The Essence of Christianity

GA 68a — 7 March 1907, Düsseldorf

Theosophie, Buddhismus und Christentum

Unter den mancherlei Geistesströmungen, die zur Befriedigung der höchsten Fragen und Rätsel des Daseins in der letzten Zeit aufgetaucht sind, ist auch die Theosophie. Es ist ungefähr dreißig Jahre her, dass diese Bewegung in den verschiedenen Ländern sich immer mehr verbreitet hat. Ausgegangen ist sie von Indien, sie dehnt sich aber auch aus über die andern Länder und wirkt durch das, was man die Theosophische Gesellschaft nennt. Diese Theosophische Gesellschaft ist in einzelne Sektionen geteilt und diese Sektionen finden sich in den gebildeten Ländern der Erde überall. Wir haben eine Indische, eine Amerikanische, Britische, Holländische, Französische, Italienische, Skandinavische, Deutsche Sektion und so weiter.

Daraus ersehen wir, dass Theosophie etwas ist, was keineswegs heute mehr nur einzelne Menschen ergründen, sondern was die Sehnsucht und das Bedürfnis der weitesten Kreise befriedigt. Dennoch muss man sagen, dass sie oft missverstanden wird; spricht man nur aus das Wort «Theosophie», so vermuten viele finsteren Aberglauben, phantastische Hirngespinste; und wenn irgendwo in der Welt obskure Richtungen auftreten, kann man heute noch erleben, dass das Wort Theosophie immer mitgenannt wird. Andere meinen, Theosophie sei etwas Unwissenschaftliches; keine Wissenschaft könne sich dazu bekennen. Von anderer Seite wird die Theosophie sogar mit Angst behandelt, sie sei eine Sekte, die sich gegen das Christentum richte; wer ein guter Christ bleiben wolle, dürfe nicht Theosoph werden. Und endlich wird sie bezeichnet mit dem Wort, das wir immer und immer wieder in den Zeitungen lesen können: «Neubuddhismus», und wenn jemand heute der Theosophie das Wort anhängt «Buddhismus», wird bei einem großen Teil aller Abendländer großer Schrecken entstehen.

Alle diese Gedanken sind Vorurteile; Theosophie ist weder Erneuerung blinden Aberglaubens noch unwissenschaftlich. Gerade der, der die Wissenschaft der neueren Zeit gründlich und logisch versteht, wird nicht nur, wenn er einen Blick in die Theosophie wirft, überrascht sein, sondern auch gewahr werden, wenn er aus den Naturwissenschaften gewisse Konsequenzen zieht, dass diese ihn hinleiten zur Theosophie und durch dieselbe erst verständlich werden. Und wenn man sagt, Theosophie sei eine Sekte, so werden wir nachher, wenn wir das Wesen der Theosophie näher erörtert haben, sehen, wie weit sie davon entfernt ist, etwas Sektiererisches an sich zu haben, und wie sie nicht im Mindesten entgegentritt dem tief erfassten, begreifbaren heutigen Christentum, und wie wenig sie zu tun hat mit irgendeinem Buddhismus, am wenigsten mit dem Buddhismus, der 600 Jahre vor Christus durch Buddha entstanden ist. Ein merkwürdiges Missverständnis hat gewaltet, das schon von H. P. Blavatsky in der «Geheimlehre» aufgeklärt worden ist. Es gibt vielerlei Bücher, die über Theosophie geschrieben worden sind. Zu diesen Büchern, die ungeheuer mitgewirkt haben, die theosophische Wissenschaft zu verbreiten, gehört Sinnetts «Esoterischer Buddhismus». Frau Blavatsky hat gesagt, dass dieses Buch weder esoterisch noch Buddhismus ist, denn esoterisch ist nur etwas, was von Person zu Person gebracht wird, etwas Esoterisches kann nie durch eine Schrift veröffentlicht werden, dann wird es eben exoterisch. Nur bei intimstem Verkehr zwischen Lehrer und Schüler ist es möglich, die intimsten Gedanken zu übertragen, es kann niemals, was von Seele zu Seele hinüberfließt und was man esoterisch nennt, veröffentlicht werden. So kann ein Buch niemals esoterischer Buddhismus sein, das Buch ist aber auch überhaupt kein Buddhismus.

Innerhalb derjenigen Weltanschauung, die man als Theosophie bezeichnet, gibt es gewisse Lehren über den Aufbau des Menschen. Lassen Sie uns kurz diese Lehre wiederholen, die das gemeinsame Gut aller derer ist, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft stehen, diese Lehre, die seit Jahrtausenden sagt, dass dasjenige, was man nur durch die äußeren Sinne, durch die materielle Anschauung vom Menschen kennt, nur ein kleiner Teil der menschlichen Wesenheit ist. Diesen physischen Menschenleib, den wir durch unsere äußeren Sinne wahrnehmen, hat der Mensch gemeinsam mit allen Wesen auf der Erde, überhaupt mit allem, was den Menschen umgibt, denn auch die Steine und Kristalle sind aufgebaut aus denselben Stoffen, die auch im menschlichen Leibe enthalten sind.

Nun sagt die Geisteswissenschaft: Dieser physische Leib ist nur ein Teil der menschlichen Wesenheit, den zweiten Teil, der eigentlich viel realer und wirklicher ist, weil er den physischen Leib erschafft und heranbildet, nennt man den Ätherleib oder Lebensleib. Diesen hat der Mensch gemeinsam mit allen Lebewesen, die ihn hier auf der Erde umgeben, auch mit den Pflanzen. Der physische Leib ist nichts anderes als eine Mischung von physischen Stoffen, die unmöglich wäre und sofort zerfallen würde, wenn sie vom Äther- oder Lebensleib nicht zusammengehalten würde. Der Ätherleib hat die Aufgabe, den physischen Leib zu schützen vor dem Verfall.

Das dritte Glied der menschlichen Wesenheit ist im Sinne der Geisteswissenschaft der Astralleib. Dieser Astralleib ist der Träger von allen Begierden, Trieben und Leidenschaften, kurz von allen Affekten, von alledem, was sich innerlich spiegelt im Innern des Menschen, und diesen Astralleib hat der Mensch gemeinsam nur mehr mit den Tieren, nicht mehr mit den Pflanzen.

Danach unterscheidet die Geisteswissenschaft ein viertes Glied der menschlichen Wesenheit, durch das er die Krone dieser Schöpfung ist, durch das er sich unterscheidet von allen ihn umgebenden Geschöpfen. Dieses vierte Glied nennt man in der deutschen Sprache das «Ich», das von innen heraus arbeitet an der menschlichen Wesenheit. Nur einen Namen gibt es, der niemals von außen tönen kann, wenn er den Menschen selbst bezeichnet, deshalb sagten alle großen Religionen: Hier haben wir den unaussprechlichen Namen Gottes, vom Meere der Göttlichkeit ein Tropfen, der in jeden Menschen hineingeflossen ist. Ebenso wenig, wie der einzelne Meerestropfen das ganze Meer ist, ebenso wenig ist die Menschenseele die ganze Gottheit. Nur weil die Gottheit in der Seele zu sprechen beginnt, beginnt mit der Aussprache des Zch die Seele in sich selbst zu sprechen, oder, wie die Religionen sagen: Der Gott spricht im Menschen.

Diese Geisteswissenschaft ist heute exoterisch gemacht durch öffentliche Vorträge und Schriften, sie wird nicht mehr esoterisch weitergegeben wie früher, von Mensch zu Mensch. Eine dieser geistigen Schulen, wo nur von Mensch zu Mensch gelehrt wurde, war die alte Pythagoräische Schule in Griechenland.

Nun wollen wir sehen, wie das Ich im Innern der menschlichen Wesenheit wirkt. Betrachten wir einen Wilden auf der primitivsten Stufe. Darwin kam einst auf einer seiner Reisen zu einem Stamm wilder Menschen, die noch Menschenfresser waren. Er wollte einem derselben klarmachen, dass man das nicht tun dürfe, er ließ ihm durch den Dolmetscher sagen, dass es schlecht sei, Menschen zu fressen. Da antwortete der Wilde, woher er wissen könne, ob das gut oder schlecht sei, bevor er den Menschen gefressen habe. Wir sehen aus diesem Beispiel, dass der ungebildete Wilde auf dieser Stufe des Daseins nichts anderes kennt, als die niedersten Triebe und Begierden seines Astralleibes zu befriedigen. Wenn er aber eine höhere Entwicklung durchmacht, wenn er zu der Erkenntnis kommt: Du darfst diesen niederen Trieben und Begierden nicht folgen, wenn er erkennt sittliche und moralische Gesetze und Gebote, so arbeitet sein Ich an der Veredelung seines Astralleibes. Der primitive Mensch, auf der untersten Stufe des Daseins, dessen Ich noch nicht gearbeitet hat am Astralleib, hat nur den einen Astralleib, den die Mächte ihm mitgegeben haben bei seiner Geburt. Der höher entwickelte Mensch hat zwerz Teile in seinem Astralleib, denjenigen Teil, den er durch sein Ich veredelt hat, und den anderen Teil, der noch so ist, wie ihn die Mächte ihm gegeben haben. Den Teil des Astralleibes, der ein Produkt ist des Ich, nennt man Manas oder Geistselbst.

Nun kann der Mensch auch hineinarbeiten in seinen Äther- oder Lebensleib. Wollen wir uns den Unterschied klarmachen, so denken wir einmal darüber nach, was jeder von uns gewusst hat als achtjähriges Kind und was er sich seitdem angeeignet hat. Eine ungeheure Summe von Vorstellungen und Begriffen haben wir seitdem aufgenommen. Vergleichen wir nun diese Summe von Vorstellungen mit dem, was sich an unserem Temperament, Leidenschaften, Gewohnheiten und Charakter langsam geändert hat. Wenn wir die Veränderungen des Astralleibes des Menschen vergleichen mit dem Minutenzeiger einer Uhr, so kann man das Vorrücken, die Veränderungen des Ätherleibes vergleichen mit dem Stundenzeiger der Uhr. So viel langsamer geht die Bearbeitung des Ätherleibes vor sich. Jähzorn, Melancholie, die im achtjährigen Kinde vorhanden waren, werden in den meisten Fällen auch im späteren Alter immer wieder durchkommen.

Es gibt nun Impulse in der Geistesentwicklung, die stark wirken auf den Ätherleib, durch welche man auch ihn umwandeln kann. Zu diesen Impulsen gehört zum Beispiel die Kunst. Wenn der Mensch lernt, durch den Spiegel der Materie hinzuschauen auf das Göttliche, das durch das Kunstwerk zu ihm spricht, so bildet er den Ätherleib um und bildet einen Teil des Ätherleibes so um, dass auch er ein Produkt des Ich ist. Und je mehr und mehr vollkommen der Mensch wird, ein desto größerer Teil des Ätherleibes ist durch das Ich veredelt, umgebildet, und diesen veredelten Teil des Ätherleibes nennt man Budhi, sodass Budhi das ist, was der Mensch von seinem Lebensleib in Lebensgeist verwandelt. Diejenigen Impulse, die am meisten imstande sind, den Ätherleib umzugestalten, sind die religiösen Impulse, ob sie nun von Hermes, Zarathustra, Buddha, Moses oder einem andern der großen Initiierten der Menschheit gegeben werden. Es sind die großen, mächtigen Impulse, die imstande sind, den Lebensleib in Lebensgeist umzugestalten.

Noch gewaltiger sind die Impulse, die in den Geheimschulen auf den Schüler wirken, der eine geistige Schulung durchmacht. Demjenigen, der diese geistige Schulung durchmacht, wird es völlig klar, dass es das gibt, was man einen geistigen Wesenskern nennt. Wenn der Mensch in der Geheimschulung zum Seher gemacht wird, dann arbeitet er noch immer tiefer hinein in seinen Ätherleib, er entwickelt einen immer größeren Weisheitskern, der in ihm lebt und imstande ist, den Tod zu besiegen. Wenn dann der Schüler diese Budhi empfing, wenn er immer mehr und mehr ausgestaltete den Lebensleib zum Lebensgeist, dann wurde er genannt ein Initiierter, und die größten Initiierten sind die Religionsstifter. Diese große Weisheit wurde von ihnen in Bilder gegossen, so wie das Volk, das von ihnen belehrt wurde, diese Urweisheit aufnehmen konnte. So gab Hermes dem ägyptischen Volke ein Bild der Urweisheit, so lehrten die Rishis, wie es das alte indische Volk verstehen konnte. Diese Urweisheit wurde von Zarathustra für das persische Volk verständlich gemacht, so war es Pythagoras, der das für die Griechen tat. So war es bei dem größten Religionsstifter, der kein gewöhnlicher Initiierter war, sondern einen göttlichen Geist in sich trug, mit dem Christus Jesus, dem es vorbehalten war, die größte und reinste Religion zu gründen, die, wenn sie von allen verstanden werden wird, die allgemeine Menschheitsreligion sein wird. So verstehen wir auch ein Wort des Christus Jesus: «Wenn du nicht verlässest Vater und Mutter» (Lk 14,26; Mt 19,29) und so weiter. Dieses ist gesprochen nicht um die heiligen Bande der Familie zu zerstören, sondern um einen Bruderbund der ganzen Menschheit zu stiften, wo die Menschen brüderlich sollen zusammenleben, trotzdem sie nicht leiblich Bruder und Schwester sind und durch Familienbande gebunden. So hat Christus die Urweisheit der Welt in diese Form gegossen.

Wenn wir den Buddhismus betrachten, so ist es dasjenige, was zugeschnitten ist für das indische Volk, und denjenigen, der diese Religion dem indischen Volke gebracht hat, nennt man Buddha, weil er gesagt hat: «Ich gebe euch die Budhi, die in mir den Lebensleib zum Lebensgeist anregt.» Dasjenige aber, was Sinnett in seinem Buch beschrieben hat, ist nicht das, was der Buddha gelehrt hat, sondern sind jene Lehren, die in den Geheimschulen als die Budhi zur Umwandlung des Lebensleibes in Lebensgeist figurieren. Sinnetts Irrtum ist also nichts anderes als ein orthografischer Fehler, er schreibt fälschlicherweise Budhi mit zwei d, es handelt sich aber nicht um Buddha und Buddhismus, sondern um die Umwandlung von Lebensleib in Lebensgeist. In der Geheimschulung lernt der Schüler auch noch in seinen physischen Leib hineinzuarbeiten. Der physische Leib des Menschen ist der dichteste und es ist daher am schwersten, in ihn hineinzuarbeiten. Weil er der niederste ist der vier Glieder der menschlichen Wesenheit, so gehört die höchste Kraft dazu, in ihn hineinzuarbeiten. Was weiß der Mensch von seinem physischen Leibe, von dem Gange der Verdauung, dem Blutumlauf, der Arbeit der Muskeln? Es ist nicht gemeint, was der Anatom am physischen Leibe feststellen kann, sondern dass man hineinschauen kann, wie die Nervenströme fließen, wie die Atmung und der Blutkreislauf verlaufen, dass es Licht wird in dem physischen Leibe. Wenn der Mensch mit Bewusstsein arbeitet an der Umgestaltung des physischen Leibes, so nennt man das, er hat Atman ausgebildet, wenn er Gewalt bekommt von seinem Ich aus über den physischen Leib. Nun gibt es eine gemeinschaftliche Lehre, die allen Religionsbekenntnissen zugrunde liegt. Alles dasjenige, was der Mensch noch nicht durch das Ich bearbeitet hat von seinem physischen, Äther- und Astralleib, fällt von dem Menschen ab, bleibt als Leichnam zurück. Aber das wird zum ewigen Wesenskern des Menschen, was das Ich von sich selbst aus in diese äußeren Hüllen, die wir physischen Leib, Ätherleib und Astralleib nennen, hineingearbeitet hat. Und nun erklärt die Geisteswissenschaft, dass es einen, von dem Ich aus gebildeten Wesenskern gibt, der ewig ist, der oft sich wiederverkörpern muss, und immer vollkommener werden wird, wenn der Mensch seinen normalen Gang durchmacht, bis er zu dem Standpunkte gekommen sein wird, wo er die niederen Leiber umgewandelt, vergöttlicht hat, sodass er wieder aufgenommen wird in den Schoß der Gottheit, wo die Seele einstmals in urfernen Zeiten hergekommen ist. Der Mensch besteht aus zwei Teilen, dem ewigen Wesenskern und dem vergänglichen Teil des Menschen. Es ist klar, dass er die Stufe der Vollkommenheit nicht gleich erreichen kann, dass er durch viele, viele Leben hindurchgehen muss. Was wir in früheren Leben gesät haben, das werden wir jetzt ernten; der Mensch wird immer wieder und wieder geboren, bis er auf der Höhe der Menschheit steht. Wir können vieles begreifen, wenn wir nicht bloß auf ein, sondern auf viele Erdenleben schauen, es macht uns erklärlich Not und Elend, Glück und Missgeschick, denn alles das ist in früheren Leben vorbereitet. Es sind nicht Schicksalsfügungen, sondern Folgen unserer eigenen Taten. So müssen wir Karma nicht nur auffassen in Bezug auf die Vergangenheit, sondern dabei auch in die Zukunft sehen. Dann wird uns Karma ein großer Trost, etwas, was uns arbeiten macht im Leben und uns Kraft und Trost für die Zukunft gibt. So wird Karma zum praktischen Lebensgesichtspunkt, zur moralischen Unterlage für unser Leben. So haben die Religionen gesprochen zu den Menschen, so von dem ewigen Wesenskern und dessen Wiederverkörperung.

Nun war dieser Gautama Buddha derjenige, welcher diese Lehre von der Reinkarnation und von Karma, wie wir sie jetzt entwickelt haben, am reinsten dargestellt hat. Wenn aber diese Lehre von jeher geherrscht haben würde, würde es die Menschheit niemals bis zur heutigen Kultur gebracht haben. Vergleichen wir die Zeit, wo diese Lehre der Menschheit mitgeteilt wurde, mit der heutigen. Der Arbeiter an der ägyptischen Pyramide hat sich gesagt, dieses mühevolle Leben ist ein Leben unter vielen, er hat aufgeschaut zur ewigen Göttlichkeit, aber dadurch den Zusammenhang mit dem Physischen verloren. Da sehen die Menschen auf den Geist, verlieren aber den Zusammenhang mit dem Irdischen, und niemals wäre möglich gewesen, was uns heute als Kultur umgibt. Der Mensch musste lieben lernen das eine Leben zwischen Geburt und Tod. Nur dadurch, dass der Christus Jesus als eine so gewaltige Persönlichkeit auftrat, war es möglich, dass der Mensch seine Persönlichkeit so entwickeln konnte, dass sie ihn mit dieser Welt so zusammengebracht hat. Niemals wäre ohne das Christentum diese Kultur gekommen. Die Lehre von der Reinkarnation ist von Christus Jesus auch gelehrt worden, aber esoterisch, in Gleichnissen. Nur den intimsten seiner Schüler sagte er: Eine Weile muss die Lehre von Karma und Reinkarnation geheim bleiben, aber die Zeit wird kommen, wo sie wieder verkündet werden muss vor allen Menschen. Diese Zeit ist heute gekommen. Und diese Weisheit will die Theosophie heute den Menschen bringen und deshalb ist die Theosophie keine Sekte, sondern das Instrument, die Dienerin, die zum Verständnis führt des höchsten geistigen Daseins; daher ist sie nichts Unwissenschaftliches, und gerade dadurch, dass die Theosophie den gemeinschaftlichen Wesenskern im Buddhismus und Christentum und allen andern großen Religionen zeigt, ist sie überhaupt keine Religionsgemeinschaft, sondern sie ist das Instrument zum Verständnis einer jeden Religion.

German original of Theosophy, Buddhism and Christianity · ← Previous · Next →