Fünfundvierzigste Konferenz

GA 332b — 31 January 1923, Stuttgart

RUDOLF STEINER: Ich hätte nur einiges nachzutragen zu dem, was ich neulich gesagt habe. Es handelt sich um die Beantwortung der Frage, wie bei der Bildausschmückung die musikalischen Räume zu behandeln wären. Da handelt es .sich darum, dass man jedenfalls einen musikalischen Lehrsaal in keiner Weise ausschmücken kann mit irgendwelchen malerisch-figuralen Motiven. Einen musikalischen Saal könnte man höchstens plastisch ausschmücken durch die Aufstellung von Plastiken, oder aber, wenn man Malerisches anwenden will, so müsste man Farbenharmonien, reine Farbenwirkungen nehmen; Bildwerke, in denen reine Farbenwirkungen etwa in Betracht kommen.

Dann würde es sich handeln um das bildhafte Ausschmücken der Eurythmiesäle. Das unterscheide ich vorn Musikalischen. Es kann vielleicht bei uns kollidieren. Wir könnten unter Umständen im Eurythmiesaale etwas vorn musikalischen Unterricht haben, dann würde das ein Surrogat sein müssen. Der Eurythmiesaal selbst müsste ausgeschmückt sein mit Motiven, die aus der Dynamik des Menschen selbst entnommen sind, aber aus der seelischen Dynamik; der ausdrucksvolle Mensch, künstlerisch erfasst.

Dann würde es sich beim Turnsaal darum handeln, dass man mit entsprechender Übertragung achtet auf das Mehr-sich-in-die-Welt-Hineinstellen. Bei der Eurythmie würde es sich darum handeln, dass man eine Art findet, künstlerisch auszudrücken die seelische Dynamik; beim Turnen, dass man den Menschen mit Bezug auf seine Gleichgewichts- und Bewegungsverhältnisse in Beziehung zur Welt darstellt, dass man den Menschen zum Beispiel darstellt, sich wacker haltend über einem Abgrund und dergleichen. Das Verhältnis zur Welt, das würde der Bildschmuck sein für das Turnen.

Für die Handarbeitsräume würde man Interieurs brauchen, wo das Gemütselement berücksichtigt wird.

Jetzt bliebe uns noch der Handfertigkeitssaal, den müsste man mit künstlerisch aufgefassten Motiven des praktischen Lebens und des Kunstgewerbes künstlerisch ausschmücken, sodass man an den Wänden etwas hat, was wohlgefällig aufnimmt, was in diesen Räumen getrieben wird.

Ich glaube, dass das Lehrerzimmer so ausgeschmückt werden muss, wie es dem Geschmack und dem harmonischen Zusammenklange der Lehrerseelen selbst entspricht, sodass das Lehrerzimmer keine Vorschrift haben soll, sondern ganz aus dem Geschmack und Zusammenstimmen der Lehrer selbst hervorgehen soll. Das soll eine Offenbarung sein einer besonders intimen Konferenz, die ins Künstlerische ausläuft, ohne Expertise.

Für das Spinnen gilt dasselbe wie für das Handwerk.

Beim Musikalischen ist es besser, wenn man den Saal ganz einförmig ohne Bild lässt, statt dass man irgendwelche Bilder anbringt, die psychologisch nicht vereinbar sind mit dein, was musikalisch herrschen soll.

Bei den Rahmen ist die Sache diese, dass man nach dem Bilde den Rahmen machen soll. Nun, die Farbe des Rahmens habe ich gewöhnlich so angegeben, bei den Fällen, die in Betracht kamen, dass man eine Farbe, die auch auf dem Bilde ist [oder die öfter im Bilde ist], zum Rahmen verwendet. Die [plastische] Form muss man nach dem Bilde machen.

Es wird gefragt nach dem Bild für den Raum für die Sonntagshandlung.

RUDOLF STEINER: [Es handelt sich darum, dass ich eine weitere Handlung geben werde, und danach wird auch das Bild sich richten. Auch die Hilfsklasse muss noch bekleidet werden. Das werden wir bei der nächsten Konferenz besprechen.]

Die Eurythmiefiguren müssten in einer Vitrine im Eurythmiesaal aufgestellt werden.

KARL STOCKMEYER fragt nach den Gängen.

RUDOLF STEINER: Da [auf den Gängen] müsste man sehen, dass man links und rechts von der Tür etwas Ähnliches hat wie das, was man in der Klasse findet, [dass man sich anlehnt an das, was in der Klasse ist].

Es wird gefragt nach dem Physik- und dem Chemiesaal.

RUDOLF STEINER: Wir sind in solchen großen Sorgen darin, dass ich heute dies nicht beantworten kann. — Ebenso wollen wir das nächste Mal damit beginnen, dieses Medizinische zu betrachten, was wir längst gewollt haben.

Dann wollen wir uns der Aufgabe widmen der Einrichtung dieses Verwaltungsrates.

ERICH SCHWEBSCH: Von dem [Komitee], das in der letzten Konferenz gewählt ist, sind in Vorschlag gebracht Baumann, Hahn und ich, die im Zusammenhang mit Stockmeyer die Verwaltung der Schule auszuüben hätten. Wir haben uns einen Plan gemacht, was an Kompetenzen und Agenden für Stockmeyer da ist, und wir haben uns geeinigt, was man ihm abnehmen kann, und was zweckmäßig in seinen Händen bleibt. Alle Angelegenheiten der inneren und äußeren Vertretung, mit Ausnahme von Hausverwaltung, Geschäftszimmer und Finanzen, wären [Stockmeyer] abzunehmen.

Im Einzelnen möchte ich es gliedern:

Als Erstes wäre die Vertretung der inneren Schulangelegenheiten:

[1.] Vorbereitung und Protokollierung der Konferenzen;

[2.] Heranziehen einzelner Kollegen für bestimmte Arbeitsgebiete; das ist schon gemacht worden und das wollen wir weiter machen, dass wir einzelne Kollegen heranziehen für Aufgaben, für die man sie als besonders geeignet meint, [zum Beispiel] für Quartierfragen oder für Ausschmückung der Klassenzimmer;

[3.] das Aufstellen und Durchführen eines Aufsichtsplanes. Herr Stockmeyer hat ihn ,sorgfältig ausgearbeitet und das konnte er nicht durchführen. Wir haben einige Kollegen bitten wollen, diese Dinge dafür in die Hand zu nehmen.

[4.] Verteilung und Einrichtung der Lehrräume;

[5.] Aufsicht über die Abgabe von Schulräumen für Veranstaltungen von außen.

Vertretung äußerer Schulangelegenheiten:

[1.] Korrespondenz und Verkehr mit den Behörden - mit Herrn Stockmeyer zusammen -; dass unter allen Schriftstücken der Name dessen, der in der Verwaltung ist, als Gegenzeichnung dazu tritt.

[2.] Vornahme von Prüfungen, Austritt und Aufnahme (Zeugnisse); diese Dinge sollen behandelt werden von diesem Kollegium unter Zuziehung von Herrn Stockmeyer;

[3.] Jahresbericht - damit sind wir sehr im Rückstand;

[4.] Empfang von Besuchern;

[5.] aus der frage der Propaganda: Da wollen wir uns einsetzen für das Abfassen von Propaganda-Aufsätzen, das Heranziehen des Bundes für Freies Geistesleben zum Kampfe gegen das Grundschulgesetz. Wir wollen ihm als Aufgabe geben den Kampf gegen das Grundschulgesetz, sodass wir diesen Bund für freies Geistesleben in den Dienst der Schulpropaganda stellen.

[6.] Dann sind noch mehrere Dinge, die ins Wirtschaftliche gehen: Einholen von [Unter]lagen für Gehaltsregelung; Verwaltung von besonderen Spenden, wie sie in den Letzten Zeiten öfter gegeben worden sind, zum Beispiel eine Spende von Rose-n, die gespendet wurden für die Waldorflehrer. Die Verwaltung derartiger Spenden wollte sich dies Kollegium vorbehalten.

Das wären die einzelnen Kompetenzen, die sich aus der augenblicklich vorliegenden Verwaltung herauslösen lassen, die von einem Gremium bewältigt werden könnten.

RUDOLF STFINER: Erst wollen wir prinzipiell die Diskussion führen. Ich möchte Sie bitten, sich zu äußern, inwieweit Sie einverstanden oder nicht einverstanden sind, oder überhaupt etwas zu sagen haben zu dem Vorgebrachten.

KARL STOCKMEYER: Mir schien, dass das, wobei das ganze Lehrerkollegium mitarbeiten muss, wie die Aufsicht, an diese Kommission, mit der ich zusammenzuarbeiten hätte, abgegeben werden sollte, und dass die wirtschaftlichen und technischen Dinge bei mir allein bleiben würden. Dann habe ich den Gedanken gehabt, dass diejenige Arbeit von dieser Kommission übernommen würde, für die sich ein großes Interesse gezeigt hat, und das trifft zu für dasjenige, was jetzt übernommen worden ist, sodass man die Sicherheit haben kann, dass diese Arbeit zur vollen Zufriedenheit des ganzen Kollegiums durchgeführt werden kann. Das waren die Gedanken, die ich mir grundsätzlich machte.

MARIE STEINER fragt wegen der Eurythmie: Darf ich fragen, wie es mit diesem Raume ist, in dem die Kulthandlung [gemeint ist die Sonntagshandlung] ist, soll der abgesperrt bleiben?

KARL STOCKMEYER: Das kann im neuen Eurythmiesaal gemacht werden.

MARIE STEINER Ich habe Fräulein Köhler gesagt, dass die Privatsache außerhalb der Schule gemacht werden kann.

ALICE FELS: Es wäre schön, wenn wir Zeit hätten, wenn es möglich wäre, ein paar Stunden herauszubekommen.

MARIE STEINER: Ich hätte gerne die Möglichkeit, die Abendstunden freizubekommen. Nicht für Privatzwecke, Ich machte dies geltend, dass ich eine Art Vorrecht haben möchte, von halb neun bis halb zehn allein ist für zugereiste Damen zu wenig. Früher gab es ausgiebige Übungsstunden.

RUDOLF STEINER: In den Abendstunden ist die Schule überhaupt frei, Von sieben Uhr ab ist kein Unterricht.

MARIE STEINER: Es kommen eben de facto viele Hindernisse.

RUDOLF STEINER: Jedenfalls von sieben Uhr ab ist kein Unterricht, da können die Räume abgegeben werden.

Hat jemand sonst etwas zur Organisation zu sagen?

KARL STOCXMEYFEt: Ich hätte noch den Vorschlag, Wolffhügel [als viertes Mitglied des Verwaltungsrates] hinzuzufügen.

ERICH SCHWEBSCH: Man sollte Herrn Wolffhügel für Künstlerisches verwenden und nicht in die Verwaltung einspannen.

RUDOLF STHINER: Es handelt sich darum, dass das [Komitee] drei vorgeschlagen hat und dass der Vorschlag eines Vierten auftaucht.

ERICH SCHWEBSCH: Wenn er selbst sagt., dass er gerne mitmachen will, so ist da kein Hindernis.

MAX WOLFFHÜGEL: Ich stehe zur Verfügung, wenn man mich gebrauchen kann.

RUDOLF STEINER: Wenn ich recht verstehe, wir haben eine Kommission ernannt. Wir können doch nicht alles in der unpräzisen Form lassen. Zunächst liegt vor, dass diese Kommission vorgeschlagen hat Baumann, Hahn, und Schwebsch als Dreimännerkollegium. Jetzt handelt es sich darum, schlägt Herr Stockmeyer Herrn Wolffhügel vor von sich aus? Denn das Komitee hat dieses Dreimännerkollegium vorgeschlagen. Eine Sache, die offiziell behandelt werden muss, muss in einer Präzision verlaufen. Schlagen Sie dem Kollegium Herrn Wolffhügel als Vierten vor, dann liegt dies vor: Das neulich gewählte Komitee schlägt vor die drei. Herr Stockmeyer macht den Gegenvorschlag, einen Vierten dazu zu berufen.

KARL STOCKMEYER: Ich denke nicht, dass Herrn Wolffhügels künstlerische Kraft Abbruch leiden würde, dass aber seine Erfahrung und Lebensart da in Betracht käme.

RUDOLF STEINER: Wer wünscht darüber weiter zu sprechen?

CAROLINE VON HEYDEBR.AND: Ich möchte diesen Vorschlag unterstützen, besonders deshalb, weil er mit Wolffhügel gut zusammenarbeitet.

RUDOLF STEINER: Ist vielleicht vom Komitee selbst etwas zu sagen?

ERICH SCHWEBSCH: Ich wollte sagen, dass wir gern mit Herrn Wolffhügel arbeiten wollen.

RUDOLF STEINER: Das ist die erste Frage, die Einrichtung des Verwaltungskollegiums; der erste Vorschlag vorn vorbereitenden Komitee: die Herren Baumann, Hahn und Schwebsch; hier im Lehrerkollegium; diese drei Herren und Herr Wolffhügel.

ROBERT KILLIAN: Ich sehe nicht ein, warum man !das Komitee] nicht ergänzen soll.

RUDOLF STEiNEK: Läge nur der Vorschlag dieses Komitees vor, so würde es sich darum handeln, diesen Vorschlag des [Komitees] zu verifizieren oder zu verwerfen. Es liegen zwei Vorschläge vor. Wir müssen darüber die Debatte führen, Oder wenn ein weiterer Vorschlag ist, muss dieser Vorschlag gemacht werden. Wir haben dieses Komitee nach großen Schmerzen eingesetzt. Wir haben das Vertrauen, dass es nach reiflicher Prüfung seinen Vorschlag gemacht hat. Nach diesem Vertrauen würden wir die Verifizierung oder Verwerfung machen müssen. Nun handelt es sich darum, ob jemand materiell zu diesem Vorschlag etwas zu sagen hat. Oder oh ein dritter gemacht werden soll. Es handelt sich darum, ob etwas hinzuzufügen ist, oder ob ein dritter Vorschlag gemacht werden soll.

ROBERT KILLIAN spricht für das Hinzutreten von Max Wolffhügel wegen dessen Wesensart.

RUDOLF STE1NER: Hat sonst jemand etwas zu sagen?

RUDOLF TREICHLER: Ich möchte Wolffhügel fragen, wie er sich [selbst] dazu stellt.

RUDOLF STEiNks: Es würde sich darum handeln, dass ich Sie fragen müsste, ob Sie die Wahl annehmen. Nachdem der Vorschlag ins Wasser gefallen ist, bleibt der Vorschlag des Komitees übrig.

MAX WOLFFHÜGEL: Ich tue mit, wenn man es für geeignet hält.

RUDOLF STEINER: Die Sache ist so: Dieser Verwaltungskörper sollte aus dem Kollegium hervorgehen, angesichts der Art, wie neulich darüber gesprochen worden ist. ich sagte schon neulich, ich könnte ja auch, nach dem, wie wir die Waldorfschule eingerichtet haben, selbst diesen Ausschuss designieren, möchte es aber nach dem Erfahrenen nicht tun, sondern möchte, dass dieser Verwaltungskörper hervorgeht aus dem Willen des Lehrerkollegiums selbst. Dieser Weg ist der, dass wir einem vorbereitenden Komitee die Prüfung der Sache übertragen haben, weil man annimmt, dass ein vorbereitendes Komitee besser Vorschläge macht als diejenigen, die es aus dem Kopf heraus machen. Es muss auch die Pädagogik einreißen, dass wir uns gewöhnen, die Dinge unter Verantwortung zu sagen. Jetzt handelt es sich darum, dass dieses Komitee neulich gewählt worden ist. Von diesem Komitee nehmen wir an, dass es die Vorschläge nach reiflicher Überlegung und Verantwortung macht. Auf dieser Grundlage verhandeln wir. Vorläufig liegen diese zwei Vorschläge vor. Dies, was Herr Wolffhügel jetzt gesagt hat, im Zusammenhang mit dem anderen, dass Sie die Wahl ablehnen, das verstehe ich nicht recht. Ich will lieber gleich fragen: Herr Baumann, würden Sie die Wahl annehmen? Hahn? Schwebsch? [Wolffhügel?]

Es wäre außerordentlich deprimierend. Es handelt sich doch darum, dass wir nicht in Illusionen arbeiten. Die Sache, die sich jetzt abspielt, ist außerordentlich deprimierend. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ein Komitee uns Vorschläge macht. Nun wollen wir uns das nicht in den Wind hauen. Das wollen wir doch nicht in den Wind hauen! Wir hauen es sofort in den Wind, wenn jetzt ein Gegenvorschlag gemacht wird, und trotzdem das Kollegium ein Misstrauensvotum erteilt. Die Annahme des Antrags Stockmeyer bedeutet das Misstrauensvotum gegen das Komitee. Ich erklare Ihnen, dass die Annahme des Gegenantrags Stockmeyer das Misstrauensvotum bedeutet. Es sind in diesen Tagen scharfe Ausdrücke gebraucht worden über einen Verwaltungskörper; auf dieses ganze Kollegium würden diese Ausdrücke anwendbar sein, dass es einfach als nichts betrachtet ein Misstrauensvotum für ein gewähltes Komitee.

Ich bitte schon so viel uni Ehrlichkeit in der Aussprache. Ich habe wiederholt aufgefordert und lange Zeit verzogen, um eine Aussprache dieses Kontravorschlages zu ermöglichen. Ich fordere noch einmal auf, sich auszusprechen über die Sache.

Der Inhalt weiterer Wortmeldungen ist nicht festgehalten.

RUDOLF STEINER: Herr Stockmeyer, interpretieren Sie nicht diese Worte, die ich bei der Führung gebrauche. Man kann nicht zu gleicher Zeit sagen, ich stelle einen Gegenantrag und erkläre von vornherein, dass ich damit [mit dem ersten Vorschlag' einverstanden bin. Ich bitte, nicht alles zu vertuschen. Wenn Sie über eine Sache nicht einig sind, so gestehen Sie das zu. Aber das Vertuschungssystem darf nicht weitergehen.

Vorläufig liegen drei Vorschläge vor: der Vorschlag des Komitees, der Vorschlag Stockmeyer, der dritte Vorschlag Boy und Schubert, der darin bestehen würde, über den Vorschlag Stockmeyer zur Tagesordnung, überzugehen. Dieser Vorschlag wäre der weitergehende, ob über den Vorschlag Stockmeyer zur Tagesordnung übergegangen werden soll.

KARL STOCKMEYER: Ich unterstütze den Antrag Boy [und Schubert].

RUDOLF STEINER: Das sind Ding-e, vor denen einem der Verstand stillstehen muss. Entweder haben Sie einen Grund, einen Gegenvorschlag zu machen, oder Sie haben keinen Grund. Wenn hier das Komitee einen Antrag stellt und Sie einen Gegenantrag vorbringen, dann sehe ich nicht ein, wo dann noch ein Quäntchen Ernst liegt, wenn Sie selbst dafür sind, über Ihren Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Wenn wir in dieser Weise fortfahren, über die wichtigen Dinge ... rein deshalb, damit wir die Sache loskriegen „

MARIE STEINER: Herr Stockmeyer hat die schöne Lebensart [von Wolffhügel als Grund] angegeben, [ihn hineinzunehmen].

RUDOLf STEiNER: Das würde doch das vollste Misstrauensvotum bedeuten.

HANS RITZ: Ich habe den Vorschlag Stockmeyer aufgefasst als Eröffnung der Debatte.

RUDOLF STEINER: Dieses vorbereitende Komitee legt seine Funktionen nieder mit der heutigen Lehrerkonferenz. Selbstverständlich ist es so, dass dieser Gegenvorschlag gemacht werden kann. Das Misstrauen würde darin bestehen, dass man einfach, ohne weiter sich aufzuregen, nun um abzustimmen, nicht per Block, sondern per Akklamation, für vier stimmt. Selbstverständlich ist es [an sich.] kein Misstrauensvotum für das Komitee, wenn die vier Herren gewählt werden. Aber so, wie die Behandlungsweise projektiert worden ist, wäre es ein Misstrauensvotum für das Komitee, weil man den Vorschlag des Komitees ohne Diskussion in den Wind schlägt. Das Misstrauen liegt darin, dass man ein Komitee einsetzt, von dem man voraussetzt, dass es mit Prüfung der Tatsachen unter voller Verantwortlichkeit seine Vorschläge macht. Dann wird ein Gegenvorschlag gemacht. Nun wählen wir sie alle vier. Das heißt, dass man einen Akt, den man selbst gemacht hat, so wenig ernst nimmt. Um die Sache loszukriegen, stimmt man für alle vier. Das bedeutet ein Misstrauen für das Komitee. Es braucht nicht gerade hervorzugehen, das wäre kein Misstrauen. Die Sache aber so behandeln, dass wir bloß die Illusion erwecken wollen, dass wir bloß harmonisch und einig sind, das bedeutet das Misstrauen gegen das Komitee.

Wir müssen ehrlich uns aussprechen. Darauf kommt es an, dass jeder seine fest begründete, innere Meinung hat. Wie wir hier die Waldorfschule gegründet haben, haben wir aus dem Herzblut heraus die Sache begründet, und jetzt geht so viel von dem schrecklichen System, von dem Unernst, dem Nicht-Seriös-Nehmen der Sache, auch ins Kollegium herein. Es bedeutet doch etwas anderes, wenn das Kollegium einig ist, dass der Vorschlag angenommen wird oder nicht. Das ist doch eine Sache, die einem ans Herz geht. Das möchte ich betont haben, dass wir die Sachen nicht oberflächlich nehmen dürfen. Unter- und Hintergründe bestehen, ich gebe mich keiner Illusion hin. Wenn ein solcher Vorschlag gemacht wird, so bestehen Untergründe. Auf dem Felde der Anthroposophie muss Ehrlichkeit und nicht Verwutzeltheit herrschen. Das ist, um was ich Sie bitte, einmal ernsthaft anzufangen, wenigstens hier, an der Stätte der Waldorfschule wenigstens aufrechtzuhalten, dass wir nicht über Disharmonien einfach in eine Atmosphäre von Augenzudrücken übergehen, dass wir uns ehrlich aussprechen.

Ist es denn unmöglich, dass sich die Leute sagen, ich habe dies und jenes auf dem Herzen gegen dich, und man leidet sich deshalb nicht weniger gern, und arbeitet deshalb nicht weniger gern zusammen? Warum soll man sich nicht die Wahrheit unter die Augen sagen und trotzdem sich schätzen und achten?

Das Peinliche muss gemacht werden, wie die Antezedenzien dazu da sind. Wenn die zwei Vorschläge da sind, müssen wir über den dritten Vorschlag erst abstimmen, oder wir müssen die zwei Vorschläge nebeneinander behandeln.

MARIA RÖSCHL: Ich möchte fragen, ob Herr Stockmeyer nicht die Gründe angeben könnte. Es liegt doch die Tatsache vor, dass Sie ausdrücklich verlangten, dabei zu sein /bei der Beratung des Komitees]. Das habe ich als das erste Misstrauensvotum empfunden.

RUDOLF STEINER: Es ist auch meine Meinung, dass, wenn man einen solchen Gegenvorschlag macht, man ihn begründen soll.

KARL STUCKMEYER: Es waren Empfindungen, die aus Früherem herrührten, die aus der ganzen Entstehung der Angelegenheit herrührten, die da bei mir ein gewisses Misstrauen berechtigten. Ich kann mir sagen, dass bei denen der ehrliche Wille vorhanden ist, die Arbeit richtig zu leisten, die zu leisten ist. Es sind Dinge, die in mir verwahrt hätten bleiben können, die ich aber durch menschliche Schwäche nicht in mir habe verwinden können, aus denen heraus ich einiges gesagt habe, was Fräulein Röschl anführt. Ich selbst habe aber nachher sagen können, und kann das mit voller Aufrichtigkeit, dass ich es so fühle, dass ich sicher glaube, dass ein sehr gutes Zusammenarbeiten auf dem Boden, der sich ergeben hatte, durch unsere Besprechungen sich ergeben würde. Es ist durch die Art, wie wir uns ausgesprochen haben, ausgetilgt worden.

WALTER JOHANNES STEIN: Sein Verlangen, dabei zu sein, war nach der Sitzung.

ERICH SCHWEBSCH: Ein Grund liegt darin, dass Sie nicht hinhören. Nachdem es so weit war, Dr. I Lahn oder ich werden die Dinge vorbringen, war das letzte Wort: Nun, nach allem, wollen wir auf den Vorschlag Wolffhügel nicht mehr zurückkommen. Sie haben Ja gesagt.

KARL STOCKMEYER: Das kann ich nicht sagen, ob ich den Vorschlag gehört habe.

RUDOLF STEINER: Ich kann Ihnen die Versicherung geben, für die Dinge, die durch mich geleitet werden sollen, werde ich in keiner Weise Unpräzision zulassen. Ich gehe nicht darüber hinweg, wenn eine Situation auftaucht. Es liegen vor der Vorschlag des vorbereitenden Komitees, und abgesondert davon der Vorschlag Stockmeyer. Das sind zwei Meinungsäußerungen. Wenn nun schon diese zwei Meinungsäußerungen aufgetaucht sind, und das Komitee hierher-gekommen ist mit der Absicht, das Dreimännerkollegium vorzuschlagen, nachdem man sich bereits geeinigt hat, den Vorschlag des Viermännerkollegiums nicht zu stellen, dann ist es ein umso größerer Gegensatz, wenn Herr Stockmeyer den Antrag stellt. Dass Herr Stockmeyer die Sache nicht hört, das geht uns nichts an. Dann liegt jedenfalls die klar zu präzisierende Tatsache vor, das Komitee ist nicht der Meinung, das Viermännerkollegium vorzuschlagen. Der Vorschlag des Herrn Stockmeyer ist ein wesentlich anderer als der des Komitees.

Die Debatte, die wir jetzt führen, ist zum Antrag Boy und Schubert geführt, über den Antrag Stockmeyer zur Tagesordnung überzugehen.

Es ist der Antrag gestellt, über den Antrag Stockmeyer zur Tagesordnung überzugehen.

Wer dafür ist, dass [über] Schluss der Debatte abgestimmt wird ... Die Debatte darüber ist abgeschlossen ... Wir kommen zu dem Vorschlag, die drei Herren ins Verwaltungskollegium zu berufen. Wir kommen zur Abstimmung über diesen Antrag selbst. Da der Antrag so vorliegt, möchte ich formell Sie bitten, wünschen Sie nun über diesen Antrag per Akklamation abzustimmen oder auf Zetteln?

WALTER JOHANNES STEIN: Ich schlage vor, per Akklamation.

RUDOLF STEINER: Wünscht jemand zum Antrag Stein per Akklamation abzustimmen, zu sprechen? Es ist nicht der Fall. Dann kommen wir zur Abstimmung darüber, ob über den Antrag Stein per Akklamation abgestimmt werden soll, und bitte diejenigen

Ich bitte diejenigen, welche dafür sind, dass die drei Herren Baumann, Hahn, Schwebsch ins Verwaltungskollegium berufen werden, die Hand zu erheben.

Ich habe mich immer bemüht, einen gewissen familiären Ton anzuschlagen. Es kann ja sein, dass wir zu dem wieder zurückkommen. Dann dürfen nicht gewisse Diskrepanzen da sein, die unausgesprochen bleiben. Außerdem schadet es nicht, wenn man sich einmal durch eine Probe auf dieses Parlamentarische ein wenig der Präzision bequemt. Die muss unter uns herrschen,

Dann kommen wir über die anderen Vorschläge des Komitees zur Debatte. Da sind Herrn Stockmeyer gewisse Agenden abzunehmen, andere zu belassen. Es handelt sich darum, dass abgenommen werden soll in Bezug auf die innere und äußere Vertretung: Erstens die innere Vertretung, Vorbereitung und Protokollführung, der Konferenz[en]. Zweitens: Heranziehen von Kollegen für bestimmte Arbeitsgebiete; Aufsichtsplan; Einrichtung und Verteilung der Lehrräume; Überlassung der Schulräume an Außenstehende. Das war also dasjenige, was sich auf die innere Verwaltung bezieht.

Bitte sich zu äußern, was Sie zu diesem Punkte zu sagen haben. Sind Sie damit einverstanden, dass diese Agenden Herrn Stockmeyer abgenommen werden und dem Verwaltungskollegium übertragen werden? Wer damit einverstanden ist, bitte ich, die Hand zu heben. — Es ist angenommen.

In Bezug auf die äußere Vertretung, da würde in Betracht kommen die Korrespondenz und der Verkehr mit den Behörden. Da ist ein wichtiger Punkt. Hat jemand dazu etwas zu bemerken? Also die Korrespondenz und der Verkehr mit den Behörden in der Form, wie es vorgeschlagen ist, dass außer Herrn Stockmeyer das betreffende funktionierende Mitglied des Kollegiums die Gegenzeichnung hat.

CHRISTOPH BOY: Ich würde es für heilvoll halten.

WILHELM RUTTENBERG: Die Gegenzeichnung macht die Sache schwieriger als vorher; es [verursacht] Verzögerung.

RUDOLF STELNER: Wenn von dem Mitglied des Komitees vorausgesetzt wird, dass es nicht jederzeit zu erreichen wäre, dann möchte ich wissen, was die ganze Einrichtung für einen Zweck hätte. In der Amtsdauer muss es jederzeit zu erreichen sein. Dieser Punkt kann gar nicht infrage kommen, dass da eine Schwierigkeit eintritt. Eine Bürokratie hängt von der Gesinnung ab, nicht von den Kompetenzen. Wenn man sich vorstellt, dass man die Bürokratie dadurch bekämpft, dass man an [ihre) Stelle das Chaos setzt, da hat man eine falsche Vorstellung. Das kann man natürlich nicht an die Stelle setzen.

WALTER JOHANNES STEINE beantragt Schluss der Debatte.

RUDOLF STEINER: Wünscht jemand zu sprechen zum Antrag auf Schluss der Debatte? Dann bitte ich diejenigen, die für Schluss der Debatte sind „. [Der Antrag ist angenommen].

Wir kommen dazu, abzustimmen darüber, ob der Verkehr mit den Behörden, Korrespondenz, Gegenzeichnung der Schriftstücke, die an die Behörden gehen, diesem Kollegium übertragen werden soll. Diejenigen, die dafür sind, bitte ich, die Hand zu erheben. — (Der Antrag ist angenommen.]

RUDOLF STEINER fragt bei jedem der verschiedenen Punkte der äußeren Vertretung der Schule, wer darüber sprechen möchte, und lässt dann über jeden Punkt einzeln abstimmen; mit Gegenprobe.

RUDOLF STE1NER: Aufnahme von Schülern und Entlassung von Schülern, Aufstellung von Zeugnissen, Prüfung, Behandlung der Zeugnisse, wünscht zu diesem Punkt jemand zu sprechen? Es handelt sich hier um den Verkehr nach außen. Es handelt sich darum, dass die Einleitung der Prüfungen gegenüber den Eltern vom Kollegium in die Hand genommen wird, dass es weitergeleitet wird an die Klassenlehrer, liegt in der Sache.

EUGEN KOLISKO: Die Prüfung soll nur veranlasst werden.

RUDOLF STE1NER: Wünscht jemand sonst dazu etwas zu bemerken? Diejenigen, welche dafür sind, dass Aufnahme, Prüfungen, Behandlung der Zeugnisse diesem Verwaltungskollegium überlassen werden sollen, bitte ich die Hand zu erheben. Gegenprobe? [Angenommen] Dann handelt es sich um die Ausfertigung des Jahresberichtes. Will über die Herstellung des Jahresberichtes irgendjemand sprechen?

KARL STOCKMEYER spricht für einen Jahresbericht.

RUDOLF STEINER: Es würde die Herstellung diesem Verwaltungskollegium obliegen. Es handelt sich darum, oh jemand dafür oder dagegen sprechen möchte. Also diejenigen, welche den Jahresbericht diesem Kollegium übertragen wollen, bitte ich die Hand zu erheben.

Es handelt sich [da um] den Empfang von Besuchern. Das ist wohl fast selbstverständlich, der Empfang von Besuchern. Hat jemand darüber etwas zu sagen? Dann bitte ich die Hand zu erheben.

Dann kommen wir — ich möchte die Propaganda als Letztes behandeln. Hat jemand zu diesem Punkt: Gehaltsfragen, Prüfung der Unterlagen, Verwaltung besonderer Spenden, und Propaganda [etwas zu sagen]?

Propaganda: Ich würde Dr. Schwebsch bitten, die Sache noch einmal zu formulieren. Hier kommt das besondere Verhältnis zum Waldorfschulverein infrage, und er hat als solcher auch die ganze Kenntnis dessen, was an Propaganda im Waldorfschulverein beschlossen worden ist. Nun tritt an uns die Frage heran, welches ist die neue Stellung dieses Kollegiums zum Waldorfschulverein?

Sie haben nach jeder speziellen Debatte zugestimmt. ich möchte den ganzen Block noch einmal abstimmungsgemäß behandeln, mit Ausschluss des Propagandapunktes und der Stellung zum Waldorfschulverein. Und ich möchte Sie bitten, en bloc abzustimmen. Ich stimme der Ordnung halber noch einmal ab, ob alle die bisher besprochenen Gebiete wirklich abgenommen werden sollen. — Es ist also angenommen.

RUDOLF STEINER zählt nun alle die Funktionen einzeln auf, die der bisherige Schulverwalter auch fernerhin beibehalten soll: Es bleibt also die Hausverwaltung, Verwaltung des Geschäftszimmers und Schulfinanzen, was Herrn Stockmeyer bleibt. Einberufung der Konferenz, Besorgung von Vertretungen, Regelung der Gehälter mit dem Waldorfschulverein, die Korrespondenz mit Eltern, soweit es sich darum handelt, Auskunft zu bekommen, Antragstellung auf Aufnahme, Schulgeldfestsetzung, Verhandlung mit Eltern über Schulgeld — das wissen nicht alle, dass Herr Stockmeyer viel zu tun hat, mit den Eltern zu verhandeln über die Schulgeldfrage, Schulstatistik, Verwaltung der Schulgebäude, Überwachung der Ausgaben, Verteilung der Schulräume zusammen mit dem ganzen Kollegium, Überwachung des gesamten Verwaltungsapparats, Anstellung von Personen des Verwaltungsapparats.

Wünscht nun, nachdem Sie die Punkte gehört haben, die Herrn Stockmeyer bleiben sollen, jemand dazu zu sprechen?

HERMANN VON BARAVAVILLE: Ich stelle den Antrag, die Einberufung der Konferenz auch dem Kollegium der drei zuzuordnen.

RUDOLF STEINER: Ich stelle mir vor, dass eine Konferenz, wenn sie eine außerordentliche Konferenz sein soll, in der nächsten Zeit so vorbereitet wird, dass derjenige, der eine Konferenz für nötig hält, dies dem Verwaltungskollegium vorlegt, und das Verwaltungskollegium darüber entscheidet. Herr Stockmeyer hat den Mann mit den braunen Haaren in die Klassen zu schicken /um die Kollegen zu benachrichtigen]. So geht das hervor.

PAUL BAUMANN stellt den Antrag, dass der Paragraf «Einberufung von Konferenzen» zum Elternabend dazugehört.

RUDOLF STEINER: Ich habe es mir so vorgestellt, dass alle Besuche dem Verwaltungskollegium übertragen werden, wer auch immer von außen herankommen kann. Das gehört alles dazu. Die Elternabende scheinen mir in den Agenden des Verwaltungskollegiums zu liegen.

KARL STOCKMEYER: Soweit es die Aufnahme von Schülern betrifft, würde es bei mir bleiben?

RUDOLF STEINER: Das scheint mir nicht zu gellen. Wir haben beschlossen, dass dies dem Verwaltungskollegium zufällt. Es würde das ganz naturgemäß erfordern, dass bei der Aufnahme von Schülern durchaus der Mitwirkende des Kollegiums mitzuwirken hat. Wenn die ganze Sache einen Sinn haben soll, so darf diese wichtige Angelegenheit von dem Moment ab nicht diesem Verwaltungskollegium entzogen werden. Die bürokratische Denkweise muss heraus. [Wenn Sie denken], dass die ganz wichtigen Verhandlungen mit den Eltern dem Verwaltungskollegium entzogen werden sollten, dann denken. Sie bürokratisch. Es muss von Anfang an das Verwaltungskollegium beteiligt sein, von Anfang an an der Aufnahme des Schülers. Das Verwaltungskollegium muss sich bewusst sein, dass es sich nicht nach und nach von den Pflichten drücken kann.

PAUL BAUMANN: Ich wollte Sie bitten, dass auch Sie sich äußern, dass Sie vielleicht sich über das Ganze auch aussprechen. Es wird uns viel klar darüber.

RUDOLF STEINER: Die Sache ist so, dass ich im Laufe der Zeit von den verschiedensten Seiten darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass aus der Stimmung des Kollegiums heraus eine solche Einrichtung als wünschenswert angesehen wird. Aus meinen Aperçus konnte ich solche Anfragen beantworten, dass ich sagte, ich glaube, dass dies notwendig ist. Ich begrüße das mit einer gewissen Befriedigung, dass es jetzt in dieser Weise geschieht, aber ich meine auch, dass es in allem Ernst geschehen muss, dass die Beteiligung des Kollegiums an der Schüleraufnahme von Anfang an funktionieren muss. In dieser Beziehung, dass dieses notwendig ist, und der Wunsch, der mir von verschiedenen Seiten ausgesprochen worden ist. So ist die Sache. Wünscht sonst noch jemand über diese Herrn Stockmeyer bleibenden Agenden zu sprechen?

MARIA RÖSCHL: Ich möchte wissen, ob zum Beispiel Hausbau Herrn Stockmeyer überlassen bleibt.

RUDOLF STEINER: Die Verteilung der Schulräume beginnt mit dem ersten Strich, den man zeichnet. Wünscht sonst jemand zu diesen Agenden das Wort? Dann bitte ich Sie noch einmal das vorzulesen, damit keine Unklarheit herrscht.

Exekutive, Konferenz, Besorgung von Vertretung, Regelung der Gehälter, Schulgeldfeststellung, Verhandlung mit den Eltern, Schulstatistik (Überwachung der Propaganda, Korrespondenz), Verwaltung der Schulgebäude, Leitung der Bauten, Überwachung der Ausgaben, Organisation des Verwaltungsapparates im Geschäftszimmer. Ist die Sache irgendwie strittig, jetzt noch?

Dann darf ich vielleicht bitten, dass dies neulich gewählte Komitee noch als eine Art Zusatz zur Geschäftsordnung der Schule das, was jetzt beschlossen worden ist, ausarbeitet, genau die Verteilung der Agenden, und dann werden wir es noch einmal sauber revidieren bei der nächsten Konferenz. Es kann die Tätigkeit bereits so schnell wie möglich eingerichtet werden, wie es jetzt beschlossen worden ist.

Nun bitte ich, zunächst sich darüber zu äußern, wie lange die Amtsdauer sein soll und der Turnus.

EUGEN KOLISKO: Ich wäre dafür, dass ein längerer Turnus [wäre], zwei bis drei Monate. Begründung: deshalb, weil sonst eintreten würde, dass die Kontinuität fortwährend abreißt.

RUDOLF STEINER: Dies, was Sie angeführt haben, kann auch bei längerer Amtsdauer eintreten, dass der Betreffende die Antwort nicht erhält. Jedenfalls ist gleich gültig eine ganz gewissenhafte Übergabe der Geschäfte vonnöten. Nun meine ich ja, dass, nicht wahr, eine Amtsdauer von zwei Monaten genügen würde. Es ist darauf zu sehen, dass einem die Sache nicht zur Last wird. Eine Amtsdauer von zwei Monaten scheint mir zu genügen.

ALEXANDER STRAKOSCH: Ich möchte so fragen, ob der eine, der die Exekutive hat, nur allein arbeitet, oder doch so, dass alle drei arbeiten.

RUDOLF STEINER: Außer der Zeit ist die Tätigkeit der anderen eine beratende, das ergibt sieh aus der Sache von selbst. Man wird seine Mitverantwortlichen fragen. Das, was wir jetzt entscheiden, ist eine andere Sache. Was wir jetzt entscheiden müssen, das ist, wie das gesamte Kollegium entgegentritt diesen Kollegen. Zwei Monate, glaube ich, ist die richtige Zeit. Möchten Sie die zwei Monate verlängert oder verkürzt haben? Dann, glaube ich, ist jemand gegen die zwei Monate? Warum sollen wir «Moses, wo hast du dein linkes Ohr» machen? Machen wir es so. Morgen fängt das Kollegium an, da funktioniert das Februar und März. Das wäre die Amtsdauer. Zwei Monate. Wie der Turnus?

ALEXANDER STRAKOSCH: Ich schlage einen alphabetischen Turnus vor.

RUDOLF STE1NER: Herr Baumann beginnt morgen, dann kommt Hahn, dann Schwebsch. Jetzt können wir übergehen zur Behandlung der Propagandafrage und der Frage der Stellung zum Waldorfschulverein. — Nun, was die Propagandafrage anbelangt, die haben Sie in Verbindung gebracht mit dem Bund für freies Geistesleben: Kampf gegenüber dem Grundschulgesetz. So wie die Sache liegt, meine ich, ist es nicht eigentlich gut, wenn die Waldorfschule als solche an den gewöhnlichen Fragen, so, wie sie in der Öffentlichkeit meist in der Trivialität formuliert werden, pro oder kontra teilnimmt. Wir werden viel günstiger vorwärtskommen, wenn wir aus unserer eigenen Sache heraus arbeiten und positiv dasjenige vertreten, was wir aus der Waldorfpädagogik und -didaktik zu vertreten haben, und uns nicht einlassen auf Formulierungen, die von außen kommen. Es hatte oft für mich einen bitteren Beigeschmack, [wenn] jemand von uns einen Vortrag gehalten hat über das Grundschulgesetz. [Denn] so liegt die Sache gar nicht, dass wir uns an diesen Dingen beteiligen sollen. Wir sollen das, was wir zu vertreten haben, aus unserer eigenen Sache heraus vertreten. So kommen wir weiter. Sodass die Leute, die sich darüber unterrichten wollen, sich die Frage vorlegen sollen, sind die für das Grundschulgesetz? Wir sind natürlich dagegen. Wir sollten nicht in die Verhandlung der Philister-Tagesfragen eintreten. Ich weiß nicht, wie Sie es sich gedacht haben.

ERICH SCHWEBSCH: Wir haben gedacht: Da ist der «Bund für freies Geistesleben», der nicht weiß, wozu er da ist. Hier hast du etwas, was du aus dir heraus machen könntest. [Gemeint ist, der «Bund für freies Geistesleben» solle für ein neues Grundschulgesetz im Sinne der Dreigliederung kämpfen.]

RUDOLF STEiNER: Wie stellen Sie sich den Kampf gegen das Grundschulgesetz vor? Nicht wahr, diese Dinge müssen lebensgemäß — ich sage sonst wirkliehkeksgemäß —, diese Dinge müssen lebensgemäß behandelt werden. Die Welt sollte den Eindruck haben: Die Leute von der Waldorfschule im Zusammenhang mit den übrigen Menschengruppen, innerhalb welcher sie stehen, die Leute von der Waldorfschule behandeln diese Dinge lebensgemäß.

Nicht wahr, wenn Sie heute die Aufsätze nehmen, die in der «Anthroposophie» stehen [als] Wochenberichte, so werden diese Aufsätze so angesehen, als ob sie geschrieben wären ohne Kenntnis der Zusammenhänge, die heute bestehen zwischen Parlament und Regierung und Verwaltungskörper und so weiter. Sie werden so von Leuten, die ein Urteil haben, als unpraktisch empfunden, als ob man sich einfach ein feuilletonistisches Urteil bildet, und dann hängt man noch die Sache vom freien Geistesleben oder von der Dreigliederung daran an. Dadurch bringen wir uns immer wieder in das Odium, eine unpraktische Gruppe von Menschen zu sein. Das muss gegenüber diesen Dingen aufhören. Von Leuten, die Gegner sind, rede ich nicht, von einsichtsvollen Leuten rede ich, die auf dem Boden der Dreigliederung stehen.

Es handelt sich darum, wenn wir den Bund für freies Geistesleben einbeziehen in unsere Waldorfschulsache, dass wir nicht in dieselben Fehler verfallen, in die der Bund selbst verfällt, in eine Art von Theoretisieren. Da meine ich, wird es sich darum handeln, die Agitation und Propaganda wieder auf gesunde Basis zu stellen. Also gewiss, es kann ein Zusammengehen mit dem Bund für freies Geistesleben sein, aber wenn wir so etwas aufstellen, müssen wir uns dessen bewusst sein, es ist von vorneherein lebensungemäß, wenn wir die Waldorfschul-Pädagogik in Gegensatz bringen gegen das Grundschulgesetz. Je weiter die Waldorfschul-Pädagogik sich ausbreitet, desto unmöglicher sind solche philiströsen Gesetze. Wir haben nicht nötig, uns auf den Boden der Bierpolitik zu stellen. Das ist eine Taktfrage. Wir sollen nicht eingreifen. Das hätten wir nie sollen! Das ist der Unfug gewesen bei der Dreigliederungsbewegung. Wir hätten nie in die Philister-Tagesfragen eingreifen sollen.

Ich habe deshalb dieses Gebiet abgesondert behandelt, weil ich darauf besonderen Wert lege, dass wir da wirklich auf eine höhere Warte steigen. Ich habe das versucht schon seit Jahren, dass ich die Begründung eines Weltschulvereins herbeiführen wollte. Der würde eben das Ziel verfolgt haben, die pädagogischen Fragen [nicht philiströs, sondern] von einer höheren Warte aus publik zu machen. Das würde die schwierige Aufgabe eines solchen Weltschulvereins sein.

ANNA FRLEDA NAEGELIN: Könnten wir nicht pädagogische Besprechungsabende machen, zu denen man [einzelne] Leute und [auch] die Behörden einlädt?

ERICH ScHwERscH: Es hat sich herausgestellt, dass es unter den leitenden Schulmännern Leute gibt, die gern etwas wissen möchten, aber sich scheuen, den ersten Schritt zu tun.

BETTINA MELL1NGER: So etwas in der Schule [einzurichten], wozu man durch persönliche Beziehungen einen der Herren mitbringt.

RUDOLF STEINER: Sinn hat so etwas nur, wenn eine solche Zusammenkunft mit Außenstehenden in Form der öffentlichen Anzeige erfolgt, in der man auffordert dazu, dass andere kommen; wenn dann vonseiten der Waldorfschule die Sache eingeleitet wird und sich dann die Anfragen daran knüpfen. Sonst kommt eine gewöhnliche Quatscherei heraus.

BETINNA MELLINGER: Ich komme durch die Abiturfrage darauf, die Ostern übers Jahr brennend wird.

RUDOLF STEINER: Das ist [natürlich] mehr eine Aufgabe, die nicht in die Schulverwaltung gehört, die zu den Pflichten überhaupt desjenigen gehört, der beteiligt ist an der Arbeit der Waldorfschule.. Nicht wahr, sobald man über diese Dinge etwas beschließen will, kommt nichts zustande. Es würde das gehören in die allgemeinen Aufgaben der Anthroposophischen Gesellschaft und in die Aufgabe jedes, der irgendwie beteiligt ist an dem Gedeihen der Waldorf schul-Pädagogik. Eigentlich müsste das aus der Sache selbst hervorgehen. Nach dieser Richtung irgendetwas arrangieren, ist schwierig, weil die Dinge so individuell sind, dass man alles berücksichtigen muss. Man sollte jede Gelegenheit ergreifen, um das Urteil [über) die Waldorfschule in das rechte Licht zu stellen. Auf der anderen Seite muss gesagt werden, derjenige, der sich unterrichten will, findet heute sogar die Möglichkeit, wenn er in England ist, sich zu unterrichten, sodass es nicht so schwer sein dürfte für einen Referenten, sich über die Waldorfschule zu unterrichten, wenn er wirklich will.

[Auf eine Bemerkung:] Die Dinge, die Sie jetzt erwähnen, sind nicht sehr seriös. Die Leute sind mit den Sachen unzufrieden. Sobald sie aber aus dem Anthroposophischen heraus, was ein Verwischen von Unzufriedenheit ist, etwas Besonderes sagen wollen, schwenken sie ab. Und da ist das Verderbliche für uns, wenn wir dann dies Abschwenken in irgendeiner Weise mitmachen. Wir müssen stramm stehen auf unserem Boden. Wir müssen alles tun, was die Waldorfschul-Pädagogik vertreten kann, aber ja nicht uns auf Kompromisse einlassen. Diese Illusionen schaden der Sache in weitestem Umfang. Was wir von diesen Dingen erfahren haben —diese Urteile sind immer wieder [vor]gekommen —, darüber darf man sich keinen Illusionen hingeben. Man muss schon diese Wege einschlagen, und diese Fälle nicht verwaltungsgemäß behandeln. Wenn nun aber jedem von uns die Pflicht obliegt [zu tun], was er tun kann, so wird es unter Um-ständen besser sein, dass Sie diese Referenten unterrichten, als wenn man etwas arrangiert, wo die Leute am liebsten durch eine Hintertür ungesehen kommen möchten. Diese Dinge haben wir durchgemacht, als der Kulturbund begründet worden ist. Da wurden im Kulturbund die pädagogischen Dinge erörtert. Wir haben die Versammlungen abgehalten, wo es finster war, aber herausgekommen ist nichts, weil die Leute nicht bei der Stange bleiben, auch aus der Lehrerschaft. Im Moment, wo es sich um etwas Ernstes handelt — ich weiß mich an einen konkreten Fall zu erinnern: Ich bin unzufrieden, ich habe aber Weib und Kind! — Missverstehen Sie mich nicht: So stramm, als es möglich ist einzutreten, jeder individuell Beziehungen auszunützen, aber ja nicht glauben, dass man da von allgemeinen Veranstaltungen etwas zu erwarten hat.

Die Abiturfrage werden wir dadurch am besten lösen, dass wir versuchen, die Schüler so gut wie möglich vorzubereiten, und dann zu den Referenten gehen, die gerade in Betracht kommen werden. Die anderen haben es bis dahin doch vergessen. Im Allgemeinen nützen die persönlichen Verhandlungen etwas, aber da kommt es auf das Wie an. Nicht wahr, auch da dürfen die Fragen nicht so behandelt werden, wie Sie heute in der Einleitung getan haben, dass wir beschließen, denjenigen, der am graziösesten liebenswürdig ist, in einem bestimmten Fall loszulassen. Dann würde ich vorschlagen, dass die Leute, die ungraziös sind, Stunden nehmen bei den anderen.

MARIE STEINER: Sie sind für die österreichische Liebenswürdigkeit.

RUDOLF STEINER: Ich lege es Ihnen ans Herz, persönlich sich ganz einzusetzen. Das werden wir schon einmal nötig haben. Es bleibt dabei, dass ich mich anheischig machen würde, jeden Professor der Botanik in der Botanik durchfallen zu lassen, wenn es darauf ankommt.

Wenn Sie alte Beziehungen haben, und sich ein bisschen informieren bei denen, die mehr Erfahrung haben, dann nützen Ihre alten Beziehungen mehr, als wenn Sie andere bringen, die nicht solche Beziehungen haben. Dann kommt in Betracht, dass Sie eine Dame sind, und das sind Referenten. Wenn es eine Referentin ist, dann sehen Sie, dass Sie einen Herrn bringen. Es müssen die Dinge individuell gestaltet sein. Sie müssen nicht glauben, dass der Eindruck, den Sie machen, weiter gemacht wird, wenn Sie andere Leute hereinschleppen.

Das Verhältnis zum Waldorfschulverein scheint mir nicht anders lösbar zu sein als durch eine Statutenänderung des Waldorfschulvereins. Selbstverständlich geht es nicht, dass der Betreffende, der das Amt innehat, nicht Sitz und Stimme im Waldorfschulverein hat.

KARL STOCKMEYER: Es ist so gemacht worden, dass jeder Lehrer ordentliches Mitglied des Waldorfschulvereins ist.

RUDOLF STEINER: Es geht nicht mit diesem Paragrafen zusammen. Denn dieser Paragraf macht notwendig, dass das Lehrerkollegium einen Vertreter senden würde, und der fünf Jahre dort sitzen würde. Es muss das so sein, dass hier ausdrücklich vorgesehen wird, dass also derjenige, der das Verwaltungsamt innehat, die zwei Monate im Waldorfschulverein sitzt. Die Statuten sind so oft geändert worden, dass es einfach gemacht werden kann. Das muss der Waldorfschulverein machen. So ist es Ihnen doch recht? Dass also derjenige, der Vertreter ist durch zwei Monate, dass der im Vorstand des Waldorfschulvereins sitzt mit Sitz und Stimme. Nicht bloß unter den Mitgliedern, sondern im Vorstand. Damit regelt sich das Verhältnis von selbst. Damit hätten wir dann diese Frage behandelt. Es würde dann bei der nächsten Sitzung des Waldorfschulvereins diese Statutenänderung zu machen sein. Aber provisorisch kann natürlich durchaus der betreffende Vertreter des Kollegiums bei der nächsten Sitzung des Waldorfschulvereins erscheinen.

[Auf eine Bemerkung] Hat jemand sonst etwas zu bemerken?

PAUL BAUMANN: Sollen wir eine Spende für die Ruhrbevölkerung aufbringen oder nicht? Es wäre für uns wesentlich, wenn Sie uns vielleicht Winke geben könnten über die allgemeine Lage.

RUDOLF STEINER: Die allgemeine Lage jetzt zu besprechen, ist nicht so leicht, weil die Sache gilt, die ich einmal mit immer wieder hervortretender Deutlichkeit gesagt habe, während ich hier die Vorträge über Dreigliederung hielt: Man muss etwas tun, bevor es zu spät ist. Es ist heute zu spät, irgendwie auf dem Felde desjenigen, was man bisher in Europa Politik genannt hat, etwas zu erreichen. Die einzige Anregung, die ich gegeben habe, war die Verwandlung des alten Dreigliederungsbundes in den «Bund für freies Geistesleben». Diese Anregung ging aus von der Erkenntnis, dass man in der Zukunft für Europa und für die gegenwärtige westliche Zivilisation nur [noch] etwas tun kann durch die Förderung des Geisteslebens als solches. Von da aus muss alles Übrige ausgehen. Sowohl die Dinge, die unter dem gegenwärtigen Regime wirtschaftlich gemacht werden, wie alle politischen Impulse, sind [heute] machtlos. Es ist nur möglich, das Geistesleben zu fördern und zu hoffen, dass etwas geschehen kann. Es handelt sich darum, alles [das], was uns [in dieser Richtung] obliegt, zusammenzufassen unter dein einen. Ich habe früher einen Ausspruch von Nietzsche aus den Briefen von 1871 zitiert> das ist der, dass dazumal eingeleitet worden ist die «Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des ‹deutschen Reiches.. Heute gilt es, das Gegenteil zu erreichen: Die Herstellung des deutschen Geistes trotz des Zerfalles aller politischen Institutionen; so kommt man auch vorwärts. Man muss sich stramm auf diesen Boden stellen. Alles Übrige muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Die Frage der Ruhrbesetzung ist unter dem Gesichtspunkt zu behandeln, dass ein Ertrinkender alles macht. Aus dem Ertrinken [und Toben] heraus werden die Dinge einer hysterischen Politik gemacht. Das Tragische ist, dass so ungeheuer gelitten wird unter dem Zucken eines Riesentodes. Deshalb bin ich dafür, zur Ruhrspende beizutragen. Es ist eine humanitäre Sache. Man kann absehen von aller nationalistischen Farbe. Man kann die Sache auffassen als eine rein menschliche Sache. Als die Frage auftauchte, ob der «Kommende Tag» etwas tun soll — ich war dafür, als beim f Lücke in der Mitschrift] gesammelt wurde. Ich bin für alle diese Dinge, insoferne sie rein menschliche Angelegenheiten sind.

Wir stehen heute vor einem Abgrund in der europäischen Kultur, und wir müssen uns anschicken, diesen Abgrund zu überspringen. Ich habe längst aufgehört, nach dieser Richtung Artikel zu schreiben. Ich habe den letzten geschrieben, als die Genueser Konferenz war, um noch einmal auf das Ganze aufmerksam zu machen. Wenn ich in Darnach Arbeitervorträge halte, so machen die Arbeiter gar nicht mehr den Anspruch, etwas Politisches zu hören. Sie lassen sich naturwissenschaftliche Vorträge halten, weil sie begreifen, dass das ganze politische Reden [heute] gegenstandslos geworden ist.

Wenn Sie meinen, dass Sie eine Sammlung anlegen können, sie wird wahrscheinlich nicht reichlich ausfallen, sie kann gering sein.

VIOLETTA PLINCKE: Ich habe die Klasse 8b in zwei Gruppen geteilt.

RUDOLF STEINER: Ich muss einverstanden sein, bis ich mir es angeschaut habe.

MARIA RÖSCHL: Die Lateinstunde war eine Doppelstunde. Ich habe den Eindruck, dass es nicht besonders günstig ist.

RUDOLF STEINER: Es ist schwierig, über diese Frage zu reden, ohne dass wir eine eigene Konferenz ansetzen über rein pädagogische Fragen, die vielleicht ein ideelles Ergebnis haben könnte, uni hinzuarbeiten nach einer gewissen Richtung nur. — Ich habe heute ziemlich viel von Ihrer Stunde gehört. Ich richte mir das so ein, dass ich auf Verschiedenes mein Augenmerk lenke. In der letzten Zeit habe ich das Augenmerk darauf gerichtet, inwiefern die einzelnen Schüler ungleichmäßig das Lehrziel erreicht haben, wie viele ganz zurückgeblieben sind. Und ich kann nicht sagen, dass ich hätte die Überzeugung gewinnen können, dass bei den Schillern, die Sie heute gehabt haben, größere Unterschiede hervortreten als bei Stockmeyer in der Geografiestunde.

Es würde dies insoferne beizeiten behandelt werden müssen in einer nächsten Konferenz, wenn wir pädagogische Fragen in großem Stil behandeln, weil ich bemerkt habe, dass in dieser Klasse die Unterschiede im Können und in der Begabung [größer] sind, [als bei Stockmeyer], der eine homogene Klasse hat. Es sind die Unterschiede so groß, dass Sie auch durch eine solche Zusammenstellung nicht größer [weniger groß?! werden. Ich habe Ihre Gruppe homogener gefunden als die Klasse der Geometrie.

[Zu einem anderen Lehrer:1 Dagegen habe ich neulich bei Ihnen, wo ich die Stunde selbst gegeben habe, gesehen, diese Klasse ist eine mehr homogene. Die sind nicht so groß im Unterschied. So sind die Klassen verschieden. Und wir werden über solche Fragen, wie man da im Ganzen vorgeht, einmal reden.

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