A Spiritual Scientific View of Nature and Man

GA 352 — 2 February 1924, Dornach

Das menschliche Auge — Albinismus

Meine Herren, die Frage, die gestellt worden ist, lautet:

Ist die Iris im Auge der Spiegel des Seelischen im gesunden und kranken Zustande?

Ich glaube, die zweite Frage kann gleich dazugenommen werden, sie sind wohl miteinander gemeint:

Was bewirkt, daß bei schwarzen Menschen der Albinismus oder Leukopathie hervorgerufen wird?

Wir müssen, wenn wir diese Frage beantworten wollen, vor allen Dingen noch ein wenig auf die Wesenheit des menschlichen Auges eingehen. Die Frage bezieht sich ja darauf, daß von gewissen Leuten aus der Beschaffenheit der Iris, also des gefärbten ringförmigen Körpers in dem Auge, der das Schwarze der sogenannten Pupille umgibt, dieser Iris, die wirklich bei verschiedenen Menschen die denkbar größte Verschiedenheit aufweist, auf die gesunde oder kranke Beschaffenheit des ganzen Körpers geschlossen wird. Die Iris ist ja nicht nur, wie Sie wissen, bei einem Menschen blau oder schwarz oder braun oder grau oder auch grünlichbraun gefärbt, sondern die Iris hat auch so oder so gezeichnete Linien, die durch feine Gefäße entstehen. So daß wirklich, geradeso wie der allgemeine Gesichtsausdruck bei dem einen Menschen verschieden ist von dem des anderen, der feinere Bau dieser Iris oder Regenbogenhaut bei den verschiedenen Menschen ganz verschieden voneinander ist, und zwar viel mehr voneinander verschieden, als eigentlich die Physiognomie der Menschen voneinander verschieden ist.

Nun müssen wir schon ein wenig auf den Bau des Auges eingehen, wenn wir über eine solche Sache sprechen wollen. Das hängt ja zusammen eben mit der anderen Frage, die von Ihnen gestellt worden ist. Das ist nämlich diese, daß insbesondere bei Negern, aber auch sonst, bei nicht schwarzen Menschen, eine abnorme, eine nicht ganz gewöhnliche Hautfärbung auftritt, die verbunden ist mit der besonderen Färbung der Regenbogenhaut oder Iris. Das hängt in einer gewissen Weise zusammen. Nun ist diese Hautfärbung bei natürlich schwarzen Menschen besonders auffallend, weil die eben sonst schwarz sind, und dann haben sie allerlei weiße Flecken, sind dann gesprenkelt wie ein Tiger. Sie sind sehr selten ganz blaß und ganz weiß; das kommt sehr selten unter Negern vor, außerordentlich selten. Aber auch bei anderen nicht ganz schwarz gefärbten Rassen kommen solche sogenannten Albinos vor. Aber dieser Albinismus kommt auch bei weißen Menschen vor, bei den sogenannten Kakerlaken — so nennt man sie -; die haben eine sehr blasse Hautfarbe, fast milchweiße Hautfarbe. Dann haben sie die Iris gewöhnlich hellrötlich gefärbt, und die Pupille, die sonst beim Menschen schwarz ist, ist dann dunkelrot. Ein solcher weiblicher Kakerlak, den ich einmal gesehen habe, stellte sich sogar in allerlei Schaubuden aus und ließ sich sehen. Er hatte ganz milchweiße Haut, rote Iris oder Regenbogenhaut, dunkelrote Pupillen statt schwarzen Augensternen, und sagte dann mit einer ungemein schwachen Stimme: «Ich bin ganz weiß, habe rote Augen und sehe sehr schwach.» Das stimmte auch, er sah sehr schwach.

Wenn man auf diese Sache eingehen will, muß man vor allen Dingen den Bau des Auges selber studieren. Nun habe ich Ihnen ja über das Auge im Laufe der Zeit so mancherlei gesagt. Sie werden daher heute das, was ich zu sagen habe, vielleicht einsehen. Sehen Sie, das Auge sitzt ja in dem ganz festen Knochenkörper des Kopfes drinnen. Der Knochenbau des Kopfes wölbt sich ja da drinnen, und in dieser Knochenhöhlung, die nach rückwärts hier gegen das Gehirn zu offen ist (siehe Zeichnung), sitzt das Auge drinnen. Das Auge ist nun zunächst von außen von einer harten Haut, die hier undurchsichtig ist, begrenzt. Der sogenannte Augapfel ist von der Hornhaut begrenzt. Diese Haut wird nach vorn, hier, wo sie sich etwas auswölbt, durchsichtig. Sonst könnte man ja mit dem Innern des Auges nicht ans Licht heran, wenn nicht diese äußere Hornhaut durchsichtig wäre. Sie heißt Hornhaut, weil sie eben hornig ist. Da drinnen sitzt dann nach innen gehend eine Haut, welche aus feinen Adern besteht. Das Blutnetz des Körpers dehnt sich ins Auge hinein aus und schickt auch ganz kleine, feine Adern ins Auge hinein. Man hat also hier die harte Hornhaut, die nach vorn durchsichtig wird, und dann die anliegende sogenannte Aderhaut. Die dritte Haut, die da drinnen ist, ist aus Nerven gebildet; das ist die sogenannte Netzhaut. Ich muß also noch eine dritte Haut zeichnen, die Netzhaut. Und die Netzhaut geht nach rückwärts ins Gehirn hinein, die Aderhaut natürlich auch. Und das hier nennt man, weil es Nervensubstanz ist, zum Sehen hingeht, den Sehnerv. Sie wissen ja, daß die Leute sagen: Durch die Nerven empfindet man. — Also mit dem Sehnerv sieht man.

Nun, das Eigentümliche ist nur, daß jeder zugeben muß, daß man, wie die Leute sagen, mit dem Sehnerv hier überall sieht, nur just da nicht, wo er hereinkommt; da ist er blind, da sieht man nichts! Wenn also einer gerade so schaut, daß er irgendwie da herausschaute, oder daß die Nerven ringsherum erkrankt sind und nur noch die Stelle gesund ist, wo der Sehnerv hereinkommt, dann sieht man trotzdem da, wo der Sehnerv hereinkommt, nichts. Jetzt sagen die Leute: Mit dem Sehnerv sieht man, der ist dazu da, daß man sieht. - Haben Sie nun schon das Folgende gehört? Denken Sie sich einmal: Da ist eine Partie von Arbeitern, sagen wir dreißig Arbeiter. Fünfundzwanzig von diesen müssen recht fleißig arbeiten; die stehen überall da. Und da steht eine Gruppe von fünf - man wird das nicht machen, aber ich will einmal voraussetzen, daß man das macht -, diese fünf, die dürfen faulenzen, während die anderen fleißig arbeiten. So daß wir also sagen können: da sind die fünfundzwanzig fleißigen Arbeiter, und da sind fünf, die faulenzen die ganze Zeit, sitzen auf gepolsterten Sesseln und faulenzen. Wenn Ihnen nun einer sagt, die Arbeit wird von den fünf Faulenzern ebensogut gemacht — oder vielleicht kann er das nicht sagen, weil er das nicht sieht, aber die Arbeit kommt dadurch zustande, daß gefaulenzt wird -, so werden Sie das nicht glauben, nicht wahr? Das ist doch Unsinn. Nun aber lehrt einen die Wissenschaft: Der Sehnerv sieht. — Aber just an der Stelle, wo er am meisten ist, da sieht er nichts! Das ist geradeso, wie wenn Sie sagen würden: Die Arbeit wird von dem geleistet, was die fünf faulenzenden Menschen machen. - Sehen Sie, solche Dinge weiß man - das ist eben gerade das Kuriose -, solche Dinge weiß man, aber man behauptet dennoch immerfort einen ganz gewöhnlichen Unsinn. Nicht wahr, daraus, daß hier der sogenannte blinde Fleck ist — so heißt er nämlich -, und daß man an der Stelle, wo der Sehnerv am meisten angreift, gar nichts sieht, daraus geht ja ganz klar hervor, daß der Sehnerv nicht das sein kann, womit man sieht.

Die Sache ist nämlich so: Es gibt etwas im menschlichen Körper, das sehr ähnlich ist dieser Sache beim Sehnerv; das sind nämlich Ihre beiden Arme und Hände. Denken Sie sich, Sie heben einen Stuhl auf. Sie strengen die Arme an bis hinunter zu den Händen. Aber das, was sie da verbindet, das bleibt dabei oben, nicht wahr. Geradeso ist es beim Sehnerv. Sie streben da etwas an, was das Licht angreift, und in der Mitte ist es da so, wie es ist zwischen den beiden Armansätzen hier. Aber es ist nicht der Sehnerv, der da angreift - denn wenn der Sehnerv es wäre, so müßte er da am allermeisten sehen —, sondern dasjenige, was da angreift, ist etwas von dem ganz Unsichtbaren, das ich Ihnen beschrieben habe. Das ist gerade das Ich, die Ich-Organisation. Es ist nicht der physische Körper, nicht der Ätherkörper, es ist sogar noch nicht einmal der Astralkörper; es ist das Ich. Und so muß ich Ihnen hier noch etwas außer dem, was schon da drinnen ist, einzeichnen: Da ist das unsichtbare Ich, das sich da ausbreitet. Nur daß es nicht so ist, wie wenn da zwei solche Arme wären, sondern so, daß da die Arme sich schließen würden und eine Kugel würden. Mit den Händen fangen wir schon an eine Kugel zu machen, wenn wir etwas anfassen. So ist da drinnen das übersinnliche Ich; das greift da an. Und wozu ist denn der Nerv da? Ja, meine Herren, der Nerv ist dazu da — weil das eine Arbeit ist, die ja der unsichtbare Mensch verrichtet -, daß abgesondert wird. Da wird überall Substanz abgesondert, die bleibt da überall liegen. Mit dem übersinnlichen Ich sieht man. Aber der Nerv ist dazu da, daß etwas abgesondert wird.

Denken Sie, was da die Wissenschaft für einen Unsinn sagt, geradeso wie wenn man den Dickdarm und das, was im Dickdarm drinnen ist, untersucht und man unmittelbar von dem, was aus dem Dickdarm jetzt ausgeschieden wird, sagen würde, daß sich der Mensch damit nährt! Geradeso wie im Dickdarm drinnen ist, was dann ausgeschieden wird, so wird hier die Nervensubstanz ausgeschieden. Und das hier (der blinde Fleck) ist dann die Stelle, wo sie am meisten ausgeschieden wird. Da wird ins Gehirn hinein dasjenige, was man nicht braucht im Auge, ausgeschieden, geht dann weiter und wird überhaupt ausgeschieden. Sehen Sie, das ist etwas, was Sie ganz leicht einsehen können, worüber Ihnen aber heute die tollsten Geschichten erzählt werden. Nur kommen die Leute nicht darauf, was es heißt, wenn man behauptet, es wird mit der Nervensubstanz gesehen oder empfunden oder irgend etwas wahrgenommen. Das wäre geradeso, als wenn man sich mit dem Inhalte des Mastdarmes nähren würde. Also sehen Sie, daß diese Geschichte mit dem blinden Fleck gar keine Bedeutung hat für das Sehen, denn der Sehnerv sieht auch daherum nicht, nur wird hier, wo der blinde Fleck ist, eben am meisten ausgeschieden. Und geradeso, wie im Mastdarm die Ernährung aufhört, wie das nur zum Ausscheiden da ist, so hört auch hier eben das Sehen auf, weil da am meisten ausgeschieden wird, und weil es auch gar keinen Sinn hat, daß da in der Mitte gesehen wird.

Denken Sie, Sie hätten da einen Stock liegen und wollten ihn mit dem Kopf aufheben! Das können Sie nicht. Sie müssen ihn mit dem Arm, mit der Hand aufheben, mit dem, was sich seitlich ansetzt. Ebensowenig können Sie mit dem Nerv sehen. Man muß mit dem sehen, was da angreift.

Nun, meine Herren, alles was da ist (auf die Zeichnung deutend), endet hier in eine Art Muskel. Dieser Muskel trägt die Linse. Das ist ein ganz durchsichtiger Körper. Warum durchsichtig? Damit man ans Licht herankommen kann. Und hinter diesem Körper hier ist eine dickliche Flüssigkeit. Vorne ist eine noch dicklichere Flüssigkeit, und in dieser dicklichen Flüssigkeit da vorne schwimmt die Iris oder Regenbogenhaut darin, die sich hier ansetzt in der Nähe der Adern. Sie schwimmt wirklich darinnen in der Flüssigkeit und läßt ein Loch für das Licht offen. Dieses Loch erscheint schwarz, wenn man hineinschaut, weil man durch das ganze Auge durch bis an den Hintergrund schaut, der eben schwarz ist.

Diese Regenbogenhaut oder Iris ist vorn ziemlich durchsichtig, an der hinteren Seite ist sie schwarz. Diese schwarze Haut, die da hinten ist, ist bei manchen Menschen recht dünn. Weil, wenn sie dünn ist, man da durch das Durchsichtige in Schwarz hineinschaut, haben gewisse Menschen blaue Augen. Und bei denjenigen, bei denen die Haut hier dicker ist, bei denen man auf die dicke hintere Haut aufschaut bei der Regenbogenhaut, bei denen sind es schwarze Augen oder dunkle Augen. Wir wollen von den braunen Augen gleich nachher sprechen.

Nun, meine Herren, müssen wir uns einmal darüber unterrichten, worauf es denn beruht, daß bei manchen Menschen diese Haut hier, die eigentlich das Blau oder Braun oder Schwarz ausmacht, dicker oder dünner ist. Ich habe Ihnen ja gesagt: Da ins Auge hinein geht das, was man das Ich nennt, dieser edelste, übersinnliche Teil des Menschen. Da geht das Ich hinein. Das Ich ist bei den Menschen verschieden stark oder schwach. Nehmen Sie nun an, das Ich sei sehr stark bei einem Menschen, ein Mensch hätte ein sehr starkes Ich. Sehen Sie, ein solcher Mensch ist imstande, das Eisen, das er im Blute hat und das er auch durch diese Aderhaut ins Auge hineinkriegt, ganz aufzulösen. Wer also ein sehr starkes Ich hat, löst das Eisen ganz auf, und die Folge davon ist, daß eben in diese Haut, die ja am alleräußersten Rand des Körpers liegt, wenig Eisen hineinkommt, weil es ganz aufgelöst ist. Es kommt also wenig Eisen hinein, und die Folge davon ist, daß diese Haut dünnlich wird. Dadurch, daß sie dünnlich wird, bekommt man blaue Augen. Denken Sie sich nun, ein Mensch hat ein schwaches Ich; dann löst er das Eisen nicht so stark auf, und die Folge davon wird sein, daß noch viel unaufgelöstes Eisen in diese Haut hineinkommt. Von diesem unaufgelösten Eisen wird die Haut dicker und der Mensch bekommt dunkle, schwarze Augen. Es hängt also von dem Ich ab, ob der Mensch schwarze oder blaue Augen hat.

Nun, meine Herren, im Blut drinnen ist aber auch noch ein Stoff: das ist der Schwefel. Und wenn auch das Ich das Eisen verarbeiten kann, ist es halt trotzdem manchmal unfähig, den Schwefel zu verarbeiten. Wenn das Ich den Schwefel unverarbeitet in diese Haut hereinläßt, dann entsteht ein Gelblichbraunes in der Iris, da kommen die bräunlichen Augen zustande. Und wenn besonders viel Schwefel in die Augen hineinkommt, dann entsteht eine rötliche Iris. Von dem Schwefel, der da dahinter schimmert, wird sogar die Pupille nicht schwarz. Man sieht nicht das Schwarze, sondern der ausgestrahlte, ausgespritzte Schwefel macht selbst die Pupille dunkelrot. So ist es bei dem Kakerlaken, so ist es bei den Menschen, die sonst eben auch ihre Haut nicht richtig mit der Hautfarbe versorgen können. So daß man sagen kann: Es gibt eben Menschen, die können den Schwefel in ihre Augen wie hineinspritzen. Das Ich kann das hineinspritzen, und es kommt dadurch diese besondere Färbung der Iris zustande.

Aber dasjenige nun, was da ins Auge hineinkommt an Schwefel oder Eisen, das kommt ja in den ganzen Körper hinein, denn es kommt aus dem Blut. Das sind ja nur kleine Blutadern hier im Auge. Wenn also einer hier im Auge Schwefel hineinspritzt, so spritzt er in seine ganze Haut überall Schwefel aus. Und die Folge davon, daß er in seine ganze Haut überall Schwefel ausspritzt, ist, daß er an den Stellen, wo der Schwefel hingespritzt ist, nicht seine natürliche Hautfärbung hat; denn die natürliche Hautfärbung kommt von der Eisenverarbeitung. Wenn also der Mensch sein Eisen nur gering verarbeitet, dafür aber Schwefel ausspritzt, dann bekommt er solche scheckigen Flecken in der Haut, und zugleich kann man das an der Augenfärbung sehen.

Sie sehen also: Gerade wenn man diesen unsichtbaren Menschen, der in jedem Menschen steckt, betrachtet, so kann man auch bis in die Materie hinein, bis in den Stoff hinein den Menschen verstehen. Anthroposophie ist ja nicht so blödsinnig, daß sie nicht den Stoff versteht. Der Materialismus gerade versteht den Stoff nicht. Lesen Sie irgendwo nach über den Albinismus, was können Sie da lesen? Derjenige von Ihnen, der mich gefragt hat, wird ja wahrscheinlich irgendwo etwa gelesen haben: Die Ursache des Albinismus ist unbekannt! — Der Materialismus kommt eben überall zu diesem merkwürdigen Satz: Die Ursache ist unbekannt! — weil er sich überhaupt nicht bekümmert um diejenigen Fälle, wo die Ursachen zu finden sind. Es ist natürlich leicht, zu sagen: Da ist eine rote Pupille. - Ja, aber man muß kennen, was da drinnen eigentlich arbeitet, und was die Geschichte hineinspritzt, denn die Rotfärbung und die Blaßfärbung des Körpers kommt vom Schwefel.

Jetzt aber können Sie verstehen, was wirkliche Wissenschaft ist. Denken Sie sich, Sie kommen irgendwo an eine Stelle auf der Erde hin, da ist etwas gearbeitet; es schaut sich einer das an und sagt: Die Arbeit ist schon da, die Ursache ist unbekannt. — Er kümmert sich nicht darum, was vorher geschehen ist; deshalb konstatiert er: Ursache ist unbekannt. — Daß da also zum Beispiel dreißig Leute gearbeitet haben viele Tage lang, darum kümmert er sich nicht. So macht es die Wissenschaft, wenn sie sagt: Für die Rotfärbung der Pupille und die Bleichfärbung der Haut ist die Ursache unbekannt. — Aber die Ursache liegt eben in dem Ich, das da in der Materie, in dem Stoff arbeitet.

Daraus sehen Sie aber auch wiederum: In der Iris ist ja wirklich etwas von einem getreuen Spiegelbild enthalten von dem, wie der ganze Körper mit Eisen und Schwefel arbeitet. Aber nehmen Sie einmal solch einen Albino, solch einen Kakerlaken; das ist eigentlich eine Art von Krankheit. Es wird zu viel mit Schwefel in dem Körper gearbeitet, aber der Körper gewöhnt sich daran, und es ist das organisiert. Nun aber kann das eintreten, daß das in viel schwächerem Maße in die Augen hineinkommt. Sehen Sie, außer diesem Kakerlaken, von dem ich Ihnen erzählt habe, außer dieser Dame, die sich in der Schaubude ausgestellt hat, habe ich manchen Kakerlaken gesehen. Immer kann man nachweisen, daß bei solchen Kakerlaken etwas ganz Besonderes vorliegt. Man kann sagen: Da ist ein Kakerlak, ein solcher Albino, und er hat diese eigentümliche rötliche Färbung der Iris, blaßrot, hat die dunkelrote Färbung der Pupille, hat den bleichen Körper. Wenn man ihn jetzt weiter prüft, bekommt man aus der Beschaffenheit seines Körpers die Ansicht, daß bei ihm besonders die Verbindung zwischen Herz und Niere eine sehr schwächliche ist. Er ist nicht nur schwach in den Augen, er ist in der Verbindung zwischen Herz und Niere schwach. Die Nieren werden bei einem solchen Menschen sehr mühsam mit Blut versorgt, arbeiten also sehr schwer. Wenn er den Schwefel, den er durch seine ganze Leibesbeschaffenheit in sich trägt, auf die Nieren ablagern würde, dann würde er als Kind schon sterben. Deshalb schiebt er den Schwefel nach der Körperoberfläche ab - die Haut wird weiß, die Augen werden rot —, so daß die Nieren zart arbeiten können. Solche Albinos haben die zartest arbeitenden Nieren zum Beispiel. Es kann das auch bei anderen Menschen auftreten. Wenn aber bei Menschen, die nicht Kakerlaken sind — die meisten sind ja nicht Kakerlaken -, irgendein Fehler bei den Nieren auftritt, ja, muß er sich denn dann nicht auch in der Iris zeigen? Dasjenige, was dort Schwefel und Eisen miteinander machen, drückt sich ja auch hier aus. Man kann also schon aus der Beschaffenheit der menschlichen Iris darauf schließen, ob im menschlichen Körper da oder dort etwas geschädigt ist. Daher kann man an diesem feinen Aussehen der Iris, wenn da oder dort ein Flecken ist, was nicht eigentlich normal ist, sehen: Da ist ein Schaden im Körper. Aber, meine Herren, das müssen Sie bedenken: Der ganze Körper des Menschen ist eine Einheit, und dasjenige, was man in der Iris sieht, würde man auch, wenn man nur gescheit genug wäre, dann sehen, wenn man ein kleines Stückchen der Haut herausschneiden und herausnehmen würde — da würde auch in der Haut etwas auftreten, was nicht normal wäre -, oder selbst wenn man den Nagel der großen Zehe abschneiden würde. Da ist auch eine sehr feine Gliederung, an der man sehen könnte, wenn Leber oder Niere oder Lunge nicht in Ordnung wären, wenn auch wieder ein wenig anders. Also wenn einer besonders gescheit wäre und statt der Irisuntersuchung eine Untersuchung der abgeschnittenen Fingernägel zum Beispiel machen würde — es würde ja viel schwerer sein, weil es nicht so ausgesprochen ist —, so würde er auch da die gesunde oder kranke Beschaffenheit erkennen können. Beim Auge ist es nur auffällig, weil das Auge ein besonders zartes Gebilde ist, und da ist nun wieder das Zarte leicht zu ergreifen. Beim Auge kommt es am stärksten heraus. Aber Sie können ja auch sonst sehen, daß an der Oberfläche des Körpers die Dinge am stärksten herauskommen. Ich habe zum Beispiel selten gesehen, daß einer, wenn er einen besonders feinen Stoff befühlen will oder so irgend etwas, daß er das auf die Schultern legt. Wenn das der Fall wäre, daß das vorteilhafter wäre, würden wir daher schon etwas machen, daß, wenn wir etwas Feines befühlen sollten, wir uns da oben auf der Schulter frei machen könnten und es befühlen könnten. Aber das hilft uns nichts. Wir befühlen es mit den Fingerspitzen. Und an den Fingerspitzen sind wir für das Gefühl von Sachen besonders empfindlich. Da haben Sie ja wieder dieselbe Sache. Wenn das Nervensystem dasjenige wäre, was eigentlich das Gefühl ausmacht, müßte man dort, wo man in der Nähe vom Gehirn ist, am meisten fühlen. Aber wir fühlen ja gar nicht in der Nähe vom Gehirn am meisten, sondern da, wo es vom Gehirn am weitesten weg ist, fühlen wir, gerade in den äußersten Fingerspitzen, weil das Ich am meisten an der Oberfläche des Körpers sitzt. Dasjenige, was der Mensch in seinem Innern als Ich ist, das kann man an der äußersten Oberfläche am besten erkennen. Daher kann man, weil die Augen am allermeisten an der Oberfläche sind, auch da am allermeisten erkennen, weil die Augen zart sind und vom Hirn weg sind.

Sie können sagen: Die Augen sind ja im Schädel und nahe vom Gehirn. — Aber damit sie recht weit weg sind, sind da recht viele Knochen, und da, wo das Auge mit dem Hirn in Verbindung ist, wo der Knochen nicht ist, da wird eben nichts gesehen. Also bei den Fingerspitzen, da ist es durch die Weite des Raumes bedingt, daß sie besonders empfindlich sind; bei den Augen ist es, weil sie am meisten geschützt sind vor dem Gehirn.

Dazu kommt noch etwas anderes, das merkwürdig ist. Wenn Sie irgendein niederes Tier haben, das sein Hirn ausbildet, so bildet es das Hirn so aus, daß das Hirn für das Auge die Höhle frei läßt, und das Auge wächst nicht so heraus aus dem Hirn, sondern es setzt sich da von der Seite an und wächst hinein (es wird gezeichnet). Von außen, nicht vom Hirn heraus wächst das Auge; ins Hirn herein wächst das Auge. Es ist also von außen hineingebilder.

Aus alldem können Sie sehen, daß das, was da an der Oberfläche, sei es in der Haut, sei es im Auge, gebildet wird, mit dem zusammenhängt, wodurch der Mensch eigentlich mit der Außenwelt am meisten in Verbindung steht. Bei einem Menschen, der immer im Bett liegt, der seinen Willen nicht gebrauchen kann für seinen Körper, bei dem kann man nicht gut sagen, daß er sein Ich stark ausbildet. Bei einem Menschen, der viel beweglich ist, wird man schon sagen, daß er sein Ich stark ausdrückt. Und dasjenige, was uns sonst mit der Außenwelt in Berührung bringt, das ist eben in dem Riechen, Sehen und so weiter, das sind die Sinne. Und das Auge ist eben der zarteste Sinn, der uns mit der Außenwelt in Berührung bringt. So daß man schon sagen kann: Weil da das Ich besonders stark wirkt in diesem feinen Geäder - es ist ja ein furchtbar feines Geäder in dieser Regenbogenhaut oder Iris —, kann man an dieser viel sehen, wie das ganze Ich nach innen arbeitet, ob also der Mensch gesund oder krank ist.

Das ist die ursprüngliche Wahrheit und Erkenntnis, die man über diese Sache haben kann. Aber diese Tatsache, die ich Ihnen jetzt beschrieben habe, gehört auch zu gleicher Zeit zu den allerschwierigsten, denn man muß schon sehr gründlich unterrichtet sein darüber, was so eine kleine Unregelmäßigkeit in der Iris zu bedeuten hat, wenn man daraus auf den gesunden oder kranken Menschen schließen will. Ich will Ihnen ein Beispiel sagen. Sehen Sie, es kann zum Beispiel sein, daß bei irgendeiner Iris da oder dort Pünktchen auftreten, dunkle Pünktchen auftreten. Diese dunklen Pünktchen bedeuten natürlich, daß der Mensch etwas hat, was sonst nicht da ist, wenn diese dunklen Pünktchen in der Iris nicht sind. Aber nehmen Sie an, der Mensch, bei dem diese dunklen Pünktchen auftreten, wäre ein furchtbar dummer Kerl. Dann wird er irgendeine Krankheit haben, auf die diese dunklen Pünktchen hinweisen. Aber bei dem Menschen, bei dem diese dunklen Pünktchen auftreten, kann das auch so sein, daß er in seiner Jugend überanstrengt worden ist mit irgendeinem Lernen, über seine physischen Kräfte hinaus hat lernen müssen. Dann kann er dadurch, daß er gewisse Organe in seiner Jugend zu stark gebraucht hat, eine gewisse schwächere Tätigkeit nach den Augen getrieben haben, und dann können diese kleinen Eisenablagerungen, diese ganz feinen Eisenablagerungen durch eine Überanstrengung in der Kindheit auftreten. Sie können also auftreten durch eine Krankheit im späteren Leben, sie können aber auch auftreten durch eine Überanstrengung in der Kindheit. Die meisten Menschen denken: wenn ich da schwarze Pünktchen sehe in der Iris, dann muß das oder jenes im Körper sein. - Es kommt aber darauf an, daß man nicht nur das gegenwärtige Leben des betreffenden Menschen weiß, sondern gerade dann, wenn man so etwas auf die Krankheitsursachen hin erkennen will, so muß man das ganze Leben des Menschen mit ihm durchgehen; man muß ihn erinnern lassen, was er da oder dort in der Kindheit schon getan hat. Es kann also dasjenige, was man in der Iris sieht, auf mancherlei deuten. Und gerade von so etwas auf etwas zu schließen, das gehört zu dem allerkompliziertesten Wissen.

Daher ist es so empörend, daß heute allerlei Büchelchen geschrieben werden; die Dinge, die da geschrieben werden, sind meist sehr kurz und heißen: Über Augendiagnose. Da kriegt man eine Anleitung auf fünfzig Seiten, wie man die Iris untersuchen soll. So, nicht wahr: Da ist die Iriseinteilung, da ist die Pupille, ganz schematisch gezeichnet, dann ist da die Krankheit angegeben; Milzkrankheit steht dann da; Lungenkrankheit, Syphilis und so weiter. Nun braucht ja der betreffende Augendiagnostiker, der das kennt, was so aufgezeichnet wird, wenn er mit einem mäßigen Vergrößerungsglas die Iris ansieht, dann nur an sein Büchelchen zu gehen; und wenn er das bemerkt, was gerade dort eingezeichnet ist wo Lungenkrankheit steht, so konstatiert er: Lungenkrankheit! Und so machen es heute zahlreiche Augendiagnostiker nach einem Studium von einer Stunde. Das übrige überlassen sie dann dem Büchelchen, das sie haben; sie machen eben die Diagnose. Ja, meine Herren, das ist aber empörend. Denn dasjenige, was am allerschwersten ist, will da auf die allerleichteste Weise erlernt werden. Dadurch kommt nicht etwas zustande, was etwas Wertvolles ist, sondern im Gegenteil, dadurch kommt zustande eine Schädigung des ganzen medizinischen Wesens. Und man muß schon unterscheiden, ob irgend jemand etwas Ernsthaftiges will im medizinischen Wesen, oder ob einer bloß Geld verdienen will.

Natürlich, die Leute sind heute aufgebracht über die Wissenschaft; mit Recht, weil die Wissenschaft nach dem Beispiel mit dem Sehnerv, von dem ich Ihnen erzählt habe, eigentlich nicht auf das achtet, was der Mensch wirklich ist, sondern den Unrat des Menschen am meisten schätzt, den Unrat im Auge zum Beispiel, der der Sehnerv ist. Das wissen ja natürlich die Leute nicht, aber sie fühlen es und werden empört über die Wissenschaft. Diese Empörung kann man begreifen. Aber was da von dem Augendiagnostiker meistens gemacht wird, das ist nicht besser als die Wissenschaft, sondern meistens viel schlechter. Die Wissenschaft hält ahnungslos, weil sie heute durch den Materialismus nicht anders kann, Dreck für die edelsten Bestandteile des Menschen. Natürlich ist der Dreck auch sehr notwendig, denn wenn er im Körper bleiben würde, würde er den Körper sehr bald töten; also ist er notwendig. Aber die Wissenschaft hält den Dreck für das Wertvollste des Menschen! Aber damit ist sie doch auf dem Wege des Guten und will nicht bloß Geld verdienen. Sie ist nur mit Blindheit geschlagen. Sie hat eben einen sehr großen blinden Fleck in ihrer Erkenntnis; aber bei alledem muß man den guten Willen anerkennen. Aber da, bei solchen Augendiagnostikbüchelchen, kann man nicht mehr vom guten Willen sprechen, sondern nur noch von der Sucht, Geld zu verdienen. Deshalb müssen Sie schon bei all diesen Sachen sich immer sagen: Es kann irgendeiner Bestrebung eine gute Wahrheit zugrunde liegen, aber gerade die besten Wahrheiten, meine Herren, werden von der Welt am meisten mißbraucht. Sehen Sie, es ist wirklich wunderbar, daß in dieser kleinen Iris sich tatsächlich der gesunde und kranke Mensch ganz spiegelt. Aber auf der andern Seite ist deshalb, weil sich der gesunde und kranke Mensch ganz spiegelt, auch die Iris in ihrem Bestand am schwersten zu erkennen, und man muß schon sagen: Wer, ohne den ganzen Menschen zu erkennen, ohne wirklich etwas zu wissen vom ganzen Menschen, Augendiagnose treibt, der treibt Unfug.

Und den ganzen Menschen erkennen, was heißt denn das? Sehen Sie, wir haben gelernt, wie der Mensch besteht aus seinem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Man muß also nicht nur etwas wissen vom physischen Menschen, sondern man muß, gerade wenn man Augendiagnose treibt, etwas vom geistigen Menschen wissen. Nicht wahr, die gewöhnliche Anatomie, die nur an den Leichnam geht, kann unter Umständen ausreichen mit dem, was sie bietet, kann eigentlich verhältnismäßig noch ganz Gutes bieten; wenn sie auch nicht weiß, daß der Augennerv der Dreck des Auges ist, so finder sie wenigstens den Augennerv. Aber der Augendiagnostiker, der hat ja meistens keine Ahnung davon, wie der Nerv verläuft, sondern er hat sein Büchelchen von fünfzig Seiten und die Einteilung der Iris und diagnostiziert darauflos, untersucht nicht den Menschen. Jetzt braucht er natürlich dann noch irgendein Büchelchen, wiederum von fünfzig Seiten. Da steht die Rubrik «Lungenkrankheit» und das Heilmittel dazu. Aber die Lungenkrankheit ist etwas, was von vielerlei Ursachen kommen kann. Damit, daß man weiß, die Lunge ist affiziert, damit hat man noch nicht viel erreicht. Die Lunge kann affiziert sein von der Verdauung aus. Man muß wissen, woher es kommt. Lungenkrank sind viele Menschen. Bei vielen hat die Lungenkrankheit die verschiedensten Ursachen. Das ist gerade dasjenige, wo man ungeheuer vorsichtig sein muß, weil da, wo die schönsten Sachen vorliegen, am meisten Unfug vorliegt. Wieviel habe ich Ihnen in diesen Stunden davon erzählt, daß der Mensch nicht bloß von der Erde abhängt, sondern von dem ganzen Sternenhimmel. Aber das ist es auch gerade, was die allerkomplizierteste Einsicht erfordert. Damit darf man keinen Unfug treiben. Der Schwindel und Unfug wird ja heute von den verschiedenen Astrologen, die in der Welt sind, im Großen getrieben. Es ist etwas Ähnliches mit der Augendiagnostik wie mit der Astrologie. Da hat man auch in der Astrologie etwas sehr Edles, Großartiges zugrunde liegen; aber bei denen, die heute Astrologie treiben, liegt nichts sehr Edles zugrunde. Bei denen liegt meistens die Spekulation auf die Geldbörse ihrer Mitmenschen zugrunde.

Und so können Sie den Zusammenhang begreifen, meine Herren: Auf der einen Seite sind die Erscheinungen, die die ganze Oberfläche des Menschen schon äußerlich verändern. Der Mensch bekommt bleiche Stellen, während er sonst dunkler ist auf der Haut; er bekommt anders gefärbte Augen, er ist ein Albino. Da wird eine gewisse Tätigkeit an die Oberfläche getrieben, abgelenkt von den inneren Organen. Wenn aber der Mensch kein Kakerlak ist, kein Albino, dann sind dieselben Dinge, das äußere Aussehen des Auges, in der Regenbogenhaut vorhanden; aber die feinere Struktur, die feinere Gliederung weist dann auf das Innere hin. Der Albino ist nicht dadurch ein ganz kranker Mensch, daß er Albino ist, sondern er ist nur mit einer Krankheitsanlage behaftet dadurch, daß er eben schon von Jugend auf das hat und sich nachher die körperliche Einrichtung daran gewöhnt.

Sehen Sie, es ist gar nicht gut, den Albino auch Leukopath zu nennen. Dadurch wird schon hingewiesen darauf, weil Leukozyten zum Beispiel gewisse Körper im Blute sind, daß das Blut solcher Menschen anders beschaffen ist. Man kennt die Ursache nicht. Wenn aber das Blut an der Oberfläche bleicher wird, so tritt nicht die allgemeine Bleichsucht ein, sondern es tritt an der Oberfläche das Bleicherwerden der Haut ein. Das ist der Unterschied zwischen der Krankheit der Bleichsucht, wo einfach das Blut im Innern bleicher wird, und der Leukopathie oder dem Albinismus, bei dem das Blut mehr an die Oberfläche gedrängt wird. Das ist also so, daß bei Bleichsüchtigen eine Tätigkeit im Innern nicht in Ordnung ist. Das Ich ist mehr an der Oberfläche tätig, der Astralleib mehr im Innern. Daher sind alle Körper, mit denen man sieht und hört, mehr an die Oberfläche gedrängt. Die braucht man zum Ich. Die Leber brauchen Sie im Innern. Und wenn Sie alles so stark fühlen würden, wie das Ihre Leber tut, dann würden Sie fortwährend nur Ihr Inneres beobachten und sagen: Aha, jetzt habe ich eben in meinen Magen hinein ein bißchen Kohlsuppe gekriegt, die Magenwände fangen an, das aufzusaugen. Das ist so wie ein Ausstrahlen, sehr interessant. Jetzt geht das durch den Magenpförtner in den Dünndarm hinein; jetzt geht es da in die Zotten, die an den Darmwänden sind. Sie würden das alles beobachten, und das alles, das wäre sehr interessant; aber Sie hätten gar keine Zeit, die Außenwelt zu beobachten! Es ist sehr interessant und reichlich zu beobachten und in manchen Dingen viel schöner als die Außenwelt, aber der Mensch ist eben recht davon abgelenkt. Also im allgemeinen kommt das da drinnen nicht zum Bewußtsein; das, was an der Oberfläche liegt, kommt zum Bewußtsein. Wenn also jemand das Eisen nicht recht verarbeitet in seinem Innern, wo gerade der astralische Mensch mehr tätig ist, wird er bleichsüchtig. Wenn er das Eisen außen nicht richtig verarbeitet, sondern auflöst, wie ich es Ihnen beschrieben habe, dann wird er ein Albino - das ist sehr selten -, bekommt er Leukopathie.

Sie sehen also, dasjenige, was ich da von Ihnen gefragt worden bin, hängt damit zusammen: Der Albinismus kommt von einer unregelmäßigen Schwefel- oder Eisenverarbeitung durch das Ich. Die Bleichsucht kommt von einer unregelmäßigen Eisenverarbeitung durch Ihren astralischen Leib und schlägt sich mehr nach dem Innern des Blutes. So kann man, wenn man den Menschen nur richtig versteht in dem, was da vorgeht in seinem Innern, auch hinschauen darauf, welcher übersinnliche Teil des Menschen eigentlich dabei beschäftigt ist. Wer den physischen Menschen ordentlich versteht, versteht auch den überphysischen, den übersinnlichen Menschen. Aber beim Materialismus ist gerade das der Fall: Er versteht den übersinnlichen Menschen gar nicht, und er versteht daher auch nicht den physischen Menschen.

Ob ich am nächsten Mittwoch schon zurück sein werde, werde ich Ihnen dann sagen lassen. Vielleicht hat dann bis zur nächsten Stunde wieder jemand eine Frage, so daß durch diese Frage wieder eine ähnliche Besprechung zustande kommen kann.

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