From a Unitary State to the Tripartite Social Organism
GA 334 — 5 January 1920, Basel
1. Wege und Ziele der Geisteswissenschaft (Anthroposophie)
Wer draußen in der Nachbarschaft den Bau betrachtet, der dem sogenannten Goetheanum, einer freien Hochschule für Geisteswissenschaft, gewidmet ist, die den Geistes-, den Zivilisationsinteressen der Zukunft dienen will, der kann zunächst absonderlich berührt sein von den Formen, von der Stilweise, die ihm da entgegentreten. Man mag nun gegen das, was man da sieht, mancherlei einzuwenden haben. Diejenigen, die am Bau beteiligt sind, werden solche Einwände, daß es sich um einen vorläufigen Versuch handelt, durchaus verstehen können, wenn sie aus gutem Willen hervorgehen. Aber gegenüber diesem Bau muß eine gewisse Frage aufgeworfen werden, die charakteristisch ist für alles das, was jene geistige Bewegung will und anstrebt, deren Repräsentant dieser Bau sein soll. Hätte man in der gewöhnlichen Art die Notwendigkeit gehabt, für eine gewisse geistige Strömung, für eine gewisse Art von geistiger Tätigkeit einen selbständigen Bau irgendwo zu errichten, dann hätte man sich wohl an diesen oder jenen Architekten gewandt, an diesen oder jenen Künstler, und man hätte vielleicht mit ihnen verhandelt darüber, was in einem solchen Bau getrieben werden soll, und dann wäre in irgendeinem antiken, einem Renaissancestil oder in irgendeinem anderen Stil ein Bau errichtet worden, in dem nun diese geisteswissenschaftliche Tätigkeit ihre Wohnung finden sollte. Es würde nur ein äußerliches Verhältnis bestehen zwischen den Formen innerhalb des Gebäudes und um das Gebäude, das dieser geistigen Tätigkeit gewidmet ist, und dieser letzteren selbst. So konnte es gerade bei dieser geistigen Bewegung nicht gemacht werden. Hier handelt es sich darum, für eine gewisse Geistesströmung eine äußere Umhüllung zu schaffen, welche im ganzen und in jeder, auch der geringsten Einzelheit wie herausgeboren ist aus dem ganzen Denken, Empfinden und Wollen dieser Geistesbewegung selbst. Es handelte sich darum, in den äußeren Formen bis ins einzelnste hinein etwas zu schaffen, was in gleicher Weise ein äußerer Ausdruck ist für das innerlich Gewollte wie das Wort oder irgend etwas anderes, das ausdrücken soll den Inhalt dieser Geistesbewegung selbst. Da konnte man sich nicht wenden an irgendeinen schon bestehenden Stil, an irgendwelche Formensprache, die historisch überliefert ist. Da mußte aus demselben geistigen Untergrunde heraus, aus dem der Inhalt der Weltanschauung geschöpft ist, auch das geschöpft werden, was für das Auge sichtbar in den Bauformen auftritt. Nicht nur im innersten Antriebe der geisteswissenschaftlichen Bewegung, die sich auch die anthroposophische nennt, liegt dies, sondern in der ganzen Art, wie diese Bewegung ihre Aufgabe, ihre Wege, ihre Ziele im Verhältnis zu den großen Anforderungen der gegenwärtigen zivilisierten Welt auffaßt.
Diese geistige Bewegung will nicht so irgendeine abgezogene Theorie, eine nur den Intellekt beschäftigende Wissenschaft, sie will nicht etwas sein, was dienen kann allein einer einseitigen Befriedigung der inneren Seeleninteressen, sie will etwas sein, was allerdings Befriedigung, innigste Befriedigung gewähren kann jenen Sehnsüchten der menschlichen Seele, die nach Weltanschauung hingehen. Sie will aber diese Weltanschauung so fest in der Wirklichkeit verankern, daß sie einzugreifen vermag in alles praktische Leben. Und so ist, was wir ja zunächst allein leisten konnten, das unmittelbare Schaffen von Bau- und Kunstformen für unsere Sache, charakteristisch für diese ganze Bewegung. Wie sie da allerdings nur auf einem engbegrenzten und zunächst auch dem äußeren Leben scheinbar fernliegenden Gebiete unmittelbar in das Allerpraktischste eingegriffen hat, so will diese geistige Bewegung Wege suchen und Ziele weisen, die in alles Soziale, in alles Sittliche, in alles in weitestem Umfange zu denkende menschliche Zusammenleben hineingreifen. Nicht weltfremde Idealisten sollen jene Idealisten sein, welche auf diese Geisteswissenschaft bauen, sondern sie sollen solche Idealisten werden, welche das, was aus ihrer Seele wird, unmittelbar einfließen lassen können in ihre praktische Lebensbetätigung. Und alles das, was oftmals so fremd verläuft in demjenigen, was der Mensch denkt, das soll zusammengestimmt werden mit dem, was in des Menschen innerstem seelischen Streben ist. Die äußere Lebenspraxis, sie soll eins werden mit dem, wodurch der Mensch seine sittlichen Impulse sucht, seine sozialen Triebe entwikkelt, seiner religiösen Verehrung nachhängt. Mit einer solchen Gesinnung, mit einer solchen Anschauung steht allerdings diese geisteswissenschaftliche Strömung heute noch ziemlich fern demjenigen, was in weitesten Kreisen der heute gebildeten Menschen angestrebt, gewollt, ja für das Richtige gehalten wird.
Daß das so sein muß, aber auch daß es notwendig ist, daß in unsere moderne Zivilisation sich eine solche geistige Bewegung hineinstellt, das kann ersichtlich werden, wenn man den Blick wendet auf die Art und Weise, wie unser ganzes Leben, in dem wir heute drinnenstehen, eigentlich aus den verschiedensten Strömungen zusammengeflossen ist. Ich möchte heute zunächst von zwei hauptsächlichsten Strömungen unseres Zivilisationslebens sprechen. Wir haben heute das, was wir unsere geistige Bildung nennen, in dem unsere religiösen Überzeugungen wurzeln, in dem unsere sittlichen Ideale entspringen, aber in dem auch unser ganzes höheres Geistesleben wurzelt. Wir haben dasjenige, wodurch der Mensch ausbilden soll über das gewöhnliche Handarbeitliche hinaus seine Fähigkeiten und Kräfte für eine geistige Bildung. Und wir haben neben dem die praktische Lebenstätigkeit, die in den letzten Jahrhunderten so intensive Impulse erhalten hat. Wir haben um uns herum eine allerdings von unserer Wissenschaft angeregte, aber tief in das soziale Leben hineingreifende Technik, die umgestaltet hat das moderne Zivilisationsleben in einem Sinne, welcher ganz gewiß noch einem Menschen vor acht bis neun Jahrhunderten völlig unfaßlich gewesen wäre.
Wenn wir uns nun fragen, woher das eine, unser geistiges Bildungsleben, das nicht etwa bloß unsere höheren Schulen beherrscht, das bis in unsere Volksschulen hinunter seine Triebe entfaltet, und woher andererseits unsere von einer so ausgebreiteten Technik durchzogene Lebenspraxis kommt, so erhält man eine Antwort, über die sich der Mensch der Gegenwart heute noch wenig Rechenschaft gibt. Aber man braucht ja nur — und wir werden das noch ausführlicher im dritten Vortrag auseinandersetzen —, man braucht nur das, was gewissermaßen doch die Grundlage für unsere abendländische Zivilisation, namentlich für ihren höheren geistigen Teil bildet, ins Auge zu fassen, man braucht im weitesten Sinne auf das Christentum zu sehen, so wird man sich auch bei einer oberflächlichen weltgeschichtlichen Betrachtung sagen können: Wenn man von dem, was in uns als die christlichen Anschauungen, die christlichen Überzeugungen lebt, aus denen sich soviel von unseren allgemein geistigen Anschauungen und Überzeugungen herausgebildet hat, viel mehr, als man heute zugeben will, wenn man den Ursprung dieser Überzeugungen und Anschauungen sucht, so wird man zuletzt doch auf den Weg kommen, den das Christentum genommen hat vom Orient herüber zum Okzident. Und man kann ja nach dem Leitfaden, den man in solcher Art gewonnen hat, weiter Umschau halten, und man wird finden, daß jene Wege, die sich ergeben, wenn man unsere geistige Bildung zurückverfolgt — jene Wege, die ins Lateinisch-Römische hinein, ins Griechische führen, von denen unsere geistige Bildung doch innerlich noch die Nachfolgerschaft deutlich zeigt —, daß diese Wege zuletzt hinüberführen in die besondere Geistesverfassung, in die besondere Seelenkonstitution, durch welche vor Jahrtausenden, vor vorgeschichtlichen Jahrtausenden, aus dem Orient herüber gerade unser mehr auf das Innere, auf das Seelisch-Geistige gerichtetes Bildungsleben seinen Ursprung genommen hat. Nur weil dieses Bildungsleben, diese innere Geistesanschauung sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende sehr gewandelt hat, bemerken wir heute nicht mehr, wie es seine Herkunft ableitet von dem, was, wie gesagt, vor vorchristlichen Jahrtausenden aus einer Geistesverfassung heraus, die den heutigen zivilisierten Menschen ganz fremd geworden ist, seinen Ursprung genommen hat. Man muß, um diesen weiten Weg zu verstehen, nicht allein zurückgehen auf das, was die äußere, durch Dokumente zu belegende Geschichtsschreibung bietet, man muß über das, was diese Geschichtsschreibung sagen kann, hinausgehen eben in vorgeschichtliche Zeiten. Das wird dem gegenwärtigen Menschen recht schwierig. Denn der denkt in seinem Innersten, daß er es im Laufe der letzten Jahrhunderte, vielleicht erst des allerletzten Jahrhunderts, in geistigen Dingen. «so herrlich weit gebracht» habe, daß alles dasjenige, was in Zeiten liegt, auf die eben hingedeutet worden ist, in das Gebiet des Kindlichen, des Primitiven verwiesen werden müsse.
Wer nun aber ungetrübt durch ein solches Vorurteil den Weg in die alte Kultur des Orients zurückzugehen vermag, der sieht, daß allerdings in den vorchristlichen Zeiten im Orient die Zivilisation, die Geistesbildung eine wesentlich andere war, daß sie aber durchaus intensive geistige Inhalte den menschlichen Seelen bot. Nur wurden diese auf ganz andere, ich möchte sagen, auf radikal andere Weise erreicht, als heute das erreicht wird, was die Menschen beherrschen sollen, die an höheren Schulen sich eine höhere Geistesbildung aneignen.
Wer einstmals im alten Orient die höhere Geisteskultur sich aneignen sollte, der mußte durchmachen, nachdem er auserwählt war von den Leitern und Lenkern der betreffenden Bildungsstätten, eine völlige Umwandlung seines ganzen menschlichen Wesens. Von den Bildungsstätten dieses alten Orients spreche ich. Der Geisteswissenschaft, von der hier gesprochen wird, sind sie erkenntnismäßig zugänglich; aber wenn man vorurteilslos genug ist, wenn man einen gewissen Mut des Denkens und Erkennens hat, dann kann man auch aus dem, was geschichtlich überliefert ist, zurückschließen auf das, was da vorgeschichtlich vorhanden war. Von diesen Bildungsstätten muß man so sprechen, daß sie dasjenige wie in einer inneren Einheit hatten, was bei uns getrennt auftritt. Diese Bildungsstätten, auf die zurückweist alles, was wir eigentlich heute noch in uns tragen, aber in wesentlich verwandelter Gestalt, sie waren zugleich das, was wir heute Kirche nennen, aber auch das, was wir heute Schule nennen, waren zugleich auch das, was wir heute Kunstanstalten nennen. Kunst, Wissenschaft, Religion, sie bildeten in älteren menschlichen Zivilisationen eine Einheit. Und wer in diesen Bildungsstätten entwickelt werden sollte, der mußte seinen ganzen Menschen zur Entwickelung bringen. Er mußte seinen ganzen Menschen umwandeln. Er mußte eine andere Form des Denkens annehmen als diejenige, die im alltäglichen Leben die wirksame ist. Er mußte sich hingeben beschaulichem Denken. Er mußte sich daran gewöhnen, mit dem Denken so umzugehen, wie man sonst nur mit der äußeren Welt umgeht. Er mußte sich aber auch daran gewöhnen, sein ganzes Gefühls- und Willensleben umzuwandeln. Man macht sich heute schwer eine Vorstellung von dem, was in solcher Richtung angestrebt worden ist. Denn wie denken wir eigentlich über unser Leben? Wir geben zu: das Kind, das muß entwickelt werden. Seine Fähigkeiten und Kräfte, mit deren Anlagen es in die Welt hereinversetzt ist, sie müssen durch die Erziehung entwickelt werden. Nun ja, das Kind kann sich nicht selber erziehen; die anderen, die Erwachsenen, haben zunächst die Anschauung, daß das Kind mit seinen Fähigkeiten und Kräften entwickelt werden muß. Und wir machen das Kind auch anders in bezug auf sein Denken, Fühlen und Wollen, als es hereingeboren wird in die Welt. Wenn wir aber nun dem Menschen zumuten, daß er auch dann noch, wenn er bereits zu seinem eigenen Willen gekommen ist, wenn nicht mehr die anderen aus ihren Anschauungen heraus seine Entwickelung besorgen, diese Entwickelung fortsetzen soll, dann findet der gegenwärtige Mensch darin eine sonderbare Zumutung; denn man soll nur entwickelt werden, solange man diese Entwickelung nicht durch eigene Willkür besorgen, nicht selbst in die Hand nehmen kann. Kommt man einmal zu einer gewissen Freiheit in bezug auf sein eigenes Entwickeln, dann verläßt man die Entwickelung. Das ist der intellektuelle Hochmut, in dem wir heute leben. Wir denken in dem Augenblicke, wo wir in die Lage kämen, unsere Entwickelung selbst in die Hand zu nehmen, wir seien schon fertig, und stellen uns als fertige Menschen in die Welt hinein.
Solch eine Anschauung gab es innerhalb jener Zivilisation, auf die ich hier hindeuten möchte, nicht, sondern der Mensch wurde weiter und immer weiter entwickelt. Und ebenso wie dasjenige, was das Kind imstande ist zu erkennen, zu fühlen, zu tun, nachdem es durch eine gewisse Schulung gegangen ist, wie das in der Seelenverfassung eine Art Aufwachen darstellt, so gibt es für die Weiterentwickelung, die der Mensch nun in die Hand nehmen kann, auch ein solches Aufwachen. Zu diesem Aufwachen in Seelentätigkeiten, die höhere waren gegenüber den gewöhnlichen in demselben Sinne, wie die höheren Fähigkeiten der Erwachsenen höher sind als die des Kindes, zu solchem Aufwachen wurde der orientalische Mysterienschüler erzogen. Und man hatte die Anschauung, daß nur derjenige urteilsfähig sei über die höchsten Angelegenheiten des Lebens, welcher also jene spätere Erweckung im besten Sinne des Wortes im Leben durchgemacht hat. Und vorbereitet wurde man da nicht etwa bloß dazu, nun ein Mensch zu sein, der, wenn er nachdenkt, wenn er ein gewisses innerliches Fühlen und Empfinden entwickelt, durch das Wissen von seinem Zusammenhang mit einer geistigen Welt sich befriedigt fühlt, nein, entwickelt wurde da nicht nur die Fähigkeit für eine Weltanschauung, entwickelt wurden da jene Fähigkeiten, durch die das soziale und äußerlich technische Leben geleitet, durch die das menschliche Zusammenleben dirigiert wurde. Das ganze Leben wurde da aus der geistigen Bildung und Entwickelung heraus beeinflußt.
Wir können uns so schwer zurückversetzen in das, was da am Ausgangspunkt unserer neueren menschlichen Entwickelung vor Jahrtausenden im Orient drüben waltend war, weil unsere ganze Seelenverfassung mit der Fortentwickelung der Menschheit etwas anderes geworden ist, weil wir zu anderen Empfindungen und Anschauungen über das Leben gekommen sind. Denjenigen Menschen, die in der hier angedeuteten Geistesbildung drinnenstanden, war es instinktiv, zu einer solchen Umbildung des menschlichen Wesens hinaufzurücken. Die Instinkte dieser Menschen waren andere. Sie tendierten hin zu einem solchen Erschauen des Geisteslebens nach einer gewissen Umbildung. Die Menschen, die nicht selbst solche Ausbildung durchmachten, sahen aus ihren Instinkten, die auch bei ihnen vorhanden waren, zu demjenigen empor, was die Ausgebildeten ihnen geben konnten. Sie folgten ihnen in bezug auf die Ausbildung ihres inneren Seelenlebens. Sie folgten ihnen aber auch in bezug auf die Einrichtung des gesellschaftlichen Lebens, in bezug auf das Sich-Hineinstellen in das Gesamtleben.
Die Instinkte, die zu solchem Leben führten, sie sind ebenso aus der heutigen Gesamtkultur der Menschheit heraus, wie beim Erwachsenen die besonderen Seeleninstinkte des Kindes umgewandelt sind. Aber durch diese Instinkte, im Zusammenhang mit dem, was aus jenen Bildungsstätten, die man eben Mysterien nennen kann, erwachsen ist, ergab sich eine menschliche Seelenstimmung, durch die man gar nicht anders konnte, als das, was des Menschen Wesenskern ist, nicht hier in dem Umkreis des Lebens zu suchen, der den menschlichen Leib in sich schließt, sondern diese ganze Lebensanschauung führte dahin, auch gewissermaßen instinktiv sich zu erheben, im ganz populären Bewußtsein sich zu erheben zu dem höheren Menschen im Menschen, zu demjenigen im Menschen, was wesentlich geistig-seelischer Art ist, zu demjenigen im Menschen, was zwar im sinnlichen Leibe für die Zeit zwischen Geburt und Tod erscheint, was aber in sich selber ewig ist und einer geistigen Welt angehört, in die man eben instinktiv hineinschaute. Etwas Übermenschliches, wenn ich diesen Ausdruck, der durch die Nietzsche-Anhänger etwas bedenklich geworden ist, gebrauchen darf, etwas Übermenschliches wurde als das Wesen des Menschen angesehen. Dasjenige, worauf der Mensch hinsah als auf sein eigenes Wesen, war etwas, was über diesen gewöhnlichen Menschen hinausging. Darin war jene Bildung groß: den Menschen aufzusuchen seinem Wesen nach in einem Geistig-Seelischen, das im Leiblichen nur seinen Ausdruck findet, das aus geistig-seelischer Welt hereingreift in das ganze Menschenwesen, dieses Menschenwesen in seinen materiellsten Äußerungen vom Geistig-Seelischen aus dirigierend.
In vielen Metamorphosen, durch viele Umwandlungen hindurch ist das, was da als Inhalt der Geistesbildung zustande kam, dann ausgearbeitet worden im Orient, ist in weiten Umwandlungen herübergekommen nach Griechenland. Es erscheint da, ich möchte sagen, filtriert. Während wir in der ältesten Griechenzeit, die Friedrich Nietzsche genannt hat das tragische Zeitalter der Griechen, noch etwas sehen von einem solchen Hinauflenken des ganzen Menschen zum höheren Menschen, tritt in der späteren Griechenzeit das ein, was man in einem umfassenderen Sinne das dialektische, das rein intellektuelle Wesen des Menschen nennen kann. Es wurde gewissermaßen der ganze reiche und intensiv allmenschliche Inhalt einer Urkultur filtriert und weiter und weiter filtriert, und im verdünntesten Zustande kam er herüber in unser Zeitalter. Und so bildet das die eine Strömung unseres Lebens, was durchaus hinaufging zum geistig-seelischen Menschen und was dem Menschen ein Bewußtsein gab, durch das er sich in jedem Augenblick des Lebens, beim Geber und bei der schmutzigsten Arbeit, als einen äußerlichen Ausdruck fühlte des geistig-seelischen Menschen.
Wir werden im dritten Vortrage sehen: das Mysterium von Golgatha, von dem das Christentum in seiner Entwickelung auf dieser Erde ausgegangen ist, steht als eine Tatsache für sich da, die in verschiedenen Zeitaltern in verschiedenster Weise begriffen werden kann. Aber das, woraus man geprägt hat das nächste Verständnis dieses Mysteriums von Golgatha, das war das, was man an Bildung vom Orient herübergebracht hatte. Und im Grunde genommen lebt in alledem, was wir auch heute noch aufbringen zum Begreifen des Christentums, dasjenige, was letztes, allerdings geistesmäßig verdünntes Erleben des Orients ist. Es gibt eine gewisse Eigentümlichkeit dieser ganzen Seelenkonfiguration, die nur mehr in ihrer letzten Metamorphose in uns lebt. Und diese Eigentümlichkeit muß man in dem Folgenden suchen.
So groß und gewaltig diese Weltanschauung ist mit Bezug auf das Hinaufgehen zum Übermenschlichen im Menschen, heruntersteigen zu dem, wozu die abendländische, die westliche Zivilisation gestiegen und worin sie groß geworden ist, hätte diese orientalische Zivilisation niemals können. Den Übermenschen, den geistig-seelischen, konnte sie hervorbringen, etwas anderes konnte sie nicht hervorbringen. Es ist etwas, worauf ich in anderen Zusammenhängen hier schon hingedeutet habe. Gerade in der Zeit, als schon die letzte Metamorphose des orientalischen Geisteslebens im Abendlande begann Platz zu greifen, da fing ein Ansatz zu einem neuen Geistesleben an, zu einem Geistesleben, das bis in unsere Zeit in der Lebenspraxis allerdings gewaltige Blüten hervorgebracht hat, aber Blüten ganz anderer Art als das eben geschilderte orientalische Geistesleben. Sehen wir auf diese anderen Blüten.
Auf folgende Tatsache möchte ich da noch einmal hinweisen. Ich habe sie, wie gesagt, von anderen Gesichtspunkten aus auch hier schon angeführt. Wenn wir heute die gebräuchlichen Handbücher durchschauen danach, wie viele Menschen auf der Erde sind, so wird uns gesagt, ungefähr 1500 Millionen Menschen bewohnen die Erde. Wenn wir auf das schauen, was innerhalb der menschlichen Zivilisation gearbeitet wird, wenn wir auf die Arbeitskräfte schauen, die in unserem Menschenwesen und Menschenleben tätig sind, dann müssen wir merkwürdigerweise etwas anderes sagen. Dann müßten wir eigentlich sagen: die Erde arbeitet so, wie wenn sie nicht bloß von 1500 Millionen Menschen, sondern von 2200 Millionen Menschen bewohnt wäre. Seit drei bis vier Jahrhunderten arbeitet unsere Welt der Maschinen so, daß dadurch Arbeit geleistet wird, die man sich denken könnte auch von Menschen geleistet. Wir ersetzen menschliche Arbeitskraft durch Maschinenkraft. Und wenn man umrechnet, was unsere Maschinen leisten, in menschliche Arbeitskraft, so bekommt man heraus, wenn man achtstündige Arbeitszeit in Anschlag bringt, daß in unserer Erdenarbeit drinnenstecken sieben- bis achtmal hundert Millionen Menschen, das heißt, nicht wirkliche Menschen, sondern menschliche Arbeit, die aber durch Maschinen aufgebracht wird.
Das ist etwas, was hineingeliefert wird in die Menschheitszivilisation durch jene Geisteskräfte, die erwachsen sind dem Menschen des Westens, jene Geisteskräfte, die niemals hätten in gerader Linie sich entwickeln können aus jener inneren Geistes- und Seelenkultur, die in so grandioser Weise zu dem Übermenschen hinauf, zu dem höheren Menschen im Menschen, zu dem geistig-seelischen Menschen sich aufgeschwungen hatte. Diese Kultur blieb in gewissen Seelenhöhen. Sie durchdrang nicht das, was wir heute praktisches Leben nennen. Sie hätte niemals totes Metall oder sonstiges Material in solchen Zusammenhang bringen können, daß mitten unter den Menschen arbeitet, jetzt allerdings kein Übermensch, aber ein Untermensch, ein Mensch, der eigentlich gegenüber den Menschen aus Fleisch und Blut ein Homunkulus ist, ein Mechanismus, der aber in die menschliche Kultur hereinstellt das, was sonst Menschen hereinstellen könnten. Das ist das Wesentliche unseres westlichen Geisteslebens. Es ist um so mehr charakteristisch für dieses westliche Geistesleben, je weiter wir nach dem Westen kommen, wo aus diesem Geistesleben hervorgegangen ist der mechanische Mensch, der Untermensch, wie aus dem orientalischen Geistesleben der seelisch-geistige Mensch, der Übermensch hervorgegangen ist.
Daß aber solches geschaffen werden konnte im Westen, das ist hier nicht eine isolierte Erscheinung des Zivilisationslebens. Es hängt ja zusammen mit der ganzen Ausbildung des Vorstellens, Fühlens und Denkens. Die Menschen, die diesen Homunkulus ins Leben hereinstellten, die sind in ihrer ganzen Seelenverfassung selbstverständlich groß nach der anderen Richtung hin als der orientalische Mensch. Man kann heute das Leben nicht durchschauen, wenn man nicht diesen Gegensatz in seiner ganzen Intensität durchschauen kann. Denn auf der einen Seite trägt dieser moderne Mensch in sich noch die letzte Metamorphose desjenigen, was ihm vom Orient gekommen ist, und auf der anderen Seite nimmt er auf schon seit Jahrhunderten das andere, was das Wesentlichste des westlichen Geisteslebens ist. Ein Ausgleich ist heute noch nicht da. Wie zwei getrennt voneinander fließende Strömungen, so stehen sie da, die Strömung vom Übermenschen, wenn auch sehr verändert, die Strömung vom Untermenschen, wenn auch erst in ihrem Anfange. Und der moderne Mensch, der Mensch der Gegenwart, wenn er zum Bewußtsein erwacht, daß in seiner Seele unvermittelt diese beiden Strömungen leben, er leidet seelisch, geistig und wohl auch leiblich an dem Mißklang, der da herauskommt. Gewiß, das sind Dinge, die sich so tief in demjenigen abwickeln, was unbewußt und unterbewußt bleibt, daß in das Bewußtsein des Menschen herauf, nicht allein nur in dieses, sondern sogar in seine Leibeskonstirution ganz anderes eintritt als die eigentliche Ursache. Der moderne Mensch findet sich nervös, findet sich unzufrieden in den Verhältnissen. Hunderterlei könnte man anführen, wie dieser moderne Mensch einen Mißklang zwischen sich selbst und der Umgebung fühlt, wie dieser Mißklang auch in seiner leiblichen Gesundheit zum Ausdruck kommt. Das, was angeführt worden ist, das steckt dahinter. Es steckt dahinter die große Frage: Wie bringen wir für die Zivilisation der Zukunft das in Einklang, was den Untermenschen hervorgebracht hat, mit dem, was in seiner letzten Phase in uns lebt als Erbstück einer Zivilisation, die zum geistig-seelischen Menschen geführt hat?
Dieses, was da liegt in den Kräften unserer Zivilisation, wie ich es Ihnen eben angeführt habe, das sucht sich anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft besonders vor die Seele zu stellen. Sie sieht als ein notwendiges, von den bedeutsamsten Zeitforderungen getragenes Ziel vor sich einen Ausgleich zwischen den Seelenkräften, die in der einen Richtung, und den Seelenkräften, die in der anderen Richtung geführt haben. Und sie ist sich bewußt, wie ungeheuer notwendig und bedeutungsvoll es für die Menschheit ist, die Wege zu finden zu diesem Ziele. Instinktiv habe ich das orientalische Geistesleben genannt.
Aus den Instinkten der alten Menschen war dieses Geistesleben herausgeboren. Wir haben es als Erbstück erhalten. Aber wir haben es erhalten in einem schon intellektualisierten Zustande; in Begriffen, in Vorstellungen recht abstrakter Art hat es sich in unsere Zivilisation hineingelebt. Denn wir haben nicht mehr die Instinkte, die der ehemalige Träger dieses Geisteslebens hatte. Man mag, soviel man will, davon phantasieren, daß der gegenwärtige Mensch zur Naivität zurückkehren, daß er wiederum instinktiv werden soll. Man hat gewiß in einer Beziehung recht mit einer solchen Forderung. Allein die Naivität wird sich in anderer Weise ausdrücken als früher. Das Instinktleben wird nach anderen Richtungen gehen. Und zu fordern, wir sollten so werden wie Menschen früherer Jahrtausende, das kommt gleich der Forderung: der Erwachsene solle spielen wie das Kind. Nein, weder können wir zurückgehen, um unsere tiefsten Seelenbedürfnisse zu befriedigen, in die Zivilisation abgelebter Jahrtausende, noch können wir, wenn wir nicht in Dekadenz verfallen wollen, als abendländische Menschen «ex oriente lux» rufen; nein, das dürfen wir nicht rufen, aus dem Orient komme uns das Licht. Denn das Licht, das heute dort ist, das hat ebenfalls viele Metamorphosen durchgemacht, und wir können uns durchaus nicht der Illusion hingeben, daß das, was heute noch irgendwo im Orient zu finden ist, eine Spiritualität darstelle, die irgendwie fruchtbar in unsere Zivilisation hineingreifen könne. Es war eine Dekadenz der schlimmsten Art, als eine theosophische Bewegung sich geltend machte aus den religiösen und Kulturbedürfnissen des Abendlandes heraus, aus dem Maschinenzeitalter heraus, das sich auch eine mechanistische Weltanschauung, die den Menschen nicht befriedigen kann, gebildet hatte, es war Dekadenz der schlimmsten Sorte, daß man in dasjenige Gebiet ging, das die heutige dekadente orientalische Nachfolgerschaft eines geistigen Lebens früherer Zeiten hat. Wenn man indische Kultur heute aufgesucht hat, um sie der Theosophie des Abendlandes einzuverleiben, so zeigte das eben, wie unfruchtbar man geworden war, wie nicht mehr sich die Schaffenskräfte regen aus dem eigenen Geistesleben heraus, wie man nur groß sein konnte im Mechanistischen, wie man aber keinen eigenen Weg fand in diejenigen Gebiete hinein, die die Seele braucht zu ihrer Anschauung von dem wahren geistigseelischen Wesen des Menschen.
Diese Tendenz liegt übrigens dem heutigen Leben nur allzu sehr zugrunde. Sehen wir denn nicht, wie diejenigen, die mit dem gegenwärtigen Christentum unzufrieden sind, oftmals nachforschen: Wie war das Christentum früher? Wie war das Urchristentum? Machen wir es wiederum so, wie es die Urchristen gemacht haben. Als ob wir nicht fortgeschritten wären seither, als ob wir nicht ein neues Verständnis des Christentums brauchten! Oh, es ist überall das Charakteristikon der Unfruchtbarkeit da, der Unmöglichkeit des eigenen Schaffens. Nein, das will anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft nicht: Anleihen machen bei irgendeiner alten Kultur oder bei der gegenwärtigen Nachfolgerschaft einer alten Kultur.
Gerade wenn man das Konkrete desjenigen begreift, worin anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft wurzelt, wird man das Gesagte leicht einsehen. Sie können hören, wie der heutige Orientale noch, ich möchte sagen, wie nachbildend alte Methoden, den Weg ins Geistige sucht in einem gewissen Atmungsprozesse, in einer Regelung des Atmens diejenige Menschheitskonstitution auszubilden sucht, durch die man innere Erkenntniskräfte und Fühlenskräfte und Willenskräfte findet, um in die geistige Welt hinaufzusteigen, wo der geistig-seelische Mensch zu finden ist, wo wahre Selbsterkenntnis ist. Der Orientale tut heute das, was der Orientale in früheren Jahrhunderten und Jahrtausenden immer für solchen Weg getan hat, er steigt herunter von dem bloßen intellektuellen Leben des Kopfes in das Leben des ganzen Menschen. Er weiß, welcher innere organische Zusammenhang ist zwischen der Art, wie wir ein-, wie wir ausatmen — ich werde in den nächsten Tagen davon noch sprechen — und dem Vorgang unseres Vorstellens und Denkens. Aber er weiß auch, daß das Denken und Vorstellen wie herauswächst aus dem Atmungsprozeß. Und so möchte er zurückgehen zu der Wurzel des Denkens, zum Atmungsprozeß. In einer Regulierung des Atmungsprozesses sucht er den Weg hinauf in die geistige Welt. Diesen Weg können wir nicht nachmachen. Würden wir ihn nachmachen, so würden wir sündigen wider unsere ganz anders gewordene Menschenkonstitution. Das innere Gefüge unseres Gehirns und Nervensystems ist ein anderes als dasjenige, aus dem die instinktive Geisteskultur des Orients hervorgegangen ist. Würden wir heute als das Richtige ansehen, uns nur einem regulierten Atmungsprozeß hinzugeben, so würden wir verleugnen das intellektuelle Leben. Wir würden verleugnen das, wofür wir heute konstituiert sind.
Wir müssen, um die Wege in die geistige Welt hinaufzugehen, andere Metamorphosen einschlagen. Wir müssen nicht mehr zurückgehen vom Denken zu Leibesvorgängen wie dem Atem, wir müssen das Denken selber ausbilden. Deshalb muß heutige, auf der Höhe ihrer Zeit lebende Geisteswissenschaft sprechen von einer Ausbildung des intellektuellen Lebens, aber nicht desjenigen intellektuellen Lebens, das man heute fast einzig und allein kennt. Gerade dieses intellektuelle Leben hat uns für den ganzen Umfang des Lebens wie ausgedörrt gemacht, trocken und nüchtern gemacht. So sehr auch von einzelnen Seiten in der Gegenwart gewettert wird gegen den einseitigen Intellektualismus, man bringt ja nichts auf, um diesen Intellektualismus wirklich bekämpfen zu können. Man fühlt, die bloßen Begriffe, auch diejenigen, die aus der ernsten und gewissenhaften Wissenschaft genommen sind, lassen die Seele kalt, so daß sie die Wege durch das wahre Leben nicht findet. Aber man findet andererseits nicht die Möglichkeit, dieses intellektuelle Leben nach einer Richtung hin zu lenken, die befriedigend sein kann, weil man gerade dasjenige vermeiden will, was die hier gemeinte Geisteswissenschaft als das Richtige für den Gegenwartsmenschen ansehen muß. Der Gegenwartsmensch kann nicht, wenn er einsieht die Trockenheit, die Nüchternheit, das Einseitige des bloßen Intellektualismus, aus irgendeinem, wie man oftmals sagt, vorgedanklichen, primitiven elementarischen Leben heraus Emotionen holen, um sich aufzubessern als intellektueller Mensch. Er kann nicht, ich möchte sagen, in einem blindwütigen Leben, das man nicht versteht, dasjenige suchen, was er äußerlich anleimen will an die intellektualistische Zivilisation.
Deshalb sucht anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft durch übungsmäßige Entwickelung der Seele dasjenige, wonach dieser moderne Mensch eigentlich zur wirklichen Befriedigung seiner Seele lechzt. Im einzelnen habe ich beschrieben im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft», in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in anderen meiner Schriften, wie dieser Weg in einer dem abendländischen Menschen angemessenen Weise gegangen werden soll. Prinzipiell will ich nur andeuten, daß es sich darum handelt, das Seelenleben so in die Hand zu nehmen, daß man allerdings vermeidet, Vorstellungen, Begriffe, Ideen ins Höchste hineingehend zu entwickeln, daß man also nicht einseitig bloß das Gedankenleben entwickelt, sondern die Seele so übt, daß mit den Gedanken selber, diee da kommen, die sich verbinden, die sich trennen, die lebendigsten Gefühle sich verbinden. Während heute der einseitige Intellektualist nüchtern in seinem Gedankenleben ist, aber auch dieses Gedankenleben spazieren läßt auf dem dem Leben fremden Gebiete der Wissenschaft oder auf anderen Gebieten und sonst gedankenlos sich ins Leben hineinlebt, sucht dasjenige, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft ihr Üben nennt, ins Denken sich zu vertiefen, aber an dieser Vertiefung des Denkens Gefühl zu entwickeln, so daß man sich freuen kann, zornig werden kann, daß man hassen und lieben kann das, was man nur denkt, wie man Menschen haßt und liebt, wie man zornig wird über äußere Ereignisse, daß ein ganzes inneres Leben aufgeht, in solcher Lebendigkeit aufgeht, wie das äußere Leben ist. Daß dies systematisch gemacht werden kann, dafür sollen eben die genannten Bücher Zeugnis ablegen.
Dann aber, wenn der Mensch solche Wege aufsucht, wenn er wirklich das, was sonst in seinem Inneren schläft an Erkenntnis-, an Fühlens- und Wollenskräften, zur Entwickelung bringt, wenn er also nicht vom Leibe aus, wie die alte orientalische Kultur, in einem regulierten Atmungsprozeß, sondern von der Seele und vom Geiste aus seine Entwickelung in die Hand nimmt, dann findet er den Weg in die geistige Welt hinein. Und was wendet er für Kräfte an? Fr wendet die Kräfte an, durch die seine Zivilisation groß geworden ist. Er wendet die Kräfte an, die er auch anwandte, indem er seine Maschinen ausbaute, indem er seine mechanistischen Kopernikanischen, Galileischen, Keplerschen, Newtonschen astronomischen Anschauungen entwickelte. Was von unserem Geiste und von unserer Seele in die Maschinen hinein sich an Scharfsinn des Vorstellens entwickelt, was lebt in unserer Astronomie, in unserer Chemie, was liegt in unserem sozialen Leben, alles das wird ausgebildet. Der Orientale hatte das gar nicht. Er hätte sein Seelenleben nicht bis zu diesen Seelenkräften fortsetzen können. Er mußte zur Atmung des Leibes gehen, um den Erkenntnisweg zu beschreiten. Wir müssen einsetzen da, worinnen wir im äußeren praktischen Leben einsetzen. Wir müssen von denselben Seelen- und Geisteskräften ausgehen, die in unserer mechanistischen Kultur leben, die den Untermenschen in sieben- bis achthundert Millionen Exemplaren hervorgebracht haben. Wir müssen einen neuen Orient, das heißt, ein Erschauen des Höheren, des Ewigen, des unsterblichen Menschen aus dem Sinnlichsten, aus dem Maschinellsten, aus demjenigen herausbilden, was unserer abendländischen Zivilisation als der Weg zum Untermenschen sich erweist.
Allerdings, es ist den modernen Menschen nicht in allen Punkten sympathisch, was also in die moderne Zivilisation sich hineinstellen will. Denn dieser moderne Mensch, er verlangt ja eben, das Kind solle sich entwickeln, denn das kann noch nicht selber die Entscheidung über seine Entwickelung treffen. In dem Augenblick, wo er selber die Entscheidung treffen soll, da läßt er sich nicht mehr ein auf die Entwickelung; da ist man fertig; da läßt man sich in die Stadtversammlung, ins Parlament wählen, denn man weiß ja alles. Man kennt alles. Man braucht nicht mehr hinunterzusteigen zu der Entwickelung der Fähigkeiten, durch die man etwas weiß. Man ist Kritiker für alles, wenn man nur einmal zum Bewußtsein seiner Willkür gekommen ist, wenn nur die anderen allein nicht mehr herummurksen dürfen in bezug auf die Entwickelung. Dieser moderne Mensch, er muß eben den Weg suchen, hinaufzusteigen wiederum zu jenen Höhen, wo man findet den geistig-seelischen Menschen.
Nun ist die Sache ja so, daß vorläufig der innere Antrieb, diesen geistig-seelischen Menschen zu suchen, den Weg zu diesen Erkenntnissen zu beschreiten, noch ein entsagungsvoller ist, denn dieser Weg fordert ein Leben, das allerdings in Schmerzen und Leiden vor sich geht, ein Leben, das heute noch nicht jeder gehen muß, nicht jeder gehen kann, auch nicht jeder zu gehen braucht. Aber geradeso, wie nicht jeder ein Chemiker werden kann, aber die Ergebnisse der Chemie für alle Menschen nützlich werden können, wie nicht jeder ein Astronom werden kann, aber die Ergebnisse der Astronomie in alle Seelen hineinspielen können, so kann es wenige Geistesforscher geben, aber die Ergebnisse dieser Geistesforschung, sie können — das habe ich hier oftmals gesagt - mit dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande begriffen werden. Die wenigen Geistesforscher können ihre geistigen Schauungen mitteilen, und der gesunde Menschenverstand wird sie begreifen. Aber das leugnen ja heute gerade die Menschen. Sie kommen und sagen: Was du Geistesforscher uns mitteilst, das mögen schöne Phantasien sein; aber wir zergliedern es logisch, wir lassen es nicht gelten, denn vor unserem Menschenverstand zeigt es sich nicht. Zum höheren Schauen haben wir uns noch nicht hinaufgebildet.
Man erfährt ja auf diesem Gebiete ganz sonderbare Dinge. Eben ist wieder eine Broschüre erschienen über das, was ich als anthroposophisch orientierte Weltanschauung vor der Menschheit heute zu vertreten habe. Da sagt ein Mann, der, nun, «Universitätsprofessor» ist, der sagt da, wo er mich abkanzelt als Philosoph und, wie er sagt, als Theosoph: Ja, da behauptet dieser Steiner, daß man ja auch ein Chemiker werden müsse, um die chemischen Dinge zu verstehen, ein Physiker werden müsse, um die physischen Dinge zu verstehen; das kann man ihm zugeben. Aber nun ist es sehr merkwürdig, wie sich dieser Herr sonderbar verhält. Er sagt: Jeder kann einverstanden sein damit, daß die Chemiker dieses oder jenes behaupten, denn wenn er selbst Chemiker wird, so wird er ja einsehen, daß das richtig ist; jedermann kann einverstanden sein mit dem, was die Physiker behaupten, denn wenn er selbst Physiker wird, so wird er einsehen, daß das richtig ist, was die Physiker sagen. Aber um dasjenige einzusehen, was Geisteswissenschaft sagt, müßte man ja besondere Fähigkeiten entwickeln.
Etwas anderes sage ich aber auch nicht. Wie der Mensch, um über Chemie ein Urteil zu haben, Chemiker werden muß, wie der Mensch, um über Physik ein Urteil zu haben, Physiker werden muß, so muß der Mensch, um über Geisteswissenschaft zu entscheiden, Geisteswissenschafter werden. Aber nun sagt, seinen Text weitersetzend, jener sonderbare - vielleicht ist er gar nicht sonderbar — Universitätsprofessor: Es handelt sich nicht darum, daß das, was Steiner behauptet, sich nur vor geisteswissenschaftlich geschulten Leuten rechtfertigen läßt, sondern es muß sich vor mir rechtfertigen lassen! Das heißt, es muß sich rechtfertigen lassen vor dem, der nicht nur keinen Dunst davon hat, sondern sich auch nicht verschaffen will.
Das ist allerdings ein «gesunder Menschenverstand», in Anführungszeichen geschrieben, der nicht taugt, das zu verstehen, was Geisteswissenschaft zu verzeichnen hat. Der unbefangene gesunde Menschenverstand wird es fassen. Ja, man wird über diese Dinge vielleicht in der Zukunft noch ganz anders denken, als man heute in vielen Kreisen gewohnt ist, zu denken. Die Welt ist da. Die Philosophen haben sich immer gestritten um die Welt. Nun, die Philosophen werden doch gesunden Menschenverstand haben. Und man kann sogar sagen, wenn man unbefangen ist: die Philosophie ist besser als ihr Ruf. Aber die Philosophen streiten sich. Und ist man unbefangen, so kann man sogar demjenigen einen gewissen Scharfsinn auf philosophischem Gebiete zubilligen, der das Gegenteil von dem sagt, was eben ein anderer vorbringt, wiederum aus einem gewissen Scharfsinn heraus. Ja, man kommt, wenn man hier auf diesem Gebiete unbefangen ist, dazu, ein sehr merkwürdiges Urteil über den gesunden Menschenverstand zu gewinnen. Er ist da. Die Leute reden im allgemeinen in diesem gesunden Menschenverstand. Aber er ist ja gar nicht geeignet, die Welt zu begreifen, sonst brauchten sich die Philosophen nicht zu streiten. Die Welt, die äußerlich den Sinnen vorliegt, so ohne weiteres zu begreifen, dazu scheint gar nicht zu taugen dieser gewöhnliche gesunde Menschenverstand. Man probiere es einmal, ob er dasjenige begreift, was Geisteswissenschaft zu sagen hat, und man wird sehen: der Weg wird sich eröffnen, daß man gerade das begreifen wird. Es ist Wischiwaschi, nicht einmal bloß ein Vorurteil, wenn man sagt: Geisteswissenschafter behaupten auch verschiedenes; der eine das oder der andere das. Das sagt man ohne Kenntnis der Tatsachen. Lernt man die Tatsachen kennen, so wird man dies nicht mehr behaupten.
So wird allerdings manches Vorurteil und namentlich manches Vorempfinden überwunden werden müssen, wenn sich die hier gemeinte anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft in das moderne Leben hineinstellen soll. Aber sie wird sich hineinstellen müssen. Denn der Weg wird gefunden werden müssen, um die beiden Ihnen heute gekennzeichneten Geistesströmungen zu verbinden. Wir können keine Reaktionäre werden, um zurückzukehren zu früheren Geistesbildungen. Wir müssen uns hineinstellen in dasjenige, was das naturwissenschaftliche, das mechanistische Zeitalter hervorgebracht hat. Aber wir müssen die Kräfte, die einen Kopernikus, einen Galilei, einen Giordano Bruno, einen Röntgen, einen Becquerel und so weiter bis in unsere Tage hervorgebracht haben, wir müssen die Kräfte so weit vergeistigen, daß wir durch dieselben Kräfte der menschlichen Seele, durch die wir Maschinen bauen, auch hinaufsteigen zur Erkenntnis des geistig-seelischen Menschen. Dann werden wir nicht mehr bloß vom Geiste reden, dann werden wir dem Streben nach dem Geiste einen Inhalt zu geben vermögen.
Das ist es, was dem tieferen Betrachter der Gegenwartszivilisation so nahegeht, daß die Leute heute viel vom Geiste reden, aber diesem Reden vom Geiste keinen Inhalt geben. Dadurch entstehen Weltanschauungen auf der einen Seite, entsteht die Lebenspraxis unorganisch mit diesen Weltanschauungen verbunden auf der anderen Seite so, wie sich ausnehmen würde unsere geisteswissenschaftlich schaffende Weltanschauung in einem Hause, das einen alten Baustil trägt. Unsere geisteswissenschaftlich orientierte Weltanschauung will in Bauformen leben, die aus ihr selbst geboren sind. Sie soll so schaffen und kann so schaffen, daß sie das äußere materielle Leben bis in die technischen Einzelheiten, bis in die sozialen Verkettungen zu durchdringen vermag. Dann wird diese Geisteswissenschaft der Träger einer Zivilisation werden können, die die rechten Wege findet zu den Zielen, die heute angedeutet worden sind. Dann wird diese Geisteswissenschaft es sein, welche nicht mehr groß werden läßt jenes Leben, von dem man sagen kann: Nun ja, einzelne streben wieder nach dem Geiste hin; sie verlangen, daß der Mensch, der in der Fabrik hart arbeitet, nicht mehr bloß in der Fabrik arbeitet, sondern daß er Zeit genug übrig habe, um sich auch dem Geiste zu widmen. Oh, nein, das verlangt Geisteswissenschaft nicht allein, daß man in der Fabrik zu arbeiten hat und, wenn man die Türe hinter sich zuschließt, dann heraustritt aus der Fabrik, um da das Geistesleben zu finden. Nein, das Umgekehrte verlangt Geisteswissenschaft, daß, wenn man sie aufschließt, die Fabrik, um zur Arbeit zu gehen, man den Geist hineintrage, damit jede Maschine durchgeistigt ist von dem, was auch die Weltanschauung in die höchsten Höhen des Erkennens, des Unsterblichen hinaufträgt. Nicht Zeit übrig lassen für den Geist möchte die Geisteswissenschaft, sondern alle Zeit durchtränken von dem, was der Mensch als den Inhalt seines Geistes finden kann.
Nun, die Menschen schreien heute vielfach nach Geist. Eben ist ein Buch über den Sozialismus erschienen - es gibt allerlei gefühlvolle und auch manchmal verständige Anschauungen — von Robert Wilbrandt, dem Tübinger Universitätsprofessor. Es tönt aus: Ja, aber wir kommen mit dem Sozialismus doch nicht weiter, wenn wir nicht den neuen Geist, die neue Seele finden. Auf den letzten Seiten des Buches also der Schrei nach dem Geist, nach der Seele! Führt man einen solchen Mann, eine solche Persönlichkeit jedoch dahin, wo dem Geiste Inhalt gegeben werden soll, wo man nicht nur in abstracto nach dem Geiste und der Seele deutet, wo man von geistigen und Seeleninhalten spricht, wie sonst die Naturwissenschaft von natürlichen Inhalten spricht, da drückt sich die betreffende Persönlichkeit hinweg, da hat sie nicht den Mut, zum wirklichen inhaltsvollen Geiste sich zu bekennen. Und so sehen wir das bei vielen. Sie schreien nach dem Geiste. Aber wenn dann der Geist einen wirklichen Inhalt sucht, dann finden sie sich nicht ein. Sie bleiben beim bloßen Hinweisen auf ein abstraktes Zusammenschließen der Menschenseelen mit dem Geistigen. Das ist dasjenige, was anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft als Weg sucht: den Weg zum wirklichen geistigen Inhalte, zu einer wirklichen geistigen Welt, aus unseren eigenen organischen Erkenntniskräften heraus als Ziel sucht: sich die bloß unorganisch in uns zusammengefügten zwei Strömungen, den Orientalismus und den Okzidentalismus, zu einem Streben auszubilden, das aus unserem eigenen Streben den Weg wie hinunter in den Mechanismus, so hinauf in die höchste Spiritualität findet.
Den weiteren Ausführungen dieses Themas, die ich morgen und übermorgen geben werde, wo auch manches wird breiter charakterisiert werden können, als ich das heute in der Einleitung tun konnte, will ich zum Schlusse heute nur das Folgende noch vorausschicken. Der Ruf nach einer neuen Geistigkeit, er geht heute durch viele Herzen, durch viele Gemüter, und in einer gewissen Weise ahnt man schon, daß unser Unglück, das sich so furchtbar, so schrecklich geoffenbart hat in den letzten fünf Jahren, in der äußeren Welt zusammenhängt damit, daß unser Geist in eine Sackgasse geraten ist. Daß durchbrochen werden müsse eine Wand, um vorwärtszukommen im Geiste. Geahnt wird, daß wir im Sozialen, im Politischen, im äußerlich Technischen nicht weiterkommen ohne einen neuen Geist. Ein Mann, der vielleicht nicht immer eine ganz vorteilhafte, aber doch vielleicht eine gescheitere Rolle als mancher seiner Kollegen unter den «Staatsmännern» - ich sage das in Anführungszeichen, wenn ich von Staatsmännern heute spreche - in den letzten Jahren gespielt hat, der hat nun auch - Staatsmänner und Generäle schreiben ja heute Kriegserinnerungen -, der hat nun auch seine Kriegserinnerungen geschrieben. Sie endigen mit den folgenden Worten:
«Der Krieg geht weiter, wenn auch in veränderter Form. Ich glaube, daß die kommenden Generationen das große Drama, welches seit fünf Jahren die Welt beherrscht, gar nicht den Weltkrieg nennen werden, sondern die Weltrevolution...»
Das sagt Czernin, der österreichische Staatsmann. Also wenigstens einer sieht schon Dinge ein, wie sie zusammenhängen, wenn auch noch in sehr beschränktem Maße. Und er fährt fort:
«... und wissen werden, daß diese Weltrevolution nur mit dem Weltkrieg begonnen hat. Weder Versailles noch Saint Germain werden ein dauerndes Werk schaffen. In diesem Frieden liegt der zersetzende Keim des Todes. Die Krämpfe, die Europa schütteln, sind noch nicht im Abnehmen. So wie bei einem gewaltigen Erdbeben dauert das unterirdische Grollen an. Immer wieder wird sich bald hier, bald dort die Erde öffnen und Feuer gegen den Himmel schleudern, immer wieder werden Ereignisse elementaren Charakters und elementarer Gewalt verheerend über die Länder stürmen. Bis alles das hinweggefegt ist, was an den Wahnsinn dieses Krieges und die französischen Frieden erinnert.
Langsam, unter unsäglichen Qualen, wird eine neue Welt geboren werden. Die kommenden Generationen werden zurückblicken auf unsere Zeit wie auf einen langen bösen Traum, aber der schwärzesten Nacht folgt einmal der Tag. Generationen sind in das Grab gesunken, ermordet, verhungert, der Krankheit erlegen. Millionen sind gestorben in dem Bestreben, zu vernichten und zu zerstören, Haß und Mord im Herzen.
Aber andere Generationen erstehen und mit ihnen ein neuer Geist. Sie werden aufbauen, was Krieg und Revolution zerstört haben. Jedem Winter folgt der Frühling. Auch das ist ein ewiges Gesetz im Kreislauf des Lebens, daß dem Tod die Auferstehung folgt.
Wohl denen, die berufen sein werden, als Soldaten der Arbeit die neue Welt mitaufzubauen.»
Auch hier aus einem beschränkten staatsmännischen Geist der alten Zeit heraus der Ruf nach dem neuen Geiste. Nun ja, dieser Ruf nach dem neuen Geiste muß nur begriffen werden und wahr und ernst genug in den Menschenseelen Wurzeln fassen. Denn auch das Äußerlichste im Leben hängt mit dem Innerlichsten, die äußerlichsten materiellen Ereignisse mit den iinnerlichsten geistigen Erlebnissen zusammen. Und wenn wir anschauen, was sich als der Geist, der im Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht hat, ausgelebt hat in den Ereignissen der letzten Jahre, dann werden wir verstehen, daß der Ruf eintreten muß nach einem neuen Geistesleben. Mit diesem neuen Geistesleben möchte ihre Wege und Ziele die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft zum Aufbau der Welt ebenso verbunden haben, wie diejenigen geistigen Bestrebungen, die sie bekämpfen, ersichtlich verbunden sind mit den furchtbaren Ereignissen der letzten Jahre.
Ich habe noch in diesen Tagen einen merkwürdigen Vortrag gelesen, der im Baltenlande gehalten worden ist - merken Sie auf das Datum - am 1. Mai 1918. Da klingt der Vortrag eines Physikers, am 1. Mai 1918, aus in die Worte: Der Weltkrieg hat doch gezeigt, daß noch zu isoliert dastehen die geistigen Bestrebungen der Gegenwart, die wissenschaftlichen Arbeiten der Gegenwart. Der Weltkrieg — so ungefähr sagt dieser Physiker — hat uns gelehrt, daß zukünftig dasjenige, was in den wissenschaftlichen Laboratorien gearbeitet wird, in innerem organischem Zusammenhange, in fortwährendem innerem Ideenaustausch mit dem stehen muß, was in den Generalstäben gearbeitet wird. Es muß ein innigstes Bündnis angestrebt werden — so sagt dieser Physiker - zwischen der Wissenschaft und dem Generalstab. Darin sieht er das Heil der Zukunft!
Man sieht, die Wissenschaft der Vergangenheit kann Bündnisse, die zwischen ihr und den zerstörendsten Kräften der Menschheit geschlossen werden, sogar als Ideal ansehen. Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft möchte das Bündnis zwischen ihrem geistigen Streben und allen wahrhaft aufbauenden Kräften der Menschheitszivilisation schließen.