119. Über Franz Hartmann
Franz Hartmann stammt aus Bayern, studierte Medizin, unternahm weite Reisen durch Amerika, welche ihn mit den Sitten und Gebräuchen, namentlich den sog. magischen Künsten primitiver Völkerstämme, bekannt machten. Er lernte dann H. P, Blavatsky und Colonel Olcott kennen, welche von 1875 an durch die Begründung der Theosophischen Gesellschaft mystisch-okkulte Lehren zu verbreiten suchten. Mit diesen zusammen ging er nach Indien und brachte dort in dem Zentralorte der Theosophischen Gesellschaft längere Zeit zu. Neben der von H. P. Blavatsky verbreiteten «Theosophie» interessierte sich H. auch für andere mystische Lehren des Orients, insbesondere für [Shankaracharya], dessen Spät-VedantaSystem er in mehreren Schriften (zum Teil Übersetzungen, die er wohl nicht nach den Urtexten anfertigte) für Deutsche dann propagierte. Auch die Bhagavad-Gita gab er in einer deutschen Übersetzung heraus und versuchte, das ihr zum Grunde liegende philosophische System zu verbreiten. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland lernte er einen primitiven deutschen Mystiker (einen ehemaligen Handwerker) kennen, in dem er einen Fortsetzer der rosenkreuzerischen Lehren und Erkenntnisse sah. Durch Verbindung dessen, was er aus den Lehren dieses Mystikers machte, mit den Lehren der Blavatsky bildete H. dann die Anschauungen aus, welche er noch mit dem Ergebnis seiner Paracelsus-Studien zu durchdringen suchte und die er in zahlreichen Schriften in einem populär wirkenden, biedere Allüren annehmenden Ton darlegte. Die wichtigsten davon sind seine «schwarze und weiße Magie» und «Okkulte Zeichen und Symbole». Er gab auch eine Zeitschrift «Lotusblumen» heraus, in welcher er seine Ansichten vertrat. H. starb 1911 (August?) —