The Essence of Christianity

GA 68a — 20 February 1908, Kassel

39. Der Ursprung Des Bösen

Meine sehr verehrten Anwesenden! Es gibt Welträtsel, die uns nicht nur dann entgegentreten, wenn wir den Blick auf die großen Ereignisse des Lebens richten, sondern welche uns auf Schritt und Tritt im Alltagsleben auftauchen. Viele derartige Lebensrätsel könnten wir anführen, eines ist dasjenige, welches uns heute beschäftigen soll: die Frage nach dem Ursprung des Bösen. Es ist eines derjenigen Rätsel, welche uns im Alltagsleben begegnen, welche ihre Antwort aber nur finden können, wenn wir zu den Quellen und Ursprüngen des Lebens zurückgehen. Gerade eine solche Frage zeigt uns in der Art, wie sie seit alten Zeiten von der Menschheit behandelt worden ist, dass sie eigentlich nur fruchtbar irgendwie in Angriff genommen werden kann in dem, was wir Geisteswissenschaft oder theosophische Weltanschauung nennen. Ohne jene gewichtigen Ausblicke in die Welt, ohne das Eindringen in die Quellen des Daseins, die uns durch diese Strömung im Kulturleben erfließen kann, ist eine Antwort nicht möglich. Daher werden Sie mit mir einen recht weiten Gang zu den Quellen des Daseins unternehmen müssen, um diese in gewisser Beziehung alltägliche Rätselfrage zu durchschauen. Derjenige, der nur mit der aus dem Materialismus fließenden Gesinnung die Welt anschaut, der den Verlauf der Handlungen mit den Sinnen verfolgt, der kann nicht im Entferntesten eine Beantwortung dieser Frage finden.

Das Böse taucht uns auf, allerdings nicht in seinem eigentlichen Sinn, im untergeordneten Dasein, im menschlichen Leben. Der Weise, der ein gläubiger Mensch ist, fragt sich: Wie ist es verträglich mit einer weisen Weltordnung, die man auch Vorsehung nennt, dass diese Vorsehung den Menschen bis zu dem, was wir das Böse nennen, sinken lässt, dass die Gottheit den Menschen böse werden lässt, um ihn dann zu strafen? Nicht nur der naiv gläubige Mensch fasst das so auf, sondern wir hören dasselbe auch in dem Gedicht, das der junge Goethe verfasst hat, als er die Worte einer göttlichen Geistigkeit entgegenruft:

Ihr lasst den Armen schuldig werden,
Dann überlasst ihr ihn der Pein!

Derjenige, welcher auf weniger religiösem Boden steht, ist dieser Frage erst recht nicht zugänglich. Ohne eine seelisch-geistige Grundlage kommen wir zu keinem geordneten Begriff des Bösen, geschweige denn zu einem Zusammenhang mit dem Weltengeiste. Seit Menschen denken können, haben die Führer der Menschen, die Denker, die Frage: Woher rührt das Böse, was hat es für eine Bedeutung? —- zu lösen versucht.

Wir müssen einmal zurückblicken in die Zeit der Vergangenheit, wo in persischen Mythen schon der fortdauernde Kampf gegen die bösen Gewalten verzeichnet ist, die dem Ormuzd den Ahriman entgegengesetzt haben, als einen fortdauernden Kämpfer gegen das Gute. Ahriman wird uns dort gezeigt als die Kraft, die im Kampfe den guten Geist erstarken lässt.

Wenn wir uns mit einem großen Sprung hinüberversetzen in den tiefen Sinn deutscher Denker, zu Jakob Böhme, so finden wir in seinen Schriften und in der Folgezeit sein ganzes Leben ausgefüllt mit jener Frage nach dem Ursprung des Bösen. Jakob Böhme sagt, dass eine Vielheit nur aus einer Einheit entsteht, die Vielheit aber nur durch den Willen der Einheit gelenkt werden muss; wie zum Beispiel zwei Hände, wenn sie nicht dirigiert werden von einem Willen, getrennte Glieder sind; ohne diese lenkende Einheit können wir kein großes Werk schaffen. Diese Hände können gegeneinander wüten, sie können sich zerfleischen. Die Möglichkeit ist grade dann gegeben, wenn den zweien das gegeben wird, was wir Freiheit nennen. Solange die beiden Hände von der Persönlichkeit abgestimmt und so lange sie ein Wille beherrscht, werden sie sich nicht gegeneinander wenden.

Und hier fließt Jakob Böhme schon eine Empfindung ein, dass das Böse etwas zu tun hat mit der Liebe. Wenn das die Welt durchflutende Gotteswesen die Welt so liebt, dass es allen Wesen alles hinreicht und nichts zurückbehält, um den vielen eine möglichst große Freiheit zu geben, dann können die vielen gegeneinander streben.

Wir könnten, wenn wir die Denker Revue passieren lassen wollten, noch lange darüber reden, noch manche Beispiele aus großen Epochen heranziehen, wir würden aber immer nur eine Art philosophischer Antwort bekommen. Heute wollen wir uns aber nicht mit philosophischen Fragen, sondern ohne Umschweife mit den Tatsachen der geistigen Welt befassen, um die Anhaltspunkte zu gewinnen zur Beantwortung unserer Frage. Ich möchte, um die Betrachtungsweise nicht zu weit auszudehnen, gleich in die Mitte der Sache gehen, und da müssen wir uns ganz kurz das Wesen des Menschen vor die Seele hinstellen. Wir sind uns klar, dass das Böse mit der menschlichen Natur etwas zu tun haben muss.

Wenn wir den Menschen von dem Standpunkt aus betrachten, was Augen sehen, Hände greifen können, so haben wir nur einen Teil der menschlichen Wesenheit im Sinne der Geisteswissenschaft. Wir sehen nur den physischen Teil des Menschen, welchen dieser mit allen scheinbar leblosen Wesen gemein hat. Alles, was im Menschenleib zu finden ist, ist auch dort vorhanden, nur sind diese mineralischen Kräfte freilich im Menschen in einer ganz besonderen Art vorhanden: Sie sind so kompliziert ineinandergefügt, so mannigfaltig aufgebaut, dass der physische Leib durch seine eigenen physischen Gesetze zerfallen würde, wenn ihn nicht etwas durchdränge, wie das Wasser den Schwamm durchdringt, etwas, was in jedem Menschen in jedem Augenblick ein Kämpfer ist gegen alle Störungen im physischen Leibe. Diesen Kämpfer nennen wir den Ätherleib oder Lebensleib. In jedem von Ihnen ist der physische Leib in jedem Augenblick dem Zerfall ausgesetzt, wenn in Ihnen nicht wäre jener Kämpfer, jener Sieger, den wir Ätherleib oder Lebensleib nennen. Diesen hat der Mensch gemeinsam mit der ganzen lebendigen Natur; in allem, was da lebt, ist dieser Kämpfer. In dem Augenblicke, wo im Tode der physische Körper vom Ätherleib getrennt wird, da folgt er den physischen Gesetzen, er zerfällt und geht in die leblose Welt über. Der Ätherleib ist etwas, was von der heutigen Wissenschaft als etwas Unmögliches angesehen wird. Doch wir können uns darauf nicht weiter einlassen, sondern müssen die Sache nur skizzenhaft anführen.

Über den Ätherleib hinaus hat der Mensch ein drittes Glied seiner Wesenheit. Dies dritte Glied seiner Wesenheit ist für den, dem die geistigen Augen geöffnet sind, jederzeit sichtbar. Sie können sich dies dritte Glied logisch vorstellen. Wir fragen uns: Ist das, was physischer Leib und Lebensleib ist, alles? Eine einfache Erwägung genügt; es ist wirklich etwas vorhanden, was dem Menschen viel näher steht als seine Knochen, Muskeln, Blut und Nerven. Etwas liegt als Wirklichkeit ganz nahe, das ist die Summe von dem, was wir die Summe von Gefühlen, Instinkten, Leidenschaften nennen, das gehört uns in Wirklichkeit an, und das ist in denselben Räumen vorhanden, wo Blut, Muskeln, Nerven vorhanden sind. Diesen Teil der menschlichen Wesenheit haben wir nur mit den Tieren gemein, nicht mit den Pflanzen.

Nun gibt es noch ein viertes Glied, durch welches der Mensch die Krone der Schöpfung ist. Das vierte Glied seiner Wesenheit ist das, was ihn befähigt, alles, was in ihm ist, zusammenzufassen in den Namen «Ich». Dieser Name «Ich» ist ein Name, welcher das Geheimnisvolle seines Wesens schon verbirgt hinter dem Unterschied, welchen er aufweist gegenüber allen anderen Namen welche wir in der deutschen Sprache haben. Einen Stuhl kann jeder «Stuhl» nennen, einen Tisch «Tisch» und so weiter, doch den Namen «Ich» kann niemand von außen hören, er muss aus der eigenen Seele tönen. Jedes Ding kann seinen Namen von außen uns zutönen, das «Ich» kann er nur von sich selbst hören. Das haben diejenigen Weltanschauungen immer gefühlt, welche auf dem, was wir die Geisteswissenschaft nennen, aufgebaut waren. In der alttestamentlichen, hebräischen Religion finden Sie für diesen intimen Namen der Seele den unausgesprochenen Namen Gottes. Warum wird der nun so genannt? Soll die Seele ihren wahren Namen hören, dann spricht etwas in der Seele, das mit dieser Seele verbunden sein kann, ohne dass es eindringt durch irgendwelche Organe von außen: Es muss das Ich aus der eigenen Seele tönen. Ein Funke des göttlichen Seins ist in der Seele, indem sie ihren Namen «Ich» ausspricht.

Was eine vertrackte Philosophie auch hat finden wollen, die wahre Bedeutung des Wortes «Jahve» ist: «der unaussprechliche Name des göttlichen Seelenteils im Menschen». Und so war es auch gemeint, als darauf hingewiesen wurde im alten Ägypten mit dem verschleierten Bilde von Sais. Wir können die Aufschrift lesen: «Ich bin, der da war, der da ist und der da sein wird. Meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet.» Ein Forscher, ein deutscher Romantiker, hat aus einem merkwürdigen Instinkt etwas Richtiges gesagt, obwohl er nicht tief gegangen ist: Kein Sterblicher hat den Schleier gehoben; wir müssen Unsterbliche werden.

Es war die Meinung der großen ägyptischen Priesterweisen, dass das Ich eingehüllt war, dass aber die Hüllen abfallen. Das Wesen des Ich kann niemand enträtseln als das Ich selbst, wenn es sich der wahren Natur bewusst wird. Indem es hinuntersteigt in die eigenen Tiefen und Abgründe, ergreift es sich in seiner eigenen Unsterblichkeit; dann weiß es, was hinter dem Schleier verborgen ist. Allerdings die wenigsten Menschen sind heute geneigt, in das Wesen des Ich hineinzublicken, es gilt noch heute der Ausspruch Fichtes: Die meisten Menschen würden sich lieber für ein Stück Lava im Monde halten als für ein Ich. Seit Fichte haben wir den groben Materialismus hineinfluten sehen in die Kultur des neunzehnten Jahrhunderts. Die Menschen sind heute sehr zufrieden, wenn sie etwas Physisches teilweise kennen und materialistisch nachweisen können. Sie halten sich dem Stück Lava im Monde ähnlicher als dem Ich. Es wäre unsinnig, von den höheren Gliedern der Menschennatur zu reden, wenn im Sinne der geistigen Forschung von dem vierten Teil so zu sprechen wäre, dass er irgendwie eine Erscheinung des physischen Körpers wäre. Selbstverständlich muss die geistige Forschung auf diesem Gebiete etwas haben, was einem Menschen, der heute vielfach glaubt, dass alle sich auf den Boden der naturwissenschaftlichen Tatsachen zu stellen haben, sehr dumm erscheinen muss: Dasjenige, was vorgeht im Ätherleib, Astralleib und Ich, ist nicht die Wirkung des physischen Leibes, sondern umgekehrt. Das, was im physischen und Ätherleib vorgeht, das sind Werke des astralischen Leibes. Nur wenn man sich nach und nach zu dieser Anschauung aufschwingt, ist man imstande, diese Frage zu beantworten.

Beobachten Sie zum Beispiel zwei Vorgänge, die alle Tage an uns herantreten. Irgendetwas setzt uns in den Zustand des Schamgefühls; es ist irgendetwas an mir, von dem es mir am liebsten wäre, wenn meine Umgebung nichts davon sähe; ich erröte. Ein anderer Vorgang ist das Angstgefühl, welches sich durch Erblassen bemerkbar macht. Beim Schamgefühl wallt ein Blutstrom in die Haut, bei der Angst tritt das Blut aus der Haut zurück in das Körperinnere. Was ist da geschehen? Ein seelischer Vorgang lässt das Blut zurückweichen, ein seelischer Vorgang wirkt auf den Körper. Jeder dieser Vorgänge erscheint Ihnen als Folge eines seelischen Vorganges. Das sind Hinweise, in denen sich die seelische Einwirkung im Materiellen abspielt. Diese Erkenntnisse im Materiellen sind heute sozusagen nicht mehr so leicht zu erkennen; sie sind mehr oder weniger zurückgetreten gegen die mächtigen Gestaltungen, die der physische Leib, im Gegensatz zu früheren Daseinsformen, angenommen hat. Aber je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwicklung, desto mehr gewinnen die geistigen Momente das Übergewicht.

Es gibt heute sogar Menschen, die so weit gehen, die Wirkung des Seelischen auf den materiellen Körper zu leugnen. Man sollte es nicht glauben, dass es Menschen gibt mit so materialistischen Anschauungen, aber es gibt in Amerika eine theologische Richtung, welche sich «Pragmatismus» nennt. Sie hat es zu einem Ausspruch gebracht, welcher das Groteske des darin vertretenen Materialismus zeigt. Wir brauchen uns nur den einen Ausspruch einmal vor die Seele zu führen: «Der Mensch weint nicht, weil er traurig ist, sondern er ist traurig, weil er weint.» Hier ist handgreiflich, wie die materialistische Weltanschauung in Widerspruch gekommen ist mit dem gesunden Menschenverstand.

Es ist Tatsache, dass es uns natürlich erscheinen muss, dass solche Konsequenzen heraustreten, die heute in unzähligen Gebieten vorkommen, nur tritt es nicht in so grotesker Weise an die Oberfläche. Wenn wir das nun festhalten, dass physische Vorgänge Wirkungen sind des Geistig-Seelischen, dann wird es uns nicht mehr schlimm erscheinen, wenn wir beim Zurückgehen in Vorzeiten der Entwicklung erfahren, dass diese Wirkungen umso bedeutender sind, je weiter wir zurückgehen, sodass wir in Urzeiten der Menschheitsentwicklung mit weitgehenden geistigen Einflüssen zu rechnen haben, die heute verborgen sind.

Sie wissen vielleicht, dass die theosophische Weltanschauung ausspricht, dass das Menschendasein in wiederholten Erdenleben verläuft. Das wollen wir nur kurz anführen: Der Mensch geht durch viele Erdenleben hindurch in seinem Entwicklungsgang zu immer höherer Vollkommenheit. Wir sprechen in der Geistesforschung davon, dass das, was lebt, in Umwandlung begriffen ist. Alles in der Welt ist in einer solchen Umwandlung begriffen, nicht nur der Mensch, sondern auch große Welten sind in fortwährender Umwandlung begriffen. So, wie, wenn wir den einzelnen Menschen betrachten, wir sagen: Das, was sich im gegenwärtigen Leben zwischen Geburt und Tod abspielt, ist die Wirkung früherer Verkörperungen, so können wir auf einen ganzen Himmelskörper blicken; und geisteswissenschaftlich verstehen wir einen solchen Körper nur dann, wenn wir wissen, dass er das, was er heute geworden ist, sich erworben hat in früheren Leben. Wir sprechen auch von der Erde und den Planeten, dass sie durch andere Verkörperungen hindurchgegangen sind. Wie der geistig hochentwickelte Mensch zurücksehen kann auf frühere Erdenleben, so lassen sich auch frühere planetarische Zustände übersehen vom Standpunkt der Geisteswissenschaft. Wir weisen zurück auf den vorhergehenden planetarischen Zustand der Erde, und diese Vorerde bezeichnen wir in der Geisteswissenschaft mit «Kosmos der Weisheit».

Ein Blick auf das, was um Sie herum ist, kann Ihnen erklärlich machen, warum wir auf die Vorerde als den Kosmos der Weisheit zurückblicken. Sehen Sie sich den Menschen an, den physischen Leib, betrachten Sie seine Teile. Nehmen Sie ein Stück Oberschenkelknochen, der zusammengesetzt ist aus unzähligen Balken und Gliedern. Er ist ein künstlich zusammengesetztes Gerüst, mit wunderbarer Weisheit aufgebaut. Er ist durch weisheitsvollste Ingenieurkunst so zusammengefügt, dass der Oberschenkelknochen trotz seiner verhältnismäßig geringen Stärke imstande ist, den Oberkörper zu tragen. Kein Ingenieur ist imstande, einen Brückenbau so weise auszuführen; und wer den menschlichen Wunderbau betrachtet, weiß, welche große Weisheit darin enthalten ist.

Wir wissen aber auch, dass andere Glieder des Menschen noch nicht so weise sind. Wir brauchen uns nur zu denken, wie die Leidenschaften und Triebe des Astralleibes wirken. In dem, was wir essen und trinken, sind oft Herzgifte enthalten, und doch ist das Herz so weisheitsvoll gebaut, dass es jahrzehntelang die Attacken ertragen kann, und überall da finden wir ausgebreitet Weisheit. In dem Bau des Körpers —- wir finden diese Weisheit überall, in jeder Blüte, in jedem Tier, und wir sehen, wie durchflutet die ganze Welt von dieser Weisheit ist. Sehen wir uns zum Beispiel den Biber an und seinen Bau, wie er mit merkwürdiger Kunst seine Dämme baut, und misst man die Winkel, so wird man finden, dass sie ganz genau bemessen sind.

So könnten wir Stück um Stück alles, was uns umgibt, betrachten. Könnten wir selbst nun diese Weisheit aus der Welt herausholen, wenn sie nicht darin wäre? Die materielle Gesinnung leugnet, dass die Weisheit, welche der Mensch herausholt, hineingelegt ist in die Erscheinungen. Ein natürliches Denken wird Ihnen sagen, dass etwas, was ein Mensch aus der Natur herausholt, in ihr enthalten sein muss. Ebenso wenig, wie man Wasser aus einem Glase trinken kann, wenn keins darinnen ist, ebenso wenig kann man Weisheit aus der Welt holen, wenn keine darinnen ist. Aber diese Weisheit ist darin, und die Geisteswissenschaft weiß, dass die Weisheit darin war in allen Dingen beim Beginn der Erdenentwicklung. So war in dem Pflanzenkeim zum Beispiel eine Buche; und als Beweis dafür sehen wir, dass eine Buche daraus wächst und keine Eiche.

Die Weisheit, die uns heute entgegentritt, sie trug die Erde schon, als alle Dinge, die um uns herum sind, noch im Samen waren. So wahr der Samen nicht aus der Erde, sondern von der Pflanze stammt, so wahr ist, dass der Same, aus dem unsere Erde geboren ist, aus dem stammt, was die Erde vorher gewesen ist, das ist der Kosmos der Weisheit. Das, was Sie heute sehen in jedem Blatt, in jedem Organ der menschlichen Gliederung, was Sie ausgebreitet sehen, ist langsam und allmählich entstanden, hat sich Glied für Glied gebildet und ist erst hervorgetreten, nachdem Weisheit mit Weisheit gekämpft hatte. Auf der Vorerde unserer Erde hatten wir eine Verkörperung, wo die Weisheit der Dinge ausgearbeitet wurde, in der sozusagen die Dinge in ihrer Weisheit vorgearbeitet sind.

Unsere Erde, welche die Weisheit überkommen hat, was hat sie für eine Aufgabe? Sie hat ihre besondere Mission; so wahr, wie die Vorerde die Weisheit, die uns heute umgibt, Stück für Stück ausgebildet hat, so wahr bildet heute unsere Erde Glied für Glied eine andere kosmische Kraft aus, und diese Kraft ist die Liebe. Deshalb nennen wir in der Geistesforschung die Erde den «Kosmos der Liebe». Die Entwicklung der Erde verläuft so, dass die Liebe als Kraft heraustritt und immer mehr überhandnimmt, und wenn die Erde an ihrem Ziele angelangt ist, so wird alles von der Kraft der Liebe durchdrungen sein, darum nennen wir die Erde den Kosmos der Liebe. Ebenso, wie auf dem vorhergehenden Kosmos der Anfang gemacht wurde mit Unweisheit und nach und nach erst die Gestalt der Weisheit ausgearbeitet wurde, so verläuft auch diese Erde so, dass nach und nach die Liebe sich ausarbeitet; dann, wenn die Erde an ihrem Ziel angelangt sein wird, dann wird die Liebe sich überall ausgebreitet haben und alles wird durchtränkt sein von Liebe, und die Erde wird Wesen auf sich sehen, die ebenso die Liebe finden werden, wie wir die Weisheit finden in allem, was uns umgibt. Diejenigen, die auf der neuen Verkörperung der Erde sind, werden bewundernd stehen vor der Liebe, wie wir bewundernd stehen vor der Weisheit. Unsere Erde hat die heilige Mission, den Drang der Liebe den Dingen einzuflößen. Dieser Drang ist da, diese Mission zu erfüllen, zur Tat zu machen.

So haben wir uns den Ausbau unserer Erde zu denken als den durch die ganze Erdenentwicklung des Menschen hindurchgehenden Ausbau der Liebe. Wenn wir dies einsehen, so haben wir eine Handhabe zum Verständnis der heutigen Frage. Nur müssen wir uns klar sein, dass der Mensch nicht das einzige Wesen ist, was um uns herum ist. Sie wissen, dass der Geistesforscher nicht spricht von den geistigen Welten als von etwas, was in einem fernen Kuckucksheim ist, sondern er spricht davon im natürlichsten und selbstverständlichsten Sinne. Ebenso wie ein Blindgeborener, dem die Augen geöffnet werden, sieht er plötzlich alles durchflutet von Licht und Glanz. Er sieht eine neue Welt um sich, die immer vorhanden war, wie Licht und Farbe immer vorhanden waren, bevor ihm die Augen geöffnet waren. In dieser Welt, die nur unlogisches Denken ableugnen kann, sind noch andere Wesenheiten vorhanden, mit anderen Formen der Geistigkeit als der Mensch sie hat. Wir können uns eine Vorstellung von diesen geistigen Wesen machen, indem wir uns vor Augen führen, dass der Mensch in einer fortwährenden Entwicklung begriffen ist, wie er immer höher und höher kommen muss und dass er in jeder Verkörperung etwas erfährt und erlebt; er wird ein immer vollkommeneres Wesen.

Welche Perspektive erhebt sich da? Wir sehen die großen Ideale der Menschen; den Menschen der Zukunft ... erhaben wie ein Gott ... [Lücken in der Mitschrift]. Wir sehen, dass, wie der heutige Mensch über Tier und Pflanze steht, so wird der zukünftige zu seinem heutigen Dasein stehen. Die Geisteswissenschaft weiß schon heute — es ist unleugbar, dass Wesen über dem Menschen in seiner jetzigen Entwicklungsstufe stehen, die so vollkommen sind, wie wir sein werden in ferner Zukunft. Es sind Wesen, die hoch erhaben über dem Menschen sind und die die Stufe, welche wir heute einnehmen, schon vor langer Zeit durchgemacht haben, die ein rein geistiges Leben haben, die nicht mehr nötig haben, bis zu einem physischen Leibe herunterzusteigen. So sehen wir, als der Mensch sein Erdendasein beginnt, als er das, was von ihm vorhanden war vom Kosmos der Weisheit herüberführte, da betritt nicht nur er den Kosmos der Liebe, sondern auch höhere geistige leitende Wesenheiten.

Wer sind diese? Dieselben sind es, die ihre Weisheit haben hineinfließen lassen in den Kosmos der Weisheit, dieselben, die aufgebaut haben aus ihrer schaffenden Weisheit heraus diesen «Kosmos der Weisheit». Was wir heute fertig vor uns haben, geschaffen ist es worden von diesen Wesenheiten. Sie sind die Besitzer der produktiven Weisheit; sie haben ihre Weisheit hineingelegt. Diese Wesenheiten haben sich dadurch, dass sie sich vorher auf dem Kosmos der Weisheit als schöpferisch in Bezug auf die Weisheit entwickelt haben, eine Fähigkeit erworben, dass sie auf der Erde sozusagen einträufeln die Liebe allen Erdenmenschen, und Stück für Stück fließt diese Liebe auf die Erde ein. Wir brauchen nur einen kurzen Blick auf diese Erde zu werfen, da sehen wir, wie sich die Liebe so nach und nach entwickelt - sie tritt uns in uralten Zeiten in engsten Grenzen entgegen. Wer liebte sich in uralten Zeiten? - Zunächst nur kleine Gruppen Blutsverwandte. Weiter sehen wir die Liebe sich über die engste Blutsverwandtschaft hinaus ausbreiten, immer weiter wird der Kreis, den die Liebe zieht, wir sehen zunächst nur die engsten Verwandten sich heiraten, wie dann die Liebe sich ausdehnt über einen ganzen Stamm, wie dann im Alten Testament das ganze Volk geliebt wird und wie jeder, der nicht zum Volk gehört, fremd ist. Weit ist der Weg, aber wir haben den großen Schritt gemacht, wo die Liebe von dem Prinzip der Blutsverwandtschaft hinübergeführt wird in das Geistige bis zu dem großen Bruderbund, der die Erde umspannen soll, bis zu dem Christusprinzip. Darauf bezieht sich auch der Spruch:

Wer nicht verlässt Vater und Mutter, Bruder und Schwester und folget mir nach, et cetera. (Lk 14,26; Mt 19,29)

Dieser Spruch ist nicht buchstäblich aufzufassen, der Ausspruch bezieht sich darauf, dass die Liebe heraustreten soll aus dem engen Kreis der Blutsverwandtschaft und geistig werden muss, und umfassen Seele um Seele. Das ist die große Mission des Christentums: Die Liebe immer geistiger zu gestalten, bis sie hinunterdringen wird zu der Gestalt der allumfassenden Liebe, mit der die ganze Erde durchtränkt werden soll, sodass die Wesen der nächsten Welt diese Liebe finden werden in allen Dingen, wie wir die Weisheit gefunden haben. So sehen wir, dass während des Erdendaseins die Mission sich erfüllt, dass das, was der Mensch hinübergebracht hat von der Vorerde, durchdrungen wird von der Liebe. Die Aneignung der Liebe ist das, was der Mensch im Erdenlauf an seinem ganzen Geschlecht zu entwickeln die Aufgabe hat. So können wir sehen, dass eine ganze Kraft, welche die Menschen zusammenführt, immer weiter schreitet und immer größere Kreise zieht.

Das ist der Liebe allein möglich. Gehen wir noch einmal zurück von dem Kosmos der Liebe zum Kosmos der Weisheit. Was ist vom Menschen da bei dem Übergang vorhanden? Wie ich ihn beschrieben habe als das vierte Glied seiner Wesenheit, was den Menschen zur Krone der Schöpfung macht, das war beim Beginn unserer Erdenentwicklung noch nicht vorhanden, nur die Anlage des physischen Leibes, des Äther- und des Astralleibes. Aber ebenso, wie ein Samenkorn verfault und doch wieder aufgeht und eine Pflanze entstehen lässt, so verschwinden die Menschen beim Übergang vom Kosmos der Weisheit zum Kosmos der Liebe und erscheinen wieder auf der jetzigen Erde, und es wurde nach und nach heranentwickelt das Ich. Und dieses Ich musste da sein als Gegenpol der Kraft der Liebe. Liebe hat andere Daseinsbedingungen als Weisheit. Weisheit kann da walten, wo alle einzelnen Glieder voneinander abhängig sind, Weisheit kann da walten, wo ein Wesen der Liebe regiert. Soll Liebe von einem Wesen zum andern gehen, so kann das nur da sein, wo sie eine freie Gabe ist, die da sein muss wie eine Vaterkraft.

Nur Wesen, welche die göttliche Kraft zum Immerweitergewinnen der Freiheit haben, nur solche Wesen haben die Kraft zur Liebe. Das Ich ist der Gegenpol der Liebe. In demselben Maße, wie sich die Liebe ausprägte, prägte sich das Ich aus. Nach und nach im Werden konnte das nur geschehen. Anfänglich spricht das Blut, das Blut, welches verwandt ist einem geliebten Wesen. Es erscheint uns die Liebe in der primitivsten Stufe. Immer mehr entwickelt sich die Liebe zu einer seelisch-geistigen Kraft, und immer mehr macht sich das Ich dabei frei. Nur müssen wir, um die wahre Entwicklung des Menschen innerhalb des Kosmos der Liebe zu verstehen, auf eines Rücksicht nehmen. Wir müssen darauf sehen, dass es im Kosmos zugeht wie in einer Schule: Es bleiben da immer einige sitzen; so geht es auch im Kosmos zu. Diejenigen Wesen, von welchen wir gesprochen haben, welche erhaben über dem Menschen dastehen, diese schufen in produktiver Weisheit und konnten übergehen zu der Liebe. Es blieben aber einige zurück, die nicht das Endziel des Kosmos der Weisheit erlangten, welche noch nicht fertig waren mit ihrer Aufgabe; sie hatten noch zu schaffen an der Weisheit, sie konnten noch keine Liebe ausströmen; ihnen war sie noch nicht gegeben.

Es sind Wesen, die zwischen den erhabenen Wesen stehen und den Menschen. Sie bezeichnet die Geisteswissenschaft als die luziferischen Wesen, unter der Herrschaft Luzifers. — Mag man lachen. Aber ebenso wie es zum Beispiel magnetische Kräfte um uns herum gibt, ebenso gibt es auch die luziferischen. Sie reichen hinein aus dem Kosmos der Weisheit in den Kosmos der Liebe. Sie waren es, welche den Menschen begabten mit ihrer kleinen Weisheit, sie schufen die subjektive intellektuelle Weisheit des Menschen im Ich, das zunächst sozusagen imprägniert wurde. Diesem Ich war eine Selbstständigkeit gegeben, die ihm nur ziemte auf dem Kosmos der Weisheit, wenn diese liebeerfüllte Weisheit eine bestimmte Stufe erreicht hatte. So bekam das Ich eine Kraft, die es jetzt in Selbstständigkeit verwandeln soll.

Erst in dem Maße, als das Christusprinzip hervorleuchtete, wurde das Ich fähig, sich in Einklang zu versetzen mit allen Kräften seiner Umgebung auf der Erde. Bevor diese Annäherung an das Ideal des Christus erreicht ist, setzen sich immer wieder solche Wesenheiten fest im Menschen, welche die entgegengesetzte Kraft des Ich sind. Die Kraft ist eine trennende Kraft, welche das Ich zu früh abtrennen will. Gegen alles das, was die Menschen zusammenführt, führen die luziferischen Wesenheiten einen Kampf. Diese Kraft hat auch ihre gute Aufgabe, sie verhindert, dass die Menschen sozusagen in einen Urbrei von Liebe zusammenfallen. Ebenso wie die Menschen auf die Liebe vorbereitet sein mussten, mussten sie früher auf die Weisheit vorbereitet werden. So ist dies luziferische Prinzip als das Prinzip der Erleuchtung, der Selbstständigmachung anzusehen.

Nun haben wir die zwei Kräfte, welche nach zwei verschiedenen Richtungen hin die Menschheit leiten, und damit haben wir auch das Prinzip des selbstständigen Ich, das aus diesem Kampf heraus sich festigt. Ohne diese Selbstständigkeit wäre die Liebe nicht möglich, ohne diese Selbstständigkeit wäre der Ursprung des Bösen nicht möglich; die Liebe macht das Böse nötig. Und daher kommt das Prinzip der Liebe, welches herrührt von den Geistern der Liebe, und das Prinzip der Weisheit, welches herrührt von den Geistern der Weisheit, welche beide uns von Seele zu Seele, Geist zu Geist, Ich zu Ich führen.

Auf dieser geistigen Tatsache beruht das Böse. Mit der Möglichkeit der Liebe war die Möglichkeit des Bösen gegeben. Nur dadurch, dass der Gott der Erde der Gott der Liebe ist und die Wesen selbstständige Ichmenschen wurden, nur dadurch war der Ursprung des Bösen möglich. Die Liebe machte das Böse möglich. Erst durch die luziferischen Kräfte gelangt der Mensch zur freien Liebe und zur wahren Größe, und nur dadurch nimmt er die Kräfte des Bösen in sich auf. Die Kraft der Liebe muss die ganze Erde durchdringen, muss das Böse überrungen, sozusagen bekehrt haben am Ende der Erdenlaufbahn. Wir sehen ein, dass es ein Gutes ist, was der Mensch dem Bösen verdankt, er verdankt dem Bösen die Freiheit. So ist im Luzifer-Prinzip, in dem der Ursprung des Bösen liegt, auch der Ursprung der Freiheit und damit die Möglichkeit der Entwicklung der Liebe gegeben.

Denken wir uns diese Erde ohne alles Böse, so gehört nur eine geringe Kraft der Liebe dazu, die Kräfte des Bösen zu überwinden, und die Kräfte der Liebe wachsen, weil sie die Aufgabe haben, das bestehende Böse in Liebe umzuwandeln. So sehen wir wirklich etwas von dem, was Böhme erfühlt hat, dass das Böse die Mission der Liebe stärkt, so sehen wir mit dem Ursprung des Bösen zugleich den Sinn des Bösen, und wenn wir geisteswissenschaftlich das Böse betrachten, so sehen wir das Böse in einer gewissen Weise gerechtfertigt, wir sehen es, wo es uns auch entgegentreten mag, mit anderen Gefühlen.

Leben wir aber mit den Gefühlen durchdrungen, da macht das für uns einen ganz anderen Eindruck, nicht für den, der sie spekulativ begriffen hat, sondern für den, der sie theosophisch begreift. Wenn wir stille Stunden haben und unseren Geist zu den großen Rätselfragen erheben, so müssen wir etwas so Gewaltiges erleben, dass wir im Bösen noch das Gute fühlen. So durchdringen wir uns mit Gefühlen, so fühlen Sie jeden Schritt des Lebens mit. Wir stehen der ganzen Welt denkend, handelnd und fühlend gegenüber, und das ist äußerst wesentlich. Oh, wie werden wir milde, wenn wir etwas sehen, was uns früher empörte. Diese Empfindungen, die als ein Bodensatz stiller Stunden sich ergeben, machen das theosophische Leben aus. Noch mehr auf das alltägliche Leben angewandt, soll dies morgen betrachtet werden. Heute haben wir die Funktion des Bösen in flüchtigen Skizzen nur andeuten können.

Wir haben die Anschauung gewonnen, dass wir kurzsichtig sind, wenn wir gegen das Böse, die Weisheit, die Liebe, den Geist der Welt irgendetwas einwenden wollen. Wir haben gesehen, dass dieser Geist der Liebe so gewaltig die Welt durchflutet, ein so guter Geist ist, dass er einst das Böse in die Welt gebracht hat, um ein möglichst Energisches, ein möglichst Gutes bewirken zu können.

Fragenbeantwortung

Frage: Wie verhalten sich die ersten Worte aus dem Johannesevangelium zum Christusprinzip?

Ich und der Vater sind eins. (Joh 10,30)
In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. (Joh 14,2)
Ehe denn Abraham war, bin ich. (Joh 8,58)

Rudolf Steiner: Im Lukasevangelium wird das Wort im selben Sinne angewandt wie im Beginn des Johannesevangeliums. (Lk 1,2)

Im Anfange des Alten Testaments:

Im Urbeginne schuf Gott die Welt. (1 Mos 1,1)

Im Anfange des Johannesevangeliums:

Im Urbeginne war das Wort, und das Wort war bei Gott,
und ein Gott war das Wort, et cetera. (Joh 1,1)

Der alte Jude sprach von der vorbereitenden Liebe, die durch die Christusliebe weiter fortgesetzt werden sollte.

«Mit Abraham fließt dasselbe Blut bis zu uns», sagte der alte Jude. «Ich und der Vater Abraham sind eins.» Das war ausgedrückt im Alten Testament.

Älter als alles ist das Ich, aus dem Schoße der Gottheit herabgestiegen in die drei Leiber auf der Erde. Dieses «Ich» als das Geistige ist älter als die Blutsliebe. Deshalb sagt Christus: «Ich und der Vater, das ist die Gottheit, sind eins.» (Joh 10,30) Ich finde in mir einen Quell, der zum Ewigen führt. Dies Ich hatte schon die Kraft, zu bewahren die Blutsliebe durch den Stammeinfluss.

Vor Abraham war das «Ich bin». (Joh 8,58) Das ist der wirkliche Sinn. Das Ich mit Aufgabe des Persönlichen. Das Ich wird als ein Individuelles sich in die Gottheit finden: Für jedes Ich ein separates Haus, separate Zelle.

Vor dem Physischen finden wir das Ich. Licht ist immer noch physisch. «Im Urbeginne war das Wort.» (Joh 1,1) Man könnte auch sagen: «Im Urbeginne war das ‹Ich bin›».

«Ich bin das Licht» (Joh 9,5) heißt: Ich bin der Bringer des Ich.

Und das «Ich bin» hat im Fleisch gewohnt: = Christus hat im Fleisch gewohnt.» (Joh 1,14)

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