II. Der Zusammenhang des Menschen mit den göttlich-geistigen Wesenheiten
Während nun unsere Sinneswahrnehmung stattfindet, während die Farben hereinfluten und innerlich sich zu Vorstellungen formen, während die Gehörimpulse den menschlichen Organismus durchvibrieren und durch die Einrichtung des Gehörorgans sich zu Gehörvorstellungen formen, während ein Ähnliches mit den Geschmacks-, Geruchs- und mit den Tastwahrnehmungen geschieht, während also dieses ganze wache Erleben erhalten wird durch die Einwirkung der äußeren physisch-sinnlichen Welt, lebt sich das als eine Kraft innerhalb der unbewußten Teile der menschlichen Kopforganisation aus. Und während wir eine Farbe wahrnehmen, einen Ton hören oder eine Geschmackswahrnehmung haben, arbeiten wir unbewußt daran, ein Nachbild zu schaffen von dem, wie, sagen wir, Jupiter zur Sonne oder zum Mars steht (gelb). Wir bilden ein kosmisches Verhältnis in unserem eigenen Innern ab. Das ganze wache Leben hindurch geschieht etwas, was wir hinter unserem gewöhnlichen Bewußtsein vollbringen, die Nachbildung der kosmischen Tätigkeit. Was da vollbracht wird hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein, das ist nichts anderes als der Nachklang dessen, was wir kosmisch durchmachen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt beziehungsweise Empfängnis. Da haben wir es im Großen, im Universellen durchgemacht. Da haben wir es im Geistigen durchgemacht, unbeirrt durch den Erdenstoff. Da brauchten wir nicht den Erdenstoff in feinen Partien auszuziehen, in Spirallinien um Achsen herumzuschlingen und so weiter. Da vollzogen wir alles in einer geistigen Substanz. Da begleiteten uns bei unserer Arbeit die geistig-göttlichen Mächte der höchsten Hierarchien. Was wir da in ihrer Gemeinschaft vollbracht haben, vollbringen wir hier auf eine uns unbewußte Art, indem wir uns nach außen den Sinneswahrnehmungen in unserem Gehirn hingeben, indem wir das, was wir draußen auf geistige Art mit geistigen Wesen vollführt haben, auf irdische Art mit irdischen Stoflen nachbilden. Durch diese Tätigkeit tragen wir unser vorirdisches Leben in unser irdisches Leben bis in unsere körperliche Organisation herein.
Cite:
GA 216/1922-09-17/p011 · edition original