Vorrede

Der Zweck dieses Buches ist in dem Titel deutlich ausgesprochen: Schlüssel zur Theosophie, und er erfordert nur wenige Worte der Erklärung. Es ist nicht ein vollständiges oder erschöpfendes Handbuch der Theosophie, sondern nur ein Schlüssel, der die Türen für ein tieferes Studium öffnen soll. Er zieht breite Leitlinien der Weisheitreligion, und setzt ihre Grundlagen auseinander, begegnet gleichzeitig den verschiedenen Einwendungen des westlichen Durchschnittforschers und bestrebt sich, unbekannte Begriffe in einer so einfachen Form und so klaren Ausdrucksweise darzulegen als dies möglich erscheint. Es wäre zu viel verlangt, wenn man Theosophie ohne geistige Anstrengung von Seiten des Lesers vermitteln wollte, aber es steht zu hoffen, dass, was noch dunkel bleibt in Bezug auf den Gedanken, nicht auf die Sprache, sondern von der Tiefe, nicht von der Unklarheit herrührt. Für die geistig Trägen oder Stumpfen muss Theosophie ein Rätsel bleiben, denn in der Gedanken- und Geisteswelt kann ein jeder nur durch seine eigenen Anstrengungen weiterschreiten. Der Schriftsteller kann nicht für den Leser denken, noch wäre es für den Letzteren gut, wenn solches stellvertretendes Denken möglich wäre. Die Notwendigkeit einer solchen Erklärung wie die vorliegende ist unter denen lange gefühlt worden, welche an der Theosophischen Gesellschaft und ihrer Arbeit beteiligt sind, und es ist zu hoffen, dass die Sache, so frei als möglich von technischen Schwierigkeiten, eine genügende Aufklärung denen gibt, deren Aufmerksamkeit zwar vorhanden ist, die aber noch im Unklaren und noch nicht überzeugt sind.

Besondere Sorge ist darauf verwendet worden, einige Teile dessen zu entwirren, was wahr und was falsch an den spiritistischen Lehren von den Zuständen nach dem Tode ist, und die wahre Natur der spiritistischen Erscheinungen zu zeigen. Frühere Auseinandersetzungen dieser Art haben Groll gebracht über des Schreibers ergebenes Haupt; die Spiritisten ziehen wie so viele andere vor, das zu glauben, was ihnen gefällt, als was wahr ist und werden sehr ärgerlich, wenn irgend jemand eine angenehme Täuschung zerstört. In den letzten Jahren war Theosophie eine Zielscheibe für manchen Giftpfeil der Spiritisten, weil die Besitzer der halben Wahrheit mehr Gegnerschaft gegen die Besitzer der ganzen Wahrheit empfinden als diejenigen, welche sich gar keines Besitzes rühmen können.

Vielen Theosophen, die Anregungen und Fragen gegeben haben, sagt der Autor den herzlichsten Dank, und nicht weniger allen denen, die sonst irgendwie zu dem Buche beigetragen haben. Das Buch wird durch seine Hilfe an Brauchbarkeit gewonnen haben, und das wird sein bester Lohn sein.

London, 1889.
H.P.B.

The purpose of this book is clearly stated in the title: Key to Theosophy, and it requires only a few words of explanation. It is not a complete or exhaustive manual of Theosophy, but only a key to open the doors for a deeper study. It draws broad guidelines of the religion of wisdom, and explains its fundamentals, while at the same time addressing the various objections of the average Western explorer and endeavoring to explain unfamiliar concepts in as simple a form and as clear a language as possible. It would be asking too much to teach Theosophy without any mental effort on the part of the reader, but it is to be hoped that what remains obscure in terms of thought, not of language, stems from depth, not from lack of clarity. For the mentally indolent or dull, Theosophy must remain a mystery, for in the world of thought and spirit, each one can only progress through his own efforts. The writer cannot think for the reader, nor would it be good for the latter if such vicarious thinking were possible. The necessity for an explanation such as the present one has been long felt among those who are interested in the Theosophical Society and its work, and it is hoped that the matter, as free as possible from technical difficulties, will give sufficient enlightenment to those whose attention is indeed present but who are still in the dark and not yet convinced.

Special care has been taken to unravel some parts of what is true and what is false about the spiritualist teachings on the afterlife, and to show the true nature of spiritualist phenomena. Former discussions of this kind have brought resentment upon the writer's devoted head; the spiritualists, like so many others, prefer to believe what they please to what is true, and become very angry when anyone destroys a pleasant delusion. In recent years, Theosophy has been the target of many a poisoned arrow from spiritualists, because those who possess only half the truth feel more hostility towards those who possess the whole truth than those who cannot boast of any possession at all.

The author extends his warmest thanks to the many Theosophists who have provided inspiration and questions, and no less to all those who have otherwise contributed to the book. The book will have gained in usefulness through their help, and that will be its best reward.

London, 1889.
H.P.B.

German original of Preface · Next →