Death and Immortality in the Light of Spiritual Science

GA 69d — 4 October 1913, Oslo

16. Das Rätsel des Todes

Das [Rätsel des Todes] gehört einem Wissenschaftsgebiete an, das nicht nur unpopulär ist, sondern auch unbeliebt genannt werden darf. Mancher innere, scheinbar berechtigte Widerspruch erhellt sich da, erscheint voll verständlich dem, der innerhalb dieses Forschungsgebietes steht. Neben diesem gibt es auch noch einen anderen Grund, wodurch es schwierig ist, sich verständlich zu machen. Man hat gewöhnlich die Meinung, dass derjenige, welcher diese Sache in einer kurzen Betrachtung vorbringt, irgendjemanden zu einer Meinung überreden wolle. Die vor kurzer Zeit gegründete Anthroposophische Gesellschaft hat ein Forschungsgebiet, das weiter und umfangreicher ist als das anderer Forschungsgesellschaften. Daher kann nicht die Absicht sein, überzeugen oder überreden zu wollen, sondern nur: anzugeben, in welcher Richtung und Art die Untersuchungen gemacht werden und [wie] die Lösung der Lebensrätsel bekommen werden kann.

Vieles steht dem unbefangenen Urteil gegenüber. Die Menschenseele mit all ihren Interessen und Aufmerksamkeiten ist an nichts so sehr beteiligt wie an dem Rätsel des Todes. Aber nichts kann die Wahrheitsforschung so trüben wie der ganz bestimmte Wunsch und ein Interesse daran, dass diese oder jene Lösung des Rätsels herauskommen soll. Findet jenes, was wir das Leben nennen, eine Fortsetzung nach dem Tode? Bei der Beantwortung dieser Frage kann man absolut wissenschaftlich vorgehen, doch ganz anders als mit dem, was man gewöhnlich als Wissenschaft bezeichnet. Wirklich objektiv vorgehen kann nur derjenige, der in Bezug auf die Frage des Todes verknüpft ist mit weiteren Interessen [als den eigenen]. Verknüpft mit dem Rätsel des Todes muss auch sein das Rätsel des Lebens. Wenn sie aus einer noch so begreiflichen Neugierde oder aus einem dem Menschen nahe liegenden Interesse gestellt ist, kann man die Frage nicht lösen.

Die Untersuchungen nach der Frage des Todes sind auch die nach der Unsterblichkeit. Um diese Fragen zu besprechen, ist eine gewisse Umwandlung des Menschen notwendig, eine «geistige Chemie». Dass es eine Geisteswissenschaft gibt, das wird nicht gerne zugegeben. Aber diesen Abend soll darauf aufmerksam gemacht werden. Wenn der Chemiker an die Untersuchung des Wassers herantritt, so zerspaltet er es in Wasserstoff und Sauerstoff. Aber wenn er nur phantasiert darüber, das weiß er, so kommt er nicht dazu, es zu zerlegen. Wenn er sich dem Dualismus hingibt, das Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff, so verstößt er nicht gegen den Monismus. Durch die gewöhnliche Wissenschaft kann auch er nichts darüber gewinnen, was sein Schicksal ist. Was den physischen Leib überleben kann, das ist im gewöhnlichen Leben gar nicht [sichtbar] da. So wenig wie im Wasser sichtbar ist Wasserstoff und Sauerstoff, so wenig ist im gewöhnlichen Leben da, was im Menschen unsterblich ist. Durch eine Art geistiger Chemie muss erst abgetrennt werden, was göttlich-geistig ist. Durch Jahrhunderte hindurch hat der Mensch eine Art wissenschaftlicher Erziehung gehabt, nicht nur als Schule und Universität, sondern [durch] die allgemeine Bildung, die es unmöglich macht, dass der Mensch heute über die nächsten Angelegenheiten nicht bloß mit dem Glauben, sondern mit dem Wissen hinauskommt. Nicht bloß neugierige Persönlichkeiten, sondern ernste und ehrliche Forscher darüber gibt es. Aber die Art, wie man sich heute mit dem Problem befasst, zeigt, dass man vielfach die Wege nicht gefunden hat. Es ist nicht Zeit heute, hinzuweisen auf die Art, in welcher Naturforscher wie zum Beispiel Colonel Rochas in dieser Beziehung Bedeutsames geleistet haben, die Experimente anstellten nach der Methode des Laboratoriums. Interessant ist es, wie Rochas in gewisser Beziehung nahe kommt dem, was heute vorgebracht wird, aber er schlägt einen unmöglichen, unfruchtbaren Weg ein. Geisteswissenschaft darf und kann es nicht so machen. Rochas nimmt eine Versuchsperson wie andere Wissenschaften, nur keine äußeren Stoffe, sondern ein Medium. Die äußere Seelentätigkeit wird dabei eingeschläfert, unterdrückt, sodass alles ausgeschlossen wird, was an den äußeren Körper gebunden ist. Er nimmt an, dass jetzt nur die Seele, nur der Geist tätig ist. Durch gewisse Vorgänge wird das [weibliche] Medium, das dreißig Jahre alt war, versetzt in eine Art Schlafzustand; dann regt er ihr Bewusstsein so an, dass sie lebt wie in ihrem achtzehnten Jahre. Sie empfindet da die Schmerzen oder lernt, was sie damals lernte, bringt nur zustande, was sie damals konnte. Dann wird sie zurückversetzt in die Kindheit; da macht sie ungeübte Striche, wie im fünften oder sechsten Jahre. Auch ist Rochas in der Lage, diese Persönlichkeit in die Zeit vor ihrer Geburt zu versetzen. Solche Seelen stammeln dann von einer geistigen Umgebung, was trotz aller Unvollkommenheit höchst interessant sein würde, wenn es übereinstimmte mit der Geistesforschung. Immer weiter geht es zurück, zuletzt glaubt er, sie sei da, wo sie ein anderes Leben durchgemacht hatte. Mehrere Lebensläufe glaubt Rochas so erlangt zu haben. Das sind Experimente eines der ernsten Forscher, die fest auf dem Boden der Wissenschaft stehen wollen. Sie meinen, berechtigt sei einzig die Methode, wo man das Objekt äußerlich vor sich hat.

Auf diesem Boden kann die Geisteswissenschaft nicht stehen. Da sind die Methoden durchaus geistiger Art, rein innerlich, [es sind] rein geistig-seelische Vorgänge. Nie wird der Geistesforscher Gebrauch machen von einem rein äußerlichen Objekt im Raum. Aber innerhalb dieser Geistesforschung werden dieselben Methoden angewendet wie in der Wissenschaft. Man denkt: Wie ist das so einfach, primitiv, wie kann auf diesem Wege etwas erforscht werden? Aber es ist nicht so einfach; «zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer». Es geht hervor aus durchaus seelischen Verrichtungen. Jahrelang hat man zu tun nur in der eigenen Seele, um einigermaßen befriedigende Resultate zu haben, durch jahrelange Übungen in das Schicksal hineinzukommen. Durch jahrelange entsagungsvolle Arbeit kommt man erstens dazu, die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken, und zweitens zu dem, was man bezeichnen kann als «Hingabe». Was Hingabe heißt im gewöhnlichen Leben, ist nur der allererste Anfang von einer Möglichkeit der Seele, in die geistige Welt sich einzuleben.

Die Aufmerksamkeit muss ganz allein hingewendet werden auf einen Gegenstand, in den das ganze Leben der Seele sich hinkonzentriert. Diese Aufmerksamkeit besteht auch im gewöhnlichen Leben, denn ohne diese könnte der Mensch nicht zum Ichbewusstsein kommen, und das Gedächtnis hängt innig zusammen mit der Aufmerksamkeitsfähigkeit. Der Gedanke kann schwach sein, aber man vergisst immer weniger, wenn man die wiederholte Aufmerksamkeit auf etwas hinlenkt. Der Gedanke ist Folge der Aufmerksamkeit, der Konzentration. Vom Gedächtnis hängt es ab, dass der Mensch mit einem gewissen Selbstgefühl sich in das Leibliche versenkt. Dadurch sind wir in der Lage, unser inneres Leben zu erhöhen. Aufmerksamkeit entwickelt der Mensch im gewöhnlichen Leben so, dass er sich von irgendetwas äußerlich anregen lässt. Damit beginnt es, worin die Tätigkeit der Seele besteht, die man Aufmerksamkeit nennt. Selbstbeobachtung ist notwendig; diese wird unterstützt durch ganz bestimmte Seelenübungen. Damit man lernt, worin sie bestehen, muss man sich unabhängig machen von jeder äußeren Erregung der Aufmerksamkeit, ablenken das Seelenleben von allem Übrigen, es lenken auf einen selbst gewählten Seeleninhalt. Nicht worauf man konzentriert [ist], kommt es an, sondern was man tut, darauf kommt es an. Immer wieder, lange Zeit hindurch, immer wieder und wieder, [konzentriert man sich] auf den Inhalt, den man selbst gewählt hat. Dann hat man nach und nach ein inneres Erlebnis, dann entdeckt man, was die Seele verrichtet, wenn sie aufmerksam ist. Und dann ist sie aufmerksam ohne Inhalt, aufmerksam, ohne auf irgendetwas aufzumerken; das ist das, was man als innere Tätigkeit entwickelt. Den Inhalt austilgen, ganz unterdrücken, an nichts mehr denken und dennoch denselben Zustand in der Seele haben - dann weiß man, was Aufmerksamkeit ist. Die wahre hellseherische Methode, die in die Geistesforschung hineinführt, beruht auf einem Steigern derjenigen Seelenfähigkeiten, die in jeder Seele vorhanden sind. Immer stärker wird die Aufmerksamkeit. Dadurch verwandelt sich das ganze Seelenleben. Dann verspürt der Mensch, wie das Seelenleben in dem zentralen und dem anderen Nervensystem ist. Dann spürt er eine Wesenheit, die abgesehen vom Leibe im Menschen ist. So trennt man allmählich das Seelenleben innerlich von dem Leibe ab. Endlich fühlt man: Man ist eine Zweiheit. Man meinte erst, es [man] sei ein Ergebnis des Leibes. Der Ätherleib des Menschen ist [es] dann, was beobachtet werden kann. Man trennt ihn ab vom physischen Leibe. Dann erst kann man Beobachtungen machen am Ätherleib. Man erlebt etwa das Folgende. Es kann sein im Alltagsleben oder wenn man aus dem Schlafe erwacht. Dieses Erlebnis kann auf hunderterlei verschiedene Weisen vorkommen, aber im Wesentlichen ist es so: Mitten im Tagesleben kann man es erleben oder mitten aus dem Schlafe heraus. Die gewöhnlichen Worte dazu sind nur stammelnd. Es ist ja, wie wenn in diesem Augenblick etwas geschehe, wie wenn der Blitz einschlüge und den Leib zerstörte. Wenn der Leib abgetrennt ist, wird das Seelenleben verselbstständigt. In diesem Augenblick weiß man, was die Geistesforscher aller Zeiten genannt haben: Man komme nahe auf dem Wege der Geistesforschung dem Tode. Man lernt die Selbstständigkeit des Seelenlebens kennen, und jetzt ist man angekommen auf jener Stufe, wo man seelisch lebt im Ätherleibe. Was man dann erlebt, kann nur als krankhaftes Seelenleben bezeichnet werden, als Halluzination und so weiter, wenn man es nicht kennt. Davon spricht mein Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Es ist nicht zu vergleichen mit bloßer Phantasie. Was da so in das Seelenleben einfließt, ist wie Bilder, eine Art Traumbilder. Aber es kommt nicht darauf an, dass man sie so nennt, sondern dass man lesen lernt in der Welt, in die man nun eintritt. Es ist wie bei einem Brief, worin zwar alles an Buchstaben bekannt ist, aber was man kennenlernt durch die Schrift, das kann Neues sein. Der Geistesforscher hat eine Bilderwelt vor sich, aber er lernt sie lesen, die geistige Welt, die dahinter steht. Mit einem Schein von Recht nur kann gesagt werden von den gegenwärtigen Traumforschern, man könne dabei Wirklichkeiten vor sich haben von früher und die für neue Bilder halten. Aber die Seelenverfassung, die Seelenstimmung ist eine andere. Sie weiß, worin die gesamte Erinnerung des gewöhnlichen Lebens besteht: in einer Überschau vom Erdenleben bis zu einem Moment, wo man allem Erdenleben oder persönlichen Leben gegenübersteht. Dann erkennt man: Das Leben hat den Drang, sich hinaufzulösen in das allgemeine Ätherleben.

Geht man immer weiter in der Steigerung der Aufmerksamkeit, zu beobachten, wie das Leben sich auflöst, den Drang hat, sich aufzulösen in das Allgemeine, dann erkennt man, was dem Menschen zunächst eigentümlich ist, wenn er durch die Pforte des Todes tritt. Durch eine weitere innere Ausbildung erkennt man nicht nur das eigene Ätherleben, sondern lernt in der Umgebung unterscheiden. Dieser Weg führt, wenn auch nur kurze Zeit und in der Dauer verschieden für den Einzelnen, dazu, dass er überschaut dieses Leben wie ein Panorama. Um weiterzukommen, ist die geistige Chemie immer weiter zu verfolgen.

Aber nicht nur die Aufmerksamkeit soll ausgebildet werden, sondern auch die völlige Hingabe des Seelenlebens. Die Hingabe besteht darin, dass der Mensch verzichtet auf alles. Was im Schlafzustand von selber erstarrt: Willkürlich muss er [es] herbeiführen - die Hingabe aller Muskeltätigkeit, der Sprachtätigkeit, der Denktätigkeit, der Urteilstätigkeit, was auch im Schlafzustand eintritt. Gesteigert kann die Hingabe werden, wenn sie jahrelang geübt wird, wenn jahrelang alles, was willkürlich ist, unterdrückt wird. Auch was nicht willkürlich ist, kann unterdrückt werden: Herztätigkeit, Atmungstätigkeit, die sonst dem Bewusstsein entzogen sind. In absolute Untätigkeit kann man bringen den physischen Leib. Dann fühlt man sich nicht entrückt in eine Außenwelt, in etwas, was heranziehen, [herausziehen] will, sondern man fühlt, man ist hineingestiegen in die Tiefen des eigenen Seelenlebens. Was der Mensch dann kennenlernt, ist der Astralleib des Menschen. Das Ichbewusstsein, alles Denken, Fühlen, Wollen erscheint dann wie Spiegelbilder. Jetzt dringt man vor zu dem, was sie spiegeln, man dringt in den Astralleib ein. Was der Mensch auf diesem Weg erlebt, hat mit dem gewöhnlichen Wünschen und so weiter nichts zu tun, [das] merkt man. Der Weg führt einen in voller Selbstbeobachtung hinaus über Geburt und Tod, zeigt uns wie eine auftauchende Vorstellungswelt die Erinnerung als etwas, was früher nicht da war. Damit ist verknüpft ein Abgewöhnen der Begierden, die mit dem Erdenleben zusammenhängen: Befriedigung, Freude, Lust zu leben durch das, was am äußeren Leibe hängt. Die Begierde bleibt noch einige Zeit. Aber durch die Erfahrung, die man macht, dass die Begierde nur durch den Leib befriedigt werden kann, zum Beispiel Gaumenbegierden, lernt man, was der Astralleib nach dem Tode für Aufgaben hat. Dann gewinnt man die Möglichkeit, den Zeitraum zu übersehen, nach Jahrzehnten, verschieden für verschiedene Menschen; dann lernt man, was man nach vorwärts durchschaut, nun auch nach rückwärts erkennen. Im Leben ist vieles, was uns schmerzt, man würde sich diesen Schmerz ersparen wollen. So träumt der Geistesforscher nicht, wenn er hineinschaut in die Welt vor der Empfängnis und sieht, dass der Mensch sich selbst diesen Schmerz zubereitet hat, was man nennt, sich selbst sein Karma gemacht hat, dass wir uns dieses böse Schicksal, die schmerzlichen Enttäuschungen selbst bereitet haben. Das entspricht nicht unseren Wünschen von jetzt. Man könnte kritisch und überkritisch sein und dennoch nicht auskommen mit dem Gewöhnlichen, bis man zurückkommt in einen Zeitraum, wo ein früheres Erdenleben auftritt, wo wir waren in einer anderen Sprache, in einer anderen Umgebung, in ganz anderen Verhältnissen. So unwahrscheinlich und unbeliebt es auch sein möge, man kommt auch dazu, mehr wie ein früheres Erdenleben zu durchschauen. Nur unter zwei Bedingungen kann diese Behauptung gemacht werden: Entweder hat derjenige, der solches behauptet, keinen Wahrheitssinn, oder er muss einen solchen Wahrheitssinn haben wie in der strengsten Mathematik. Viel Unfug ist auf diesem Wege getrieben worden. Man kann öfter hören, dass ein Mensch dieser oder jener in einem früheren Leben gewesen sei. Aber wenn die wirkliche Rückerinnerung eintritt, dann ist ausgeschlossen, dass man durch Wünsche eine Vorstellung von früheren Erdenleben haben könnte. Ein Bild kann eintreten: Das bist du gewesen, aber so, dass niemand da Einwendungen machen könnte. So lösen sich die Lebensrätsel: Das bist du gewesen, so hast du ausgesehen, das hast du gekonnt.

Aber es tritt auf in einem Lebensalter, wo man nichts damit machen kann. Es ist nichts daraus zu gewinnen, als dass man Erkenntnis hat. Jenes bequeme «Das bist du gewesen» gibt es nicht. Man weiß dann: Eine gewisse Vergeltung ist notwendig, aber in diesem Augenblicke ist es unmöglich, auszugleichen.

Die Wege und die Ergebnisse der Geistesforschung sind hier versucht worden anzugeben in kurz sein müssender Form. Nicht sensationell, um zu überzeugen, sondern es kommt nur darauf an, anzuregen. Diese Erlebnisse stellen sich so dar, dass der Mensch anerkennt, dass er einen geistig-seelischen Lebenskern hat, der wiederholte Erdenleben hat als Folge von früheren Erdenleben; und so ist sein Schicksal das Ergebnis von früheren Erdenleben. Das gegenwärtige Leben richtet sich danach, um in gewissen Taten auszugleichen, was man diesem oder jenem zugefügt hat. Der Geistesforscher sucht erst, was im Menschen unsterblich ist, und er findet das, wenn er die Methoden dazu anwendet. Dieses erkennt er in einem durchaus wichtigen Zusammenhang; er erkennt das Erdenleben so, dass es sich wie eine Schale über das tiefere Kernleben legt. Man muss dazu das Gedächtnis ausbilden, sich erinnern zum Beispiel an das, was man seit der Geburt erlebt hat. Der Mensch kommt aus einem rein geistigen Zustand und geht ein in einen rein geistigen Zustand. Wir sind in einem mittleren Zustand im physischen Leib. Nicht fragen soll man: Ist der Mensch unsterblich? -, sondern die Unsterblichkeit aufsuchen. Was der materialistische Denker erschaut von der Seele, ist nicht unsterblich. So ist die Geistesforschung [anzusehen] als der Weg in die Unsterblichkeit des Menschen hinein, sie macht aufmerksam auf Gefühls- und Gemütsergebnisse, auf das Beseligende in religiöser Innerlichkeit. Aber sie ist auch das, was das Leben stark macht und kraftvoll für den äußeren Schauplatz.

Unkeuschheit wäre es, zu sprechen über die Wirkungen des Seelenlebens; aber der Weg muss verkündigt werden. Gerade die Menschen, die ganz durchdrungen sind vom Geist, können oft den Weg doch nicht erkennen.

Was die Naturwissenschaft über die Vererbung sagt, ist gleich dem, was die Geisteswissenschaft über die wiederholten Erdenleben sagt.

German original of The Mystery of Death · ← Previous · Next →