Jahr herum. Beobachten Sie, wie dann die Begleiterscheinungen auftreten in den Störungen des Stoffwechsels, verhältnismäßig sehr weit nach außen liegende Störungen des Stoffwechsels, in der Absonderung der Magensäure und so weiter, beobachten Sie das alles, und Sie werden sehen, wie es Kinder gibt, die sozusagen fortwährend kränkeln an diesem mangelhaften Einstellen des Ich von unten her und von oben her. Wenn solche Dinge sorgfältig ins Auge gefaßt werden, dann kommt man ihnen bei, und sie verschwinden in der Regel, sie klingen ab nach der Geschlechtsreife, wo eben der astralische Leib dann nachkommt und dasjenige ausgleicht, was da das Ich nicht kann. Das klingt nach und nach ab zwischen dem vierzehnten bis fünfzehnten und zwanzigsten bis einundzwanzigsten Jahre. Es können gerade in dieser Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife kränkelnde Kinder nachher außerordentlich gesund werden. Das ist etwas, was sehr lehrreich ist zu beobachten. Sie werden oftmals schon gefunden haben, wie kränkelnde Kinder, namentlich solche, bei denen nach außen sehr stark hervortritt das Kränkelnde in den Verdauungserscheinungen, in der unregelmäßigen Verdauung, wie diese dann, wenn sie sorgfältig behandelt werden, später ganz gesunde Menschen werden. Und von einer ganz besonderen Bedeutung ist bei dieser Behandlung dieses, daß man nun hier mit Bezug auf die Diätvorschriften außerordentlich sorgfältig zu Werke geht. Nach dieser Richtung hin kann Großartiges geleistet werden, wenn die Eltern oder Erzieher solcher Kinder, die nach dieser Richtung kränkeln, nicht fortwährend mit aller möglichen reichlichen Nahrungszufuhr dienen und mit dem fortwährenden Überreden. Da macht man es fortwährend schlechter. Man muß vielmehr versuchen zu ergründen, was das Kind ganz besonders gut verdaut, was besonders gut übergeht, und das dann in kleineren Portionen bei öfterer Zufuhr, also beim Verteilen des Essens auf eine größere Anzahl von Mahlzeiten, geben. Darauf muß man sehen, damit kann man solchen Kindern eine große Wohltat erweisen. Dagegen glauben, daß man durch Überfütterung und dergleichen etwas erreicht, ist eine ganz falsche Anschauung. Wenn man dann auch noch dafür sorgt, daß solche Kinder keine übermäßigen Schulaufgaben machen und dadurch fortwährend ihren Zustand verschlechtern, wenn man ihnen also richtig die nötige Ruhe gönnt, tut man noch dasjenige dazu, was nun wiederum diese innerlich notwendige Verdauungstätigkeit nur in kleineren Portionen beigebrachter Nahrung ihrerseits fördert. Es wird kaum gegen etwas so stark gesündigt als gerade gegen dasjenige, was in diesen Andeutungen enthalten ist. Denn man kann durchaus sagen, wird nun dagegen gesündigt, sorgt man nicht in dieser Richtung für eine gesunde menschliche Entwickelung, dann allerdings bleiben von den kränkenden Dingen in diesem Lebensalter alle möglichen Krankheitsdispositionen für das ganze menschliche Leben zurück.

Nun, die Leute beklagen sich sehr leicht darüber, daß wir in der Waldorfschule mit den Hausaufgaben außerordentlich sparsam sind. Wir haben gute Gründe dazu. Eine wirklichkeitsgemäße Pädagogik sieht eben nicht nur auf die abstrakten Grundsätze und auf die Abstraktionen überhaupt, die heute vielfach im Leben geltend gemacht werden, sondern sie berücksichtigt alles, was in der wirklichen Entwikkelung des Menschen eben zu berücksichtigen ist, und dazu gehört vor allen Dingen, daß man die Kinder nicht mit Hausaufgaben traktiert; denn die Hausaufgaben sind im wesentlichen manchmal die sehr, sehr verborgenen Ursachen einer schlechten Verdauung. Diese Dinge äußern sich immer erst später, aber sie sind eben durchaus sehr wirksam. Es ist das Eigentümliche, daß für die menschliche Entwickelung übersinnliches Beurteilen des Menschen zu gleicher Zeit ein Hinweis darauf ist, daß man dasjenige, was sich in einem früheren Lebensalter für das spätere vorbereitet, eben in seinen Andeutungserscheinungen in einem früheren Lebensalter sehen kann.

Nun, die Gefahr, die in diesem - wenn ich so sagen darf - Einkoppeln des Ich in den menschlichen Organismus von unten her besteht, diese Gefahr, sie ist ja wirklich fast für alle Menschen und insbesondere für die Kulturmenschen in unserer Zeit, wenn sie Kinder sind, eine außerordentlich große, und daher muß man eigentlich schon bei jedem Menschen, wenn er nicht gerade aus robustem Bauernblut ist, auf diese Sachen Rücksicht nehmen. Ein gewisser starker Unterschied ist gerade in bezug auf solche Dinge noch vorhanden zwischen dem Bauernblut und, man kann schon sagen der übrigen Erdenbevölkerung. Denn in dieser Beziehung muß man da den Schnitt machen. Die übrige Erdenbevölkerung neigt sehr stark zu Gefahren hin, die herkommen von diesem mangelhaften Einkoppeln des Ich in den Organismus, der gründlich verdorben wird, bevor dieses Ich sich einkoppeln soll, zu den Gefahren, die bei diesem Einkoppeln des Ich eben auftreten. Vom Atmungssystem aus und auch vom Kopfsystem aus ist gerade das weibliche Geschlecht noch empfänglicher für dieses eigentümliche labile Gleichgewicht, das da ist. Das männliche Geschlecht ist in bezug auf seine Brustorganisation etwas — nicht stabiler - aber robuster noch, also weniger empfindlich. Es können sogar da dieselben Schäden auftreten, aber sie äußern sich weniger. Das weibliche Geschlecht ist gegen alles dasjenige, was da auftritt, empfindlicher, und dasjenige, was ich geschildert habe, was das Suchen nach der richtigen Einkoppelung des Ich ist, das läuft entweder in den gesunden Menschen aus oder in die Bleichsucht. Die Bleichsucht ist die direkte Fortsetzung alles desjenigen, was in anormalerweise auf diese Art in dem Zeitalter vom siebten Jahre an geschieht. Die Bleichsucht macht sich erst später geltend, aber sie ist eben die Verstärkung all desjenigen, was in dieser Richtung noch unbemerkbar ist in der vorigen Lebenszeit.

Dabei müssen wir verweisen auf etwas, was außerordentlich wichtig eben ist zu unterscheiden. Wenn wir das Zirkulationssystem betrachten, so müssen wir die eigentliche Zirkulation, die eine Summe von Bewegungen ist, unterscheiden von demjenigen, was mit dieser Zirkulation sich wiederum innig zusammensetzt, was gewissermaßen sich hineinschiebt in diese Zirkulation: das ist der Stoffwechsel. Es ist im Zirkulationssystem eben durchaus die Ausgleichung zwischen dem Stoffwechselsystem und dem rhythmischen System gegeben, während in dem Atmungsorganismus die Ausgleichung zwischen dem rhythmischen Organismus und dem Nerven-Sinnesorganismus gegeben ist. Wenn Sie also diesen mittleren Menschen, diesen Brustmenschen ins Auge fassen, so müssen Sie durchaus beachten, daß dieser Brustmensch nach zwei Seiten hin polarisch organisiert ist. Er ist durch die Atmung nach dem Kopf hin organisiert; er ist durch die Zirkulation nach dem Stoffwechsel-Gliedmaßensystem hin organisiert. Alles dasjenige, was im Stoffwechsel selber ist oder in dem, was mit dem Stoffwechsel innig zusammengeht, in der Beweglichkeit des Menschen — was eine große Wichtigkeit besonders in der ersten oder aufsteigenden Lebenshälfte hat -,, alles das schiebt sich als Stoffwechselkräfte in die Zirkulationskräfte hinein. Und das, also dieses Hinaufschieben, muß dann wiederum vorrücken, so daß wir eigentlich in dem Prozeß, den ich geschildert habe, es zu tun haben mit einem Vorrücken desjenigen, was das Ich im Stoffwechsel und schon in der Aufnahme der Stoffe, dann in seinem Anfassen der inneren Kräfte der Stoffe bewirkt. Mit einem Hinaufwandern durch Zirkulation und Atmung bis in das Kopfsystem haben wir es zu tun, und das muß sich ordentlich organisieren in der angegebenen Zeit zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife. Es muß das Anfassen des Ich an den Kräften der äußeren Stoffe hinaufwandern durch Zirkulation und Atmung bis in das richtige Eingreifen in das Kopfsystem. Das ist eben dieser sehr komplizierte Vorgang, mit dem man sich da zu befassen hat, und diesen komplizierten Vorgang, man kann ihn eigentlich wirklich so studieren, daß man versucht, seine Beeinflussung schon zu erfassen, ich möchte sagen im äußeren Verdauungstrakt, da wo die Stoffe so sind, daß sie noch dem Äußeren sehr ähnlich sind, wo die Stoffe durch das Innere erst schwach erfaßt sind. Denn was ist die erste Erfassung der äußeren Stoffe? Was macht da das Ich, indem es die äußeren Stoffe zuerst erfaßt?

Die erste Erfassung der äußeren Stoffkräfte durch das Ich geschieht unter Begleiterscheinungen der Schmecksensation, des Schmeckens, des Verarbeitens der äußeren Stoffe, so daß es sich subjektiv im Schmekken äußert. Das ist das erste Erfassen der inneren Kräfte. Dann geht es weiter nach innen. Aber es setzt sich auch das Schmecken nach innen fort. Der innere Verdauungsorganismus, der also jenseits des Darmes liegt, der dann ins Blut hinüberführt, ist noch immer ein sich abschwächendes Schmecken. Und so geht es eigentlich hinauf, bis in dem Kopforganismus das Schmecken bekämpft wird. Da wird das Schmecken abgelähmt. Und darinnen besteht die Tätigkeit des Kopfes gegenüber dem Schmecken. Der Kopf lähmt das Schmecken ab. Er wendet sich gegen das Schmecken. Dieser Prozeß muß eben ordentlich sein. Dann natürlich ergreift, in die Stoffe weiter hineingehend, das Ich diese Stoffe stärker, als es bloß äußerlich subjektiv im Schmecken der Fall ist.

Dieses, was da gewissermaßen im äußeren Verdauungstrakt vor sich geht, das wird stark beeinflußt nun von demjenigen, was mineralisch-salzig ist. Sie können dasjenige, was ich jetzt sage, in jeder einzelnen Partie harmonisieren mit dem, was ich im vorigen Kurs gesagt habe, Sie werden sehen, es ist im wesentlichen das, was ich jetzt vorbringe, eine Ergänzung des dort Gesagten. Die Sache ist nämlich so. Wenn wir uns fragen: Was ist eigentlich ein Heilmittel aus den äußeren Reichen der Natur, was ist ein Heilmittel? - Es ist schon diese prinzipielle Frage eigentlich eine Grundfrage der Medizin, möchte man sagen. Was ist ein Heilmittel?

Alles das ist kein Heilmittel, was der Organismus in seinem gesunden Zustande verdauen kann. Das ist kein Heilmittel. Das Heilmittel beginnt erst dann, wenn man dem Organismus etwas zuführt, was er im gesunden Zustand nicht verdauen kann, was also erst verdaut werden muß im anormalen menschlichen Organismus. Wir fordern den anormalen menschlichen Organismus heraus, etwas zu verdauen, was im gesunden menschlichen Organismus nicht verdaut wird. Die Heilung ist eigentlich eine fortgesetzte Verdauung, aber eben eine Verdauung, die stufenweise in das Innere des menschlichen Organismus verlegt wird.

Unter den Begleiterscheinungen desjenigen, was dann, sagen wir in der Bleichsucht in den glanzvollsten Symptomen zum Vorschein kommt, wie vorher angedeutet, sind all diese Symptome: Müdigkeit, Schlaffheit, mangelhaftes Einschlafen, Aufwachen. Wenn alle diese Symptome auftreten, die bei den meisten Kindern in dem heute angedeuteten Lebensalter auftreten können, dann ist es notwendig, daß man es schon zunächst probiert mit dem äußeren Verdauungstrakt. Da muß man Mineralisches, noch vollständig Mineralisches anwenden. Und da wird man sehen, daß man Wirkungen erzielt. Zunächst könnten diese Dinge beobachtet werden durch Symptome, die sich da einstellen. Da wird man zum Beispiel sehen, daß da starke Symptome auftreten, die alle darauf hinweisen, wie das Ich äußerlich die Kräfte der äußeren Stoffe erfängt, und wie es unterstützt wird in dieser Beziehung durch, sagen wir, kohlensaures Eisen. Kohlensaures Eisen, das ist etwas, was wie das Stützende gegenüber dem Lahmen wirkt, wenn das Ich äußerlich angreifen soll.

Gehen wir um eine Stufe weiter und wir haben ein mangelhaftes Eingreifen des Ich in den Zirkulationsorganismus, dann wird es bemerkbar sein, wie dieses mangelhafte Eingreifen des Ich in den Zirkulationsorganismus unterstützt werden kann zum Beispiel durch Ferrum muriaticum, also durch ein schon im reinen Mineralischen gesteigertes Heilmittel.

Gehen wir zu dem, was dann im Atmungsorganismus vorliegt, also steigen wir wiederum um eine Stufe höher, so werden wir eine ganz besondere Unterstützung des Ich gewinnen durch Pflanzensäure und, gehen wir weiter zum Kopfsystem hinauf, durch die reinen Metalle, die natürlich dann da angewendet werden müssen, wo sie nicht äußerlich reine Metalle sind, denn da haben sie überhaupt zunächst keinen rechten Bezug zum menschlichen Organismus, sondern in ihren feinsten Kräften. Deshalb habe ich im vorigen Jahre gesagt, im Grunde genommen läßt der menschliche Organismus gar nicht allopathisch mit sich herummachen in bezug auf die Metalle, sondern der homöopathisiert selber, er zersplittert selber die Metalle, indem er kommt vom Verdauungssystem zum Kopforganismus. Man unterstützt natürlich diesen Organismus, wenn man eben schon die Potenzierung entwickelt.

Sie werden aber sehen - und wir werden darauf zurückkommen von einer anderen Seite her -, daß schon daraus etwas zu entnehmen ist mit Bezug auf das Potenzieren. Denn man muß sich eine Vorstellung verschaffen von dem eigentlichen Zentrum des Mangels. Je tiefer das Zentrum des Mangels liegt, je weniger nahe es der Kopforganisation liegt, desto niedrigere Potenzierungen. Je mehr man konstatieren kann, daß es der Kopforganisation nahe liegt, handelt es sich darum, daß man das höhere Potenzieren anwendet. Natürlich handelt es sich darum, daß nun dasjenige, was der Kopforganisation zu nahe kommt, sich in allem möglichen äußern, ausdrücken kann.

Wenn Sie da von dem Gesichtspunkte der Ich-Erfassung des Äußeren richtig ausgehen, dann werden Sie, ich möchte sagen diejenigen Erscheinungen durchschauen können, die Ihnen symptomatisch entgegentreten. Sehen Sie, wenn Sie auf das rekurrieren, was ich in diesen Tagen gesagt habe, was ich auch sonst schon betont habe - der menschliche Organismus ist einfach nicht das, was wir mit Linien aufzeichnen; das ist ja nur das Feste. Der menschliche Organismus ist im wesentlichen auch organisierte Flüssigkeit, organisierte Luft, organisierte Wärme. Und in diese verschiedenen Glieder der Organisation muß nun auch das Ich eingreifen. Und besonders wichtig und subtil ist auch das Eingreifen des Ich in die Wärmeverhältnisse des Körpers. Das Ich muß in der folgenden Art in die Wärmeverhältnisse des Körpers eingreifen.

Wir haben zunächst, wenn der Mensch geboren wird, das Abbild des Ich. Ich habe ja gesagt, das Abbild des Ich ist im Kopfe vorhanden. Wir haben das Abbild des Ich. Das wirkt nun im kindlichen Alter. Dazu muß nun das Ich von unten herauf, ich möchte sagen, das Sein geben; das muß da eingreifen. Und das äußert sich darinnen, daß dieses Abbild des Ich, das wir im Kopfe haben, im kindlichen Alter durchaus den Organismus durchwärmend wirkt. Das hat etwas zu tun mit der Durchwärmung des menschlichen Organismus. Aber diese Durchwärmung ist in absteigender Kurve. Diese Durchwärmung ist am stärksten eben bei der Geburt, insofern die Erwärmung vom Kopfe ausgeht, und ist dann in absteigender Kurve. Und wir sind als Menschen genötigt, im späteren Lebensalter dasjenige, was da an der Wärmekurve sich entwickelt, auf seiner Höhe zu erhalten von unten auf durch dieses Eingreifen des Ich in diese Wärmeverhältnisse. Wir müssen später dieser Kurve die andere entgegensetzen, die aufsteigend ist, und die im wesentlichen von dem Erfassen der aufsteigenden substantiellen Kräfte über die Nahrung, der Hinüberleitung in die Zirkulation, in das Atmen und dann in das Kopfsystem abhängt.

Nun nehmen Sie an, das geschieht eben nicht ordentlich. Es ist zu schwach, dieses Hinüberleiten der inneren Substanzenkräfte der Außenwelt in den menschlichen Organismus. Nehmen Sie an, das ist zu schwach, das wird nicht in der nötigen Intensität entwickelt, dann führen Sie auf dem Ich-Wege, was ja sein muß, dem Organismus nicht genügend Wärme zu. Der Kopf, der dann die absteigende Kurve nur entwickelt, der läßt den Körper erkalten. Das tritt zuerst an den Peripherien auf. Und bitte, beobachten Sie deshalb, wie diejenigen Personen, die die Fortsetzung haben dieses Erschlaffungszustandes, der eben herrührt von alledem, was ich heute beschrieben habe, das Frösteln an den Händen, das Frösteln an den Zehen haben. Da ist es handgreiflich, denn Sie können es spüren, wie dem Prozeß, der von oben herunter durch das Abbild des Ich sich vollzogen hat in der Kindheit, eben nicht das Notwendige entgegengeführt wird durch das tätige Ich, durch das Ich, das entwickelt werden muß, und das die Wärme bis in die äußerste Peripherie der Glieder bringt. Das ist etwas, was Ihnen zeigen wird, wie man, sobald man sich auf bildhaftes Anschauen verlegt, sobald man darauf Rücksicht nimmt, wie im Menschen ineinanderwirken bis zur Bildhaftigkeit fein die verschiedenen Kräfte oben und untere Kräfte, wie man dann tatsächlich auch in dem, was sich äußert, ich möchte sagen Bilder hat. In dem Frösteln der Hände, in dem Frösteln der Füße haben Sie Bilder für etwas, was im ganzen menschlichen Organismus vorgeht. Und da tritt es dann auf, daß man lernt, die Symptome so zu verwerten, daß einem herausspringt aus den Symptomen die Erkenntnis des ganzen Menschen. Es ist im tiefsten Sinne darauf hinweisend, daß dieses Ich nicht ordentlich im späteren Lebensalter eingreift, wenn der Mensch fröstelnde Hände und Füße hat. Wenn man nämlich solche Dinge beachtet, wenn man überhaupt nur eingeht auf dasjenige, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat aus ihren Voraussetzungen heraus, bekommt man einen Zusammenhang mit dem menschlichen Organismus. Wenn man nicht [darauf] eingeht, dann wird man sehen, wie man durch dieses Nichtbeachten allmählich den Zusammenhang verliert mit einem wirklichen Durchschauen des menschlichen Organismus. Wenn man aber eingeht auf dasjenige, was die Geisteswissenschaft bieten kann, bekommt man einen Zusammenhang mit dem menschlichen Organismus. Man wächst in ihn hinein.

Nehmen Sie zum Beispiel das Folgende. Diese Geisteswissenschaft schärft fortwährend ein: In der Auf richtekraft des Menschen liegt etwas, aber diese Aufrichtekraft hängt wiederum zusammen mit der Entwickelung des Ich von unten nach oben. Dasjenige, was zuerst geschieht, früher, das ist eine Aufrichtekraft, die in einem gewissen Sinne nur äußerlich sich äußert. Sie wird unterstützt von dem, was von oben nach unten strömt. Ist der Zahnwechsel vorüber, hat diese Richtkraft in entsprechender Weise sich verwertet, dann ist Schlußpunkt gemacht mit dieser elementaren Aufrichtekraft, dann geht die Aufrichtekraft gerade an das Innere über, dann muß im Innern der Ausgleich geschaffen werden von unten nach oben und von oben nach unten. Und dann treten in Gegensatz die Kräfte von oben nach unten und von unten nach oben. Und die begegnen sich. In diesem, ich möchte sagen eindimensionalen Begegnen der Kräfte von oben und der Kräfte von unten kann man besonders sehen, was in diesem Lebensalter vor sich geht. Und nun beobachten Sie, bei was - sagen wir zur Chlorose neigende Menschen besonders müde werden. Sie werden immer am meisten müde nicht dann, wenn sie in der Horizontalen gehen, sondern dann, wenn sie Treppen steigen. Das weist einen direkt auf diese Erscheinungen hin. Gerade durch das Treppensteigen werden zur Bleichsucht neigende Menschen besonders beschwert, so daß man da wiederum sieht an den Symptomen, in dem, was sich aber lebendig im Werden äußert, kann man erfangen dasjenige, was geistig hinter dem Menschen steht. Dann kann man eben es dahin bringen, daß man, ich möchte sagen einfach abliest von dem, was man auf diese Weise durch die diagnostizierende Pathologie gewinnt, dasjenige, was man gegen die abnormen Erscheinungen zu tun hat. Davon dann morgen weiter.

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