Current Social and Economic Issues

GA 332b — 1 August 1920, Stuttgart

Ansprache bei der Übergabe der Leitung des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus

An Walter Kühne vor Sämtlichen Mitarbeitern des Hauses Champignystrasse 17

Meine verehrten Anwesenden! Der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus, er ist es ja eigentlich, ich möchte sagen, unter dessen Fahne wir hier beisammen sind; denn dasjenige, was in Stuttgart jetzt an praktischen Schöpfungen entstanden ist, ist aus der anthroposophischen Bewegung hervorgegangen auf dem Umwege über den Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus. Die anthroposophische Bewegung ist eben eine geistige Bewegung; die Mittel ihrer Arbeit sind durchaus auf dem Gebiet der Arbeit geistiger Art gelegen. Und als sich in der schweren mitteleuropäischen Not die Notwendigkeit ergab, zu schaffen aus dem ganzen anthroposophischen Geist heraus den Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus, da war der Anfang gemacht, die anthroposophischen Ziele wirklich unmittelbar durch Handanlegung in die alltägliche Praxis, in die Wirklichkeit umzusetzen, das ist eine außerordentlich große, eine bedeutungsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie wissen ja, dass bisher aus den Bestrebungen des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus hervorgegangen sind die Waldorfschule und die wirtschaftliche Unternehmung «Der Kommende Tag». Der «Kommende Tag» als solcher hat gegenüber der Außenwelt durch seinen kurzen Bestand natürlich bis jetzt nicht einmal die Gelegenheit dazu gehabt, zu zeigen, wie er vor diese Öffentlichkeit hintreten will mit einer nicht bloß etwa neuen Arbeit im wirtschaftlichen Gebiet, sondern mit einer aus einem neuen Geist herauskommenden Arbeit, er wird seine Ziele erfüllen, wenn jeder, der bei ihm mitarbeitet, sich aktiv bewusst ist, wirklich innerlich bewusst ist desjenigen, was da eigentlich geschehen soll; dass etwas aus einem ganz neuen Geist heraus geschehen soll, dazu, meine sehr verehrten Anwesenden, braucht man nicht nur das Schlagwort, die Phrase «man will aus einem neuen Geist heraus arbeiten», sondern dazu braucht man den Willen, aus einem solchen neuen Geist heraus zu arbeiten bis in das alltägliche Leben und bis in die Geschäftsgewohnheiten hinein. Und wenn man etwa wollte mit der Phrase «man arbeitet aus einem neuen Geist heraus» die alten Geschäftsusancen und die ganze alte Art der Geschäftsführung beibehalten, dann dürfte der «Kommende Tag» nach und nach hineinschwimmen in das ganz Alte und es würde selbstverständlich nichts von dem erreicht werden können, was eigentlich gemeint ist. Glauben Sie nicht, dass dasjenige, was ich jetzt gesagt habe, etwas ist, was man nur ganz oberflächlich nehmen kann, denn diejenigen Unternehmungen, die mit großen Worten auftreten und die dann einfach hineinschwimmen in das alleralltäglichste alte Philistertum, die können Sie ganz zahlreich in der Welt betrachten. Und glauben Sie, der Hang des Menschen, in seinen Gewohnheiten nicht abzulassen von dem Alten, der ist ein außerordentlich großer.

Wir sehen das insbesondere, wenn wir wirklich die sozialistischen Verfahrungsarten gerade in der allerneuesten Zeit in der Gegenwart betrachten. Die sozialistische Bewegung hat ja allmählich eine Gestalt angenommen, die man etwa so kennzeichnen kann: Sie ist beherrscht von den allerschönsten, unmittelbar geräuschvoll an die Ohren klingenden Schlagworten - und sie ist beherrscht von Lebensgewohnheiten, von geschäftlichen Gewohnheiten, welche wahrhaftig weit zurückgehen an alter Philistrosität und altem Konservativismus hinter allen im Grunde genommen reaktionären Parteien. Es hilft nichts, wenn man solche Sachen in einem Augenblick, in dem man sich doch nicht gerade zu nichts versammelt hat, nicht aussprechen soll; es hilft nur etwas, wenn man sich die Wahrheit vorhält, und deshalb muss man schon sagen: Dasjenige, was von der Zeit gefordert wird, ist gerade das Gegenteil von demjenigen, was heute zumeist sozialistisch geschwatzt wird; es ist das Arbeiten aus einem neuen Geist heraus. Wie schwer das ist- warum sollte das nicht auch einmal ausgesprochen werden in einem solchen engeren Kreis -, das zeigt sich in dem Augenblick, wo man wirklich praktisch beginnen will, aus einem solchen neuen Geist heraus zu arbeiten. Der «Kommende Tag» und der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus und alles, was damit zusammenhängt, sie sollen aus einem solchen neuen Geist heraus arbeiten. Die Waldorfschule, sie hat begonnen, aus einem solchen neuen Geist heraus zu arbeiten. Sie können es begreifen, dass die größte Sorge sein musste bei der Einrichtung aller dieser neuen Angelegenheiten, die so energisch von der Zeit gefordert werden, dass man überall darauf bedacht ist, diejenigen Menschen zu finden, die auf ihren Posten die Geeigneten sind.

Nun, sehen Sie, ich habe im öffentlichen Vortrage vor ein paar Tagen angeführt, dass der Professor Eugen Varga, dem ja alle Macht zugestanden hätte als Wirtschaftsminister von Räteungarn, so schlau, als es nur einem möglich ist, der allerdings gehindert wird in seiner Schlauheit auf der einen Seite dadurch, dass er stierhafter Marxist ist, und auf der anderen Seite dadurch, dass er mitteleuropäischer Professor ist; Sie schen es bei ihm, dass er bei einem unvermerkten Teil seiner Auseinandersetzungen, die er herausgegeben hat, gesteht, dass es vor allen Dingen darauf ankommt, an die richtigen Plätze die richtigen Leute zu stellen. Ich bin ja heute im Grunde genommen das erste Mal hier und kann daher nur gewissermaßen über die äuReren Verhältnisse sprechen, die zu dem ja geführt haben, was sich da hier kristallisiert, aber wenn wir ganz absehen von all dem, was hier ist, dann darf doch ein Beispiel bekannt werden, welches zeigt, wie sorgenvoll und schwer gerade die Aufgabe ist, von der ich jetzt zu Ihnen gesprochen habe; der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus kann ja seine nicht nur neue, sondern wirklich außerordentlich umfassende, weitgehende Arbeit nur dann leisten, wenn er möglichst viele Mitarbeiter hat. So wurde in diesem Frühling daran gedacht, einen Kursus hier zu halten, welcher ungefähr das bringen sollte als Unterlage, was heute ein Mensch wirklich wissen soll, der nicht mit sozialistischen Fragen geimpft und mit Parteischlagworten ausstaffiert vor die Öffentlichkeit treten soll, um von dem zu reden, was der heutigen Zeit nottut. Es handelte sich dabei nicht - wie irrtümlicherweise angenommen wurde - um einen Rednerkurs, sondern um etwas, was in dieser Richtung wirken sollte. Als darangegangen wurde dann, auszusuchen die Menschen, die an einem solchen Kurse teilnehmen sollten, ergab sich das Resultat, dass der Kurs nicht begonnen werden konnte, weil keine geeigneten Zuhörer für einen solchen Kurs in dem Gebiet zu finden sind, das uns zunächst zugänglich ist. Also, Sie sehen, man stößt schon an jenes Hindernis, von dem der Professor Eugen Varga spricht; denn es liegt heute so, dass eigentlich im Grunde genommen jeder glaubt, wenn er am nächsten Tag berufen würde von der wichtigsten Stelle aus, irgendein weites Gebiet zu verwalten, dass er der Geeignetste wäre. Wenn es aber darauf ankommt, die wirklich geeigneten Persönlichkeiten zu finden, das heißt, wenn man aus der Phrasenhaftigkeit Ernst macht, dann wird sehr wenig aus diesen Dingen. Diejenigen Persönlichkeiten, die hier in Stuttgart selbst sind, haben heute nicht nur alle Hände voll zu tun, sondern wenn sie zehnmal so viel Hände hätten, als sie haben - selbstverständlich gehört zu zwei Händen immer noch etwas anderes am Menschen -, dann würden sie auch noch reichlich zu tun haben. Das alles bezeichnet die Schwierigkeiten, unter denen man heute arbeitet und die in der allerfrivolsten Art verschleiert werden von denjenigen Menschen, die auf dem Gebiete aller Parteien das Parteileben führen. Ohne dass man sich dieser Sache bewusst ist, kann man nicht mitarbeiten an einer solchen Unternehmung, wie diese ist.

Wir haben gezeigt, dass es im engeren Kreis immerhin möglich ist, wenigstens einen Anfang zu machen da, wo es sich darum handelt, aus dem Geiste, der hier gemeint ist, heraus in einem wenigstens beschränkten umfassenden Sinn so zu wirken. Und man kann sagen: Ein kleiner Teil der Aufgaben, der hat geleistet werden können wiederum nur auf einem Teil seines Gebietes, ist bis jetzt überschaubar geleistet worden durch die Waldorfschul-Lehrerschaft. Da ist es möglich gewesen, aus dem Umkreis der jetzt vorhandenen Tüchtigkeiten eine Anzahl von Menschen zu finden, welche in dem Gebiete, das eine gewisse äußere Grenze hat, die ich gleich bezeichnen will, wo auf einem gewissen Gebiet dasjenige wirklich getroffen worden ist heute, überschaubar - bei den anderen Dingen konnte das ja noch nicht sein, weil sie noch zu kurze Zeit nur bestehen -, wo überschaubar getroffen worden ist dasjenige, was aus der Grundlage des Geisteslebens, die wir pflegen, getroffen worden ist. Es ist gar kein Grund vorhanden, dass auf diesem Gebiete dort irgendjemand eitel oder hochmütig wird durch dasjenige, was getroffen worden ist; denn es wird sehr viel auch da noch zu tun sein, und nur derjenige, der sich gegenüber seinen nächsten Aufgaben klein fühlt, der wird zu dem rechten Bewusstsein kommen. Sie werden gehört haben: Da hört schon wieder auf, da, wo Verständnis sein soll so weit gehend, dass der soziale Organismus eine Dreigliederung hat, da, wo Verständnis dafür sein soll, dass vor allen Dingen das Geistesleben wirtschaftlich getragen werden soll, da hört in weitesten Kreisen heute das Verständnis wieder auf. Da ist ungeheuer viel zu tun, um Verständnis in den Umkreis der heutigen Menschheit hineinzutragen, sodass man sagen muss: Außerordentlich viel hat gerade der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus zu tun; denn er ist ja eigentlich der Inspirator und die eigentliche aktive Kraft, die in alles das hineinwirken soll, was sonst an Einzelheiten gegründet werden soll. Dasjenige, was hier vom Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus ausgehen soll, dem ja geistig, wenn auch nicht administrativ, die anderen Gebiete eingegliedert sind, um dessentwillen sie eigentlich wirken, dasjenige, was da ausgehen soll vom Bunde für Dreigliederung des sozialen Organismus, das kann weder einseitig geschäftsmäßig sein, noch einseitig wissenschaftlich sein, noch nach einer anderen Richtung hin einseitig sein, sondern das muss ganz allmenschlich sein, das muss so sein, dass man gewissermaßen jede Woche die Aufgaben erst entdeckt, die einem jede Woche neu gestellt werden, denn derjenige, der den Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus leitet, und diejenigen, die ihm helfen darin, das müssen Menschen sein, die im Besitz einer sehr fein eingestellten, einer außerordentlich fein eingestellten seelisch-sozialen Magnetnadel sind, deren Ausschläge man schr bald, wenn sie auch klein sind, bemerkt. Derjenige, der den Bund für Dreigliederung zu versorgen hat, der muss ein feines Organ für alles das haben, was heute im sozialen Leben geschieht, und wenn es auch ganz unmöglich ist, weil die Sachen oft viel zu täppisch und zu vergänglich sind, um sie direkt zu besprechen, so muss man doch ein Organ dafür haben, dass im rechten Augenblick das Rechte geschieht, wenn es auch scheinbar gar keinen Wortbezug hat auf dasjenige, was geschieht.

Dasjenige, wozu sich der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus auswachsen soll, meine sehr verehrten Anwesenden, das ist etwas, was mit ein paar Worten gar nicht umschrieben werden kann, aber was ich doch mit ein paar Worten andeuten möchte. Sie wissen ja: Es gab Angelegenheiten in der alten Welt, die viel mehr vergangen ist, als man denkt heute, die viel mehr auf dem Aussterben ist, im vollständigen Niedergange ist, als man denkt, in dieser alten Welt gab es dasjenige, was man nannte «Diplomatie». Die Diplomatie, meine sehr verehrten Anwesenden, hat ja ihre Wortbezeichnung, die gleich, ich möchte sagen, nicht nur ein Aufstoßen, sondern schon fast ein Erbrechen erregt, die Diplomatie hat ja ihre Wortbezeichnung zu einem so schändlichen Objekt gemacht nicht nur [durch] das, was sie sein soll, sondern durch das, was sie geworden ist, weil sie hinter verschlossenen Türen ausgeführt worden ist, weil sie mit Mitteln gearbeitet hat, die vielfach das Licht der vollen Öffentlichkeit zu scheuen hatten. Die sozialistischen Parteien haben insbesondere während des Krieges und bis heute nicht gezeigt, dass sie etwa vermocht hätten, etwas Neues, Ehrliches an die Stelle der alten unehrlichen Diplomatie zu setzen, sondern diejenigen, die Gelegenheit hatten, Erfahrungen darüber zu machen, wie sich diplomatisch, namentlich im internationalen Verkehr, die sozialistischen Führer benahmen, der muss sagen: Die Gewohnheiten, die schlechten, ekelhaften Gewohnheiten der alten Diplomaten sind um ein Wesentliches gesteigert worden durch die Diplomätchen aus den sozialistischen Parteien heraus, welche angefangen haben, während des Weltkrieges ihre Diplomatie auf den verschiedensten Gebieten zu treiben. Das wird einmal ein recht schlimmes Kapitel der Geschichte werden, wenn man die diplomatische Schülerschaft der alten unehrlichen Diplomaten schildern wird, wie sie sich betätigt haben bis in unsere heutigen Tage herein; aber gerade an die Stelle des vollständig dem Untergang Reifen und demjenigen, was nach dieser Richtung reif ist für den Untergang, gehört auch die Diplomätchenkunst der sozialistischen Parteien. An die Stelle desjenigen, was da im öffentlichen Leben reif geworden ist für den völligsten Untergang, muss etwas treten, was im vollen Licht der Öffentlichkeit wirkt, aber zugleich ausgestattet ist mit demjenigen, was ja die alte Diplomatie eben durch ihre schlechten Eigenschaften allmählich verloren hat, was aber sie in ihren besseren Zeiten, wenn auch manchmal bis zu einem nicht wünschenswerten Raffinement betrieben, durchaus ausgezeichnet hat. Eine bis in die Beobachtung der sozialen Seelenvorgänge hineingehende Menschenkenntnis - Kenntnis von Menschengruppen, Kenntnis von Menschenzusammenhängen, Kenntnis von Menschenparteiungen, Kenntnis von Menscheninstinkten -, all das gehört zu der Grundlage erst, aus der derjenige herauszuwirken hat, der in einem richtigen Sinne wirken soll in demjenigen, was gemeint ist unter dem Bunde für Dreigliederung des sozialen Organismus. Das ist etwas, was herauswirken muss aus der unmittelbaren Beobachtung, der aus gründlichster Menschenkenntnis hervorgehenden Anschauung von den wirksamen Kräften in der Gegenwart, das ist dasjenige, was er, ich möchte sagen, so ziemlich still in seinem Busen bewahren muss als den Umfang der Motive, aus denen heraus er handeln muss. Dann aber muss er dasjenige, was er tut, einrichten nach dieser Menschenerkenntnis, sonst, wenn er das, was er tut, nicht einrichtet nach dieser Menschenerkenntnis, so redet er einfach so, dass er verstanden wird, wie etwa, wenn er sich hinausstellte vor einen Wald von Bäumen und in sie hineinredete; denn das ist das Charakteristische, dass heute im Grunde genommen dann, wenn etwas auftreten soll, was nicht so wirkt in der Öffentlichkeit wie die öffentliche Journalistik aller Parteien oder die öffentliche Rederei aller Parteien, sodass einfach die Seelen der Menschen, wenn sie zuhören oder lesen, sich benehmen wie Stehaufmännchen, dass sie auf die Schlagworte hin sich gleich aufrichten, wenn sie umgefallen sind. Wir leben ja heute von Automaten der Zeitungen und der öffentlichen Volksredner, aber wenn man aus einer anderen Ecke heraus zu den Menschen reden will, dann redet man wie zu nicht hörenden Bäumen. Da kann man nur allmählich eindringen, wenn man versucht, eine solche wirkliche diplomatische Kunst - die aber ehrlich ist - zugrunde zu legen, wie sie eben angedeutet worden ist. Nichts Geringeres hat der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus sich zur Aufgabe zu stellen - und all die Gebiete, die ihm angegliedert sind, haben sich diese Aufgabe zu stellen - nichts Geringeres als an die Stelle zu treten der aussterbenden, auf dem Gebiet des Unehrlichen und Schlechten angekommenen alten Diplomatie für die öffentlichen Angelegenheiten.

Aus diesem Bewusstsein heraus, nicht aus einem Programm, nicht aus einem Umfang von abstrakten Sätzen heraus, und aus dem guten Willen heraus, sich Menschen und Menschengruppen anzueignen, so gut man es kann, kann nur dasjenige entstehen, was der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus eigentlich tun soll. Wenn sich nicht eine Möglichkeit, dass in solcher Richtung gewirkt wird, ergibt, dann wird der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus etwas sein, was zugrunde geht, wahrscheinlich mit allem, was zu ihm gehört, und man wird sagen können: Man muss eben noch lange warten, bis die Menschheit reif wird, dasjenige aufzumachen, was heute schon dringend notwendig wäre. Diejenigen werden ja am allerwenigsten bemerken, meine sehr verehrten Anwesenden, dass, wenn man so spricht, wie ich eben gesprochen habe, man von Wirklichkeiten spricht; oftmals wird einem auf diese Dinge erwidert: Ja, aber wenn man sich solche Ziele vorsetzt, dann wird die Menschheit Jahrzehnte oder Jahrhunderte brauchen.

Man kann sich kaum ein schlimmeres Armutszeugnis denken, das sich diese Menschen ausstellen; denn es beweist nichts anderes, als dass die Menschen etwas ganz anderes meinen, als sie eigentlich sagen; es beweist, dass sie nicht im Geringsten den Willen haben, sich Einsicht zu erwerben, wie schon heute - heute! - das verwirklicht werden muss, wie es gemeint ist mit solch praktischen Zielen, wie wir sie hier meinen. Aber wir brauchen Mitarbeiter, nicht Hunderte, sondern Tausende, Zehntausende, wir brauchen immer mehr Mitarbeiter, und unsere Arbeit ist deshalb erst im Anfang, weil ein großer Teil unserer Arbeit darin besteht, dass wir suchen müssen erst nach denjenigen Leuten, die die Arbeit tun. Wir können den geringsten Teil unserer Arbeit nur deshalb tun, weil wir den größten Teil unserer Zeit dazu verwenden müssen, auch wenn es ausschaut, als ob wir anderes täten, erst die Leute zu suchen, die unsere Arbeit tun wollen.

Das alles ist es, das ich möchte, dass es wie ein Grundgedanke jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde gerade hier lebt, wo gewirkt werden soll im Bunde für Dreigliederung des sozialen Organismus. Die Ziele, die man sich so stellt, sind wahrlich nicht zu hoch; denn es gibt keine zu hohen Ziele für dasjenige, was zwar heute winzig klein ist, wie der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus, was aber berufen sein soll, auch äußerlich groß, recht groß, unbegrenzt groß zu werden. Der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus ist etwas, was Widerspruch hervorruft, wenn dreie oder viere sich zusammentun, wie das hier zunächst in Stuttgart geschehen ist, um seine Ziele auszuführen. Der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus ist etwas, was Sensation hervorruft und einen kleinen Zulauf hat; wenn zu den dreien oder vieren so viel treten, dass es zehne sind, dann sind es einige Hunderte, die hinschauen auf das; dann geht notwendigerweise in diesen einigen Hunderten dasjenige vor, dass ihnen in ihrem inneren Seelenleben die alten Gewohnheiten aufstoßen und dass so und so viele wiederum abfallen. Dann muss - ich möchte sagen - wiederum zur alten Einsamkeit zurückgekehrt, die kleine Gruppe derjenigen Persönlichkeiten, die zielbewusst ist, zusammenhält, die muss weiterwirken, und dann verwandelt sich die Gegnerschaft, welche auftritt, in verleumderische Gegnerschaft, in wütende Feindschaft, und es muss nur langsam und intensiv gearbeitet werden, dahingehend, dass möglichst viele Menschenköpfe gewonnen werden, in die zunächst die Ideen hineingehen. Es kommt eine - und wir stecken ja gerade darinnen; die anderen Stadien haben wir reichlich hinter uns - es kommt eine Zeit, wo man verspüren lernt, was man so recht weiß, wenn man in der Praxis drinnensteht. Sehen Sie, nach einer zwei Jahrzehnte lang dauernden Arbeit für die anthroposophische Bewegung darf ich das ja sagen, ich habe in der anthroposophischen Bewegung gearbeitet, in Versammlungen, aus drei bestehend, vor Versammlungen, aus dreiRig bestehend, vor Versammlungen aus dreihundert, aber auch vor Versammlungen aus dreitausend und viel mehr bestehend. Dasjenige, was aus der anthroposophischen Bewegung geworden ist, das ist aus ihr geworden — gewiss aus vielen anderen Gründen, aber mit auch aus einem Grund, das ist der, dass ich immer aus einer gewissen Lebenspraxis heraus damit gezählt habe, dass, nachdem man in die Lage gekommen ist, zu einem Tausend von Menschen zu sprechen, man zwei gefunden hat, bei denen zunächst die Sache ein klein wenig eingeschlagen hat.

Aus Lebensoptimismus heraus erreicht man nichts, wenn man etwas Neues erreichen will; aus einem Lebenspessimismus heraus, der den Mut sinken lässt, weil es so ist, dass von tausend zwei gewonnen werden können, aus einem Lebenspessimismus heraus, der immerfort unter dem Eindrucke ist, dass es so ist, erreicht man noch weniger als nichts, da macht man die Sache noch schlechter. Das einzig Mögliche ist, dass man zwar alles fühlen kann, was Optimismus und Pessimismus geben, dass man sich aber, wenn es vom Gefühl zum Willen übergehen muss, dass man sich dann den blauen Teufel schert darum, ob die Welt gut oder schlecht ist, sondern dass man tut dasjenige, was man als seine Pflicht empfindet; wenn auch langsam oder schnell, dann wird die Welt schon besser werden. Man hat daran zu denken, dass man selbst so handle, dass schon morgen die Welt besser werden könne. Das ist dasjenige, was uns als ein neuer Geist beherrschen muss. Dieser neue Geist geht vielmehr aus einem Erfühlen, Empfinden, herzlich Darinnenstehen in diesem ganzen Willensimpuls hervor als aus etwas anderem; aus der Phrase ganz gewiss nicht. Wir könnten die schönsten Programme aufstellen, die schönsten Prospekte in die Welt hinausstellen, alles Mögliche tun, was man in Worten zusammenstellen kann, wir könnten das in der scheinbar glänzendsten Geschäftsführung tun; wenn wir nicht selbst aus diesem Geist heraus arbeiten in jeder Stunde, in jeder Minute, in jeder Sekunde, so erreichen wir durch die schönsten Worte, die schönsten Prospekte, durch alles das, was Phrase ist, eben einfach nichts; denn heute gilt es den Kampf des Herzens, aber nicht desjenigen Herzens, das verschrumpelt und verkommen aus allerlei alten Weltanschauungen heraus heute als Herz bezeichnet wird, sondern aus demjenigen Herzen heraus, welches fähig ist, die großen Impulse der Zeit wirklich zu empfinden und mit aller Tatkraft aus ihnen heraus zu handeln. Heute kommt es darauf an, aus diesem Herzen heraus zu arbeiten und aus diesem Herzen heraus bei den Sachen dabei zu sein.

Deshalb müssen Sie auch ein Herz dafür haben, wenn sich - da hier aus einem neuen Geiste heraus gearbeitet ist, insofern es verstanden wird - gewissermaßen alles ändert bis in das Einzelne des Geschäftsgebarens hinein - denn änderte sich nichts, so vertapsten wir die Sache - und wenn irgendwo jemand auftritt und gegenüber etwas, das aus dem neuen Geist heraus gepflogen wird, sagt: Ja, aber einer, der im Fache drinnensteht und der sich das Fach angesehen hat in der Welt, der findet, dass das nicht richtig ist, der redet Unsinn; denn dasjenige, was in alle Fächer hineingegangen ist, das Geist geworden ist aller Fächer, das hat seine Unmöglichkeit durch die Weltkatastrophe gezeigt, und überall muss die Praxis, nicht bloß das Fühlen und das Denken, etwas vollständig anderes werden. Ohne dass wir das begreifen, kommen wir nicht weiter.

Und wenn ich heute etwas betonen darf, dann muss es das sein, dass ich sage: Unser Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus muss an seiner eigenen Erziehung arbeiten; er ist herausgeboren aus einer Welt, die einen Phrasenschwall liebt. Derjenige, der sich hineinzustellen hat, weiß gar nicht, wie stark die Macht dieses Phrasenschwalles ist, wie stark die Macht der alten Gewohnheiten ist, die uns in den Niedergang hineingeführt haben. Und in der Arbeit müssen wir vor allen Dingen fortschreiten, uns freizumachen vom altem Phrasenschwall und alten schlechten Gewohnheiten. Nur wenn verstanden wird dasjenige, was ich meine, wenn es nicht auch wiederum so genommen wird, wie es nicht genommen werden soll, dann wird das Dahinterstehende etwas bedeuten können für die eigentlichen Ziele der Bewegung des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus; denn zur Phrase wird das Wort nicht nur dadurch, dass es herzlos ausgesprochen wird, sondern auch dadurch, dass es herzlos gehört wird. Man kann die imprägniertesten Worte sagen, diejenigen Worte, in denen noch so viel drinnensteckt; wenn sie so gehört werden, dass man nur die Phrase darinnen hört und vielleicht noch gar übersetzt diese Phrase in den alten Phrasenschwall, dann, dann wird nichts daraus. Da können wir ja schon aus Erfahrung heraus sprechen, denn das sind gerade die allerwichtigsten Fälle, die uns vorkommen, dass dasjenige, was eigentlich vonseiten unserer anthroposophischen Bewegung gemeint wird, in der Welt draußen weitertönt, aber etwas ganz anderes wird, etwas ganz anderes wird, was nicht nur erst zur Phrase geworden ist, sondern erst zur Phrase geworden ist, dann umpräpariert worden ist, dass die Phrase wiederum zum Schlagwort von irgendetwas anderem geworden ist.

Da wird zum Beispiel etwas ausgesprochen, Menschen kommen in die anthroposophische Bewegung herein - nehmen wir einen speziellen Fall - aus irgendeiner Sekte her, sie machen dasjenige, was in der anthroposophischen Bewegung waltet, zur Phrase. Dann gestalten sie es um in dem Sinne, in dem sie es aus den Gewohnheiten ihrer Sekte heraus meinen, dann reden oder drucken sie es, und dann kommen die Gegner und bekämpfen das, was auf diese Weise in die Welt gekommen ist, und dann kommen diejenigen, die einem sagen: Ja, das ist da und dort gesagt worden, du hast es ja gar nicht widerlegt - man hat es nicht widerlegt, weil man ja meist etwas anderes zu tun hat als das, womit man nichts zu tun hat, weil es auf dem Weg entstanden ist, wie ich ihn eben beschrieben habe, [zu widerlegen]. Wenn es aber so heranwogt, dass man die Widerlegung notwendig findet, dann kommen nämlich Anhänger und auch Gegner und sagen: Ja, aber ihr polemisiert ja viel zu viel, ihr treibt viel zu viel Kampf; man muss das Positive arbeiten; na, und so weiter, und so weiter.

In diesen Tagen erst hat mir jemand gesagt: Mir ist eigentlich nicht ganz sympathisch das, was jetzt als Kampf geführt wird, weil in einer Stadt die Studenten mit den Kindertrompeten und Hausschlüsseln niedergedonnert haben dasjenige, was zu unserer Verteidigung gesagt worden ist; man sagte mir — ich sage es nur, weil es gesagt worden ist -: Dasjenige, was Sie wollen, steht ja viel zu hoch, um sich mit solchen Dingen einzulassen. - Ja, sehen Sie, das sind auch die schlimmen Dinge, die von guten Anhängern kommen. Das, was in dieser Richtung von den guten Anhängern kommt, kommt, weil man keine Möglichkeit hat, die neue Diplomatie, die aber jetzt ehrlich sein soll,

an die Stelle der alten Diplomatie zu setzen; denn es handelt sich darum, just den Ort zu finden, den Punkt zu finden, wo man einzugreifen hat, um unter Umständen Schmierfinken und Schweinekerle unberücksichtigt zu lassen, im rechten Augenblick sie aber doch zu berücksichtigen. Es handelt sich darum, im rechten Augenblick das Rechte zu tun. Solche gutmeinenden Menschen, wie auch der einer ist, von dem ich jetzt gesprochen habe, das sind Menschen, die in die Welt blicken, aber in dem Umkreis von nicht sehr großer Weite richten sich geistige Mauern auf und durch diese sehen sie nicht durch; sie reden allerlei, was sehr schön klingt, aber sie wissen nichts von der Welt. Der gute Wille, von der Welt zu wissen und in dem Sinn zu handeln, nicht aus irgendeinem, selbst noch so forschen Wesen heraus, irgendwie ein Gebaren zu entwickeln, darauf kommt es an, und deshalb darf man nicht dasjenige, was eigentlich durchklingen möchte durch so etwas, was ich heute gesagt habe, zur Phrase umwandeln, sondern ich möchte gar sehr, dass das ein bisschen in die Herzen eindringe, dass es von dem Herzen aus zur alleralltäglichsten Arbeit durchdringe, durchwirke; denn nur so werden wir das erreichen, was zu erreichen ist, was erreicht werden soll durch den Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus und durch alles das, was mit ihm zusammenhängt.

Sie sitzen da, meine sehr verehrten Anwesenden; dadurch stecken Sie darinnen in dem Ganzen. Ich musste heute zu Ihnen sprechen; ich konnte nicht anders, als Ihnen von der Schwierigkeit der Aufgabe zu sprechen. Ob ich richtig oder falsch gesprochen habe, das hängt nicht davon ab, ob ich heute so oder so meine Worte gesetzt habe, sondern das hängt lediglich davon ab, ob jeder Einzelne den guten Willen hat, jedem Einzelnen gegenüber so zu sein, wie es im Sinne des Ausgesprochenen sein soll. Als jetzt die Neugestaltung des alten Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus vorgenommen wurde, habe ich unserm lieben Freund Herrn Molt, der ja im Wesentlichen drinnensteckt in der ganzen Ausgestaltung der anthroposophischen sozialen Arbeit - die Dinge sind ja erst immer im unsichtbaren Keim eigentlich schon seit dem Spätherbst des Jahres 1918 hier unternommen worden und dann zutage getreten erst im Frühling 1919 -, ich habe Herrn Molt gebeten, für den neuen Bund den Posten des Kurators zu übernehmen, damit er erstens aus seinen Zusammenhängen mit der gegenwärtigen Welt heraus findet alle diejenigen Punkte, von denen aus unsere zukünftige Arbeit unternommen werden soll, und weil zu hoffen ist, dass gerade er denjenigen Willen, der ihn dazu geführt hat, einer der Ersten zu sein, die von hier aus im Sinne der Dreigliederung des sozialen Organismus wirken wollten, dass gerade er auch weiterhin nach der Neugestaltung diesen Willen entfalte. Herr Kühne hat die Leitung des neugegründeten Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus übernommen, und ich habe die Voraussetzung, dass dasjenige, was mit Herrn Kühne in langer Verhandlung abgemacht worden ist, als dass es der Geist sein soll der neuen Bundesführung, dass das sich durch seine Persönlichkeit verwirklicht. Aber, meine sehr verehrten Anwesenden, dasjenige, was Darinnenstehen ist in der Welt, was bester Wille Ihres Kurators ist, was eindringliche Einsicht und guter, bester Wille des Sekretärs des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus ist, das wird nur die rechten Früchte tragen können, das wird nur in der rechten Weise auch wirken können auf alles das, auf das gewirkt werden soll - und gewirkt soll werden auf alles das, was verwandt ist mit uns -, kollegialisch zusammengewirkt werden soll mit all dem, was in der Waldorfschule leitend ist, kollegialisch zusammengewirkt werden soll mit all dem, was in der anthroposophischen Gesellschaft leitend ist, kollegialisch zusammengewirkt werden soll mit allem, was im «Kommenden Tag» belebt werden soll, kollegialisch zusammengewirkt werden soll mit all denen, die neu herankommen, um in unsere Bewegung sich zu begeben, dasjenige alles, was darinnensteht in der Welt, was bester Wille des Kurators, was eindringliche wissenschaftliche und soziale Durchbildung und Impulsivität und bester Wille des Sekretärs ist, es wird seine Früchte nur tragen können, wenn jeder Einzelne, auf welchem Platz er auch immer ist, so sich einstellen will hier, dass diese Eigenschaften, die ich eben genannt habe, im kollegialischen Zusammenwirken, im kameradschaftlichen Zusammenwirken aller - aller, die hier sitzen und noch hier sitzen werden - eine entsprechende Stütze findet.

Ein paar Worte möchte ich gerade an das Allerletzte anfügen (es hatten inzwischen gesprochen die Herren Molt, Kühne, Trommsdorff, Uehli) aus dem Grunde, weil hier eben durchaus mit absoluter Klarheit alles hingestellt werden soll, was in unserer Arbeit wirksam ist, es war, als der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus zuerst gegründet worden ist, die Arbeit so in ihrer weiteren Fortentwicklung gestaltet worden, dass es in einem bestimmten Zeitpunkt notwendig wurde, als ein Organ des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus die Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus» einzuführen. Bisher war diese Wochenschrift, die wie wir alle ersehnen, in einer absehbaren Zeit zu einer Tageszeitung werden soll, die in unserem Sinne wirkt, bisher war diese Wochenschrift «Dreigliederung des sozialen Organismus» eingegliedert dem Bunde für Dreigliederung des sozialen Organismus. Und es war das insofern eine Selbstverständlichkeit, als sie ja sich aus der Arbeit ergeben hat und hineingestellt worden ist. Es ist bei der Neubegründung des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus aber auch ebenso eine Selbstverständlichkeit — weil ja hier immer das Reale berücksichtigt werden muss -, wie, dass die ausgezeichnete Arbeit des Herrn Uehli in einer, ich möchte sagen, organbildenden Weise wirkte. Und das hat ganz organisch dazu geführt, dass in der Zukunft - es gehört dieses zur Neuorganisation — auf der einen Seite, also propagandierend die Ideen des Bundes, die Geschäftsführung und so weiter wirken, dass dies - die Wirksamkeit des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus — auf der einen Seite steht und dass in vollständiger Selbstständigkeit, einzig und allein zum kollegialischen Zusammenwirken aufgefordert, danebensteht, selbstständig steht die Leitung der Zeitung «Dreigliederung des sozialen Organismus». Beide Dinge werden also in der Zukunft parallel nebeneinanderherlaufende Organisationen sein und nur kollegialisch zusammenwirken müssen. Es ist auch natürlich, dass sich die Arbeitsgebiete erweitern, und es wird noch manches, was ursprünglich eine Strömung war, in mehrere Strömungen auseinandergehen und selbstständige Leiter erfordern. Das ist das Bemerkenswerte in der geografischen Gestaltung der Länder, dass ein kleiner Fluss entsteht, sich mit ihm vereinigen allerlei Nebenflüsse, dass daraus ein großer Fluss entsteht, der sich ins Meer ergießt. Das muss das Eigentümliche sein solcher Bewegungen wie der unsrigen, dass sie auch zwar als kleine Flüsse entstehen, dass ihnen Nebenflüsse aus aller Welt zuströmen, dass sie sich aber dann spalten und dann, parallel gehend, zusammenwirken und in dieser Weise kollegialisch zusammenwirken, um sich in das große Meer des sozialen Aufbaues der Zukunft zu ergießen.

German original of Address at the Transfer of Leadership of the Federation for the Threefolding of the Social Organism · ← Previous · Next →