127. Über die Entwicklung des geistigen Wesenskerns
Der Geheimlehre liegt die Erfahrung zugrunde, dass es hinter der sinnlichen Welt eine geistige gibt. Der Mensch kann sich durch die Entwicklung seines geistigen Wesenskernes zu der geistigen Welt erheben. So gehört der Mensch einer zweifachen Welt an: der offenbaren und der verborgenen.
Die offenbare und die heute verborgene gehen auf eine ursprünglich einheitliche zurück. Aus dieser hat sich der Mensch herausentwickelt. Er trägt die offenbare mit sich herum, weil seine Sinne sie ihm enthüllen. Die verborgene ist ihm verhüllt.
In der sichtbaren Natur ist derjenige Teil der ursprünglichen Einheit, der von den geistigen Mächten überwunden worden ist. Der Mensch, wie er heute ist, ist nur möglich geworden durch diese Überwindung.
Der Drachenkampf ist der Kampf, den der Mensch auch in sich selbst auszuführen hat. In der Natur ist der Kampf ein älterer; im Menschen wiederholt er sich. Die Götter sind die älteren Brüder der Menschen; sie haben den Kampf bestanden: Der Mensch hat ihn noch zu bestehen. In dem Feuer die gefesselte Gotteskraft.
In der Luft die siegreiche Gotteskraft. Die Luftgötter haben sich losgerungen.
Der Mensch hat eine Entwicklung durchzumachen, welche in der ihn umgebenden Welt schon abgelaufen ist. Er ist das gewesen, was ursprünglich die älteren Brüder: die Götter auch waren. Er wird sein, was sie heute sind. Aber die ursprüngliche Göttergestalt ist heute nicht mehr vorhanden. Nur der überwundene Teil hat seinen Ausdruck gefunden in der sichtbaren Natur. Was hinter dieser sichtbaren Natur liegt, ist der von den Göttern ausgestoßene Teil ihrer Wesenheit.
Der Drache-die Schlange sind stehen geblieben auf der ursprünglichen Stufe. —