Cosmic Workings In Earth and Man

GA 351 — 27 October 1923, Dornach

Sechster Vortrag

Guten Morgen, meine Herren. Ist jemandem etwas eingefallen?

Fragesteller: Ich glaube, wir erwarten noch, daß Herr Doktor uns noch etwas ausführt über den Sternenzusammenhang.

Dr. Steiner: Nun, da will ich heute einmal versuchen, an das anzuknüpfen, was wir das letzte Mal gesagt haben, um es noch etwas weiter auszubauen. Ich will kurz wiederholen: Wir haben bemerkt, daß alles dasjenige, was regelmäßig im Weltenall vor sich geht, also sagen wir zum Beispiel dasjenige, was Tag und Nacht bewirkt im Sonnenlauf, oder was die Jahreszeiten bewirkt, daß das auch mit dem im Zusammenhang steht, was im Menschen notwendig ist. Im Menschen ist notwendig, daß bei der Abwechslung von Wachen und Schlafen Nahrungsaufnahme und so weiter eintritt. Beim Menschen ist in einer weiteren Regelmäßigkeit notwendig die Atmung, der Blutumlauf und so weiter. Wenn wir das alles im Menschen überschauen, so hängt das zusammen mit dem, was nun durch die Astronomie als regelmäßig berechnet werden kann. Dasjenige dagegen, was nicht so regelmäßig auftritt was ja auch in einem gewissen Sinne berechnet werden kann, aber eben in der Weise nicht regelmäßig auftritt, zum Beispiel die Kometen und Meteore -, diese Erscheinungen, die hängen mit all demjenigen im Menschen zusammen, was freier Wille ist, was also aus dem Menschen heraus den freien Willen erzeugt.

Da muß man vor allen Dingen auf einen Stoff hinschauen, der ganz besonders wichtig ist, ein Stoff, der viel auf unserer Erde vorkommt, der aber überall im Weltenall auch vorkommt, und der, wenn solche Meteore herunterfallen auf die Erde, eben in diesen Meteoren enthalten ist. Das ist das Eisen. Eisen ist ja so viel auf unserer Erde vorhanden, daß man sagen kann: Dem Eisen verdankt ja eigentlich die ganze neuere Kultur und Zivilisation ihr Dasein. - Denken Sie nur, wozu alles das Eisen verwendet wird! Erst jetzt fängt man an, aus gewissen Dingen, die nicht Eisen sind, allerlei zu erzeugen; aber durch die zwei letzten Jahrhunderte hindurch ist wirklich alles dasjenige, was eigentlich aufgekommen ist, was sowohl die gegenwärtigen großen Fortschritte wie auch die gegenwärtigen sozialen Zustände hervorgerufen hat, durch das Eisen geschehen. Im Weltenall müssen Sie das Eisen überall vermuten, aus dem Grunde, weil eben, wenn irgend etwas herunterfällt auf die Erde, es aus Eisen ist.

Nun schauen wir uns das Eisen aber an in unserem eigenen menschlichen Körper. Da ist es sehr merkwürdig, daß der Mensch, wenn er ins Erdenleben hereintritt, dasjenige genießt, was am wenigsten Eisen enthält: die Milch. Die Muttermilch enthält kaum irgend etwas Eisen. So daß wir also sagen können: Der Mensch fängt erst an im Laufe seines Lebens, das Eisen mit der Nahrung in sich aufzunehmen. — Was bedeutet denn das?

Ja, meine Herren, wenn Sie das Kind anschauen, so zappelt es ja allerdings viel; es träumt auch schon. Aber das Kind hat noch weder ein willkürliches Denken, noch einen sonstigen freien Willen. In dem Maße, in dem das Kind zu seinem freien Willen kommt, ist es darauf angewiesen, das Eisen in sich aufzunehmen. Sie sehen also daraus, daß das Eisen eigentlich notwendig ist für den freien Willen. Und wenn man zum Beispiel bei einem Menschen, der heiser ist, in irgendeiner Weise heiser ist, der eine schwache Stimme hat, darauf kommen will, was eigentlich zugrunde liegt, so muß man vor allen Dingen die Untersuchung daraufhin anlegen, ob er genügend Eisen hat. Denn bei dem, der zu wenig Eisen hat, zeigt sich das vor allen Dingen in dieser Willkür, in diesem freien Willen, der durch die Sprache zum Vorschein kommt. Wenn Sie also einen Menschen sehen, der gut brüllen kann, dann brauchen Sie nicht Sorge zu haben, daß er zuwenig Eisen hat; wenn Sie aber einen Menschen haben, der kaum seine Worte hervorbringt, dann können Sie darüber nachdenken, inwiefern diesem Menschen das Eisen fehlt. So also kann man sagen: Es zeigt sich schon äußerlich an diesem, daß der Mensch das Eisen braucht gerade zu seinem freien Willen. -So können wir es auch leicht begreifen, daß dasjenige, was im Weltenall als Eisen herumfliegt, was in der Erde als Eisen ist, zusammenhängt mit dem, was menschliche Willkür ist, was menschlicher freier Wille ist.

Nun aber hat alles, was geschieht, ja auch seinen großen Einfluß auf alles übrige. Und wir müssen uns klar sein darüber, daß das Eisen ja nicht uns ganz bildet und auch nicht das Weltall ganz bildet, denn sonst wären wir Eisenmänner. Das wäre zwar für unsere Stärke ganz gut, aber wir könnten alles übrige nicht verrichten, wenn wir Eisenmänner wären. Da müssen wir dann unseren Blick auf dasjenige werfen, womit das Eisen nun in irgendeine Verbindung treten kann.

Nun, meine Herren, ich habe Ihnen schon gesagt: Die Soda, die ich Ihnen ja neulich deutlich beschrieben habe, die hat insbesondere eine große Bedeutung für alles das, was in uns zusammenhängt mit dem Denken; denn die Soda ist kohlensaures Natrium, Kohlensäure und Natrium. Kohlensaures Natrium muß hinaufprickeln in den Kopf. Alles dasjenige, was also mit unserem Denken zusammenhängt, mit unserem Kopf, was mit dem zusammenhängt, daß wir innerliches Licht haben, das hängt mit der Soda zusammen. Sie erinnern sich, das habe ich neulich ausgeführt.

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Sie haben aber auch gesehen, daß, wenn so etwas wie Soda überhaupt bei uns da sein soll, wir den Sauerstoff der Luft aufnehmen müssen. Den Sauerstoff der Luft nehmen wir auf mit der Atmung, denn die Luft besteht aus Sauerstoff und Stickstoff; aus vielen anderen Stoffen noch, aber die spielen nicht eine so große Rolle. Den Sauerstoff nehmen wir auf mit der Atmung. In uns bildet sich der Kohlenstoff. Den erzeugen wir in uns durch die Nahrungsmittel. Der Sauerstoff in uns verbindet sich da mit der Kohlensäure und dem Natrium und wir kriegen dann kohlensaures Natrium, Soda. Die Soda spielt gerade in unserem Kopf eine große Rolle. Kohlensaures Natrium, das ist also Soda, die haben wir in uns, und die will eigentlich fortwährend in unseren Kopf heraufgelangen. Nur wenn die Fortpflanzung tätig sein soll, dann muß sie auch bei der Fortpflanzung ihre Rolle spielen; das habe ich Ihnen ja auch gesagt. Also Soda spielt in uns eine große Rolle.

Nun will ich Ihnen aber etwas erklären. Ich habe Ihnen seinerzeit einmal — es ist schon längere Zeit her - von den Farben gesprochen. Sie sehen die hauptsächlichsten Farben im Regenbogen. Im Regenbogen sind hintereinander Violett, Blau, Grün, Gelb, dann Orange und dann Rot. Das sind die Farben, die im Regenbogen sind. Nun, sehen Sie, wenn man im Regenbogen diese Farben hat, dann erzeugt sie die Natur. Aber man kann diese Farben auch dadurch erzeugen, daß man ein Zimmer ganz dunkel macht, nur ein einziges Lichtlöchlein im Fenster drinnen läßt (es wird gezeichnet): Hier hat man ein Fenster, da hier ein Lichtlöchlein, da fällt das Licht herein. Jetzt stellt man hier ein Glasprisma auf, solch einen Glaskörper; da läßt man das Licht durchfallen, und da kriegt man jetzt auch die Farben drinnen, so wie man sie im Regenbogen hat. Das kann man dann auf einer Wand aufnehmen.

Nun, meine Herren, diese Farbenfolge, dieser Farbenzusammenhang, der da, wie im Regenbogen, so auch durch ein Prisma erscheint, der hat die Eigentümlichkeit, daß er eigentlich nur dann richtig erscheint, wenn man ein Gas verbrennt oder wenn man das Sonnenlicht benützt; wenn man aber andere Körper benützt, dann kriegt man nicht eine solche Farbenfolge, sondern dann kriegt man nur einzelne Farben. Zum Beispiel kann man unter gewissen Umständen rechts und links alles finster haben, nur hier in der Mitte ist eine schöne gelbe Linie. Was bedeutet diese gelbe Linie?

Wenn man eine Flamme nimmt und gibt in diese Flamme gerade das hinein, was ich Ihnen hier aufgeschrieben habe, Natrium, und man verbrennt das in der Flamme, dann kriegt man diese gelbe Linie, nicht die rote Farbe, sondern diese gelbe. Also wenn Sie eine Flamme nehmen, das Licht durch das Loch durchleiten, ein Prisma nehmen, so kriegen Sie kein Sonnenspektrum, sondern eine gelbe Linie. Wenn Sie nur ein klein bißchen Natrium nehmen und in diesen ganzen Raum ein klein bißchen Natrium hineinbringen, dann kriegen Sie gleich diese schöne gelbe Linie! Es braucht gar nicht viel Natrium da zu sein - überall gibt es diese schöne gelbe Linie; in den allerkleinsten Mengen gibt das Natrium diese schöne gelbe Linie.

Merkwürdig ist es, daß wenn man irgendwo in den Weltenraum hinausschaut und von da aus sich nicht das Sonnenspektrum, sondern von irgendwoher in Ablenkung des Sonnenspektrums die gelbe Linie macht, so kriegt man diese gelbe Natriumlinie von fast überall her. Das ist wiederum ein Beweis dafür, daß das Natrium überall verbreitet ist im Weltenall. Wenn Sie sich nun fragen: Warum ist dieses Natrium überall verbreitet? - dann müssen Sie sich zur Antwort geben: Damit dieses kohlensaure Natrium, diese Soda entstehen kann. - Es ist überall verbreitet, damit es Menschenköpfe geben kann. Meine Herren, Eisen ist überall vorhanden im Weltenall, damit wir den freien Willen haben können; Natrium ist überall verbreitet im Weltenall, damit wir überhaupt Köpfe haben können. Wäre Natrium im Weltenall nicht vorhanden, ja, dann würden wir ganz unmöglich imstande sein, Köpfe zu haben.

Nun, was muß alles da sein, damit wir Köpfe haben können als Menschen? Es muß Kohlensäure da sein, das ist Kohlenstoff und Sauerstoff, und es muß Natrium da sein. Natrium, habe ich Ihnen gesagt, ist überall im Weltenall vorhanden. Den Kohlenstoff haben wir nun selber. Der wird in uns fortwährend erzeugt durch die Nahrungsmittel. Er wird nur wiederum fortgeschafft, weil wir nicht ein toter Kohlenstoffmensch sein wollen, sondern ein lebender Mensch, der nur alles zerstört und wiederum erzeugt. Aber wir erzeugen überall Kohlenstoff. Also den Kohlenstoff haben wir selber, den Sauerstoff nehmen wir aus der Luft auf, das Natrium aus dem Weltenall. Die müssen da sein, damit wir Köpfe haben.

Sie sehen jetzt, auf diese Weise könnten wir also, wenn im Weltenall nur das vorhanden wäre, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, unsere Köpfe haben, und wir könnten einen freien Willen haben. Aber was würde uns der freie Wille helfen als Erdenmenschen, wenn wir nicht Arme und Beine hätten, so daß wir den freien Willen verwenden können? Ja, sehen Sie, dazu müssen wir die Möglichkeit der Ernährung haben! Damit wir überhaupt aufgebaut werden können aus dem Stoff der Erde, müssen wir die Möglichkeit der Ernährung haben. Die hängt davon ab, daß wir in unserem Unterleib etwas Ähnliches haben, wie wir es in unserer Atmung haben. Wir atmen Sauerstoff ein; die Kohlensäure atmen wir aus. Wenn wir diese Kohlensäure nicht ausatmen würden, dann würden die Pflanzen nicht den Kohlenstoff haben, denn der wird von der Kohlensäure der Menschen und der Tiere genommen. Also die Pflanzen bauen sich auf aus dem, was die Menschen und die Tiere ausatmen. Das ist schon so. Der Sauerstoff nimmt uns also unseren Kohlenstoff weg. Er verbindet sich mit unserem Kohlenstoff. Aber zuerst muß man doch diesen Kohlenstoff erzeugen, zuerst müssen wir ihn haben. Dazu müssen wir die Nahrung in uns aufnehmen. Der Sauerstoff, der ist furchtbar gierig auf den Kohlenstoff. Wenn wir dem Sauerstoff den Kohlenstoff nicht geben wollen, dann kriegen wir gleich Erstickungsanfälle, wenn die Kohlensäure nicht heraus kann. Wir kriegen gleich Erstickungsanfälle! Es ist also so, daß eben der Sauerstoff gierig ist. Nun, unser Magen muß aber auch die Nahrung aufnehmen. So wie der Sauerstoff den Kohlenstoff aufnimmt und Kohlensäure bildet, so muß unser Magen wirklich den Kohlenstoff gierig aufnehmen. Und unser Magen ist ein sehr gieriger Herr, dasjenige, was eigentlich begehrt nach der Nahrung.

Nun könnten wir uns vorstellen: Wenn in diesem Magen auch Sauerstoff drinnen wäre, dann könnte das so gehen wie es nach außen durch den Mund und die Nase geht. Da ist drinnen der Sauerstoff; der saugt den Kohlenstoff auf. Es müßte also im Magen etwas drinnen sein, was auch zur Aufsaugung der Nahrung dient. Und das ist auch drinnen: ein ganz sauerstoffähnlicher Stoff ist im Magen, wird fortwährend aus dem Magen heraus abgesondert. Das ist das Chlor. Von der Soda habe ich Ihnen schon gesagt, daß sie zum Wäschebleichen, überhaupt zur Wäsche verwendet wird. Aber das Chlor wird auch zum Bleichen verwendet, ist ja in der Waschbläue drinnen. Das ist auch ein Stoff, der Licht in sich hat, der das Licht trägt. Das Chlor ist ganz sauerstoffähnlich.

Wenn man die Atmungsorgane betrachtet, so ist da der Sauerstoff der Luft, der zieht uns fortwährend den Kohlenstoff aus dem Leibe. Im Magen, da haben wir das Chlor, und das Chlor zieht sogleich, weil es gierig ist, furchtbar gierig ist, allen Wasserstoff an. Und mit dem Wasserstoff zusammen bildet das Chlor Salzsäure. Diese Salzsäure, die rieselt und rinnt in dem Inneren unseres Magens, und sie ist gierig nach der Nahrung. Wenn wir die Nahrung in den Mund hineinbringen, muß sie zuerst aufgelöst werden durch die Säure, die im Speichel ist, im Ptyalin. Das ist schon etwas, das eben salzsäureähnlich ist. Dann kommt die Nahrung in den Magen. Im Magen drinnen ist das Pepsin. Das ist der Salzsäure ähnlich, nur etwas anders, aber die Salzsäure ist auch im Magen. Nur weil die Salzsäure lebendig wird, ist dann die lebendige Salzsäure das Pepsin. Das nimmt gierig die Nahrung auf. Und wenn ein Mensch zu wenig Salzsäure hat, dann bekommt er gleich einen bitteren Geschmack im Munde. Warum? Weil die Salzsäure eigentlich alle Nahrungsmittel gierig aufnimmt und sie nach dem übrigen Körper hinschickt. Wenn also die Salzsäure nicht ordentlich wirkt, dann ist es so, daß der Mensch im Magen dasjenige liegen läßt, was er genossen hat. Dann dampft es wieder herauf in den Mund; dann hat er diesen bitteren Geschmack, wenn der Dunst heraufkommt, kriegt eine belegte Zunge und so weiter. Es ist so, daß so etwas wie die Salzsäure fortwährend in uns tätig sein muß, damit wir überhaupt unsere Glieder aufbauen können.

Und so können wir sagen: Das Eisen würde uns nicht richtig helfen, wenn wir es nicht anwenden könnten mit dem freien Willen. Wir müssen unsere Glieder aufbauen. Damit wir unsere Glieder aufbauen können, muß sich das Chlor mit Wasserstoff zu Salzsäure bilden. Wir müssen diese Salzsäure in uns haben.

Nun denken Sie sich: Von allem übrigen abgesehen, haben Sie in dem ganzen Körper Salzsäure; Kohlenstoff haben Sie in sich, und vieles andere. Man muß den Menschen nach und nach so betrachten: Wenn das hier der Mensch wäre (es wird gezeichnet), so wäre da überall Salzsäure. Diese Salzsäure muß sich durchdringen mit den Eisenkörperchen, die im Blute sind. Dann wird der Mensch ein solcher Mensch, der frei, kraftvoll seinen Willen entwickeln kann. Worauf kommt also furchtbar viel an beim Menschen? Furchtbar viel kommt darauf an, daß der Mensch richtig das Eisen in sich mit dem verbinden kann, was von der Salzsäure, vom Chlor kommt. Das muß fortwährend im Menschen vor sich gehen, daß sich dasjenige, was aus dem Chlor in ihm kommt, richtig mit dem Eisen verbindet. Nun kann es geschehen, daß namentlich weibliche Körper gerade in der Jugend, wenn sie reif werden, so viel Kraft aufs Reifwerden verwenden müssen, daß sie keine Kraft mehr übrig haben, richtig das, was aus dem Chlor entsteht, mit dem Eisen zu verbinden. Dann haben sie auf der einen Seite Eisen; das beschwert sie und kann sich nicht mit dem verbinden, was auf der anderen Seite aus dem Chlor kommt, weil die Kraft nicht dazu da ist. Da nützt es nichts, wenn man solchen jungen Mädchen, die das Chlor nicht mit dem Eisen verbinden können, bloß einfach Eisen gibt; denn sie können ganz genügend Eisen in sich haben. Es besteht die Bleichsucht, welche die jungen Mädchen kriegen, nicht darinnen, daß sie zuwenig Eisen haben, sondern daß sie das Eisen nicht herüberschieben können zum Chlor. So daß man also diese Kraft in ihnen entwickeln muß, welche das Eisen zum Chlor herüberbringt.

Nun, meine Herren, sehen Sie, wenn Sie auf das Eisen schauen, dann zeigt sich, wenn wir hinausblicken ins Weltenall, daß das Eisen zusammenhängt mit dem Mars. Der Mars ist eigentlich der Schöpfer des Eisens in unserem Planetensystem. Das kann man durch die Beziehungen des Menschen zum Mars feststellen. Ich habe ja über solche Dinge auch schon hier gesprochen, werde es auch noch künftig tun. Also das Eisen steht mit dem Mars im Zusammenhang.

Wenn wir prüfen: Was hat auf den Menschen einen starken Einfluß, wenn er nicht ordentlich seine Salzsäure erzeugt, wenn sein Magen nicht ordentlich wirtschaftet? - dann sehen wir: Es ist der Merkur, der Stern Merkur, der mit dem Chlor zusammenhängt. So daß wir bei einem jungen Mädchen, das bleichsüchtig ist, sagen können: Da stimmen nicht richtig zusammen der Merkureinfluß, der auf den Magen und seine Fortsetzungen wirken soll, und der Marseinfluß. - Sie sehen also, schauen wir hinauf zum Mars, so können wir sagen: Der erzeugt in uns diejenigen Einflüsse, die es möglich machen, daß wir das Eisen verwenden. - Der Mars muß da sein, damit wir die Kraft haben, das Eisen zu verwenden. Das Eisen muß da sein, damit wir diese Kraft auf den freien Willen anwenden können. Der Mars liefert uns die Kraft des Eisens; die Meteore liefern uns, weil sie das Eisen fortwährend an die Luft abgeben, die Substanz des Eisens. Wir können also sagen: Der Mars ist derjenige Körper im Weltenall, der uns veranlaßt, daß wir das Eisen in der richtigen Weise gebrauchen, das uns die Meteore und die Kometen hereintragen, wenn sie unregelmäßig erscheinen.

Wenn wir sprechen, so sprechen wir durch die Kraft des Mars, verbunden mit den Kometen und Meteoren. Das ist menschliche Sprache. Nicht wahr, man ist gewöhnt, so hinzustieren auf die menschliche Sprache und in ihr nichts Besonderes zu sehen. Aber die Leute, welche heute nachdenken, die können eben eigentlich nicht nachdenken, können unmöglich nachdenken, weil sie ihren Sinn auf etwas ganz anderes wenden als auf dasjenige, was Wirklichkeit ist. Sie können das an Kleinigkeiten sehen. Wir haben hier neulich eine Feuerprobe gemacht. Beidermacht man natürlich alles, was man macht, wenn ein wirkliches Feuer ist. Das Katholische Sonntagsblatt hat berichtet, daß hier ein wirkliches Feuer war und daß das Feuer nur bald gelöscht worden ist! Sie sehen, meine Herren, die Leute wissen über dasjenige, was es gar nicht gibt, nachzudenken; aber über dasjenige, was es gibt, denken sie nicht nach! Das ist eben gerade das, was die Leute heute so auszeichnet: sie denken über alles dasjenige nach, was es nicht gibt, aber sie haben gar keinen Sinn dafür, nachzudenken über das, was es gibt. Derjenige, der fortwährend nachdenkt über das, was es nicht gibt, der verliert allen Sinn für die Wirklichkeit. Und das ist bei den heutigen Menschen so sehr der Fall. Nicht wahr, wer ein so verkrüppeltes Denken hat - denn das ist ja ein verkrüppeltes Denken, wenn man fortwährend lügt -, der verliert allen Sinn für die Wirklichkeit.

Also der Marseinfluß und der Kometeneinfluß erzeugen in dem Menschen den freien Willen und daß wir unsere Glieder mit freiem Willen gebrauchen können. Das muß aber in dem Menschen in der richtigen Weise mit dem Merkur zusammenwirken. Der Merkur ist es, der in unserem Magen die richtige Salzsäurezusammensetzung erzeugt. Geradeso wie wir im Kopfe die Soda brauchen, so brauchen wir im Magen das, was von der Salzsäure kommt. Das ist sehr schön, meine Herren, denn dem Kopfe übergibt die Soda das Licht und auch dem Embryo, dem Menschenkeim, der ja hauptsächlich zum Kopfe wird. Wenn der Mensch ausreift, dann übernimmt das, was mit seinem Magen zusammenhängt, die Salzsäure. Und wenn sich die Salzsäure mit dem Natrium verbindet, das überall ist, dann entsteht unser gewöhnliches Kochsalz. Im Kopfe brauchen wir Soda, mit der wir auch bleichen. Im Magen brauchen wir Kochsalz. Das wird nicht nur mit den Speisen zusammen eingenommen, sondern wird fortwährend erzeugt, damit da unten auch das Licht hinkommen kann; denn sowohl die Soda wie das Kochsalz sind Träger des Lichtes, lassen es durch.

Nun, meine Herren, wir salzen uns nicht umsonst unsere Speisen. Wir salzen uns unsere Speisen, weil wir eigentlich immer ein bißchen zuwenig eigenes Salz absondern. Dadurch halten wir unseren Zusammenhang mit der Natur aufrecht. Wir sehen also: Der Marseinfluß muß richtig mit dem Merkureinfluß zusammenstimmen. Dann wird unser Wille richtig auf das auftreffen in unseren Gliedern, was eben in unseren Gliedern an Eisen notwendig ist und an sonstigem, damit wir unsere Glieder mit einem tüchtigen, freien Willen gebrauchen können.

Nun können Sie schon zum Beispiel bei bleichsüchtigen Mädchen sehen: Da kommt eben das nicht richtig zusammen, was aus dem Magen kommt, mit der Salzsäure zusammenhängt, und was als Eisen da kommt. Das kann nicht richtig zusammenkommen. Nun muß man natürlich untersuchen, ob nicht vielleicht in einem besonderen Fall es so ist, daß zuwenig Eisen da ist. Gewiß, das kann auch sein, kann auch die Ursache der Bleichsucht sein. Die Ursache der Bleichsucht kann aber auch sein, daß zuwenig Chlor da ist. Aber in den meisten Fällen ist das nicht so, sondern in den meisten Fällen ist es so, daß die beiden einfach nicht zusammenkommen können. Der Mars und der Merkur im Menschen können nicht zusammenkommen. Das ist meistens die Ursache der Bleichsucht.

Das ist eben in der heutigen Medizin zum Beispiel der Fall: Die Leute wollen überall einerlei Ursache haben; aber Krankheiten können nach außen ganz gleich ausschauen und können nach innen ganz verschieden sein! Hat also ein junges Mädchen die Bleichsucht, so muß man nicht nur fragen: Hat sie zuwenig Eisen, zuwenig Chlor? - sondern man muß sich auch fragen: Oder passen die beiden nur nicht zusammen? - Wenn das junge Mädchen zuwenig Eisen hat, dann muß man sehen, daß man Eisen in der richtigen Weise in sie hineinbringt. Ja, aber das ist gar nicht so leicht! Denn wenn Sie das Eisen in den Magen hineinbringen, wie es meistens geschieht, dann muß erst das Chlor die Neigung haben, die Neigung zum Annehmen des Eisens im Magen, sonst bleibt das Eisen im Magen liegen, geht durch die Gedärme ab und kommt gar nicht in den Menschen hinein. Also müssen wir erst den Weg suchen, um den Merkureinfluß, den Chloreinfluß überhaupt in den Menschen hineinzubringen.

Und da ist es von großer Wichtigkeit, daß man das Eisen nicht einfach als Eisen gibt, sondern daß man sich sagt: Ich muß das Eisen so in den Magen hineinbringen, daß das Eisen vom Chlor im Magen irgendwie angenommen wird. -— Dazu aber muß man eine Medizin bereiten, zum Beispiel aus Spinat. Der Spinat hat Eisen. Man kann auch eine Medizin aus anderen Stoffen machen, sagen wir zum Beispiel aus Anissamen und so weiter; aber hauptsächlich ist es notwendig, daß man dann den Spinat nicht so verwendet, wie er da ist — der kann zwar auch dienen, wenn man ihn einfach essen läßt -, sondern daß man eine Medizin macht aus dem Eisen, das im Spinat enthalten ist. Dann ist darin, wie das Eisen im Spinat verteilt ist, die Kraft, daß sie das Eisen nun auch bis zum Blut heraufbringen kann. Also in einem solchen Falle, wenn man entdeckt, daß zuwenig Eisen da ist, muß man versuchen, auf diese Weise das Eisen in das Blut hineinzubringen.

Aber die Bleichsucht kann auch darauf beruhen, daß zuwenig Fett im Magen liegt, um Chlor zu erzeugen. Ja, irgendein Naturforscher hat bemerkt, daß bei der Bleichsucht zuwenig Chlor erzeugt wird; deshalb hat man dann der Bleichsucht auch den Namen Chlorose gegeben. Aber die Zusammenhänge wissen die Leute nicht. Da muß man dann aber nicht versuchen, einfach Salzsäure in den Magen hineinzubringen, denn diese kann vielleicht ganz genügend da sein, namentlich wenn man sie von außen hineinbringt. Es handelt sich darum, daß das Chlor vom Magen selber erzeugt wird, daß der Magen die Kraft hat, Chlor zu erzeugen. Das eigene Chlor braucht der Mensch, nicht das von außen hineingetragene! Und dazu ist es notwendig, daß man etwas in den Magen hineinbringt, was man in bestimmter Bearbeitung aus Kupfer bereitet. Dann macht man den Magen wieder geneigter, Chlor zu bilden. Sie sehen also, man muß überall in die Dinge hineinschauen. Aber meistens ist es bei der Bleichsucht nicht die Eisenarmut, nicht die Chlorarmut, sondern daß beide nicht zusammenkommen können. Mars und Merkur können im Menschen nicht zusammenkommen.

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Ja, sehen Sie, meine Herren, im Weltenall, da steht zwischen Merkur und Mars die Sonne (siehe Zeichnung). Geradeso wie der Mars mit dem Eisen verwandt ist, ist der Merkur entweder mit dem Quecksilber oder

Kupfer verwandt. Braucht man also bei der Armut an Chlor den Merkureinfluß, bei der Armut an Eisen den Marseinfluß, so handelt es sich, wenn die beiden nicht zusammenkommen können, dann darum, die Sonnenkraft, die dazwischen liegt, stärker zu machen im Menschen. Denn das, was Chlor und Eisen zusammenbringt, das ist die Sonnenkraft im Menschen. Und die kann man anfachen, wenn man dem Menschen in ganz kleinen Mengen Gold beibringt. Wenn man dann versucht, zu kurieren mit Gold - natürlich wieder in ganz bestimmter Zubereitung, sonst bleibt es wieder im Magen liegen -, kann man Mars und Merkur wieder zusammenbringen.

Also Sie sehen, bei derlei Kranken können dreierlei Heilmittel in Betracht kommen. Das gibt es nicht, daß man einfach nach den Krankheitsnamen heilen kann, sondern es muß entweder ein Präparat aus Kupfer oder ein Präparat aus Eisen, das aus der Pflanze gewonnen werden muß, aus Spinat zum Beispiel, verwendet werden. Oder es kann das Gold notwendig sein — aber in entsprechender Zubereitung -, damit die beiden zusammenkommen. Es ist nämlich so: Wenn man nur dasjenige kennt, was sich hier auf der Erde abspielt im Menschen, dann kann man gar nichts wissen vom Menschen; dann kommt man dazu, das, was gleich aussieht, auch gleich zu benennen. Aber das wäre gerade so, wie wenn einer ein Rasiermesser zum Fleischschneiden verwenden wollte, weil es ein Messer ist. Bleichsucht ist eben nicht immer dasselbe. Man müßte sagen: Es gibt eine eisenarme Bleichsucht, es gibt eine chlorarme Bleichsucht und es gibt eine Bleichsucht, wo die beiden nicht zusammenstimmen, ebenso wie man sagen muß, es gibt Rasiermesser, Tischmesser und Federmesser. — Aber die Menschen, nicht wahr, die sind schon so, daß sie alles immer zusammenwerfen. Geradeso wie einer, der sagt: Ach was, was auf den Tisch kommt, sind Zutaten zu dem, was man ißt — und da salzt er sich seinen Kaffee, da Salz eine Zutat ist und Zucker eine Zutat ist. So sind die Leute, wenn sie in die Welt hinausschreien: Bleichsucht ist Bleichsucht. Das ist aber ebenso Unsinn wie: Zutat ist Zutat. Denn wenn man eine Bleichsucht, die auf Disharmonie beruht, kuriert auf Eisen, so tut man dasselbe, wie wenn man sich den Kaffee salzt.

Sehen Sie, meine Herren, da kommen Sie eben darauf, wie tatsächlich überall das gesucht werden muß, was nicht so naheliegt wie die Nase. Es ist ja tatsächlich so: Unsere Wissenschaft ist bis auf die Nasenlänge schon gekommen; denn wenn man ins Mikroskop schaut, dann stößt die Nase immer bis ans Mikroskop. Im Leben ist es nicht so einfach. Da kommt man mit der Nase lange nicht vorwärts. Da sagt man: Der sieht nicht weiter, als seine Nase geht. - Diejenigen, die heute im Mikroskop untersuchen, die sehen auch nicht weiter, als die Nase geht! Aber man muß bis zum Mars hinaufschauen, wenn man dasjenige sehen will, was im gewöhnlichen Eisen Bedeutung hat. Warum? Man kann ganz genau die Zusammenhänge eben dann nur finden, wenn man in dieser Weise überall ins Weltenall hinausgeht. Es ist keine Erdichtung, wenn man vom Mars spricht und sagt, daß er diese oder jene Fähigkeit hat. Es ist nicht so, daß man einfach irgendein dumpfes, unbestimmtes Hellsehen entwickelt, das bis auf den Mars hinaufschaut, sondern man muß vieles kennenlernen, man muß den Marseinfluß im Menschen kennenlernen; dann kann man natürlich vom Mars sprechen, sonst nicht. Und ebenso ist es eben durchaus mit den anderen Planeten. Und wir können zum Beispiel sagen: Wir werden immer finden, daß wenn einem Menschen namentlich innerlich etwas fehlt, wie es bei der Bleichsucht der Fall ist- wenn also das Eisen nicht erfaßt werden kann -, dann hängt das mit dem zusammen, daß der Merkur auf den Menschen nicht richtig wirkt. Wenn dem Menschen etwas äußerlich fehlt, dann hängt das damit zusammen, daß der Mars nicht richtig auf den Menschen wirkt.

Nun, meine Herren, sehen Sie, es gibt junge Mädchen, die bekommen, wenn sie reif werden, die Bleichsucht. Das deutet darauf hin, daß innerlich etwas nicht in Ordnung ist. Da ist der Merkureinfluß zu schwach; wir müssen ihn durch den Goldeinfluß stärker wirksam machen. Es gibt aber Knaben - Sie wissen, bei Knaben geschieht das Reifwerden nicht dadurch, daß etwas Innerliches geschieht; während bei Mädchen in innerlicher Weise die Periode eintritt, geht es bei den Knaben nach außen: der Stimmwechsel tritt ein, die Mutierung der Stimme -, bei denen tritt sehr häufig etwas anderes ein: die können gerade da etwas Heiseres in ihre Stimme aufnehmen. Das ist bei den Knaben das Entsprechende der Bleichsucht wie bei den Mädchen - Knaben können auch bleichsüchtig werden; dann ist etwas innerlich nicht in Ordnung -, aber was bei dem Knaben dasselbe bedeutet, das ist, daß der Stimmwechsel nicht ordentlich auftritt, besonders in eine gewisse Heiserkeit hineinkommt, wie es bei sehr vielen Menschen der Fall ist. Dann ist nicht der Merkureinfluß der eigentliche Attentäter, sondern der Marseinfluß. Wenn man aber noch immer sich sagt — da ja der Mars nicht nur das Eisen gibt, das Eisen geben auch die Meteore -: Man muß den Marseinfluß verstärken — da kann es auch sein, daß man mit dem Gold, mit dem Aurum diesen Marseinfluß verstärken kann. Sie sehen, das Reifwerden in der Jugend äußert sich auf ganz verschiedene Weise: Bei den Mädchen, daß sie mehr unter dem Merkureinfluß stehen, bei den Knaben, daß sie mehr unter dem Marseinfluß stehen, zur Heiserkeit neigen oder, wenn sie nicht immer heiser sind, wenigstens in jedem Winter heiser werden.

Diese Dinge müssen heute durch die Geisteswissenschaft erforscht werden. Die andere Wissenschaft hat überhaupt gar keinen Begriff von diesen Dingen. Nun, meine Herren, Sie sehen, es handelt sich also darum, daß man dasjenige, was in der Pflanze schon die richtige Verteilung von Eisen gibt, in der richtigen Weise in den Magen hineinbringt, wenn Bleichsucht auf der Eisenarmut beruht und dergleichen. Sie sehen, die menschliche Natur lernt man nur richtig kennen, wenn man sie auf die ganze Sternenwelt bezieht. Da kommt man eigentlich nicht zu Ende, sondern da muß man durchaus sich klar sein darüber, daß alles, was man am Himmel als Sterne sieht, den entsprechenden Einfluß auf den Menschen hat. Also das ist von großer Wichtigkeit.

Das Nächste wollen wir dann am nächsten Mittwoch weiter behandeln. Vielleicht fällt Ihnen da wieder etwas ein, was Sie gerade im Anschluß an diese Sache wissen möchten. Da können Sie dann auch die Frage stellen: Wie soll die Volksernährung zur Volksgesundung stehen? - Vielleicht daß Sie das eine oder andere bemerken über ausbrechende Volkskrankheiten und so weiter. Darüber können wir dann noch reden. Also denken Sie darüber nach! Vielleicht können Sie bis zum nächsten Mittwoch etwas finden, was Sie gerade im Anschluß an die Frage über die Ernährung werden wissen wollen.

German original of Effects of Substances in the Cosmos and in the Human Body · Next →