Kürschners Taschen-Konversations-Lexikon. Berlin und Stuttgart, Verlag von W. Spemann

Auf 840 Sedezseiten das Notwendigste aus allen Zweigen des Wissens zusammenzustellen, wie es hier tatsächlich geschehen ist, war wohl nur der in literarischen Dingen geradezu erstaunlichen Umsicht und Gewandtheit Professor Kürschners möglich. Das Buch soll einem zweifachen Bedürfnisse genügen: erstens, um den geringen Betrag von drei Mark jenen, welchen die kleinen Ausgaben von Meyer und Brockhaus noch zu kostspielig sind, den Ankauf eines Lexikons ermöglichen, zweitens - und das ist wohl das Wichtigere -dem Gebrauche des Augenblicks dienen. Das Nachschlagen, das in den größeren Werken dieser Gattung oft zeitraubend und mühevoll ist, kann hier in der denkbar kürzesten Zeit geschehen, sodass das Buch also auch für die Besitzer eines größeren Lexikons in vielen Fällen von Nutzen sein wird. Die geringe Ausdehnung wurde nicht auf Kosten des Inhalts erreicht, sondern dadurch, dass durch leicht verständliche Abkürzungen der Raum in größtmöglichster Weise ausgenützt wurde. Das kleine Buch ist mit Aufwendung verhältnismäßig großer Mittel zustande gekommen. Außer Kürschner zählte es achtzehn Mitarbeiter. Die größte Sorgfalt wurde auf die Vollständigkeit der Artikel gelegt. Hervorzuheben ist, dass es außer den gewöhnlich in ein Lexikon aufgenommenen Artikeln noch Angaben über Gerichte, Lebens-, Feuer- und Rentenversicherungs-Gesellschaften, Stadtquartiere der Truppenkörper, Gesandtschaften, Konsulate und anderes enthält. Mit großen Opfern und wahrem Bienenfleiß zustande gebracht, dürfte sich das Buch bald einer entsprechenden Verbreitung erfreuen.

Rudolf Steiner.

German original of Kürschner's Pocket Dictionary of Conversation · ← Previous · Next →