Astronomy as Compared to Other Sciences

GA 323 — 7 January 1921, Stuttgart

Siebenter Vortrag

Sie haben gesehen, die Bestrebungen dieser Vorträge gingen dahin, die Voraussetzungen für ein Weltbild zu finden. Und ich mußte Sie immer wiederum darauf verweisen, daß uns die astronomischen Erscheinungen selbst die Notwendigkeit auferlegen, aus dem bloßen Quantitativen heraus in das Qualitative hineinzukommen. Es ist ja in der neueten, von der Naturwissenschaft sehr beeinflußten Wissenschaftsbetrachtung die Neigung heraufgezogen, überall vom Qualitativen abzusehen und auch die Vorgänge im Qualitativen zu übersetzen durch Darstellungen, die dem Quantitativen oder wenigstens dem Formhaften, ich möchte sagen dem Starr-Formhaften, entsprechen. Denn an sich führt eine formhafte Betrachtung ja sehr leicht, selbst wenn man die Formen als bewegliche, in sich bewegliche betrachten will, ganz unwillkürlich in die Betrachtung des starren Formenhaften hinein. Und die Frage muß uns ja beschäftigen, ob wir mit start-formenhaften Begriffsgebilden irgendwie die Erscheinungen des Weltenalls erkenntnismäßig decken können. Bevor diese Frage beantwortet ist, ist kein Aufbau des astronomischen Weltenbildes möglich.

Nun hat dieses Hinneigen zu dem Quantitativen, bei dem man abstrahiert von dem Qualitativen, auch zu einer gewissen Abstraktionssucht geführt, welche in gewissen Partien unseres Wissenschaftslebens außerordentlich schädlich zu werden beginnt, weil sie von der Wirklichkeit abführt. Man liebt es ja heute sogar auszurechnen, unter welchen Umständen man von zwei Schallquellen, die nacheinander Schall abgeben, den später abgegebenen Schall früher hören kann als den früher abgegebenen. Dazu ist ja nur die Kleinigkeit notwendig, nicht wahr, daß man sich selber mit einer größeren Geschwindigkeit bewegt als der Schall. Derjenige, der mit seinen Begriffen im wirklichen Leben drinnensteht, der nicht mit seinen Begriffen aus der Wirklichkeit herausgeht, der kann unmöglich anders, als in dem Augenblick, wo es sich darum handelt, die Bedingungen des Hineingestelltseins des Menschen in die Umwelt aufzuheben, auch mit seinen Begriffsbildungen aufhören. Es hat nicht den geringsten Sinn, Begriffsbildungen zu formulieren für Zustände, in denen man nicht sein kann. Zu dieser Art von Betrachtung muß ja der Geisteswissenschafter sich erziehen, der überall auch mit seinen Begriffen mit der Wirklichkeit verbunden sein will, der also niemals mit seinen Begriffsbildungen aus der Wirklichkeit herausgeht, wenigstens niemals stark, indem er immer wieder an die Wirklichkeit zurückgeht. Und alle Schädlichkeiten der neuzeitlichen Hypothesenbildung beruhen ja im Grunde genommen auf diesem mangelnden Sinn für das Verbundensein mit der Wirklichkeit. Man würde viel eher zu dem, was unbedingt angestrebt werden muß, zu einer hypothesenfreien Auffassung der Welt kommen, wenn man sich durchdringen würde mit diesem Wirklichkeitssinn. Allerdings muß man dann auch wirklich dasjenige, was in der Erscheinungswelt gegeben ist, betrachten wollen. Das tut man ja heute nicht in Wirklichkeit. Würde man vorurteilslos die Erscheinungen betrachten, dann würde sich ein ganz anderes Weltbild ergeben, als heute vielfach da ist in dem wissenschaftlichen Leben, aus dem dann allerlei Schlüsse und Konsequenzen gezogen werden, bei denen nichts herauskommen kann, weil sie Unwirkliches auf Unwirkliches bauen und man bloß in hypothetische Ideensysteme hineinkommt.

Von diesem und von dem gestern hier Auseinandergesetzten ausgehend, muß ich noch auf einige Begriffe eingehen, die scheinbar wiederum nicht mit unserem Thema zusammenhängen, aber Sie werden ja sehen im weiteren Verlauf der Vorträge, wie das gerade zum Aufbau eines Weltbildes notwendig ist, was ich hier entwikkele. Ich muß weiter eingehen auf das, was ich Ihnen gestern in Anlehnung an die Erscheinungen der Eiszeiten und der sonstigen Erdenentwickelung dargestellt habe. Fangen wir wiederum an einem ganz andeten Ende an. Unser Erkenntnisleben setzt sich zusammen aus den gegebenen Sinneseindrücken und aus jenen Gebilden, wenn ich mich so ausdrücken darf, die entstehen, indem wir die Sinneseindrücke innerlich verarbeiten. Wir trennen ja daher unser Erkenntnisleben in das der Sinneswahrnehmungen und in das eigentliche Vorstellungsleben. Ohne daß man sich zunächst diese zwei Begriffe bildet, den Begriff der noch unverarbeiteten Sinneswahrnehmung und den Begriff der innerlich verarbeiteten Sinneswahrnehmung, die zur Vorstellung geworden ist, kommt man der Wirklichkeit, die in diesem Gebiete vorliegt, nicht nahe. Nun handelt es sich darum, vorurteilslos zu erfassen, welches eigentlich der Unterschied ist zwischen dem Leben in der Erkenntnissphäre, insofern diese Erkenntnissphäre durchzogen ist von den Sinneswahrnehmungen und insofern sie bloße Vorstellungssphäre ist. Da handelt es sich darum, daß man beobachten kann nicht nur, wie man es heute gewöhnt ist, im Reiche des Nebeneinander, sondern auch beobachten kann in demjenigen, was seiner Intensität nach, seiner Qualität nach in verschiedener Art an uns herantritt.

Wenn wir das Reich der Sinneswahrnehmungen, sofern wir drinnen stehen, vergleichen mit dem Traumleben, so können wir einen wesentlichen qualitativen Unterschied selbstverständlich bemerken. Diesen Unterschied muß man auch bemerken. Anders aber liegt die Sache, wenn Sie das Vorstellungsleben selbst nehmen, wenn Sie, ohne jetzt auf das Inhaltliche einzugehen, nur auf die ganze Qualität des Vorstellungslebens sehen. Darüber täuscht der Inhalt des Vorstellungslebens hinweg, weil er ja durchsetzt ist von den Reminiszenzen des Sinneslebens. Aber wenn Sie absehen von dem, was inhaltlich im Vorstellungsleben liegt, wenn Sie bloß darauf sehen, wie qualitativ das Vorstellungsleben im Menschen eben da ist, dann bekommen Sie einen qualitativen Unterschied des Vorstellungslebens als solchen von dem Traumleben nicht heraus. Es ist durchaus unser Tagesleben so, daß in demjenigen, was wir präsent haben in unserem Bewußtseinsfelde, wenn wir unsere Sinne nach außen öffnen und dadurch innerlich vorstellungsgemäß tätig sind, im Vorstellungsbilden dieselbe innere Tätigkeit vorliegt, die beim Träumen vorliegt, und daß alles dasjenige, was zu diesem Traumerlebnis hinzukommt, inhaltlich bedingt ist durch die Sinneswahrnehmung. Dadurch kommt man dazu zu verstehen, daß das Vorstellungsleben des Menschen mehr nach innen gelegen ist als das Sinnesleben. Unsere Sinnesorgane sind ja so einkonstruiert in den menschlichen Organismus, daß die Vorgänge, in denen wir durch sie leben, verhältnismäßig stark sich loslösen von dem sonstigen organischen Leben (Fig. 1). Das Sinnesleben ist ein Leben, das, wenn man es darstellen würde, besser dargestellt würde der reinen Tatsächlichkeit nach als ein golfartiges Hereinragen der Außenwelt in unseren Organismus denn als etwas, was von unserem Organismus umfaßt wird. Es ist durchaus dem beobachteten Tatbestand gemäß richtiger zu sagen: Wir erleben durch das Auge ein golfartiges Hereinragen der Außenwelt, wir erleben durch diese Absonderung der Sinnesorgane die Sphäre der Außenwelt mit. Es ist am wenigsten gebunden dasjenige, was gerade im ausgesprochensten Maße Sinnesorgan an uns ist, an die innere Organisation. Dagegen ist ganz gebunden an unsere innere Organisation dasjenige, was sich im Vorstellungsleben geltend macht. Wir haben also im Vorstellungsprozeß ein anderes Element innerhalb unseres Erkenntnislebens als im Sinneswahrnehmungs-Prozeß. Ich mache Sie dabei darauf aufmerksam, daß ich überall diese Prozesse so betrachte, wie sie im gegenwärtigen Stadium der Menschheitsentwickelung vorliegen.

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Nun, wenn Sie dasjenige noch einmal ins Auge fassen, was ich Ihnen gestern gesagt habe über die Erkenntnisentwickelung von Eiszeit zu Eiszeit, so werden Sie zurückblicken darauf, wie dieses ganze Zusammenströmen von Sinneswahrnehmungen und Vorstellungsleben eine Änderung erfahren hat seit der letzten Eiszeit. Und wenn Sie ganz erfassen die Art, wie ich zurückverfolgend gestern die Metamorphose des Erkenntnislebens dargestellt habe, so werden Sie sich sagen: Eigentlich ist unmittelbar nach dem Abfluten der Eiszeit das menschliche Erkenntnisleben von ganz anders erlebten Qualitäten ausgegangen, als es heute der Fall ist. Will man zu einer bestimmteren, konkteteren Vorstellung darüber kommen, muß man sagen: Es ist immer mehr hineingedrungen in unser Erkenntnisleben dasjenige, was wir von den Sinnen haben, und es ist immer mehr dasjenige geschwunden, was wir nicht von den Sinnen haben, sondern was wit einst hatten durch ein ganz andersgeartetes Zusammenleben mit der Außenwelt. Aber diesen Charakter des ganz andersgearteten Zusammenlebens mit der Außenwelt haben auch unsere Vorstellungen. Sie sind von der Dumpfheit des Traumlebens ihrer Qualität nach, aber sie sind durchaus so, daß wir in ihnen auch erleben das mehr Hingegebensein an die Umwelt, das wir im Traum erleben. Wir unterscheiden uns im Vorstellungsleben eigentlich nicht von unserer Umwelt. Wir sind im Vorstellungsleben an die Umwelt hingegeben. Wir sondern uns erst durch die Sinneswahrnehmung von der Umwelt ab. Es war also ein fortwährendes Aufleuchten des Ich, des Selbstbewußtseins, was sich herausbildete, indem das eben mit dem menschlichen Erkenntnisvermögen geschah, was seit der letzten Eiszeit geschehen ist.

Auf was werden wir denn also zurückgehen - das ist nichts Hypothetisches, sondern ein einfaches Verfolgen der Vorgänge -, indem wir mit der Entwickelung hinter die letzte Eiszeit zurückgehen? Wir werden zurückgehen auf ein solches Seelenleben innerhalb des Menschen, welches zwar traumhafter ist, welches aber verwandter ist unserem Vorstellungsleben als unserem Sinnesleben. Nun ist aber das Vorstellungsleben mehr an unsere Organisation gebunden als das Sinnesleben. Es wird also auch dasjenige, was im Vorstellungsleben sich äußert, mehr in der Organisation sich äußern, als unabhängig von dieser Organisation. Dadurch werden wir aber geführt, wenn Sie das nehmen, was ich in den letzten Tagen auseinandergesetzt habe, von den Tageseinflüssen der umgebenden Welt zu den Jahreseinflüssen. Denn ich habe Ihnen ja gezeigt, die Tageseinflüsse sind eben diejenigen, welche unser Weltbild formen, die Jahreseinflüsse diejenigen, die unsere Organisation umändern. Also wir werden geführt von dem seelischen Erleben zu dem körperlichen, dem organischen Erleben, wenn wir auf dasjenige zurückgehen, was da innerlich im Menschen sich abspielt.

Mit anderen Worten: Vor der letzten Eiszeit hat alles dasjenige, was im Jahreswechsel begründet ist, einen größeren Einfluß gehabt auf den Menschen, als es nach der letzten Eiszeit hat. Wir haben also wiederum in dem Menschen ein Reagens, um zu beurteilen, wie die um die Erde herumliegenden Einflüsse sind. Und erst wenn wir das haben, können wir uns Vorstellungen darüber machen, wie die Verhältnisse, auch die Bewegungsverhältnisse, zwischen der Erde und den umliegenden Himmelskörpern sind. Denn wir müssen durchaus von dem, ich möchte sagen, empfindlichsten Instrumente ausgehen, von dem Menschen selber, wenn wir die Bewegungserscheinungen des Himmels studieren wollen. Dazu müssen wir aber zuerst den Menschen kennen, müssen wirklich zuteilen können dasjenige, was zu dem einen Tatsachengebiet gehört, zu den Tageseinflüssen, und dasjenige, was zu dem anderen Gebiet der Tatsachen gehört, zu den Jahreseinflüssen. Diejenigen, die sich etwas ernster beschäftigt haben mit Anthroposophie, brauche ich ja nur darauf zu verweisen, wie ich aus der Anschauung heraus beschrieben habe die Verhältnisse der alten Atlantis, wie sie gelegen haben vor der letzten Eiszeit. Dann werden sie sehen, wie dort von einer anderen Seite her, also aus der unmittelbaren Anschauung heraus, dasjenige beschrieben ist, dem man sich nähert, wenn man, wie wir es jetzt tun, rein verstandesmäßig versucht, in den Tatsachen der Außenwelt zurechtzukommen. Wir kommen also zurück zu einer solchen Wechselwirkung der Erde mit ihrer Himmelsumgebung, die den Menschen gebracht hat zu dem Vorstellungsleben und die sich dann verwandelt hat, so daß das heutige Sinnesleben — natürlich nicht das Sinnesleben als solches, sondern die heutige Art - daraus entstanden ist.

Nun müssen wir noch eine feinere Unterscheidung machen. Es ist richtig: Zu dem, was wir im gewöhnlichen Leben Selbstbewufßtsein nennen, Ich-Bewußtsein, kommen wir eigentlich erst immer im Moment des Aufwachens. Im Moment des Aufwachens schlägt das Selbstbewußtsein in uns ein. Die Beziehung, in die wir uns zur Welt setzen, indem wir unsere Sinne gebrauchen, ist also diejenige, die uns das Selbstbewußtsein gibt. Aber wenn wir nun tatsachengemäß analysieren dasjenige, was da einschlägt in uns, so kommen wit allerdings dazu, uns zu sagen: Bliebe das Vorstellungsleben bloß in der Qualität des Traumlebens, und schlüge bloß das Sinnesleben ein, so würde in unserem Vorstellen etwas fehlen. Wir würden bloß zu Begriffen kommen, die etwa den Phantasiebegriffen ähnlich sind nicht gleich, aber ähnlich sind -, aber wir würden nicht zu jenen scharf umgrenzten Begriffen kommen, die wir brauchen für das äußere Leben. Es fließt also mit dem Sinnesleben zu gleicher Zeit dasjenige in uns ein, was unseren gewöhnlichen Erkenntnisbildern die scharfen Umrisse, die scharfen Konturen gibt. Das ist etwas, das uns auch die Außenwelt gibt. Wir würden, wenn uns das die Außenwelt nicht geben würde, durch das Zusammenwirken der Sinneseffekte mit den Vorstellungseffekten ein bloßes Phantasieleben zustande bringen; wir würden nicht zustande bringen das scharf konturierte Tagesleben.

Wenn man nun einfach die Erscheinungen im Goetheschen Sinne miteinander vergleicht - oder auch in dem Sinne, wie dann abstrakter Kirchhoff sich ausgedrückt hat -, dann bietet sich einem noch folgendes dar. Allerdings muß ich da eine Zwischenbemerkung machen: Heute ist man gewöhnt, von einer Sinnesphysiologie zu sprechen, und man baut darauf auch allerlei Sinnespsychologien auf. Wer auf die Dinge der Wirklichkeit eingeht, der kann nichts Wirklichkeitsgemäßes, weder in diesen Sinnesphysiologien noch in diesen Sinnespsychologien, finden, denn unsere Sinne sind so durchaus verschieden voneinander, daß wir in einer sie alle in einheitlicher Wesenheit behandelnden Sinnesphysiologie nur ein höchst abstraktes Gebilde haben. Es kommt auch kaum mehr heraus als eine spärliche und sehr fragwürdige Physiologie und Psychologie des Tastsinnes, die dann einfach durch Analogien auf die anderen Sinne übertragen wird. Derjenige, der auf diesem Gebiet das Wirklichkeitsgemäße sucht, der braucht für jeden einzelnen Sinn eine gesonderte Physiologie und eine gesonderte Psychologie.

Wenn wir das voraussetzen, also uns dessen bewußt sind, dann können wir, selbstverständlich mit allen Einschränkungen, auch das Folgende sagen: Betrachten wir einmal das menschliche Auge. Ich kann natürlich nicht auf die elementaren Einzelheiten eingehen, die können Sie in jedem entsprechenden naturwissenschaftlichen Lehrbuch finden. Betrachten wir das menschliche Auge. Es ist eines der Organe, die uns überliefern Eindrücke der Außenwelt, Sinneseindrücke mit demjenigen, was diese Sinneseindrücke in bestimmter Weise konturiert. Und diese Eindrücke des Auges stehen wiederum in Verbindung mit dem, was wir innerlich zu Vorstellungen verarbeiten. Sondern wir jetzt einmal ordentlich dasjenige, was zugrunde liegt der scharfen Konturierung, was unsere Vorstellungen aus bloßen Phantasievorstellungen heraushebt und sie zu scharf konturierten Vorstellungen macht, sondern wir das einmal von dem, was wirkt, wenn wir diese scharfe Konturierung nicht finden, so daß wir in einem Phantasieleben sein würden. Wir würden durchaus durch dasjenige, was wir mit Hilfe der Sinnesorgane erleben und was das Vorstellungsvermögen innerlich daraus macht, in einer Art Phantasieleben sein. Scharfe Konturen bekommt dieses Leben durch die Außenwelt, durch etwas, was in einer bestimmten Art zu unserem Auge in einem Wechselverhältnis steht. Und sehen wir uns jetzt um. Übertragen wir dasjenige, was wir so für das Auge herausbekommen haben, auf den ganzen Menschen, suchen wir es einfach ganz empirisch auf im ganzen Menschen. Wo finden wir denn dasjenige, was uns, nur in einer metamorphosierten Form, ebenso entgegentritt? Wir finden es im Befruchtungsvorgang. Das Wechselverhältnis des ganzen Menschen, insofern er weiblicher Organismus ist, zu der Umgebung, ist metamorphosiert dasselbe, wie das Verhältnis des Auges zu der Umgebung. Es muß ohne weiteres demjenigen, der auf diese Dinge eingehen will, einleuchten, wie, man kann sagen, nur ins Materielle umgesetzt, das weibliche Leben das Phantasieleben des Universums ist, das männliche Leben dasjenige, was die Konturen bildet, was dieses unbestimmte Leben zu dem bestimmten, konturierten macht. Und wir haben im Sehvorgang, wenn wir ihn so betrachten, wie wir es heute getan haben, nichts anderes als die Metamorphose des Befruchtungsvorganges. Und umgekehrt.

Solange man nicht auf diese Dinge eingehen wird, wird es unmöglich sein, überhaupt zu brauchbaren Vorstellungen über das Weltenall zu kommen. Es ist mir nur leid, daß ich diese Dinge bloß andeuten kann. Aber ich will Sie ja auch in diesen Vorträgen nur anregen. Dasjenige, was ich mir eigentlich als Aufgabe solcher Vorträge denke, das ist, daß als Ergebnis jeder einzelne von Ihnen dann soviel als möglich weiter arbeitet nach diesen Richtungen. Ich möchte eben nur die Richtungen angeben. Diese Richtungen können nach allen möglichen Seiten verfolgt werden. Es gibt heute unzählige Möglichkeiten, die Forschungsmethoden in neue Richtungen zu bringen, aber man muß gewissermaßen dasjenige, was man gewöhnt worden ist, bloß ins Quantitative hinüber zu treiben, ins Qualitative treiben. Dasjenige, was man so quantitativ treibt, man bildet es aus zunächst — die Mathematik ist das beste Beispiel, Phoronomie ist ein anderes Beispiel - und sucht es wieder in der empirischen Realität. Aber wir brauchen auch noch anderes, um die Mathematik und. Phoronomie empirisch real zu decken. Wir müssen mit reicherem Inhalt an die empirische Realität herantreten als bloß mit dem mathematischen und dem phoronomischen. Wir finden eben nichts anderes als phoronomisch und mathematisch angeordnete Weltenund Entwickelungsmechaniken, wenn wir bloß herangehen an die Welt mit den Voraussetzungen der Phoronomie und Mathematik. Aber wir finden anderes in der Welt, wenn wir auch mit der experimentellen Forschung von anderen Gebilden ausgehen als den mathematischen und phoronomischen.

Es war also jene Differenzierung zwischen dem menschlichen Sinnesleben und dem menschlichen Gesamtleben, dem gesamten organischen Leben, vor der letzten Eiszeit eben noch nicht eingetreten, es war da noch ein viel synthetischeres, einheitlicheres organisches Leben des Menschen vorhanden. Seit der letzten Eiszeit haben wir eine reale Analyse für das menschliche organische Leben erlebt. Das weist uns darauf hin, daß wir uns die Beziehung der Erde zur Sonne anders zu denken haben vor der letzten Eiszeit als nach der letzten Eiszeit. Wir müssen von solchen Voraussetzungen ausgehen, um allmählich zu bildartigen Vorstellungen über das Weltenall in seinem Zusammenhang mit der Erde und dem Menschen zu kommen.

Aber das weist Sie nach einer anderen Richtung hin; das weist Sie darauf hin, die Frage aufzuwerfen, inwiefern wir überhaupt für unsere Weltenbetrachtung den euklidischen Raum gebrauchen können. Ich nenne euklidischen Raum - es kommt nicht auf die Bezeichnung an - denjenigen, der charakterisiert wird durch drei aufeinander senkrechte, starre Richtungen. Das ist wohl dasjenige, was man als eine Art Definition des euklidischen Raumes geben kann. Ich könnte ihn auch den kantischen Raum nennen, denn was Kant gibt, wird unter der Voraussetzung gegeben, daß man es zu tun hat mit drei aufeinander senkrechten, starren Richtungen, nicht ineinander verschiebbaren Richtungen. Gegenüber demjenigen, was wit da als den euklidischen oder meinetwillen den kantischen Raum haben, muß auch durchaus die Frage aufgeworfen werden: Entspricht er einer Realität oder ist er ein Gedankenbild, eine Abstraktion? Es könnte ja sein, daß dieser starre Raum überhaupt nicht vorhanden ist. Ich bitte Sie aber zu bedenken, daß wir, wenn wir analytische Geometrie treiben, durchaus davon ausgehen, daß wir die (x), (y), (z)- Achse als in sich unbeweglich annehmen dürfen und daß wir irgendein Reales damit decken, wenn wir einfach das (x), (y), (z) in sich starr setzen. Wenn es nirgends im Reiche der Wirklichkeit so etwas gäbe, was uns erlaubte, die drei Achsen unseres gewöhnlichen Koordinatensystems in der analytischen Geometrie als starr anzunehmen, dann wäre ja unsere gesamte euklidische Mathematik eigentlich nur etwas, was wit gewissermaßen als eine Annäherung an die Wirklichkeit in uns ausbilden würden, als ein bequemes Mittel, diese Wirklichkeit zu umfassen. Aber sie wäre eigentlich nichts, was in der Anwendung auf die Wirklichkeit versprechen könnte, uns irgend etwas zu sagen über diese Wirklichkeit.

Nun frägt es sich, ob wir irgendwo Anhaltspunkte dafür finden, daß der euklidische Raum nicht in dieser Starrheit eigentlich festgehalten werden darf. Ich komme da allerdings auf etwas, was den meisten Menschen heute die größten Schwierigkeiten machen wird, aus dem Grunde, weil sie eben nicht wirklichkeitsgemäß denken; weil sie immer glauben, man könne am Gängelband der Begriffe fortdeduzieren und -logisieren, -mathematisieren und so weiter. Das ist gerade dasjenige, was wir gegenüber den heutigen Wissenschaftsneigungen lernen müssen: aus der Wirklichkeit heraus zu denken; gar nicht uns zu erlauben, irgendein Bild bloß auszubilden, ohne daß wir nachsehen wenigstens, ob es der Wirklichkeit entsprechend ist. Man muß untersuchen, ob es, wenn wir auf das Konkrete eingehen, tatsächlich so etwas gibt wie eine Art qualitativer Bestimmung des Raumes. Ich weiß, daß diejenigen Vorstellungen, die ich jetzt entwickele, eigentlich den größten Widerstand finden müssen. Aber es ist nicht anders möglich, als auch auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Sehen Sie, wenn man die Entwickelungslehre betrachtet, wie sie in der neueren Zeit immer mehr und mehr in das wissenschaftliche Gebiet sich hineinbegeben hat, so ist es ja in gewissen Kreisen - die Zeiten sind jetzt schon wiederum etwas vorüber, aber bis vor kurzem war es so -— üblich gewesen, diese Entwickelungslehre auch auf die Astronomie auszudehnen und auch da zu sprechen zum Beispiel von der Selektion, wie man sie in dem radikalen Darwinismus für die Organismen geltend gemacht hat. Es ist üblich geworden, auch da mit Bezug auf die Genesis der Himmelskörper von einer Art Selektion zu sprechen, so daß gewissermaßen dasjenige, was wir jetzt als unser Sonnen-Planetengebilde vor uns haben, entstanden wäre durch Auslese von alle dem, was herausgesondert worden ist. Auch diese Theorie ist ja vertreten worden. Man hat einmal die Gewohnheit, alles dasjenige, was man aus irgendeinem Tatsachengebiet gewinnt, auf den ganzen Umfang der Welt womöglich auszudehnen.

So ist man auch dazu gekommen, den Menschen an das Ende der tierischen Entwickelungsreihe einfach heranzustellen, indem man ihn untersuchte in bezug auf seine Morphologie und Physiologie und so weiter. Nun handelt es sich darum, ob man durch eine solche Untersuchung tatsächlich die Totalität der menschlichen Organisation umfassen kann. Man muß bedenken, daß bei einer solchen Untersuchung etwas, was uns rein empirisch als ganz Wesentliches entgegentreten muß, einfach weggelassen wird. Man hat erleben können, wie die Haeckelianer einfach zählten, wieviel Knochen der Mensch hat, wieviel Muskeln und so weiter und wieviel die vollkommenen Tiere haben. Wenn man so zählt, wird man schwer anders können, als den Menschen an das Ende der Tierreihe zu stellen. Aber etwas ganz anderes ist es, wenn es ganz offen zutage liegt, daß des Menschen Rückgratlinie vertikal liegt, die des Tieres im wesentlichen horizontal. Das ist approximativ, aber nicht weniger deutlich ausgesprochen. Wo eine Abweichung ist bei einzelnen Tieren, da zeigt gerade diese Abweichung, wenn man sie im einzelnen empirisch untersucht, daß durch die Abweichung, das heißt durch die Vertikaldrehung der Rückgratlinie, auch Abänderungen in dem Tiere hervorgerufen werden, die von einer bestimmten Wichtigkeit sind. Im wesentlichen muß hingeschaut werden auf diesen charakteristischen Unterschied des Menschen von dem Tiere, der darin besteht, daß des Menschen Rückgratlinie in der Richtung des Erdradius, der Vertikalen liegt, des Tieres Rückgratlinie parallel der Erdoberfläche geht. Damit haben Sie auf Raumerscheinungen hingewiesen, die in sich offenbar differenziert sind, insofern wir sie anwenden auf die Gestalt, auf die Formation des Tieres und des Menschen. Wir dürfen nicht, wenn wir vom Konkreten ausgehen, die Horizontale in derselben Weise betrachten wie die Vertikale. Ich meine, wenn wir uns hineinstellen in den wirklichen Raum und sehen, was da drinnen im wirklichen Raum geschieht, so können wir nicht die Horizontale als gleichbedeutend mit der Vertikalen ansehen.

Nun aber hat das etwas anderes im Gefolge. Sehen Sie die tierische Form an und sehen Sie die menschliche Form an. Gehen wir von der tierischen Form aus. Ich bitte Sie einmal dasjenige, was ich Ihnen jetzt darstellen werde, durch eine sinnvolle Betrachtung irgendeines Säugetierskeletts ordentlich für sich selber, für Ihr Anschauungsvermögen zu ergänzen. Die Betrachtungen, die man nach dieser Richtung hin anstellt, sind immer viel zu wenig konkret, das heißt viel zu wenig auf die Wirklichkeit eingehend. Wenn Sie das Skelett betrachten - ich will jetzt beim Skelett stehenbleiben, aber was ich vom Skelett sage, gilt in einem noch höheren Maße von den anderen Teilen der tierischen und menschlichen Organisation -, wenn Sie das Skelett eines Tieres betrachten, sehen Sie auf die Differenzierung hin, welche gegeben ist im Schädelskelett; sehen Sie sich an diese Differenzierung im Schädelskelett und vergleichen Sie diese mit dem anderen Pol des Tieres! Gehen Sie wirklich innerlich morphologisch dabei vor, so werden Sie charakteristische Einklänge und charakteristische Verschiedenheiten sehen. Es liegt hier eine Richtung der Forschung vor, die eben genauer verfolgt werden muß. Denn hier muß etwas durchschaut werden, was einen tiefer in die Wirklichkeit hineinbringt, als man es heute gewöhnt ist.

Es liegt in der Natur dieser Vorträge, daß ich eben Dinge nur andeuten kann, gewissermaßen über Mittelglieder hinweggehen muß; daß ich appellieren muß an Ihre Intuition und voraussetzen muß, daß Sie zwischen zwei Vorträgen sich die Dinge zurechtlegen, damit Sie sehen, wie das eine mit dem andern zusammenhängt. Sonst würde ich in den paar Vorträgen, die ich halten kann, eben nicht zu einem Resultat kommen können.

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Ich will nun schematisch darauf hinweisen, wie die tierische Organisation sich gestaltet (Fig. 2). Wenn Sie sich fragen: Woher rührt denn eigentlich der charakteristische Unterschied von Vorne und Rückwärts? - dann kommen Sie nach Prüfung von unermetßlich vielen Zwischengliedern zu etwas sehr Merkwürdigem. Sie kommen dazu, die Differenzierung von Vorne mit den Wirkungen der Sonne zusammenzubringen. Sie haben da die Erde (Fig.3, rechts), Sie haben das Tier, ein Tier auf der Sonnenseite der Erde. Und nehmen Sie dann an, durch irgendwelche Vorgänge kommt zustande, daß das Tier dann auf der anderen, auf der abgewendeten Seite ist (Fig. 3, ganz rechts), dann haben Sie auch die Wirkung der Sonnenstrahlen auf das Tier, aber die Erde ist dazwischen. Sie haben also das eine Mal zu reden von der Wirkung der Sonnenstrahlen auf das Tier direkt, das andere Mal von der Wirkung der Sonnenstrahlen auf das Tier indirekt, indem die Erde dazwischen ist, indem die Sonnenstrahlen die Erde erst zu passieren haben. Exponieren Sie nun die Gestalt des Tieres der direkten Sonnenwirkung, so bekommen Sie den Kopf; exponieren Sie das Tier denjenigen Sonnenstrahlen, die erst dutch die Erde hindurchgehen, so bekommen Sie den entgegengesetzten Pol des Kopfes. Sie müssen studieren das Schädelskelett als ein Ergebnis der direkten Sonnenwirkung; Sie müssen studieren die Formen, die Morphologie des entgegengesetzten Poles als die Wirkung der Sonnenstrahlen, vor die sich die Erde gestellt hat, der indirekten Sonnenstrahlen. Es weist uns also die Morphologie des Tieres auf ein Wechselverhältnis zwischen Erde und Sonne hin. Wir müssen aus demjenigen, was sich im Tiere heranbildet, nicht aus dem bloßen Augenschein, auch wenn das Auge durch das Teleskop bewaffnet ist, die Vorbedingungen schaffen für das Erkennen der Wechselverhältnisse zwischen Erde und Sonne.

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Und bedenken Sie jetzt, daß die menschliche Rückgratlinie im Verhältnis zur tierischen um einen rechten Winkel gedreht ist, daß also hinzukommt eine wesentliche Modifikation dieser Wirkungen; daß wir im Grunde genommen etwas ganz anderes von Sonneneinflüssen haben im Menschen als im Tier; daß wir nötig haben, dasjenige, was im Menschen wirkt, im Sinne einer Resultierenden darzustellen (Fig.4). Wenn wir nämlich die Linie (parallel zur Erdoberfläche in Fig. 3), ob sie nun direkte oder indirekte Sonnenwirkung darstellt, symbolisch durch diese Länge darstellen (die Horizontale in Fig.4), so müssen wir uns sagen: Da wirkt auch eine Vertikale.

323-07-04
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Und erst wenn wir die Resultierende bilden, bekommen wir dasjenige, was im Menschen wirkt. Mit anderen Worten: Wenn wir etwa genötigt sein sollten, der Bildung der tierischen Form zugrunde zu legen, sei es eine Umdrehung der Sonne um die Erde, sei es eine Bewegung der Erde um ihre eigene Achse, so sind wir genötigt, noch eine andere Bewegung der Erde beziehungsweise der Sonne zuzuschreiben, eine Bewegung, die mit der menschlichen Bildung zusammenhängt und die im Effekt zu einer Resultierenden sich vereinigt mit der ersten Bewegung, die der tierischen Bildung zugrunde liegt. Das heißt: Wir müssen herausbekommen an dem, was sich im Menschen und im Tier äußert, die Grundlage für dasjenige, was etwaige gegenseitige Bewegungen der Weltenkörper sind. Wir müssen herausheben die astronomischen Betrachtungen aus den Dingen, die wir verfolgen können, wenn wir in der Sphäre der bloßen Anschauung bleiben, auch wenn wir mit dem Teleskop oder der Rechnung oder der Mechanik vorgehen. Wir müssen hineinheben das, was Astronomie ist, in dasjenige, was sich äußert in diesem empfindlichen Instrument, der Organisation. Denn offenbar weist uns auf Bewegungen im Himmelsraum dasjenige hin, was formend als Kräfte im Tiere wirkt, was formend im Menschen wirkt.

Und bleiben wir jetzt innerhalb der Sphäre einer Art qualitativer Mathematik. Wenn wir vom Tiere übergehen zur Pflanze, wie müssen wir denn da gewissermaßen die Vorstellung umformen? Von diesen beiden Richtungen, die wir jetzt angegeben haben, können wir keine brauchen. Allerdings, es könnte scheinen, als ob die Vertikalrichtung der Pflanzen in derselben Lage ist wie die Vertikalrichtung des menschlichen Rückgrates. Für den euklidischen Raum ist das ja der Fall, selbstverständlich - jetzt nicht für den euklidischen Raum in seiner Figuralität, sondern in seiner Starrheit. Also, für den euklidischen Raum ist das der Fall, es muß aber deshalb nicht der Fall sein für einen Raum, der in sich nicht starr ist, sondern beweglich ist, dessen Dimensionen etwa so beweglich sind, daß, sagen wir, wir nicht einfach in den Gleichungen die (y)-Richtung und die (x)-Richtung gleich setzen können, von gleicher innerer Tragweite, sondern wo wir setzen müssen die (y)-Richtung als Vertikalrichtung und zu gleicher Zeit als eine Funktion der (x)-Richtung: (y = f(x)). Man könnte die Gleichung auch anders schreiben. Sie werden mehr aus den Worten ersehen, was ich sagen will, denn es ist eben mathematisch nicht so leicht auszudrücken. Hätten wir ein Koordinatensystem, das dem entsprechen würde, was ich jetzt sage, so würden wir von diesem Koordinatensystem verlangen müssen, daß wir nicht mit denselben inneren Maßen, denselben starr bleibenden Maßen die Ordinaten messen dürfen wie die Abszissen. Das ist dasjenige, was hinweisen würde von einem starren euklidischen Koordinatensystem auf ein in sich bewegliches Koordinatensystem.

Wenn wir uns nun die Frage vorlegen: Wie verhält sich die Vertikale des Pflanzenwachstums zur Vertikalen des menschlichen Wachstums? - so kommen wir dazu, zwischen Vertikaler und Vertikaler zu unterscheiden und uns zu fragen: Welches ist der Weg zu einer anderen Vorstellung des Raumes, als es der starre euklidische Raum ist? Wenn nämlich unsere Himmelserscheinungen nur begriffen werden können etwa mit einem solchen Raum, der nicht der euklidische ist, allerdings auch nicht der ausgedachte Raum der neueren Mathematik, sondern ein wirklicher, ein der Wirklichkeit entnommener Raum, dann müssen wir auch die Himmelserscheinungen in diesem Raum begreifen und nicht in dem euklidischen Raum.

Sie sehen, wir kommen in Vorstellungen hinein, die uns auf der einen Seite auf die Eiszeit hinführen, auf der anderen Seite zu einer Reform gewissermaßen des euklidischen Raumes, aber aus anderem Geiste heraus, als es Minkowski und andere tun. Wir kommen, rein indem wir die Tatsachen betrachten und eine hypothesenfreie Wissenschaft suchen, zu der Notwendigkeit, den Raumbegriff einmal ordentlich zu kritisieren. Davon wollen wir dann morgen weiter reden.

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